| Handelsnamen | Andriol®, Restandol®, Undestor®, Virigen® |
| Gattung | Testosteron-Ester |
| Bezeichnung | Testosteron Undecanoat |
| Nomenklatur | 17beta-undecanoyloxy-androst-4-en-3-one |
| Östrogenbildung | ja (Östradiol) |
| Androgenlevel | mäßig |
| Anabollevel | mäßig |
| Halbwertszeit | ca. 2,5 Std. |
Chemische Kennzahlen Andriol
| Chemische Formel | C19H28O2 |
| Molekulargewicht | 456.7 g/mol |
| Schmelzpunkt | 155 °C |
| Chemische Formel (mit Ester) | C30H48O3 |
| Molekulargewicht (Ester) | 112,17 g/mol (Undecanoat) |
| Schmelzpunkt (mit Ester) | 63 °C |
| Kohlenstoffatome (Ester) | 11 (Undecanoat) |
Vorwort zu Andriol
Andriol ist zweifellos ein außergewöhnliches Produkt. Denn während (fast) alle anderen oralen anabolen Steroide mit der lebertoxischen 17alpha-Alkylierung daherkommen, verspricht es orale
Bioverfügbarkeit, ohne diese Nebenwirkung zu besitzen. Und geht man nach dem, was der Hersteller sagt (siehe die Seite
Andriol von Organon International), dann scheint es seit Jahrzehnten eine bewährte Alternative zur Testosteron-Spritze zu sein. Das klingt verlockend, aber dennoch hat Andriol im Bodybuilding einen schlechten Ruf. Und das hat in der Hauptsache zwei Gründe:
- Andriol wird generell eine schlechte Wirksamkeit nachgesagt. Das wiederum wird auf eine schlechte Bioverfügbarkeit zurückgeführt. Man ist also der Ansicht, dass nur wenig von der eingenommenen Andriol-Menge im Blutkreislauf ankommt.
- Andriol ist ein ziemlich teures Produkt.
Bekanntlich geistern im Bodybuilding viele Mythen umher - der Schwerpunkt dieses Steroidprofils wird daher auf der Klärung der Frage liegen, wie es denn nun wirklich aussieht mit der Bioverfügbarkeit von Andriol. Auf die Eigenschaften von Testosteron an sich werden wir an dieser Stelle nur eingehen, soweit Andriol Besonderheiten aufweist. Wer hier mehr Informationen haben mag, der findet diese z.B. im Profil zu
Testosteron Enantat.
Die Gliederung unseres Steroidprofils zu Andriol wird daher wie folgt aussehen:
- Zunächst wird kurz dargestellt, was sich hinter dem Namen Andriol verbirgt, warum ein solches Produkt überhaupt auf den Markt gebracht wurde, und wie Andriol an der Leber vorbei in den Blutkreislauf gelangen kann.
- Im Jahr 2002 wurde die Formel geändert, und aus Andriol wurden Andriol Testocaps. Wir sagen, was es damit auf sich hat.
- Anschließend gehen wir der Frage nach, ob die Wirksamkeit von Andriol überhaupt nachgewiesen ist. Denn wenn man nach dem gehen würde, was manche sagen, dann wären hier ernsthafte Zweifel angebracht.
- Und schließlich folgt der Abschnitt zur Pharmakokinetik von Andriol. Hier sagen wir, welche Andriol-Dosis den Testosteronspiegel in welchem Umfang erhöht, wie groß die individuellen Unterschiede sind und was es ausmacht, wenn man Andriol mit den Mahlzeiten einnimmt, oder nicht.
- Anabole Steroide haben bekanntlich ihre Nebenwirkungen. Da im Falle Andriol täglich recht hohe Dosen oral zugeführt werden, könnte dies einen Effekt auf die Leberwerte haben. Auch der Frage nach anderen Andriol-Nebenwirkungen werden wir auf Basis einer Langzeitstudie nachgehen.
- Und last not least werden wir ein Fazit zu Andriol abgeben.
Was ist Andriol eigentlich ?
Andriol ist im Vergleich zu anderen anabolen Steroiden ein relativ neues Proukt. Die meisten anabolen Steroide wurden in den 40er, 50er und 60er-Jahren patentiert. So z.B. Testosteron-Propionat (1941), Methyltestosteron (1945), Nandrolon (1955), Testosteron-Enantat (1958), Methandrostenolon (1959) und Oxandrolon (1964).
Andriol dagegen erst 1975 und man war zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach dem idealen Produkt für eine Testosteronsubstitution.