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Biographie II: Karriere eines Stoffers

Markus M., 07.09.2005

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Bodybuilding

Die jungen Jahre ...

Vorweg möchte ich euch sagen, dass diese Geschichte der Wahrheit entspricht, auch wenn sie für einen Außenstehenden und nicht-Bodybuilder nach einem utopischen Phantasiegebilde klingen mag. Manch ein Leser mag sich auch Fragen stellen, wie "ist dieser Typ noch ganz richtig im Kopf ?", "wie kann man nur so krank sein ?", oder "wie kann man sein Leben, seine Jugend und seine Gesundheit nur so in den Müll werfen ?".
Ich möchte dazu anmerken, dass es meine freie Entscheidung war, diesen Weg zu gehen. Und ich habe kein Problem damit, wenn jemand das Thema Bodybuilding und Steroide kritisch sieht. Doch sollte man sich erstmal an der eigenen Nase fassen, bevor man andere Menschen bzw. deren Lebensweise kritisiert.
Denn wenn man ehrlich ist, dann liegt die Ursache mancher Kritik hauptsächlich darin, dass Bodybuilding einfach nicht so gesellschaftsfähig ist, wie z.B. das gemütliche Rauchen einer Zigarrette oder der wöchentliche Ausflug in den Biergarten. Ich bin ein Mensch, der mit Kritik umgehen kann - das möchte ich deutlich betonen. Auch werde ich im anschließenden FAQ zu allen euren Fragen Stellung nehmen. Ich habe diesen Weg gewählt, und ihr habt auch einen Weg gewählt, vielleicht einen anderen als ich. Doch spielt es letztendlich eine Rolle, welchen Weg man wählt? Wichtig ist doch, dass man als Person mit sich und seinem Leben zufrieden ist. Und das kann man nur sein, wenn man sein Leben lebt. In diesem Sinne: Leben und leben lassen ...

Ich war jung, selbstbewusst, ich wollte etwas erreichen - und ja, etws naiv war ich natürlich auch, das möchte ich gar nicht abstreiten. Doch ist dies ein Wunder mit knapp 19 Jahren? Die Antwort: ein klares "nein" von meiner Seite aus. Alles fing damals ganz harmlos in der Mitte der 80er an, als ich mit dem Bodybuilding begonnen habe. Zum damaligen Zeitpunkt wog ich etwa 75 kg bei einer Körpergröße von 172 cm und einem durchschnittlichen Körperfettanteil. Ich fing in einem kleinen und schlichten Gym an, das sowohl optisch als auch in jeder anderen Hinsicht als "Hardcore-Gym" betitelt werden kann. Es war ein kleines Gym mit alten Maschinen, sehr vielen Freihanteln, deren Gewicht bis in astronomische Höhen reichte. An den Wänden klebten überall Bilder von Bodybuildern - die Stars von gestern und zeitgleich auch meine Idole, wie Frank Zane, Arnold Schwarzeneger, Larry Scott, Sergio Olivia und einige andere "Bodybuildingmeister" der Vergangenheit ...

Mein Traum war es damals richtige Bodybuilder kennenzulernen, mit ihnen zu trainieren - ich wollte so wie sie werden. Massig und definiert und mit Kräften ausgestattet um Bäume aus dem Erdreich zu entwurzeln. In diesem Studio trainierten sehr viele Bodybuilder auf Wettkampfebene, natürlich aber auch viele einfache Bodybuilder, die den Sport als Hobby sahen. Die Luft im Studio war stickig, sehr heiß und ständig der Geruch von kaltem Stahl und Schweiß in der Luft. Durch die Fenster des Studios schien die Sonne, und man sah sehr häufig, wie kleine Partikel der von vielen Bodybuildern verwendeten Magnesiumkreide durch die Luft wirbelten. Man hörte aus fast jeder Ecke stöhnende Geräusche - ja und auch Schreie der Erschöpfung, wenn sich die vielen "Kanten" von weit mehr als 100 kg unter den Hantelbänken anstrengten, um die letzte Teilwiederholung mit 180 oder mehr kg zu absolvieren. Oder man sah Athleten, die bei deutlich mehr als 200 kg in die Kniebeuge gingen. Die Olympiastangen bogen sich an beiden Enden der Langhantel massiv nach unten und es sah fast so aus, als würden sie zerbersten ...

Ich muss zugeben, dass mich dieses Studio zuerst abschreckte, da einige dieser Gestalten und auch die Atmosphäre überhaupt sehr düster wirkten. Man wurde häufig sehr finster angeschaut, doch im Nachhinein war mein Gefühl vollkommen falsch. Die Athleten, die dort trainierten, waren zum Großteil äußerst freundlich und hilfsbereit. Und nach kurzer Zeit musste auch ich feststellen, dass ich "mein" Studio gefunden hatte. Hier wollte ich nicht mehr weg. Dieser Ort war etwas besonderes für mich, denn von nun an verbrachte ich fast jeden Tag im Gym. Dieser Ort wurde wie ein zweites Zuhause für mich, denn hier fand ich Gleichgesinnte, auch wenn diese meist viel älter und massiger waren als ich - für mich war ein Traum in Erfüllung gegangen.


Bodybuilding, Freundschaft und Erfolg

SteroideMit einem freundete ich mich besonders an. Sein Name war Mike (Anm.: von der Redaktion geändert). Er zeigte mir, wie man richtig trainiert, und das war nicht ohne. Bis zu dem Zeitpunkt war mir nicht klar, was es bedeuten würde, richtig "hart" zu trainieren.
Das fing beim Brusttraining an, als er mir plötzlich ein Gewicht draufpackte, das deutlich über meinem bisherigen Maximum lag. Ich war mir sehr unsicher und hatte Angst, es nicht zu schaffen. Ich dachte mir, ich würde wie ein Versager dastehen, wenn ich es versuche, eben weil das Gewicht extrem schwer war. Mike baute mich jedoch auf. Ich kann mich noch an seinen Spruch errinnern - "los, schnapp dir die Kreide und zeig's der Hantel. Du bist stärker, Junge ...". Ich fragte mich, ob ich das wirklich war. Die Hantel war auf beiden Seiten mit jeweils drei zwanziger Scheiben versehen und das Gesamtgewicht betrug 140 kg. Mike sah, dass ich schluckte, und er bemerkte wohl, dass ich Angst hatte zu versagen. Er brüllte mich an: "Junge, du kannst nicht verlieren, du bist stärker als das Gewicht - du bist ein Champ. Du weisst es nur noch nicht. Ich glaub an dich. Los - probier es einfach aus, du musst es nur wollen. Du schaffst es, na los...".

Ich muss sagen, dass Mike mir enormen Mut machte, und ich mir innerlich überlegte, warum ich es nicht einfach ausprobieren sollte. Ich wollte Mike natürlich auch nicht enttäuschen, also setzte ich mich auf die Ablage der Bank. Überall lag Magnesiumkreide verstreut. Ich nahm nochmal ein Stück um meine Handflächen damit zu bedecken und nicht vom Stahl abzurutschen. Ich saß aufrecht und schaute vor mir in den Spiegel. Zuerst sah ich Mike, wie er hinter mir stand und mich fortfahrend ermutigte, es endlich zu machen. Ich sah auch die Hantel im Spiegel, an der sich die Enden leicht nach unten bogen durch die vielen Gewichtscheiben.
Ich holte mehrmals tief Luft und legte mich schlagartig unter die Langhantel. Ich packte sie mit schulterbreitem Griff, nahm beim Herausheben all meine Kraft zusammen und drückte die Hantel schließlich über meine Brust nach oben. Danach gleich noch ein zweites Mal. Mike gab nun Hilfestellung, und die dritte Wiederholung gehörte auch mir. Dann begann der harte Kampf. Mike benahm sich wie ein Sadist und ließ mich das schwere Ding noch ein viertes Mal heben. Er brüllte mich dabei an, dass ich drücken und mich nicht so anstellen soll. Mit allerletzter Kraft schaffte die 140 kg ein viertes Mal in Folge. Als Mike mir nach der letzten Widerholung half die Hantel in die Sicherung einzuhängen, war ich zugleich erleichtert und irre stolz auf mich. Denn ich hätte es mir nie träumen lassen dieses Gewicht zu heben. Und schon gar nicht 4 mal (!) ...

Mike war fester Bestandteil meines Lebens. Wir trainierten fast täglich zusammen, und auch privat waren wir wie Pech und Schwefel. Seine Frau kochte immer irre leckere Gerichte, und ich war sehr oft bei ihnen zu Gast. Überhaupt war alles ideal. Wir hatten Spaß, ich kam meinen Zielen näher und ich hatte einen tollen Freund gewonnen. Durch Mike konnte ich innerhalb von einem Jahr mein Gewicht enorm steigern, so dass ich schließlich beachtliche 100 kg erreichen konnte (oder sogar noch etwas mehr). In allen Grundübungen verbesserte sich meine Leistung fast schlagartig. Bankdrücken mit 160 kg, Langhantelbizepscurls mit 70 kg oder auch Rudern mit 130 kg waren kein Problem mehr. Mike war für mich Motivation pur.
Die Zeit nahm ihren Lauf, und ich steigerte mich in jeder Hinsicht. Egal ob Kraftleistungen oder Zunahme an Muskeln. Optisch sah ich wohl so aus wie der überdurchschnittliche Fitnesstyp. Ich hatte einen Sixpack und dicke Oberarme, die wohl irgendwo zwichen 44 und 46 cm lagen. Meine Brust war voll, und man sah auch leicht die Streifen der Muskulatur im Brustbereich.

Als Mike einmal bei mir war, verglichen wir Fotos von mir. Einige waren etwas älter, andere ganz aktuell. Er sagte mir, dass die neuen Bilder einen ganz anderen Menschen zeigen würden. Waren die Fortschritte wirklich so dramatisch? Ich selbst hatte das gar nicht in diesem Umfang wahrgenommen. Das lag wohl daran, dass ich mich täglich mehrmals im Spiegel betrachtete, und dann fallen die Fortschritte nicht so sehr auf. Ein anderer bemerkt das viel eher.

Dann gab es bei mir Probleme, denn ich verlor meinen Job. Das hatte wahrscheinlich mit dem Bodybuilding zu tun. Ich fragte mich, ob mein Chef vielleicht an Steroidmissbrauch dachte ?! Gut möglich, denn mein Chef war ein sehr konservativer Typ und ärgerte sich schon längere Zeit über meine körperliche Entwicklung. Zuerst war ich nur etwas, dann tierisch sauer auf ihn. Nach einer Weile fand ich mich aber damit ab und war nun beim größten und erfolgreichsten Arbeitgeber Deutschlands - dem Arbeitsamt - beschäftigt ...

Mike baute mich in dieser Zeit sehr auf. Ich glaube, ohne ihn hätte ich das Training enorm vernachlässigt. Er hatte einen Vorschlag, wie ich zu Geld kommen könnte. Er selbst arbeitete in Diskotheken an der Tür und machte das schon seit fast 10 Jahren. Er holte mich eines abends von Zuhause ab. Wir fuhren zu einer Diskothek außerhalb der Stadt, wo er jeden Freitag und Samstag arbeitete. Er zeigte mir seine Arbeit. Die Abläufe, das Verhalten mit Gästen usw. ...
Ich arbeitete einige Male auf Probe, und Mike hielt mich für geeignet. Meine Statur war gut, mein Auftreten war selbstbewusst, und ich gehöre wohl zu dieser Menschengruppe, die sehr gut mit Menschen umgehen kann.

Zu dieser Zeit nahm ich auch den Boxsport wieder auf, den ich zuvor wegen dem Bodybuilding beendet hatte. Doch ich merkte, dass es mir sehr schwer fiel Bodybuilding und Boxen unter einen Hut zu bringen. Ich war körperlich nie richtig fit. Mike sah das und nahm sich die Zeit für ein Gespräch. Er erzählte mir von anabolen Steroiden, Wachstumshormonen und anderen Medikamenten, die es mir ermöglichen würden beides unter einen Hut zu bringen und mich zudem meinem ursprünglichen Ziel - ein echter Muskelgigant zu werden - näher bringen würden. Ich fing mit Testosteron-Estern und Primobolan an. Mein erster Versuch in diese Richtung waren 400 mg Primobolan Depot wöchentlich, im Stack mit 350 mg Testosteron-Estermix. Schon nach wenigen Wochen konnte ich deutliche Steigerungen meiner Trainingsgewichte registrieren.

Mike bemerkte das und forderte mich noch mehr. Ihr kennt sicherlich die kleinen Hunde, die man manchmal "Wadenbeißer" nennt. So ähnlich verbiss ich mich ins Training. Ich war total vernarrt in die Gewichte und machte noch mehr Sätze als vorher. Mike musste mich manchmal echt zügeln, sonst hätte ich es mit dem Training übertrieben. Ich war richtig "geil" darauf täglich zum Sport zu fahren. Das zusätzliche Boxtraining - zwei bis dreimal pro Woche für eine bis eineinhalb Stunden - ging nun viel leichter. Im Sparring hatte ich deutlich mehr "Biss" und konnte meinen Kontrahenten ordentlich einheizen.
Mein Leben verwandelte sich zu einem merkwürdigen Gebilde. Tagsüber gab es kaum noch etwas außer der Fahrt ins Gym und dem Training. Zwischendurch immer wieder Boxen. Nachts dann mehrmals pro Woche zur Arbeit in die Diskothek. Hier baute ich übrigens sehr gute Kontakte auf. Man traf alle möglichen Typen - vom Autohändler bis zum Anabolika-Dealer. Letztere boten mir anabole Steroide zu günstigeren Konditionen an, als bei mir im Gym.
Es blieb auch nicht lange bei den anfangs gewählten Dosierungen. Die folgenden Jahre nahm ich noch Dianabol, Oxymetholon, Winstrol, Efedrin, Boldenon, Insulin, Wachs und viele andere "nette" Substanzen ein, um immer massiger und definierter zu werden. Mal A kombiniert mit etwas B, dann wieder Substanz X mit Substanz Y. Mein Gewicht lag irgendwann bei 120 kg, und das bei einer ansehnlichen Form. Nichts von wegen Bierbauch und Wabbelarm ...

In der Szene lernte ich viele neue Leute kennen, und einer bot mir an seine Ware zu verkaufen. Er gab mir die Sachen und ich musste ihm dann nur einen bestimmten Anteil vom Umsatz zurückgeben. Mike fand das nicht so toll. Er machte sich wohl Sorgen um mich, denn ich war nicht nur sein bester Freund, sondern schon fast so etwas wie ein Sohn für ihn. Altersmäßig kam das auch beinahe hin. Aber schließlich fand Mike sich mit meinen Geschäften ab.
Jetzt, einige Jahre später, sehe ich die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Es scheint mir nun so, dass ich zu dem Zeitpunkt ziemlich profitgeil war. Ich hatte genug Geld um anständig zu leben, aber ich wollte noch mehr. Andererseits war es natürlich ziemlich verlockend den Stoff quasi gratis zu bekommen und darüber hinaus noch einen hübschen Gewinn einzustreichen. Man kann meine Aktivitäten damals jedoch nicht mit denen der üblichen Verticker von heute vergleichen. Denn die haben überhaupt kein Problem damit einem 16-Jährigen Napos und Testosteron anzudrehen. Ich hatte noch gewisse Grundsätze, an die ich mich beim Verkauf hielt.
Während dieser Zeit stieg die Stoffmenge, die ich mir pro Woche zu verabreichen pflegte, noch einmal enorm an. In der Hochphase waren es bis zu 3 Gramm Testosteron wöchentlich. Dazu dann noch diverse andere Präparate, wie z.B. 1000 mg Deca Durabolin, 700 mg Winstrol sowie 150 mcg T3, Wachstumshormone nie unter 8-10 i.U. und auch Insulin bis zu einer Menge von 25 i.U. täglich. Meine Leistungen wurden immer besser und auch beim Körpergewicht konnte ich noch einmal gut 10 kg zulegen. Das reichte mir natürlich immer noch nicht ...
Wenn Mike und ich nun nebeneinander standen, sah man schon deutlich, dass ich mehr Masse hatte als er. Und Mike war eine Person die selten unter 120 kg Lebendgewicht lag ...


Testosteron, Steroide und die Gier nach mehr ...

TestosteronWas dann kam, war grob unvernünftig. In der Überzeugung, dass mehr noch mehr bringt, erhöhte ich die Testosteron-Dosis auf über 4 Gramm pro Woche. Nandrolon, Boldenon, Trenbolon und andere Stoffe gab es ebenfalls im Grammbereich dazu. Dann noch 12 i.U. Wachs und zwei mal zwanzig i.U. Insulin täglich, nach dem Aufstehen und nach dem Workout. Ich war in dieser Phase einfach nur noch trainingsgeil. Alle anderen Dinge spielten eine untergeordnete Rolle. Mike konnte im Training nun nicht mehr mitziehen, weder bei der Dauer noch bei den Gewichten. Und ich wollte noch mehr ...
In Sachen Insulin war ich aber bereits an der Grenze angelangt. Vielleicht lag ich auch schon einen Tick zu hoch. Mein Gewicht stieg zwar nochmals merkbar, aber nun war ein nicht unerheblicher Anteil an Fettgewebe dabei. Als Gegenmaßnahme erhöhte ich die Testosteron-Dosierung weiter. Nun waren es etwa 5 Gramm die Woche, und es lief anfänglich auch sehr gut. Aber dann traten Gynoprobleme auf, die ich irgendwann trotz Konversionshemmer und Tamoxifencitrat nicht in den Griff kriegen konnte.

Ich habe mich damals für unzerstörbar gehalten und einfach weiter satte Mengen an Testosteron und anderen anabolen Steroiden gefahren. Die Folge war, dass sich die Gynäkomastie mehr und mehr entwickelte. Irgendwie wollte ich das nicht wahrnehmen und habe den Gedanken daran einfach verdrängt.

Letztendlich musste ich pausieren und ins Krankenhaus um meine Gyno zu beseitigen. Dabei kamen auch meine erhöhten Blutwerte zum Vorschein. Zudem war die Leber vergrößert, und die Nieren waren auch angegriffen. Nach der OP beschloss ich etwas kürzer zu treten und legte für 2 Monate eine Trainingspause ein. Pausieren musste ich ohnehin wegen der Schnitte an der Brust. Das war nötig, damit das Brustgewebe komplett ausheilen konnte.

Als ich dann wieder im Gym stand, und ich Mike und die vielen anderen Freunde aus dem Studio beim Trainieren sah, packte mich wieder der alte Wille sie alle zu besiegen - mehr Muskeln zu haben als sie. Und trotz meiner schlechten Blutwerte und den wohl leichten Schädigungen der Organe fing ich wieder an mit dem Stoffen. Diesmal war ich aber schlauer und wählte die Dosierungen niedriger als vor der OP.

Nach einigen Monaten hatte ich wieder eine beachtliche Masse draufgepackt und war wohl auch wieder der massigste Bodybuilder des Studios. Insulin und Wachstumshormone halfen mir dabei meine alte Form wiederzuerlangen. Ich war aber auch vom extremen Insulintripp weg und nahm es nur noch einmal täglich bis zu 15-25 i.U. ...

Wenn ich einen kritischen Blick auf mich selbst werfe, und den schmalen Jungen von früher mit dem massiven Bodybuilder von heute vergleiche, so muss ich feststellen, dass zwischen diesen beiden Zuständen Welten liegen. Ich habe nicht nur im Bodybuilding etwas erreicht. Mit Mike hatte ich meinen besten Freund gefunden, der wie ich diesen Sport als Lebenseinstellung sah und ihn auch so lebte. Ich hatte Geld und war von niemanden abhängig. Natürlich habe ich auch viele Fehler gemacht, z.B. zu der Zeit, als ich es total übertrieben habe und mir der Steroidkonsum aus der Bahn geraten ist. Ich war auch manchmal ein richtiges Arschloch. Vielleicht bin ich das heute immer noch, aber ich möchte meine Erfahrungen nicht missen, auch wenn nicht alle positiv waren.

Ihr - als Leser dieses Artikels - könnt möglicherweise nicht nachvollziehen, warum jemand diesen Weg gewählt hat. Aber eure Ziele sind wahrscheinlich auch andere. Auch möchte nicht jeder Bodybuilder ein Massemonster werden, wie es mein Ziel war. Und es wird jetzt wieder viele Leser geben, die behaupten, dass mich die Steroide dahin gebracht haben wo ich heute stehe.

Dem möchte ich gar nicht widersprechen. Nur muss auch mal gesagt werden, dass Steroide & Co. alleine längst nicht alles sind. Um eine Form wie meine zu erreichen, braucht es sehr viel Kampfgeist, Disziplin und jahrelange Arbeit. Sicher wäre ich ohne Steroide nicht so weit gekommen. Hinreichend für den Erfolg sind sie aber nicht. Und wenn jetzt viele Leute mit dem Finger auf mich zeigen und behaupten, dass meine Form nur auf dem Konsum anaboler Steroide beruht, so kann ich über diese Personengruppe nur lachen. Nicht weil sie Recht haben, und ich nicht dumm dastehen will. Nein, solche Leute haben von anabolen Steroiden weder in der Theorie noch in der Praxis die geringste Ahnung. Sie hängen einfach dem Irrglauben nach, Steroide würden jeden Menschen zum Massemonster machen. Womöglich noch über Nacht ...


An dieser Stelle möchte ich noch ein altes Bodybuilding Sprichwort zum besten geben und mich von euch verabschieden: "No pain - no gain!"




FAQ zur Biographie:



Frage: "Wie alt bist du und was machst du beruflich?"

Antwort: "Deutlich über 30 langt die Antwort? Ich spreche nicht gerne über mein Alter und meine Identität. Ich habe mich auch nur dazu entschlossen, auf team-andro.com über meine Lebensgeschichte zu schreiben, weil mir die Administratoren zusicherten, das anbsolute Anonymität gewahrt wird. Unter anderen Voraussetzungen hätte ich niemals diesem Text zugestimmt. Zur beruflichen Laufbahn möchte und kann ich nicht viel mehr sagen als das ich mich Selbständig gemacht habe und ein kleines Gewerbe betreibe, wo von ich und meine Familie sehr gut leben können. Mehr möchte ich dazu nicht sagen."


Frage: "Hast du eine Familie? Und wie bringt man alles unter einen Hut?"

Antwort:"Ja die habe ich. Meine Freundin ist 3 Jahre jünger als ich und wir haben gemeinsam eine 2 jährige Tochter die mir wirklich unheimlich viel bedeutet. Ich finds toll wenn man beobachtet wie sein eigenes Fleisch und Blut immer größer wird, verschiedene Dinge lernt und man haut nah dabei sein kann. Das ist auch ein Grund warum ich den Handel mit anabolen Steroiden für mich beendet habe und nur noch im Freundeskreis hin und wieder kleinere Mengen verkaufe. Ich möchte bei meienr Freundin und bei meiner Tochter sein und die Zeit mit ihnen nutzen."


Frage: "Hat sich Ihr Körper vom Medikamentenmissbrauch wieder vollständig erholt oder hast du noch Probleme die auf diesen zurückzuführen sind? (Organe/Depressionen/Herz/Kreislauf usw.)"

Antwort:"Vollständig erholt davon kann man sicher nicht sprechen. Die Werte sind wohl besser als "stabil" zu betiteln. Ob nun die leichte Fettleber wieder verschwindet darüber kann man nur spekulieren. Ich bin aber sehr bestrebt möglichst "gesund" zu Stoffen - insofern man das behaupten kann. Klar macht man sich etwas vor, wenn man das Stoffen prinzipiell als "gesund" darstellt. Generell halte ich das Stoffen aber für weniger problematisch als sein Leben lang zu rauchen oder zu saufen. Risiken birgt der Komsum aber allemal. No risk no fun!



Wir möchten darauf hinweisen, dass dieser Text den Charakter einer Autobiographie besitzt, und sich das, was hier zu lesen ist, in der Realität so zugetragen hat. Was man hier liest, ist nicht zur Nachahmung gedacht, sondern spiegelt die Erfahrungen und Gedanken eines Bodybuilders wider, der exzessiven Medikamentenmissbrauch betrieben hat. Dieser Text dient daher der reinen Unterhaltung des Lesers. Jedem sollte klar sein, dass der Gebrauch von anabolen Steroiden in solch hohen Mengen die Lebenszeit deutlich reduziert und frühzeitig zum Tode führen kann ...

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