Gehasst, verdammt, vergöttert

Cholesterin

Marco S., 30.06.2012

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Erscheint das Thema Cholesterin, wird leider meist nur ein Problem damit verbunden. Doch weißt du auch was Cholesterin ist und für was wir Cholesterin brauchen? Wie viel Cholesterin sollst du pro Tag zu dir nehmen und wie sieht die Lage in Deutschland aus? Ich hoffe dass ich dir mit diesen und anderen Beantwortungen von Fragen das Thema Cholesterin etwas näher bringen kann. Dieser Artikel soll dir helfen, die Zusammenhänge von Cholesterin besser zu verstehen.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein sogenannter "Fettbegleitstoff". Eigentlich sollte es wegen der Zusammensetzung (Cholesterin ist ein polyzyklisches Alkohol) den Namen Cholesterol tragen und wird deshalb in Fachkreisen auch nicht mit Cholesterin benannt. Cholesterol ist ein Fettbegleitstoff, welcher zu der Gruppe der Sterole/Sterine gehört. Genauer gesagt ist Cholesterin, wie ich es jetzt wegen der Umgangssprache nennen werde, ein Zoosterin. Alle Sterine fallen unter die Gruppe der Steroide und somit auch unter die Gruppe der Lipide. Auch wenn immer von einem Fettbegleitstoff gesprochen wird - Cholesterin gehört eigentlich selbst zu der Gruppe der Lipide, jedoch wird das umgangssprachliche Wort "Fett" oft undienlich benutzt.

Aufgaben von Cholesterin

Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Plasmamembran unserer Zellen und wird für die Stabilität der Zellen genutzt. Auch Botenstoffe werden von Cholesterin abgegeben und Enzyme, sowie andere Steroide werden unter der Cholesterinmitwirkung hergestellt.

Cholesterin ist zum Beispiel die Ausgangssubstanz für:
  • Gallensäure
  • Vitamin D3
  • Steroide
    • Cortisol (Glucocorticoid)
    • Aldosteron (Mineralcorticoid)
    • Androstenedione (Androgen)
    • Östradiol (Östrogen)
Dies sind nur die Bekanntesten. [1]

Vorkommen in unserem Körper

Cholesterin kommt zu über 90% in unseren Zellen vor und dient der Synthese verschiedenster genannter Stoffe. Wir stellen 90% des vom Körper gebrauchten Cholesterins selbst her und sind deshalb nur auf kleinste Mengen aus unserer Nahrung angewiesen. Die Synthese bei einem gesunden Erwachsenen beträgt 1 – 2g pro Tag. Aufgenommenes Cholesterin wird nur zu maximal 65% von unserem Körper produktiv aufgenommen. Cholesterin wird durch Acetyl-CoA in mehreren Schritten synthetisiert und über die Leber ausgeschieden. Jedoch wird es nicht als alleiniges Substrat wieder aufgenommen, sondern als Gallensäure, welche im Dünndarm, neben den vielen anderen Substanzen, resorbiert wird. Die Ausscheidung von Cholesterin findet zum einen über die Galle statt, indem ein Teil nicht wieder aufgenommen wird. Dies kann zwischen 500 – 1500mg pro Tag betragen. Eine weitere Möglichkeit der Ausscheidung ist unsere Haut, welche 50 – 100mg pro Tag ausscheidet. Der typische Plasmaspiegel beträgt bis zu 260mg/100ml, was je nach Alter und Geschlecht schwanken kann.

Transport

Der Transport von Cholesterin findet ähnlich wie bei den typischen Lipidsubstanzen unseres Körpers statt. Lipoproteine transportieren das Cholesterin zusammen mit anderen lipophoben Stoffen nach der Resorption zum zuständigen Organ oder zur Zuständigen Zelle, wo das Cholesterin weiter verarbeitet wird oder als Baustein und Hersteller dient. Es gibt typische Transporter, welche das Cholesterin in unserem Organismus verteilen. HDL (High Density Lipoprotein) ist der Transporter, welcher überschüssiges Cholesterin von Zellwänden und Blutgefäßen einsammelt und zur Leber transportiert, wo es abgebaut oder umgebaut werden kann. LDL (Low Density Lipoprotein) hingegen transportiert nur das selbst hergestellte Cholesterin im Blut. Bei einem erhöhten LDL Wert wird von einer Erhöhung der Cholesterinsynthese ausgegangen, was zu Krankheitsbildern führen kann, worauf ich später eingehen werde. Auch wenn der Körper zu wenig HDL zur Verfügung stellt können durch Ablagerungen Erkrankungen auftreten. Gleiches gilt für eine erhöhte Aufnahme (über dem Referenzwert) an Cholesterin. Es gibt noch andere Transporter, welche Cholesterin mit sich tragen, jedoch nur in geringen Mengen.

Empfehlung und Versorgung in Deutschland

Die Empfehlung in Deutschland liegt laut D-A-C-H – Referenzwerten bei 300mg/Tag und sollte diesen Wert auch nicht wesentlich überschreiten.

Die Zufuhr in Deutschland ist jedoch vor allem bei Männern meist wesentlich höher und befindet sich bei 25-34 Jährigen, mit durchschnittlich 125% der Empfehlung, leider wesentlich über dem Referenzwert. Auch männliche Jugendliche sind mit ca. 120% weit über der empfohlenen Tageszufuhr. Ab dem Alter von 65 Jahren kommen Männer gerade mal in den Referenzbereich von 300mg pro Tag. Frauen hingegen nehmen meist sogar zu wenig Cholesterin auf. Im Alter von 25 – 34 Jahren nehmen viele Frauen nur ca. 70% der Empfehlung auf.

Woher kommt dieser Unterschied?

Ganz einfach! Männer tendieren zu einem wesentlich höheren Fleischkonsum und essen durchschnittlich viel mehr Fett als Frauen. Wenn du dir die typischen Verzehrsmengen und die konsumierten Waren eines Deutschen anschaust, so wirst du feststellen, dass dieser oft genau die Lebensmittel konsumiert, welche besonders viel Cholesterin enthalten.

Der Cholesteringehalt von ausgewählten Lebensmitteln

Cholesterin kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor!

Beispiele für Lebensmittel mit besonders hohem Cholesteringehalt gibt es sehr viele. Eigelb ist mit 604mg Cholesterin pro 100g Lebensmittel einer der häufig konsumierten, stark cholesterinhaltigen Lebensmittel. Rechnen wir bei einem Ei ca. 30g Eigelb, konsumieren wir nur mit einem Ei ca. 181mg Cholesterin, dass bedeutet über 50% des Tagesbedarfs. Somit ist das Ei bzw. das Eigelb einer der Spitzenreiter unter den Lebensmitteln, wenn es um den Cholesteringehalt geht. Jedoch wird durch viele Studien belegt, dass das Cholesterin des Hühnereis größtenteils nicht resorbiert wird, stellt sich wieder die Frage, welche Seite der Wissenschaft Recht hat. Das Lebensmittel mit dem höchsten Cholesteringehalt ist jedoch genau jenes, an dem das Cholesterin vom Körper synthetisiert wird. Die Leber hat einen unglaublich hohen Wert von fast 2000mg pro 100g. Stellen wir uns vor, dass du zum Mittag 200g Leber zu dir nimmst, hast du das 13fache deiner Tagesdosis an Cholesterin aufgenommen. Auch andere Innereien haben einen sehr hohen Wert. Deshalb solltest du darauf achten, diese möglichst in kleinen Mengen und nicht zu häufig zu konsumieren. Weitere im Vergleich zur Leber niedrige, jedoch allgemein hohe Werte, haben zum Beispiel Butter mit 240mg Cholesterin auf 100g, Leberwurst mit 205mg Cholesterin auf 100g oder Miesmuscheln mit 160mg Cholesterin auf 100g. Auch Bratwurst, Brathuhn oder Mortadella sollte man nicht unterschätzen.

Schauen wir uns Lebensmittel mit besonders niedrigen Cholesterinwerten an, so stehen die pflanzlichen Lebensmittel natürlich an erster Stelle - sie besitzen kein Cholesterin. Tierische Lebensmittel, welche wenig Cholesterin besitzen sind zum Beispiel Milch, welche mit 3,5% Fett 14mg Cholesterin auf 100g besitzt. Bei 1,5%iger Milch schlägt auch das Cholesterin nur noch mit 6g zu Buche. Wer aber meint das Cholesterin immer mit Fett im Zusammenhang steht der täuscht sich. Makrele zum Beispiel hat ca. 70g Fett auf 100g, was eine große Menge darstellt, jedoch besitzt sie auch nur 12mg Cholesterin. Oft stimmt der Zusammenhang mit fetthaltigen Lebensmitteln, jedoch solltest du dies nicht verallgemeinern. [1]

Oxidiertes Cholesterin

Es wird immer davon gesprochen, dass Cholesterin so schlecht ist, aber ist es das auch? Die Antwort ist JEIN – Studien haben bewiesen das Cholesterin in seiner eigentlich Form nicht schädlich ist. Selbst synthetisiertes Cholesterin, soll laut einiger Aussagen keine schädlichen Wirkungen haben. Tierversuche haben gezeigt, dass "reines" Cholesterin keine negative Auswirkung auf den Körper hat. Jedoch oxidiertes Cholesterin wirkt schon in kleinen Spuren hochgradig toxisch auf Gefäßwände. Wenn diese Theorie zu 100% stimmen würde, wäre eine Überproduktion von Cholesterin im menschlichen Körper nicht tragisch, denn dort werden diese ebenfalls nicht oxidiert. Auch Cholesterin aus Lebensmitteln würde an sich die negative Wirkung verlieren. Einzig und allein oxidiertes zugeführtes Cholesterin würde ein Problem darstellen. Darunter fallen alle erhitzten oder gebratenen, stark cholesterinhaltigen Lebensmittel oder jene mit Cholesterin und einer sehr großen Oberfläche. Beispiele sind Vollmilchpulver, Volleipulver, Gebäcke mit Butter und viele mehr. Bisher unterstützen diese Theorie viele Wissenschaftler, jedoch gibt es einige Kritiker, weshalb diese Theorie noch nicht ganz durchgesetzt worden ist. [2]

Krankheiten durch Cholesterin

Es gibt einige typische Krankheiten, welche durch Cholesterin ausgelöst werden können. Die typischste Krankheit, welche mit Cholesterin in Zusammenhang gebracht wird ist Arteriosklerose. Bei dieser Krankheit lagern sich verschiedene Substanzen an den Gefäßwänden ab, dies kann bis zur vollständigen Abdichtung einer Arterie führen. Dieses Krankheitsbild findet auch sehr oft in der Nähe des Herzens statt und fällt dort unter die koronaren Herzkrankheiten. Jedoch spielt Cholesterin nicht die alleinige Rolle bei solchen Krankheiten. Dennoch ist es erwiesen, dass ein übermäßiger Konsum von Cholesterin zu Ablagerungen an Gefäßwänden führt und somit die Krankheit herbei rufen kann. Es gibt auch verschiedene Cholesterinspeicherkrankheiten, welche dazu führen, dass Cholesterin an Stellen in Zellen und Gewebe gespeichert wird, wo es nicht Gespeichert werden sollte. Eine weitere Krankheit wären die typischen Gallensteine. Durch die Synthese der Gallensäure im Zusammenhang mit dem Cholesterin und dem Transport dessen, durch die Gallensäure, kann es bei Schwankungen und Veränderungen der Zusammensetzung der Gallensäure zu Cholesterinsteinen kommen. Gallensteine entstehen allerdings auch mit wenig Cholesterin, jedoch sind fast 60% der Gallensteine stark cholesterinbeständig und weisen deshalb einen hohen Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf. Ebenfalls eine Krankheit, die im Zusammenhang mit Cholesterin steht ist die Hypercholesterinämie, eine Krankheit, welche oft nicht erkannt wird. Es handelt sich hierbei um eine Stoffwechselstörung, welche sich ausschließlich mit dem Cholesterin befasst. Die Synthese von Cholesterin ist dabei oft stark erhöht und somit die Blutwerte ebenfalls. Oft wird der Fehler bei der Nahrungsaufnahme gesucht und eine Stoffwechselstörung nicht in Betracht gezogen. Deshalb werden leider viele Fälle der Krankheit nicht richtig behandelt. Ein Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Cholesterin ist in unserer Zeit nachgewiesen und wird als abschreckendes Bild und präventives Muster genutzt, um die Bevölkerung vor zu hohem Konsum zu warnen.

Zusammenfassung

Cholesterin sollte ebenso wie Fett oder Lipide allgemein nicht immer nur negativ gesehen werden. Cholesterin hat viele wichtige Aufgaben in unserem Körper und regelt viele Hormonfunktionen, welche auch für den Sportler sehr wichtig sind. Cholesterin sollte mit der Nahrung aufgenommen werden, jedoch wird es auch zu einem hohen Anteil von uns synthetisiert, deshalb ist eine Grenze von 300mg/Tag nicht zu überschreiten. Ein zu hoher Konsum von Cholesterin kann dauerhafte Schäden in deinem Körper verursachen und deshalb solltest du darauf achten, dich bewusst zu ernähren. Vor allem Männer sollten vorsichtig sein, nicht zu cholesterinhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen, um dauerhaft präventiv in die Zukunft schauen zu können.

Cholesterin ist nicht "schlecht", jedoch macht auch hier die Dosis den negativen Aspekt aus und sollte deshalb von dir beachtet werden.

Quellen

  1. Konopka P (2009): Sporternährung, Leistungsförderung durch vollwertige und
    bedarfsangepasste Ernährung, BLV Sportwissen, München, S. 63
  2. 2 Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller: Lipide, Humanernährung (WS 2011/2012)

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