Der Hard Learner - Teil 2

bulkolly, 09.07.2007

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Ein Artikel von Muscletalk.co.uk
von Steve Blades

Teil1 findet ihr hier.

** Wenn ein 'Hardlearner' dazu gezwungen wird seine Ernährung offen zu legen, dann wird diese arm an Fett sein, hauptsächlich aus Protein bestehen und eine schlechte Struktur aufweisen. 'Hardlearner' glauben, dass alle Kalorien gleich sind und somit die reine Kalorienzahl von Interesse ist, wogegen die Auswahl der Nahrungsmittel nur von untergeordneter Bedeutung ist. Dieser Personenkreis glaubt, dass Geflügel in der Ernährung gleichbedeutend mit Chicken McNuggets von McDonalds ist. Wenn man eine saftige (Hühnchen-)Brust erwähnt, dann wird man nur ein vorpubertäres Kichern zu hören bekommen. Doch es bedarf keines Atomphysikers, um eine Ernährung zusammenzustellen mit der man gute Zuwächse erzielen kann. Ein Wochenende, das damit verbracht wird etwas über Bodybuildingernährung zu lesen, trennt den Hardgainer vom 'Hardlearner'.

Die Ernährung eines Hardgainer besteht aus einer gesunden Mischkost, die alle Makronährstoffe enthält, reich an essentiellen Aminosäuren, Fetten und Mikronährstoffen ist und ausreichend Kohlenhydrate enthält, um das Wachstum unabhängig davon zu unterstützen, wie schwer man es persönlich findetm, an Gewicht zuzulegen. Diese Ernährung wird einen Kalorienüberschuss liefern und die meiste Zeit über, gut strukturiert sein. Planlose Ernährung, wie sie bei den meisten 'Hardlearnern' vorgefunden wird, resultiert in schlechten Zuwächsen, was man dem Körper eines 'Hardlearners' auch ansieht. 'Hardlearner' werden in der Regel mindestens zwei Supplements aufzählen, von welchen sie sich eine massive anabole Wirkung versprechen und sie werden auch oft damit angeben, dass sie das viel geschmähte Fett fast völlig aus ihrer Ernährung verbannt zu haben, wobei sie zur gleichen Zeit an mindestens drei Abenden pro Woche zahllose, mit Zucker überladene, Alkopops in sich hinein schütten. Irgendwie erinnert diese ganze Vorgehensweise an einen Fallschirmspringer, der großen Wert auf einen guten Helm und eine Schutzbrille legt, sich aber nicht um einen Fallschirm kümmert.

** 'Hardlearner' führen oft ein Cardioprogramm durch, das eines Elite Ausdauersportlers würdig wäre und glauben, dass sie, so lange sie im Studio sind, auch massig werden. Wie bereits erwähnt, bedarf es für Zuwächse an Muskelmasse eines Kalorienüberschusses. Während Ausdauertraining die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden fördert, kann übermäßiges Cardiotraining nicht nur die Zuwächse an Muskelmasse verlangsamen, sondern sogar katabol wirken und das Verhältnis von schnell kontrahierenden Muskelfasern zu langsam kontrahierenden Muskelfasern in Richtung der langsam kontrahierenden Muskelfasern verschieben. Wenn man versucht Mr. "tu-alles-auf-einmal" zu sein, dann ist man ein 'Hardlearner'. Wenn man hingegen sein Cardiotraining auf drei Einheiten a 30 Minuten bei gut gefüllten Glykogenspeichern beschränkt und trotzdem nicht in dem Maße aufbaut, wie man es gerne hätte, dann gehört man eher in die Gruppe der Hardgainer. Wenn man bei dem vergeblichen Versuch schlank zu bleiben auf lange Ausdauereinheiten setzt, dann wird man schmal bleiben. Auch wenn man vor dem Training mit Gewichten über 20 Minuten hochintensives Cardiotraining ausführt, gehört man zur Gruppe der 'Hardlearner'. Laufbänder auf Stufe 20 bauen weder Muskeln auf noch beeindrucken sie das andere Geschlecht. Wenn man abnehmen muss, dann sollte man ein kombiniertes Diät- und Cardioprogramm über einen längeren Zeitraum so lange einsetzen, bis man mit seinem Körperfettanteil zufrieden ist. Wenn man hingegen Masse aufbauen möchte, dann muss auch „massig“ essen und sein Ausdauertraining auf ein Minimum beschränken. Wie bereits erwähnt überlappen sich Fettabbau und Masseaufbau beim erfahrenen Athleten nicht.

** Der 'Hardlearner' ist derjenige, der sich eine Mr. Olympia Trainings DVD gekauft hat und sich selbst davon überzeugt hat, dass der beste Weg zu 50 cm Oberarmen darin besteht, Konzentrationscurls auszuführen, da der Mr. Olympia dies ja auch tut. Wenn man ernsthaft glaubt, dass der Mr. Olympia am Anfang seiner Trainingsphase nicht mit Grundübungen trainiert hat, dann macht man sich selbst etwas vor. Der 'Hardlearner' glaubt auch, dass die Bauchmuskeln des Mr. Olympia immer so aussehen wie auf dem Video - auch wenn dieser außerhalb der Wettkampfsaison enorme Mengen an Masse aufbaut. 'Hardlearner' realisieren einfach nicht, dass Profibodybuilder nur einen Bruchteil des Jahres in Wettkampfform sind und die meiste Zeit des Jahres erheblich mehr Körperfett mit sich herum tragen. Der typische 'Hardlearner' ist schnell dabei, wenn es darum geht den Proteinshake zu kaufen, den der Mr. Olympia im Video trinkt und scheint nicht anzuerkennen, dass diese Jungs genetische Freaks sind, oft große Mengen anaboler Steroide einnehmen und seit vielen Jahren trainieren. Genauso wenig erkennt der 'Hardlearner', dass der Mr. Olympia dieses Produkt lediglich vermarktet und seine Ernährung nicht auf solchen Supplements basiert. Genauso schnell wird der ‘Hardlearner’ desillusioniert sein, wenn der Shake nach zwei Wochen nicht die Resultate bringt, die er erwartet hat. An dieser Stelle wird es Zeit für einen Weckruf oder ein neues Hobby! Nur sehr wenige Menschen werden es je schaffen wie ein Mr. Olympia auszusehen! Dies ist natürlich keine Ausrede dafür, nicht die persönliche Bestform zu erreichen und diese ist beim 'Hardlearner' weit entfernt von der Form, die er gerade hat – das solle man nie aus den Augen verlieren.

** Der Hardgainer, und nicht der 'Hardlearner', ist der Mann, der nicht länger das neueste Hochglanzmagazin kauft und den vergeblichen Versuch unternimmt herauszufinden, wie er 7,5 cm mehr Bizeps innerhalb von 6 Wochen aufbauen kann. Der Hardgainer hat sich eine reale Quelle für ernsthafte Bodybuildinginformationen gesucht und spielt nach den Regeln. Er hat sich Trainingspläne ausgearbeitet, ihnen vertraut, sie ausprobiert und sie auf methodisch Art und Weise zyklisch ausgeführt. Wenn man hingegen im Laufe des letzten Jahres drei oder mehr Fitnessmagazine aufgrund der Versprechungen auf dem Cover gekauft hat und diese auch noch geglaubt hat, dann hat man das Recht dazu sich als 'Hardlearner' zu bezeichnen. Wenn man sich öfter als einmal auf diese beruft, bestätigt dies nur, dass man jemand ist, der glaubt, dass Bodybuilding ein Leben voller Abkürzungen, magischer Pillen und Wundertrainingsplänen ist. Wenn es so einfach wäre, dann würde jeder gut aussehen. Da dies nicht der Fall ist, können wir all diese Behauptungen mit gutem Gewissen als Trugschluss zu den Akten legen. Einige achtbare Magazine verfügen über gute Autoren und veröffentlichen hochwertige Artikel. Jeder muss also selbst lernen, herauszufinden, was Müll ist und was sinnvolle Informationen sind. Erfahrene Hardgainer sind dazu in der Lage zwischen bekannten Trainern und den Händlern wertloser Gimmicks zu unterscheiden. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man Mitglied eines guten Onlineforums werden und seine Fragen dort an objektive Mitglieder stellen, deren Interesse darin besteht zu helfen, anstatt Magazine zu verkaufen.

** Den 'Hardlearner' hört man oft fragen "was willst Du heute trainieren, worauf hast Du Lust?", worauf eine Trainingseinheit folgt, die nicht endet, bevor Johnny Big Bizeps 100 Wiederholungen für die Mädels ausgeführt hat. Dieser stumpfsinnige Ansatz steht im Gegensatz zur begeisterten Natur der Wiederholungen, auf deren Ausführung der 'Hardlearner' während der Trainingseinheit besteht. In bestimmter Hinsicht ist mehr auch besser – mehr lesen, mehr Ruhe, mehr Nahrung und mehr Struktur – jedoch nicht bei der Anzahl der Wiederholungen! Dies bringt mich wieder zurück dazu, dass es notwendig ist seine Trainingseinheiten im Voraus zu planen und dann auch die geplanten Übungen durchzuführen.

** Der Hardgainer weiß, dass nicht alle Kalorien gleich sind und auch, dass es nicht nur um die Makronährstoffe geht. Der Hardgainer hat seine Wasserflasche für das Training und seinen Post Workout Shake zu Hand und wirkt im Fitnessstudio immer fokussiert. Der Hardgainer hat seine Hausaufgaben gemacht, er weiß was essentielle Fette sind und dass es auch hier Unterschiede gibt. Der Hardgainer isst Brokkoli, Spinat und Oliven, welche er mit Wasser herunter spült. Der 'Hardlearner' hingegen spült seine Vitaminpillen mit Cola Light anstatt mit normaler Cola herunter, um sein Gewissen zu beruhigen. Man sollte sich selbst fragen, was man außerhalb des Fitnessstudios tut, um seine Fortschritte zu fördern. Ist die Ernährung vollständig, natürlich und deckt sie den persönlichen Bedarf? Liefert diese Ernährung einen Kalorienüberschuss? Einfach nur ein zusätzlicher Proteinshake ist nicht ausreichend. Basiert die Ernährung auf intensiv vermarkteten Supplements, von denen man nicht einmal genau weiß, was sie bewirken? Ist man der Meinung, dass Kreatin und Protein gegeneinander austauschbar sind und kauft man selbst nur das eine oder das andere – abhängig davon, wie viel Geld man nach dem Kauf des Gewichthebergürtels für Bizepscurls noch übrig hat?

** Für den 'Hardlearner' ist es einfacher sich Wissen anzueignen als eine andere Denkweise. Es gibt eine Vielzahl guter Quellen qualitativ hochwertiger und objektiver Informationen bezüglich Training, Ernährung und aller anderen Aspekte des Bodybuildings, doch nur die Anwendung dieses Wissens ermöglicht Zuwächse – egal wie lange es auch dauert, diese werden am Ende sichtbar sein, wenn man sein Wissen richtig einsetzt. Hier unterscheiden sich Hardgainer und 'Hardlearner'. Man sollte lernen, was das Wort "Anwendung" heißt und von Zeit zu Zeit darauf zurückkommen. Man sollte handeln anstatt zu reden. Reden ist schön und gut, doch derjenige der handelt gewinnt das Rennen.

** Ziele scheinen für den 'Hardlearner' nur eine untergeordnete Rolle zu spielen und drehen sich oft um den Monat Januar, seinen Bizeps, sein Six-Pack oder den Urlaub, der in drei Wochen beginnt. Ein Hardgainer hingegen hat kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele, welche messbar, erreichbar, realistisch und progressiv sind. Ein 'Hardlearner' ist der Meinung, dass Ziele auf den sonntäglichen Fußball, den er spielt, beschränkt sind, was nebenbei bemerkt auch der Grund für sein schlechtes Beintraining ist. Wenn man glaubt ein Hardgainer zu sein, dann sollte man sich seine Ziele vor Augen führen und überprüfen, ob man Fortschritte gemacht hat. Ein Hardgainer wird allerdings nur langsam magere Muskelmasse aufbauen. Die während früherer Trainingszyklen erreichten Ziele werden den Hardgainer anspornen und ihm bestätigen, dass er Fortschritte macht. Die Ziele eines 'Hardlearner' sind im Allgemeinen unrealistisch und drehen sich nur um einen sehr kurzen Zeitraum mit sehr großen Ambitionen. Diese Ziele sind in Kombination mit seinem begrenzten Wissen gegenstandslos und grenzen eher an Schädlichkeit. Wenn der 'Hardlearner' seine Ziele nicht erreicht, wird er dem erfahrenen Trainierenden wieder dieselben Fragen stellen wie bereits 12 Monate zuvor.

Was ist das maximale Gewicht beim Bankdrücken mit 8 Wiederholungen oder beim Kreuzheben mit 5 Wiederholungen? Wie viele Klimmzüge schafft man ohne fremde Hilfe? Ein Hardgainer wird auf diese Fragen wie aus der Pistole geschossen antworten "Ich kann X Wiederholungen mit Y Kilo auf der Bank ausführen", wogegen der ‘Hardlearner’ hierfür keine Wertschätzung aufbringen kann; er kann sich jedoch noch gut daran erinnern, wie er das letzte mal die Bizepscurmaschine beladen hat und Johnny Big Guns dies nicht geschafft hat. Der Hardgainer verfügt oft über eine überraschende Kraft für seine Muskelmasse. Dies ist beim 'Hardlearner' aufgrund seines inkorrekten Trainings weniger offensichtlich. Auch wenn Kraft und Masse sich nicht direkt proportional zueinander entwickeln trennen sie doch denjenigen, der trainiert von demjenigen, der nicht trainiert.

** Die Fragen eines 'Hardlearners' entwickeln sich, unabhängig davon, wann sie gestellt werden, kaum weiter. Dieselben grundlegenden Fragen werden immer wieder in Monat 9, 10, 11 und 12 gestellt und beschäftigen sich immer mit demselben Thema. Auch wenn sich das Erscheinungsbild des Hardgainers aus physiologischen Gründen nur minimal verändert, entwickeln sich seine Fragen ständig weiter und weisen eine spezifische Struktur auf. Sie sind nur selten grundlegend und stellen oft die Norm in Frage. Der 'Hardlearner' erhält immer wieder dieselben Antworten auf seine Fragen, doch aus Gründen, die nur ihm bekannt sind, setzt er die erhaltenen Informationen nie in die Tat um oder denkt, dass er es besser weiß. Der Hardgainer trifft seine Entscheidungen hingegen basierend auf den Ratschlägen die er erhalten hat und sucht oft nach alternativen Informationen und Meinungen.

** Der 'Hardlearner' ist schnell dabei, wenn es darum geht nach spezifischen Schwachpunkten zu suchen und fragt auch gleich nach einer Abhilfe. "Wie bekomme ich dickere Unterarme?" ist eine der Lieblingsfragen. Der Hardgainer erkennt hingegen, dass sein ganzer Körper weiterentwickelt werden muss und setzt geeignete Methoden ein, um dies zu erreichen. Dies führt mich zurück zu meiner ursprünglichen Aussage. Man könnte den Hardgainer auch "Mr. Grundübung" und den 'Hardlearner' "Mr. Isolationsübung" nennen. 'Hardlearner' sprechen oft davon ihre Muskeln gezielt zu formen – ihre inneren, oberen Brustmuskeln und ihre unteren Bauchmuskeln. Sie versuchen die Höhe ihres Bizeps zu verbessern. Der Hardgainer kann das Wort konsistent vorwärts und rückwärts buchstabieren. Er erkennt, dass es für ihn Tag für Tag, Woche für Woche darum geht Masse aufzubauen. Für den 'Hardlearner' geht's es bei Konsistenz eher darum, ob er aus Versehen zu viel Pulver in seinen „Muskelshake“ getan hat oder ob er Vollmilch dem Wasser vorzieht.

Der 'Hardlearner' macht für seine 40 Zentimeter Oberschenkel eine Fußballverletzung verantwortlich, die er sich im Alter von 9 Jahren zugezogen hat. Auch ein Hardgainer kann 40-er Oberschenkel besitzen, doch er wird diese mit schweren Kniebeugen, Kreuzheben und Ausfallschritt in Stücke hauen. Der 'Hardlearner' wird aus dem genannten Grund den Kniebeugenständer meiden wie der Teufel das Weihwasser, niemals seine Beine zeigen und immer auf seine furchtbare Verletzung verweisen, die er sich während eines Grundschulfußballspiels zugezogen hat. Wenn man wirklich keine Kniebeugen durchführen kann, dann ist das in Ordnung, doch es ist schon faszinierend, wenn man die Prozentzahl derer, die keine Kniebeugen trainieren können mit der Prozentzahl derer vergleicht, die kein Bankdrücken oder keine Curls an der Bizepsmaschine durchführen können. Ich bin mir sicher, dass man da eine fantastische Studie durchführen könnte. Beim Bodybuilding gibt es den Satz "shut up and squat", was so viel wie "halt die Klappe und mach Kniebeugen" heißt. Der Hardgainer tut genau dies, wogegen der 'Hardlearner' nach jeder nur erdenklichen Ausrede sucht um dies nicht tun zu müssen. Mit Hilfe von Studien konnte gezeigt werden, dass Kniebeugen über eine spezifische Wachstumshormonausschüttung den Masseaufbau am gesamten Körper fördern. Dies könnte eine interessante Untersuchung für diejenigen sein, die keine Beine trainieren "können".

** Hardgainer spielen nach den Regeln, wogegen 'Hardlearner' es lieben trotzt ihres fehlenden Wissens ihre eigenen Regeln aufzustellen, welche folgerichtig in schlecht durchdachten Aktionen resultieren. Beispiele hierfür kann man bei der Ausführung der Übungen, den gewählten Wiederholungszahlen, der im Fitnessstudio verbrachten Zeit und bei fast jedem irgendwie erdenklichen Aspekt des Bodybuildings finden. Der 'Hardlearner' liebt es das Rad neu zu erfinden, wobei das Resultat oft mehr an ein Rechteck erinnert. Oft werden diese Strategien den genauso schlecht informierten Trainingspartnern aufgezwungen und man klopft sich nach 100 erfolgreich durchgeführten Trizeps Kickbacks anerkennend auf die Schulter. Dass dies nirgendwohin führt braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden. 'Hardlearner' warten oft bis Januar, bevor sie Mitglied in einem Studio werden oder machen am ersten Januar gewagte Aussagen. Der Hardgainer sieht das Training im Studio hingegen als ganzjähriges Ereignis an und verlässt sich nicht nur auf die Ferienzeit und gute Vorsätze für das neue Jahr als Motivation.

** Weiß man worum es geht, wenn ich über HIIT, HIT, Volumentraining, absteigende Sätze, Pyramidentraining oder Vorermüdung rede? Und weiß man wer Bill Starr, Mike Mentzer oder Charles Poliquin sind? Selbst wenn man mit all dem nicht vertraut ist, sollte doch etwas Anerkennung für erprobte Trainingsmethoden vorhanden sein. Denkt man wenn ich über 4 X 4 rede an einen Monster Truck oder an eine Wiederholungszahl? Glaubt man, dass GVT ein medizinischer Defekt ist?

Der 'Hardlearner' glaubt, dass ein 4 Tage Split eine vorübergehende Trennung von seiner Freundin aufgrund seines "Roid Rages" durch seinen Kreatinshake ist. Ein Hardgainer hingegen kennt die genaue Definition dieses Ausdrucks, da er Ganzkörperroutinen und alle möglichen logischen Splitprogramme während der letzten 2-3 Jahre seines Trainings eingesetzt hat. 'Hardlearner' scheinen die Fähigkeit zu besitzen, den Wert eines gut durchdachten Trainingsplans nach bereits 2 – 3 Wochen zu bestimmen. Das Jahr hat 52 Wochen, von denen 48 Wochen mit Training verbracht werden sollten. Somit kann man pro Jahr 4 gut geplante 12 Wochen Pläne durchführen, was für den Hardgainer abwechslungsreich genug sein dürfte. So lange jemand diese Pläne durchführt und hierbei alles gibt, höre ich mir nur zu gerne seine Kritik bezüglich dieser Pläne an. Die Entscheidung, dass ein Volumentraining nach zwei Wochen nicht funktioniert ist hingegen ein weit verbreiteter Charakterzug beim durchschnittlichen ‚Hardlearner’.

Ein 'Hardlearner' wird selten das Trainingsgewicht reduzieren nachdem sein Trainingspartner das Trainingsgerät vor ihm benutzt hat. (Das Wort Trainingsgerät anstelle von Lang- oder Kurzhantel wurde an dieser bewusst gewählt.) Dies beruht im Allgemeinen auf seinem Ego, seinem mangelnden Wissen über progressive Steigerung der Trainingsgewichte oder der fehlenden Buchführung über vorhergehende Trainingseinheiten. Der 'Hardlearner' erhöht die Trainingsgewichte oft zu schnell ohne zu berücksichtigen welchen Einfluss dies auf die Wiederholungszahlen und seine Trainingstechnik hat. Ihm geht es vorrangig darum sein Ansehen bei seinen 'Hardlearner' Freunden zu steigern, die alle zusammen vielleicht die fettfreie Muskelmasse des Typen besitzen, der nebenan korrekt trainiert. 'Hardlearner' neigen auch dazu die Gewichte nach dem Training lautstark fallen zu lassen, was auf das Bedürfnis zurück zu führen ist den anderen Leuten im Studio zu zeigen, was man geleistet hat.

'Hardlearner' führen oft zwischendurch noch ein suboptimales Training mit Bizepscurls zu Hause durch, anstatt etwas zu lesen oder sich auszuruhen. Dies scheint bei vielen 'Hardlearnern' die Norm zu sein – unabhängig davon, wie viele gute Ratschläge sie auch bekommen haben. Für den Six-Pack werden ähnliche Übungen mit gleicher Strenge und fehlender Struktur ausgeführt. Die Vorstellung einer unausgewogenen Körperentwicklung ist einem 'Hardlearner' fremd und er wird egal was man ihm sagt immer an seiner "je mehr desto besser" Strategie festhalten. 'Hardlearner' haben oft eine große Auswahl an Trainingsgerätschaften zu Hause herumliegen, welche sie in irgendeiner Webung gesehen haben, wobei dieses Zeug die meiste Zeit des Jahres einfach nur herumliegt und nur im Januar und den drei Wochen vor dem nächsten Urlaub zum Einsatz kommt. Diese Gerätschaften enthalten schon fast zwingend Kurzhanteln mit nicht veränderbaren Gewichten und sinnlose Bauchwegtrimmer.

Schlussfolgerung

Es gibt einige 'Hardlearner', die einen fantastischen Arbeitseinsatz an den Tag legen und auf welche die oben beschriebenen Eigenschaften nicht zutreffen. Diese Gruppe der 'Hardlearner' hat lediglich noch nicht begriffen, was notwendig ist. Viele 'Hardlearner' machen auch nicht viel Gedöns und ziehen auch keine Show ab. Ich finde es wichtig zu betonen, dass nicht alle 'Hardlearner' Bizepsboys und Studioclowns sind. Die weiter oben beschriebenen Eigenschaften sind lediglich einige Verhaltensmuster, die von denjenigen an den Tag gelegt werden, die es nicht schaffen Zuwächse zu erzielen und sollten nicht auf alle Personen verallgemeinert werden, die keine Fortschritte machen.

Es wäre eine faire Einschätzung durch den Leser, anzunehmen, dass der Autor dieses Artikels ein Perfektionist ist, der erklärt, dass alle Trainierende sich perfekt mit allen Aspekten der Anatomie, der Physiologie, der Ernährung und der Supplementation auskennen müssen. Dies ist mit Sicherheit nicht der Fall. Es gibt sehr viele Menschen, die von diesen Themen keinerlei Ahnung haben und trotzdem gute Zuwächse erzielen. Für diese Personengruppe ist das okay. Sie können es sich erlauben die Details und die notwendigen Standards zu ignorieren, während sie trotzdem Fortschritte machen. Diese Personen beschweren sich jedoch im Allgemeinen auch nicht über ausbleibende Zuwächse und sie leiden auch nicht am "ewigen Mittelmäßigkeitssyndrom". Der Hardgainer hingegen muss aufgrund seiner physiologischen Benachteiligung einen Schritt weiter gehen.

Wenn man jetzt jedoch da sitzt und sich sagt, dass es nicht fair ist, dass man all dies wissen muss, während der muskulöse definierte Typ im Studio dies nicht muss, sollte man sich daran erinnern, dass es beim Muskelaufbau keine fairen Voraussetzungen gibt. Entweder man geht weiter, als es für diese Jungs notwendig ist oder man geht zurück auf die Stufe, mit der man zufrieden ist, anstatt zu versuchen, die echten Hardgainer zu verhöhnen.

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