Erinnerung an vergangene Erfolge

Der Memory Effekt

Frank-Holger Acker, 13.07.2009

Versenden Drucken

Begriffsklärung

Jeder, der bereits länger Sport - in welcher Art auch immer -betreibt, ist sicherlich in der ein oder anderen Form bereits mit dem Memory Effekt in Berührung gekommen, wenn zwischenzeitlich aus diversen Gründen Auszeiten genommen werden mussten.

Der Memory Effekt beschreibt das Phänomen, dass Muskeln, die einmal aufgebaut wurden und aufgrund einer Trainingspause sich wieder zurückentwickelten, durch erneute Aufnahme des Trainings deutlich schneller wieder aufgebaut werden können, als dies normalerweise der Fall wäre. Der Körper erinnert sich also an einen Zustand, den er bereits hatte und gelangt so schneller zu diesem zurück, als er noch beim ersten Mal benötigte.

Doch was ist der Grund für dieses noch eher schlecht untersuchte Phänomen? Versuchen wir eine Antwort zu finden.

Die Ursache des Memory Effekts – Ein Erklärungsversuch

Die beiden Forscher Anderson und Aagaard boten mit ihrer im Jahr 2000 durchgeführten Studie Changes in muscle size and MHC composition in response to resistance exercise with heavy and light loading intensity möglicherweise einen Erklärungsansatz. In dieser Studie wurden die myosin heavy chain (MHC), der Faseraufbau und die Fasergröße des vorderen Oberschenkelmuskels vor und nach drei Monaten Krafttraining, sowie nach einer dreimonatigen Pause untersucht. – Myosin Ketten beschreibt ein Protein, das aus mehreren Aminosäurenketten besteht, das Teil der Myofibrillen und damit der Muskelfasern ist. Sie sind verantwortlich, ob ein Muskel fast twich oder slow twich oder etwas dazwischen ist.

Neben den Typ I, Typ IIa und Typ IIb Muskelfasertypen (dazu mehr im folgenden Artikel : Die Muskelfaser ) existiert der Typ IIx, der ein Zwischenstück zwischen Typ IIa und Typ IIb darstellt. Schätzungen ergaben, dass die schnellsten und stärksten motorischen Einheiten, die die Typ IIx-Fasern innervieren, etwa 30-180 Sek. pro Tag aktiv sind. Diese wandeln sich nach einem mindestens 4wöchigen Training in Typ IIa Fasern um und wandeln nach der Beendigung der Trainingsphase wieder in IIx-Fasern.

In der angesprochenen Studie hatten die Probanden ein 9%iges Niveau von MHC IIx vor dem Krafttraining, das am Ende der 3 Monate auf 2% gesunken war. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der MHC IIa von 42 auf 50%. Nach der dreimonatige Pause stieg der Anteil der MHC IIx dann nicht nur auf 9% sondern stieg sogar auf 17% an. Während Hollmann und Hettinger noch in der Praxis den Vorteil für Sprinter darstellen, ist diese Entwicklung auch für Kraftsportler interessant.

Was bedeutet das also im Klartext? Die Studie veranlasst zu Vermutungen, dass strategische Trainingspausen zwar zu einem kurzfristigen Abbau von Myosinketten der IIa Fasern führen, aber gleichzeitig einen Anstieg von Myosinketten der IIx Fasern verursachen und damit den potentiellen Grundstein für ein höheres Muskelwachstum nach erneuter Aufnahme des Trainings legen. Gleichzeitig könnten die Ergebnisse dieser Studie einer Erklärung für den Memory Effekt sein, der einigen Lesern sicherlich aus eigener Erfahrung bekannt sein sollte und eine Möglichkeit darstellen, Plateaus, die man scheinbar nicht überschreiten kann, zu durchbrechen.

Weitere Studien..

..zu dieser Thematik gibt es leider weder im englischsprachigen Raum, geschweige denn im deutschsprachigen. Trotz intensiver Suche konnte ich keinerlei weitere Erklärungen zu dieser Thematik finden, die über die genannte Studie oder breitgetretenen Meinungen (denen hier kein Nährboden gegeben werden soll) in diversen Foren hinausgehen, was wohl nur noch einmal verdeutlicht, wie schlecht untersucht dieses Phänomen noch heute ist.

Tatsache ist jedoch, dass der Memory Effekt aktiv immer wieder beobachtet werden kann, wenn ehemalige Sportler das Training wieder aufnehmen.



Quellen:

  • Hollmann / Hettinger (2000): Sportmedizin: Grundlagen für Arbeit, Trainings- und Präventivmedizin. Schattauer: F.K. Verlag.
  • Natural-bb.de
  • Thinkmuscle.com

Nach oben

Super Direktpreise ESN-Proteine

Neu im TA24-Shop

GASP Logo Printed Tee GASP Logo Printed Tee
49,90 €
incl. USt, exkl. Versand
BETTER BODIES Classic Mesh Pant BETTER BODIES Classic Mesh Pant
59,90 €
incl. USt, exkl. Versand
BETTER BODIES Grunge T-Back BETTER BODIES Grunge T-Back
54,90 €
incl. USt, exkl. Versand

Neueste Texte

18.12.2014von TEAM-ANDRO Redaktion
Aktionsbeschreibung: Strandfigur 2015
18.12.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 17-20
17.12.2014von Jonas Meissner
Big and Strong 2014: Build Up! Woche 17-20
16.12.2014von Frank-Holger Acker
Big and Strong 2014: Monster Legs Woche 17-20
15.12.2014von Philipp Rauscher
Big and Strong 2014: Powerbuilding 2.0 Woche 17-20
13.12.2014von Frank-Holger Acker
Buch-Kritik: Trainiere wie ein Warrior!
12.12.2014von TEAM-ANDRO Redaktion
Die Beinroundtable (VII): Die Beinpresse
11.12.2014von Chris Antonio
Wie kann ich meine Cardio-Trainingseinheiten interessanter machen?
10.12.2014von Martin Wildauer
Finale der Strongman Champions League
09.12.2014von Nico Schmidt
Verkürzte und gehemmte Muskulatur als Ursache einer schlechten Körperhaltung (I)
08.12.2014von Alexander Thomas
Durchführung einer Wettkampfdiät im Bodybuilding (III)
04.12.2014von Patrick Wyschka
Stärke dein (schwaches) Immunsystem!
03.12.2014von Jonas Meissner
Du bist, was du isst: Biologisch, vegetarisch und vegan (II)
02.12.2014von Manuel Plachner
Loriots Trainingsprinzip
27.11.2014von Sabrina & Thomas
Ausblick auf die Internationale Deutsche Meisterschaft 2014
27.11.2014von Wolfgang Unsöld
3 Tipps für maximale Before'n'After Erfolge
25.11.2014von Thomas Struppe
Die Behandlung der Trichterbrust durch sporttherapeutische Maßnahmen
24.11.2014von Alexander Thomas
Durchführung einer Wettkampfdiät im Bodybuilding (II)
21.11.2014von TEAM-ANDRO Redaktion
Die Beinroundtable (VI)
20.11.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 13-16

Umfrage

Zur Zeit sind leider keine Umfragen aktiv.

Archiv