Tacheles

Die Genetikwunder

Thomas Koch, 12.08.2011

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Es ist schon ein Crux mit der lieben Genetik: Entweder man hat sie, oder man hat sie nicht. Hat man sie, kann man sich schweißtreibende Workouts sparen, auf eine bedarfsgerechte Ernährung scheißen und fröhlich den weltlichen Gelüsten fröhnen und dennoch wird man ein Monster werden, ein Gigant, ein Hulk. Im Grunde stellt sich für ein Genetikwunder nur die Frage, in welcher Sportart man die Spitze zuerst erklimmen möchte. Erst Wimbeldon, dann die Tour de France und dann den World Strongest Man? Oder doch erst Mr. Olympia, dann Olympiasieger im Langlauf und zum Karriereende Fussballweltmeister?

Ein Glück müssen sich die meisten Trainierenden mit derartigen Gedanken nicht herumprügeln. Ihre Genetik ist nämlich scheiße, schlicht unterirdisch. Doch auch eine Genetik, die jede Bisamratte beschämen würde, hat ihre Vorzüge: Jegliches Versagen kann man wunderbar auf die falsche Wahl der Eltern zurückführen. Was musste Mutti auch diesen Hornbrille tragenden Banker-Juppie heiraten, dessen Beinchen den Umfang von Zahnseide haben... Schöne Scheiße mein Freund, Du wirst dünnbeinig sterben, so viel ist sicher!

Schon unfair das Leben. doch beseelt vom Eifer rafft sich unser Genetikverlierer immer wieder auf, kämpft sich durch schweißtreibende Workouts. Schweißtreibend? Ja, zumindest für die Zuschauer, die vor lachen mehr transpirieren, als eine Gruppe russischer Mafiosi in der Sauna. Intensität? Durchaus, darin sich einzureden, dass das Training intensiv war. Ist ja auch was...

Ausnahmeathleten jeder Sportart haben eines gemeinsam, sie teilen zwei Eigenschaften: 1. eine gute Veranlagung, ein Talent, sprich die passende Genetik und 2. Ehrgeiz, Opferbereitschaft und den Willen, dem großen Ziel alles andere unterzuordnen. Hat ein Michael Phelps den perfekten Körper eines Schwimmers? Sicher, doch ist das einen Eimer voll Hundekot wert, wenn er nichts daraus macht. Ach ich vergaß: Die Medikamente, die bösen bösen Medikamente, die einzig und allein entscheiden, ob man Bruce Banner oder Hulk ist.

Ja, die Genetik spielt im Spitzensport eine Rolle. Ja, Medikamente sind ein wesentlicher Faktor im Spitzensport. Und noch einmal: Beides ist einen Scheiß wert, wenn die Einstellung dahinter nicht stimmt.

Und ja, ich weiß, dass da draußen Millionen von Kerlen herumlaufen, die jedes Wochendende saufen, die sich nur von Fast Food ernähren und dennoch definierte Muskelmonster sind. Ich sehe täglich mindestens 20 davon auf dem Weg vom Schlafzimmer zum Klo, eine wahre Invasion... Life sucks!

Was tun? Weinen wäre eine angemessene Reaktion, noch besser: der ganzen Welt sein Leid klagen, denn vergesst nie, jammern ist sexy! Und noch viel wichtiger, die Phrase aller Phrasen auswendig lernen, das Vater unser aller Versager dieser Welt: "ja aber". Hach wie ich es liebe!

"Du isst einfach zu wenig!" - "Ja aber ich will ja nicht fett werden/noch in meine Hosen passen/nicht so viel Geld ausgeben/bla bla fucking bla."

"Dein Training ist nicht intensiv genug!" - "Ja aber sonst frisst mich der katabole Teufel/Guru xy hat gesagt, dass ich sonst ins Übertraining gerate/ich will mein neues atmungsaktives Mikrofaser-Trainingsshirt nicht gleich verschwitzen."

Es gibt nichts, was man den "ja aber"-Jüngern entgegnen kann. Egal wer vor ihnen steht, egal was er ihnen sagt, sie wissen es besser, sie haben irgendwo gelesen, dass ihre Methode besser ist und vor allem "ja aber ich habe halt eine scheiß Genetik".

Du hast Scheiße im Kopf!

Maximale Ergebnisse erfordern maximalen Einsatz. Um auf den eingangs erwähnten Michael Phelps zurückzukommen. Wurde er Rekord-Olympionike, weil er sich auf seiner ach so tollen Genetik ausgeruht hat? Oder wurde er der erfolgreichste Teilnehmer an Olympischen Spielen aller Zeiten, weil er sich über Jahrzehnte den Arsch aufgerissen hat, Tag für Tag, Training für Training, immer und immer wieder?

Ich höre in Gesprächen zu diesem Thema immer wieder Aussagen wie "Ja ja, aber dieses "Go hard or go home"-Gehabe...das ist nur was für Steroidjunkies...Naturals müssen alles ganz anders machen: intelligentes Training, kein maximales...". Spätestens nach dem "aber" entfliehen meine Gedanken diesem Gejaule auf eine einsame Insel mit Spanferkel und exotischen Schönheiten.

Wir reden hier über Training, doch im Grunde reden wir über etwas, dass man auf das komplette Leben übertragen kann: entweder hat man Eier, oder man hat eben keine Eier. Ich kann ein buckliger, bierbäuchiger Armleuchter sein, der im Job ein Versager ist und daheim dem Liebhaber seiner Frau, nachdem der sie ordentlich gevögelt hat, die Kippe anzünden, während die Nachbarskinder mein Auto mit Hundescheiße bewerfen. Oder ich bin es eben nicht. Und ja, jeder hat andere Voraussetzungen, dem einen wird alles in den Schoß geworfen, andere müssen sich alles, jeden noch so kleinen Scheiß, selbst verdienen. Das Leben ist nun einmal ungerecht. Und dennoch schaffen es manche von ganz unten nach ganz oben, trotz schlechter Voraussetzungen. Warum? Weil sie den Willen haben, weil sie die Bereitschaft haben ihr Ziel zu erreichen und diesem Ziel alles unterordnen.

Im Sport ist es nicht viel anders. Sicher, mit der Genetik eines Chihuahuas sollte man Hundekämpfe meiden, aber das heißt nicht, dass man auf alle Ewigkeit ein Witz der Natur bleiben muss, der von Angorakatern ausgelacht wird. Doch erfordert dieser Weg bedingungslose Bereitschaft, vor allem auch die Bereitschaft sich einzugestehen, dass das, was man bisher gemacht hat, schlicht und ergreifend scheiße war. Doch diese Einsicht ist eben schwer. Das Ausbrechen aus der schönen heilen Welt der Ausreden, der FFMIs oder ähnlichen Spielereien, die den üblichen Versager die vermeintliche Sicherheit geben, dass nicht sein Handeln falsch ist, sondern die anderen einfach nicht fair spielen.

Jeder Mensch kann außergewöhnliche Leistungen vollbringen, jeder! Immer vor dem Hintergrund der subjektiven Voraussetzungen. Nicht jeder kann Mr. Olympia werden, nicht jeder kann 300kg auf der Bank drücken, aber wer ein Ziel hat und dieses eisern erfolgt, auch über Jahre und Jahrzehnte, wer bereit ist, Hilfe anzunehmen, sich und sein Handeln kritisch zu hinterfragen, wer bereit ist vielleicht auch einzusehen, dass der eingeschlagene Weg der falsche ist, der hat gute Chancen das für sich maximal mögliche Ergebnis zu erreichen. Und einer Sache könnt Ihr Euch gewiss sein: das liegt weit höher, als Ihr es Euch jemals zu träumen gewagt hättet.

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