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Die Geschichte der Supplementindustrie - Teil 1

bulkolly, 25.03.2008

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Ein Artikel von T-Nation.com
von Garrison Kane

Dies ist eine Geschichte, die erzählt werden musste. Wie fast jeder weiß, der sich für eine nennenswerte Zeit mit Bodybuilding beschäftigt hat, besitzt das Geschäft mit Supplements eine Geschichte, die voll von Schwindel und Irreführung ist. Der Begriff Schlangenöl (snake oil), ein umgangssprachlicher Ausdruck zur Beschreibung eines betrügerischen Produktes, stammt aus der Zeit der Handlungsreisenden des neunzehnten Jahrhunderts, welche Stärkungsmittel und Elixiere an leichtgläubige Städter mit Versprechungen von gesteigerter Lebenskraft und Vitalität verkauften. Die Marketing Strategien der Hausierer und Profitmacher von heute mag vielleicht ausgeklügelter sein, doch die zugrunde liegende Botschaft ist immer noch dieselbe:

Wollen sie mehr ___________ [die Lücke lässt sich mit Muskeln, Haar, Ausdauer, Sex und beliebigen anderen Worten füllen]? Dann kaufen sie dieses Produkt!


Wenn Menschen etwas so sehr wollen, dass dieser Wunsch schon fast in Verzweiflung ausartet, dann sind sie bereit verzweifelte Maßnahmen zu ergreifen. Dies beinhaltet oft auch, dass sie bereit sind jeden Preis zu zahlen – und diejenigen, die diese Produkte verkaufen sind sich dessen nur allzu bewusst.

Nirgends ist diese Voraussetzung weiterverbreitet als bei der Bodybuilding Supplementindustrie. Wir haben viele Produkte kommen und gehen sehen. Zweifelhafte Begriffe wie "Adaptagene", "metabole Optimierer" ("metabolic optimizers"), die noch vor wenigen Jahren DIE Schlagworte waren, erscheinen heute zutage amüsierend urig, wenn man sie mit der mehr wissenschaftlichen Terminologie vergleicht, die zur Zeit in Mode ist. Doch man kann darauf wetten, dass man in zehn Jahren darüber lachen wird, wie ernsthaft man über die Überlegenheit von „ionengetauschtem, dreifach crossfiltriertem, langkettigen, oligopeptidgebundenem, enzymatisch hydrolisiertem Proteinisolat“ diskutiert hat.

Am Anfang

Um eine bessere Perspektive dafür zu bekommen, wie all dies so außer Kontrolle geraten konnte, sollten wir einen Blick zurück in die Zeit werfen, zu der Joe Weider und Bob Hoffman die Supplementindustrie dominierten. Diese beiden Männer kontrollierten praktisch jeden Aspekt der Vermarktung des Bodybuildings. Von diesen beiden sah Joe Weider das größere Potential darin Muskelstars zu fördern, während Hoffmanns Verbundenheit mehr den Gewichtheberwettkämpfen galt. Weiders Glücksspiel, die genetisch am besten veranlagten Bodybuilder auszugraben, machte sich sehr gut bezahlt. Er nahm diese unter der Voraussetzung unter Vertrag, dass sie die Weider Philosophie voll und ohne Widerspruch unterstützten, was im Grunde genommen bedeutete, dass Weider ihnen jede Aussage in den Mund legen konnte, die er für passend hielt. Diese Aussagen waren meist eine alles umfassende Bestätigung, die alle Erfolge der Stars auf die Verwendung der Weider Produkte zurückführte.

Auch wenn einige der ursprünglichen Teilnehmer dieser Absprachen von damals Weiders schmierige Vorgehensweise später scharf kritisierten, wurden niemals besondere Überredungstaktiken eingesetzt. Alle Beteiligten wussten im Voraus, auf was sie sich einließen. Geschäft ist Geschäft. Arnold Schwarzenegger war sich dessen voll und ganz bewusst und war mehr als gewillt diese Absprache mit Weider einzugehen. Arnold war jedoch auch gerissen genug ,um diese Absprache als das zu sehen, was sie für ihn wert war – eine Stufe auf dem Weg zum Erfolg.

Weider wurde so mächtig, dass er schließlich zum einzigen Spieler im Geschäft wurde. Seine Magazine zu dieser Zeit (Muscle Builder/Power und Mr. America) beinhalteten ausschließlich Werbeanzeigen für Weider Produkte! Hoffman machte zwar auch weiter, doch seine beiden Magazine (Muscular Development und Strength and Health) und seine Supplements lagen von den Verkaufszahlen bald weit hinter denen des Weider Imperiums zurück. Dan Lurie ein Zirkuskraftmensch aus einer Nachmittagsfernsehshow der Fünfziger (The Sealtest Hour) versuchte auf der Welle des steigenden Interesses bezüglich der körperlichen Fitness mitzuschwimmen. Er vertrieb eine Discount Produktlinie, die über große Kaufhäuser vertrieben wurde. Lurie umging so den „Hardcore“ Markt und sprach stattdessen die Allgemeinheit an. Er war jedoch nichts weiter als ein kurzfristiger kleiner Plagegeist für Weider und Hoffman.

Trotz der unterschiedlichen Marketing Strategien von Weider und Hoffmann waren sich ihre Produkte im Grunde genommen recht ähnlich. Neben Vitaminpillen, Tabletten aus getrockneter Rinderleber, Bierhefe und anderer mit der Gesundheit in Verbindung stehender Substanzen (einige von zweifelhaftem Nutzen), war das Kernprodukt ihrer Supplementlinien Protein. Beide versuchten auf jede erdenkliche Art und Weise so viele Versionen desselben Proteinprodukts wie möglich zu verkaufen. Eine Weight Gain Formel war etwas, das zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten verzehrt werden sollte. Ein Gewichtsabbauprodukt war etwas, das anstelle einer Mahlzeit eingesetzt wurde. Im Grunde genommen war beides dasselbe mit einer jeweils anderen Anwendung. (Nicht wie bei der Masse Version und der Light Version desselben Produkts wie man es heute zutage kennt.) Egal ob es sich um Pillen, Pulver oder Drinks in Dosen (welche scheußlich schmeckten) handelte, verwendeten sowohl Weider als auch Hoffmann dieselbe Proteinquelle für all ihre Produkte – Soja. Es hatte einen Proteingehalt von über 90 %, es war gut löslich, es war geschmacksneutral … und es war billig.

Supplements und Wissenschaft treffen aufeinander

Während Weider die Supplement kaufende Öffentlichkeit in die Enge trieb, indem er seine Magazine benutzte, um die Leser mit Artikeln zu bombardieren, die im Endeffekt immer ein Weider Produkt bewarben, gab es einen jungen Ernährungsexperten und Apotheker, der das Konzept der Supplementierung sehr viel ernster nahm. Irwin Johnson glaubte, dass die erste Nahrung, die wir zu uns nehmen, um zu wachsen (Muttermilch), auch das Muskelwachstum bei Erwachsenen fördern würde. Es wurde angenommen, dass Enzyme wie Colostrum und Laktoferrin, die sich in der Muttermilch befinden, auch wirkungsvolle das Immunsystem fördernde Eigenschaften besitzen. Johnson kam zu der Schlussfolgerung, dass Kuhmilch nicht dasselbe Aminosäureverhältnis aufweist wie menschliche Muttermilch und begann damit den Aminosäurekomplex zu manipulieren, indem er bestimmte Mengen getrockneten Volleipulvers dem Milchprotein beimischte.

Johnson war der erste Supplementhersteller, der die wichtige Bedeutung von Hormonen bei der Entwicklung des Muskelgewebes verstand und er entdeckte, dass das in der Milch enthaltene Fett die körpereigene Hormonproduktion erhöhen konnte. Aus diesem Grund empfahl er die Proteineinnahme in Verbindung mit Sahne. Er bestand darauf, dass jeder, der sein Programm einsetzte, auf jegliche Art von Obst verzichtete! Die Ernährungsexperten zu dieser Zeit verspotteten Johnsons Theorien und waren fest davon überzeugt, dass die freizügige Verwendung von Sahne zu unerwünschtem Fettansatz führen würde. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Klienten von Johnson Fett mir alarmierender Geschwindigkeit verloren! Das was Johnson befürwortete, war dem, was wir heute als die ketogene Diät kennen, überraschend ähnlich. Variationen von Johnsons Plan sind als die Atkins Diät, die Zone Diät und die Fettdiät bekannt. Wie auch immer der Name lautet, es handelt sich um eine protein- und fettreiche Strategie für das ultimative Muskelwachstum und einen optimierten Fettabbau – und es funktioniert.

Gesundheitsfanatiker, Prominente und professionelle Bodybuilder aus ganz Amerika kamen für seine Expertise und sein Proteinprodukt zu Johnson. Der Trainingsguru Vince Gironda, IFBB Stars wie Larry Scott, Frank Zane und Dave Draper und sogar Arnold Schwarzenegger, die alle Weider Supplements umsonst bekamen, zahlten gutes Geld für Johnsons Muttermilch Protein.

Johnson war ein Exzentriker und glaubte an das Okkulte. Auf Rat seines Astrologen sollte er, um erfolgreich zu sein, die Anzahl der Buchstaben seines Namens ändern und mehr Rs einfügen. Als Johnson bereit war sein Produkt landesweit zu verkaufen, trug es seinen neuen Namen Rheo H. Blair.

Die Wissenden waren sich darüber im Klaren, dass das Rheo Blair Protein dem billigen Sojaprotein von Hoffmann und Weider weit überlegen war, doch Weider besaß das Geld und somit auch den Einfluss. Blair stellte keine ernsthafte Bedrohung dar. Weider mit seinem Stall voller Stars, der nun durch den charismatischen Arnold Schwarzenegger angeführt wurde, befand sich auf einem wahren Höhenflug. Mit der Veröffentlichung von Pumping Iron im Jahr 1976 stieg die Anzahl der Studiomitgliedschaften sprunghaft an. Dies war gut für das Bodybuilding aber eine bittere Pille für die Hersteller von Bodybuildinggeräten, da der Verkauf von Bodybuildinggeräten für den Heimgebrauch zurückging. Jetzt rückten Supplements in den Fokus der Verkaufsanzeigen in den Bodybuildingmagazinen. Doch das Geschäft mit den Supplements hatte einen noch härteren Mitbewerber – anabole Steroide.

The breakfast of champions

In den Frühen Achtzigern hatten Steroide eine rasende Beliebtheit unter professionellen und hobbymäßigen Bodybuildern erreicht. Sie waren im Überfluss vorhanden und gut verfügbar. Der Preis von einhundert Dianabol Tabletten lag unter dem für eine Weider Megapackung Vitamine. Man braucht nicht zu fragen welches der beiden Produkte mehr Muskeln produzierte… Als mehr und mehr Berichte von Steroid Missbrauch an die Öffentlichkeit gelangten, trat die Regierung in Aktion und setzte alle Steroide auf die Liste der kontrollierten Substanzen. Dies war die perfekte Gelegenheit für die Supplementindustrie diese Lücke zu füllen. Wie sagte einst Dan Duchain:

Was die Leute wirklich wollten, waren Drogen, doch sie hatten zu viel Angst, diese zu kaufen.


Viele Bodybuilder wollten steroidfrei bleiben und trotzdem steroidähnliche Resultate erzielen. Mysteriös klingende Komponenten begannen aus dem Nichts oder besser gesagt Russland zu erscheinen. Die Amerikaner hatten immer schon vermutet, dass die russischen Sportler Zugang zu geheimen Supernährstoffen hatten, welche ihnen den entscheidenden Wettkampfvorteil brachten. Supplements mit steroidähnlichen Namen wie Retibol, Mesobolin, Diosterol, and Dicobalone 5 tauchten schneller auf, als die Wissenschaft sie untersuchen konnte. Neue Supplementfirmen sprossen wie Pilze aus dem Boden und machten gute Profite mit diesen Supplements, die steroidähnliche Zuwächse versprachen.

Da gab es Smilax, Dibencozide und Gamma Oryzanol. Wir sahen DMG, Inosine, Inositol, Boron und eine Menge Pflanzen- und Drüsenextrakte, die alle angeblich bestimmte leistungssteigernde und anabole Wirkungen besitzen sollten. Zu Beginn ignorierten die Weiders der Branche diese Neuankömmlinge, doch bald wurde ihnen klar, dass auch sie in Aktion treten mussten. Der Konkurrenzkampf hatte begonnen…

Es bleibt in der Familie

Es war zu dieser Zeit als ein kleiner Familienbetrieb einen Geistesblitz hatte. Ein Jungunternehmer namens Tom Ciola kam auf die Idee alle der zu dieser Zeit beliebten Inhaltsstoffe in einer Basis aus gefriergetrockneten Drüsenproteinextrakten zu kombinieren (lecker). Pflanzenextrakte wie Yohimbe wurden aufgrund ihrer stimulierenden Wirkung hinzugefügt, so dass der Konsument die Wirkung der Mischung spüren konnte. Er nannte dieses Produkt Hot Stuff und es wurde über Nacht zum Erfolg. Hot Stuff wurde den Händlern schneller aus den Händen gerissen, als sie ihre Vorräte wieder auffüllen konnten. Es schien so, als ob es endlich ein Supplement gäbe, welches die Wirkung anaboler Steroide nachahmen konnte. War es eine synergistische Wirkung aller kombinierten Inhaltsstoffe, die Hot Stuff so wirkungsvoll machte? Oder war da noch etwas mehr?

Es gab Anschuldigungen von mehreren nicht näher genannten Quellen (die aus offensichtlichen Gründen anonym bleiben möchten), dass es in Hot Stuff einen zusätzlichen, nicht auf dem Etikett aufgeführten Inhaltsstoffe gab, mit dem sichergestellt werden sollte, das die erste Charge des Produkts für Aufregung sorgen würde. Ein Inhaltsstoff, der beim Anwender keinen Zweifel an der Effektivität des Produktes aufkommen lassen würde. Etwas, dass den Anwender dazu bringen würde, mehr von diesem Produkt zu kaufen. Es gibt das Gerücht, dass dieses etwas Methyltestosteron war.

Methyltestosteron ist eine preiswerte Form oral absorbierbaren Testosterons, das schnell wirkt und effektiv Kraft und Aggression steigert. Dieser Wirkstoff ist jedoch auch extrem leberschädlich. Auch aus einem anderen Grund scheint dieser Wirkstoff eine gute Wahl für einen zusätzlichen Inhaltsstoff darzustellen: Er kann bei einem Dopingtest nicht nachgewiesen werde. Die Theorie der Insider ist die, dass selbst wenn die Gesundheitsbehörde FDA etwas über die Anwendung von Methyltestosteron herausfinden würde, die komplette erste Charge des Produkts bereits verkauft gewesen wäre. Eine Untersuchung bei National Health, dem Hersteller von Hot Stuff, würde kein Fehlverhalten zeigen. Es gab niemals Beweise für diese Behauptungen. Diese Gerüchte scheinen, gelinde gesagt, weit hergeholt zu sein, doch es gab eine Zeit während der Hot Stuff aus Gründen, die bis heute im Unklaren liegen, den Händlern förmlich aus der Hand gerissen wurde. Kurze Zeit später gab es eine neue und verbesserte Version von Hot Stuff, doch jeder, der die erste Version ausprobiert hatte, wird bezeugen können, dass die neue Version niemals den charakteristischen Kick des Originals duplizieren konnte.

Unser eigener Verbraucherschützer Bruce Kneller hat die Theorie, dass die Gerüchte über das Methyltestosteron vielleicht von den Leuten von National Health selbst in Umlauf gebracht wurden, um das Produkt illegal erscheinen zu lassen und somit profitabler zu machen. Dies hätte die Möchtegern-Hardcorebodybuilder angesprochen und somit eine interessierte und solide Kundenbasis geschaffen. Ich habe die Leute bei National Health kontaktiert und sie um ihre Sicht der Dinge gebeten, doch sie haben mich nie zurück gerufen.

Die Tijuana Connection

Parallel zum sich ständig verändernden Tumult in der Supplementindustrie gab es einen florierenden Schwarzmarkt. Steroide waren trotz ihrer Illegalität immer noch sehr gefragt – in vielen Fällen sogar gerade wegen ihrer Illegalität. Sie waren zu den verbotenen Früchten geworden. Mehr und mehr Bodybuilder wollten das echte Zeug in die Hand bekommen, das der große Bruder für illegal erklärt hatte.

Einer der wichtigsten Männer für die Steroid Connections an der Westküste war Dan Duchaine. Dan war allerdings mehr als nur ein Dealer. Er und ein Freund namens Mike Zumpano, der auch ein Experte im Bereich der leistungssteigernden Substanzen war, hatten ein reges Interesse an der Chemie und den wissenschaftlichen Hintergründen von Steroiden, was dazu führte, dass sie zusammen das original Underground Steroid Handbook herausbrachten.

Mike entschied sich dafür im Hintergrund zu bleiben und sein Name wurde im Buch nicht erwähnt. Er hatte bereits damit begonnen Pläne für die Vermarktung seiner eigenen legalen Supplementation zu machen. Warum sollte man auch das Risiko eingehen mit verbotenen Substanzen zu handeln, wenn man dasselbe Geld auch auf legale Art und Weise verdienen konnte? Duchaine folgte diesem Beispiel bald drauf, doch in seinem Fall war es zu spät. Duchaine kam schließlich ins Gefängnis. Nachdem er wieder frei war, wurde er erneut verhaftet und verurteilt – diesmal für den Besitz von GHB im Wert von unter 100 Dollar.

Mike Zumpano war ein Meister der Technologie. Er entwickelte das allererste Glukosepolymerprodukt (Metcarb). Er war auch derjenige, der eine Anwendung für MCT Öl, ein Fett, das vom Körper ähnlich wie Kohlenhydrate behandelt wird, fand. Als er der Weider Company ein MCT/Protein Produkt präsentierte, dachten die Zuständigen dort, dass dies zu sonderbar und zu teuer wäre. Sie hatten kein Interesse. Die Firma Unipro nahm Mikes Produkt (Carboplex) in ihr Programm auf und Mike begann damit weitere Produkte für diese Firma zu entwickeln. Doch irgendwann stellte Unipro die Lizenzzahlungen an Mike ein und er entschloss sich dazu eine eigene Firma namens Champion Nutrition zu gründen, welche verbesserte Versionen der Produkte vertrieb, die er an Unipro verkauft hatte. Er erforschte die Schwächen der Unipro Produkte und diese einst führende Firma wurde zu einem kleinen Betrieb am Rande der Existenzschwelle. In der Zwischenzeit lebte Mike Zumpano auf großem Fuß und fuhr mit seinem Ferrari Testarossa (den er bar bezahlt hatte) durch die Stadt.

Mike unterstütze Dan Duchaine auch bei der Entwicklung von Ultimate Orange. Eine Lücke in den Bestimmungen der FDA erlaubte die Verwendung pflanzlicher Kombinationen von Ephedra und Koffein. Bei diesen Produkten handelte es sich streng genommen um Medikamente, doch sie waren legal. Es braucht nicht extra erwähnt zu werden, dass Ultimate Orange eine sehr bemerkenswerte energieliefernde Wirkung besaß!

Zurück in die Zukunft

Zu dieser Zeit folgte ein Jungunternehmer dem Kielwasser von Dan Duchaine und versuchte sich selbst als Autorität auf dem Gebiet der Steroide zu etablieren. Er schrieb ein scheinbar objektives Buch über Supplements, welches Produkte wie Hot Stuff als wirkungslosen Müll verriss. Gleichzeitig war von einem genialen Arzt die Rede, der ein Produkt entwickelt hatte, welches als das unglaublichste Supplement, das je entwickelt wurde bezeichnet wurde. Unglücklicherweise war diese Produkt nicht für die Allgemeinheit verfügbar. Man hat es wahrscheinlich schon erraten, Bill Phillips hatte die Kunst ein Supplement künstlich aufzubauschen, indem man ein monumentales Interesse für dieses speziell entwickelte Wundernahrungsmittel erzeugt, neu entdeckt. Natürlich ist hier die Rede von Met-Rx.

Was Scott Connelly, der Entwickler von Met-Rx, getan hatte, war nicht gerade Quantenphysik. Er verwendete das von Rheo Blair entwickelte Muttermilch-Konzept und gab einem professionellen Nahrungsmittelchemiker den Auftrag hierfür eine aromatisierte Formel zu entwickeln. (Jeder Nahrungsmittelhersteller, der etwas auf sich hält, beschäftigt einige Nahrungsmittelchemiker und für eine geringe Summe kann man selbst sein eigenes Met-Rx entwickeln lassen.) Der Chemiker fügte Aspartam zur Formel hinzu, um einen süßen Geschmack zu erreichen und gleichzeitig den Zuckergehalt niedrig sowie den Proteingehalt hoch zu halten. Ironischerweise ließ Connelly dieses Supplement nicht einmal für Sportler oder Bodybuilder entwickeln. Der Legende nach produzierte er dieses Produkt für Krankenhauspatienten, doch Phillips erkannte das Marktpotential dieses Supplements.

Met-Rx war alles andere als revolutionär, doch die Marketingstrategien von Phillips waren einfach brillant. Bei der Flut von Konkurrenzprodukten, die den Markt zu dieser Zeit überschwemmten, gab es jedoch immer noch Zweifel daran, dass die Bodybuilding Gemeinschaft süchtig nach Met-Rx werden würde. Phillips und Connelly hatten viel in das Marketing für Met-Rx investiert und wenn sich dies nicht ausgezahlt hätte, wäre dies zu einem finanziellen Desaster für sie geworden.

Hatte man sich bei Met-Rx der Idee von Hot Stuff bedient und ein gewisses Extra zur Formel hinzugefügt, um deren Effizienz sicherzustellen? Wir werden dieses Thema und viele weitere, zu denen auch die dubiosen Anfänge vieler der heute auf dem Markt vertretenen Supplementhersteller und die bisher noch nicht erzählte Geschichte hinter dem EAS Empire gehören, im zweiten Teil dieses Artikels eingehen.

Teil 2 findet ihr hier.

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