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DNP - Wundermittel oder gefährlicher Wahnsinn ?

Dr. Snuggels, 04.11.2005

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Statt eines Vorworts

Als der Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene losfährt, ist der genaue Grund für den Einsatz noch unklar. Ziel ist ein Fitness-Center, doch Sanitäter und Notarzt wissen nur, dass es sich um ein unbekanntes, aber offensichtlich ernstes medizinisches Problem handelt.

Vor dem Fitness-Center steht ein halbes Dutzend muskelbepackter Bodybuilder, die hektisch zu winken beginnen, als sie den Rettungswagen herannahen sehen. Während der Wagen stoppt, greift das Rettungsteam sich sein Equipment und verläßt dann zügig das Fahrzeug.

Die Bodybuilder scheinen es ebenfalls eilig zu haben und bringen das Team hinein ...

Auf dem Boden liegt ein 24 jähriger muskulöser Mann. Und während das Team den Patienten in Augenschein nimmt, erzählt ein anderes Clubmitglied, was er beobachtet hat: "Er hat wirklich hart trainiert, dann ist er plötzlich aufgestanden, hatte irgendwie einen total benebelten Blick und ist einfach umgekippt."
Der Mann auf dem Boden ist lethargisch, schlaff und offensichtlich verwirrt, doch noch ist er ansprechbar. Und während das Team routiniert die ersten Untersuchungen vornimmt, stellt der Notarzt die Standardfragen nach Drogen- oder Medikamenteneinnahme, Allergien und medizinischer Vorgeschichte. Als Antwort erhält er stets ein gequältes "nein" oder ein Kopfschütteln.

Die Pupillen sind normal und reagieren auf Licht. Der Blutdruck liegt niedrig mit 104/82, der Puls rast dagegen mit 120 Schlägen/Minute dahin. Die Atmung geht sehr schnell, das Gesicht ist hochrot und fühlt sich heiß an. Der Patient schwitzt stark. Er trägt ein weißes T-Shirt und den Sanitätern fällt etwas auf, das sie zunächst nicht einordenen können - die Schweißflecken haben an den Rändern eine seltsame gelbliche Färbung angenommen ...
Man misst auch den Blutzucker, und der liegt mit 170 mg/dL recht hoch.

Noch ist dem Notarzt nicht klar, mit was er es zu tun hat, und wie ernst es ist. Man legt dem Patienten eine Infusion mit Kochsalzlösung an, setzt ihm eine Sauerstoffmaske auf und bringt ihn mit der Tragbahre in den Rettungswagen.

Währenddessen hat es einer der Bodybuilder gut gemeint und die Sachen des Mannes aus der Umkleide geholt. Dabei ist ihm etwas aufgefallen, das er einem Sanitäter zeigt: Eine Flasche mit Kapseln, die ein gelbbraunes Pulver enthalten. Und eine Seite, die der Mann sich aus dem Internet ausgedruckt hatte. Titel: "DNP and weight loss".

RettungswagenDer Sanitäter nimmt alles mit, und einen Augenblick nachdem die Türen zugeschlagen sind, schießt der Rettungswagen los in Richtung Klinik. Als der Notarzt das DNP sieht, verständigt er per Funk die Klinik und ihm wird klar, dass er es hier mit einer massiven Vergiftung zu tun hat.
Noch im Rettungswagen treten Krämpfe auf, und die Messung der Körpertemperatur ergibt 40 Grad Celsius. Man gibt daher Benzodiazepine gegen die Krämpfe, macht weiter mit Beatmung und Infusionen. Um die steigende Körpertemperatur in den Griff zu kriegen, versucht das Rettungsteam es mit mechanischer Kühlung. Sie drehen die Klimaanlage im Wagen voll auf, ziehen dem Mann die Kleider aus und plazieren Eisbeutel unter den Achseln und in der Leistengegend.

Was der Notarzt hier erlebt und noch nicht genau einordnen kann, hat Dan Duchaine einmal "Dieting by Cooking Yourself" genannt. Der Mann, der dort im Rettungswagen um sein Leben kämpft, wollte ein Paar Kilo Fett loswerden und hat dazu 2,4-Dinitrophenol (DNP) geschluckt.
DNP bewirkt so eine Art von hypermetabolischem Zustand, indem es die Erzeugung eines wichtigen Energieträgers im Zellstoffwechsels (ATP) verhindert. Man sagt auch, dass Dinitrophenol die sogenannte "oxidative Phopshorylierung" entkoppelt. Die Zellen werden dadurch quasi ausgehungert und der Körper greift auf alle Reserven zurück, die er hat. Nebeneffekt: Die mit der Nahrung aufgenommenen Kalorien werden nicht in verwertbare Energie (ATP) umgewandelt, sondern verpuffen einfach zu Wärme. Und das führt zu der bedrohlich erhöhten Körpertemperatur.
Aber das ist noch nicht alles. Der Metabolismus in den Zellen findet (wegen der Entkopplung) anaerob, also ohne Sauerstoff statt. Das wiederum führt hier zu einer Übersäuerung des Blutes. Das Fachwort dafür heißt "metabolische Azidose". Der PH-Wert sinkt unter 7,4 und es kommt zu Kreislaufproblemen. Die Versorgung der Gewebe, besonders des Herzmuskels und des Gehirns mit Sauerstoff sinkt. Deshalb atmet der DNP-Konsument deutlich schneller als normal.

In der Klinik angekommen, ist der Patient nicht mehr bei Bewußtsein. Die Köpertemperatur ist auf knapp 41 Grad Celsius gestiegen und es ist klar, dass es jetzt auf des Messers Schneide steht. Der zuständige Arzt ordnet den sofortigen Transport auf die Intensivstation an.

Es ist nun vor allem wichtig, einen weiteren Anstieg der Körpertemperatur zu verhindern. Denn sonst kann es zur sogenannten "Rhabdomyolyse" kommen. Dahinter verbirgt sich die Zerstörung der quergestreiften Muskulatur. Und dabei werden einige Substanzen freigesetzt (Myoglobin), die für die Nieren giftig sind und ein Nierenversagen verursachen können.

DNP IntensivmedizinMan versucht es daher weiter mit mechanischer Kühlung und der Patient erhält Infusionen von hohem Volumen um die Flüssigkeits- und Elektrolytbalance aufrecht zu erhalten und so auch die Nieren zu schützen.
Zusätzlich überwacht man die Kaliumwerte, die Nierenfunktion, die Leber, Muskelenzyme und den Blutzuckerspiegel. Letzterer ist besonderes wichtig, weil irgendwann die Glukose-Vorräte des Körpers aufgebraucht sind und es dann zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen kann. Und man überwacht die Herzfunktion, weil es unter DNP zu Herzrhythmusstörungen (ventrikulären Arrhythmien) kommen kann. Die treten auf als Ergebnis einer Kette von Ereignissen - verminderte Sauerstoffversorgung wegen Übersäuerung des Blutes (metabolischer Azidose), Dehydrierung und Elektrolytmangel.

Als die Körpertemperatur trotz der eingeleiteten Maßnahmen noch weiter ansteigt, wird den Ärzten langsam klar, dass sie ihren Patienten verlieren werden. Doch noch wollen die Organe des 24 jährigen Mannes nicht aufgeben und führen einen verzweifelten Kampf gegen das Gift.

Nebenwirkungen - Tod durch DNPDas Sterben beginnt mit einem Lungenödem. Dann geben die Nieren auf und es kommt zu dem, was man multiples Organversagen nennt. Das Herz schlägt noch eine Weile weiter, wird bald schwächer und das Leben des Mannes endet mit einer geraden Linie auf dem Überwachungsmonitor der Herzfunktion.
Schon wenige Minuten später beginnt der Körper steif zu werden - die Leichenstarre setzt sehr schnell ein. Sonst dauert das 1 - 2 Stunden, doch die die Muskeln erstarren nach dem Tod ja deshalb, weil der Stoffwechsel kein ATP mehr produziert. Und ATP ist genau die Substanz, deren Produktion durch das DNP zuvor verhindert worden ist.


Wundermittel DNP ?

Übergewicht und Fettleibigkeit sind das Problem schlechthin in der heutigen Zeit und werden zu Recht von vielen Wissenschaftlern und Medien als eine Zivilisationskrankheit bezeichnet. Die Folgen von Übergewicht sind vielfältig, da wären unter anderem Bluthochdruck, Diabetes und verschiedene Herzerkrankungen. Daraus resultierend hat sich ein riesiger Markt entwickelt, der Milliarden umsetzt und ewig nach neuen "Wundermitteln" sucht um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen.

Ein solches "Wundermittel" gibt es schon seit 75 Jahren, und es taucht immer mal wieder auf dem Markt auf um dann anschließend wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Es hat den Namen 2,4-Dinitrophenol oder kurz DNP, und wir werden euch in den nachfolgenden Kapiteln erklären, warum es für einen Bodybuilder so interessant scheinen mag, wie es wirkt, und welche Nebenwirkungen auftreten können.


Geschichte von DNP

2,4-Dinitrophenol (kurz: DNP) fand schon 1919 seine erste Anwendung. Damals wurde es in Frankreich zur Herstellung von Munition verwendet. 40% DNP und 60% TNT ergaben eine explosive Mischung für Artilleriegranaten.

Wie kam es also zu der Zweckentfremdung vom DNP?

Die Antwort ist ziemlich simpel; die Arbeiter in eben diesen Sprengstofffabriken litten unter Unwohlsein, Schwindelanfällen, Schweißausbrüchen und Kopfschmerzen. Allerdings litt keiner von Ihnen an der Zivilisationskrankheit schlechthin - der Fettleibigkeit. Denn alle Arbeiter, die mit DNP kontaminiert wurden, verloren erstaunlicherweise kontinuierlich an Gewicht.

Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten avancierte DNP in den 30er Jahren zu dem Medikament der Gewichtsreduktion schlechthin. Der Grund für diese Popularität liegt darin, dass es bei einer Dosierung von 300 - 400 mg/Tag (über z.B. 2 Wochen) den Grundumsatz bei einem gesunden Menschen um sagenhafte 36 - 95 % steigen lässt. Und dies hat einen wahrlich dramatischen Gewichtsverlust zur Folge.
Ich habe gerade eine Studie zu Dinitrophenol aus dieser Zeit in der Hand (J. Belles, 1937, Biological Study of Dinitro Drugs in Humans), und dort findet man Aussagen wie die folgenden:
  • Der erhöhte Metabolismus beruht hauptsächlich auf der Verbrennung von Fett, weniger auf der von Kohlenhydraten.

  • Im Gegensatz zu Schilddrüsenhormonen greifen Dinitro-Medikamente das im Zellgewebe enthaltene Albumin nicht an, der Fettabbau geschieht also nicht auf Kosten der Muskulatur.

  • Alle Ärzte wissen, dass eine Dinitro-Medikation unverzichtbar ist, wenn monströse Fettleibigkeit sportliche Betätigung verhindert.

  • Es kann bei Fettleibigkeit verwendet werden, wenn Beruf, Lebensstil oder Probleme mit dem Herzen sportliche Aktivitäten nicht erlauben.

Es schien, als wäre die Wunderpille gefunden ...

Im Jahre 1938 wurde dann aber klar, dass DNP für eine ganze Reihe sehr unschöner Nebenwirkungen verantwortlich war, unter anderem waren das
  • Grauer Star, also eine Linsentrübung des Auges. Wobei die Linsentrübung aber eigentlich gar nicht grau war - sie hatte meist die nette, gelbbraune DNP-Farbe, die den meisten DNP-Konsumenten vertraut sein dürfte. Denn auch Urin und Schweiss nehmen auf DNP gerne diese Farbe an.

  • Leberversagen mit Todesfolge

  • Eine Krankheit namens "Agranulocytose". Dabei werden die weissen Blutzellen schneller zerstört, als der Körper sie herstellen kann. Führt zum Aussetzen des Immunsystems und meist nach 3 - 6 Tagen zum Tod.

  • Und noch eine Krankheit mit einem schwierigen Namen: "kongenitale Neutropenie", auch Kostmann-Syndrom genannt. Ist auch eine Blutkrankheit, die mit einer verminderten Anzahl der weißen Blutkörperchen zu tun hat. Führt wie die eben erwähnte "Agranulocytose" zu einem erhöhten Infektionsrisiko.

DNP wurde dann in den USA vom Markt genommen und kehrte wieder an seinen angestammten Platz in der chemischen Industrie zurück. Unter anderem wurde es für die Produktion von Holzschutzmittel, Photochemikalien und Insektengift verwendet.

Der Traum von der Wunderpille war vorbei ...

... bis nach einer langen Periode der Vergessenheit ein findiger texanischer Arzt - spezialisiert auf Fettleibigkeit und Gewichtskontrolle - DNP wiederentdeckte und Mitte der 80er Jahre auf den Markt zurückbrachte. Dieser geschäftstüchtige Arzt besorgte sich von der Firma Kodak über einen Chemie-Lieferanten die Chemikalie.
Er ließ den Stoff noch einige pharmazeutische Prozesse durchlaufen und heraus kam zunächst ein Produkt in Kapselform. Als etwas später das Geschäft richtig anlief, verfeinerte er das Verfahren, und fertig war die DNP-Tablette. Mithilfe dieser Pillen erzielte der findige Texaner unglaubliche Erfolge, eröffnete Diätkliniken in verschiedenen Bundesstaaten der USA und wurde dadurch zu einem reichen Mann.
Allerdings ging es auch diesesmal nicht lange gut, denn der Tod eines Wrestlers aufgrund der Einnahme von eben diesen DNP-Tabletten hatte eine Untersuchung zur Folge, die in einer Gerichtsverhandlung mündete. Im Zuge des Urteils wurde DNP als diätisches Medikament wieder vom Markt genommen, und ist es bis heute.


Chemische Einordnung von DNP

toxischDNP ist eine lipophile (griechisch für "fettliebend") schwache Säure. Es gehört zu der Stoffklasse der Nitrophenole. Die gesamte Stoffgruppe ist hochgiftig und führt bei Kontamination durch Einatmen, Verschlucken und Berühren zu Reizungen der Augen, der Verdauungswege, Blutvergiftung, Leberschäden, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz und Atemwegsreizung. Speziell DNP soll fruchtschädigend, karzinogen (krebserzeugend) und mutagen (erbgutverändernd) wirken.

2,4-Dinitrophenol (DNP)

Summenformel von 2,4-Dinitrophenol: C6H4N2O5

Nitrophenole fallen als Zwischenprodukte in der Rüstungsindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der chemischen Industrie an.


Wirkungsweise von DNP beim Menschen

Dieses Themengebiet ist recht komplex, da es mit der Art und Weise zu tun hat, wie der Körper aus Nahrung Energie gewinnt. Die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, nennt man Bioenergetik.
Ich will mal den Versuch machen, die Zusammenhänge so darzustellen, dass man sie auch ohne Biologie-Studium einigermaßen nachvollziehen kann.

Ein paar Dinge muss man wissen um verstehen zu können, wie DNP in den Prozess der Energiegewinnung eingreift:
  • Es gibt einen Energieträger, der im Zellstoffwechsel eine besonders wichtige Rolle spielt: ATP (Adenintriphosphat). Wenn in der Zelle Energie bereitgestellt werden muss, dann geschieht dies meist in Form von ATP. Wenn ich z.B. jetzt gerade meinen Bizeps anspanne, dann brauchen die Muskelzellen dafür eine Art Treibstoff. Und das ist ATP.

  • Hergestellt wird ATP in den sogenannten "Mitochondrien". Mitochondrien sind Teile von Zellen, und da sie den Energieträger ATP herstellen, nennt man sie auch die "Energiekraftwerke" der Zellen. Nicht alle Zellen haben gleich viele Mitochondrien. Zellen, die viel Arbeit verrichten müssen, haben auch viele Mitochondrien. Das gilt z.B. für Muskezellen und Nervenzellen. Jede Muskelzelle besitzt also ihre eigenen kleinen Kraftwerke, die den Treibstoff ATP herstellen können. Den Prozess der Treibstoffproduktion in den Mitochondrien nennt man auch "oxidative Phosphorylierung".

  • Bevor die mit der Nahrung zugeführten Kalorien in den Mitochiendrien zu ATP verarbeitet werden können, muss noch ein anderer Schritt stattgefunden haben. Und das ist der sogenannte "Citratzyklus". Der bringt nämlich energiereiche Moleküle zu den Mitochondrien hin (NADH+H+ und FADH2 - ist jetzt egal, was das genau ist). Und in diesen energiereichen Molekülen stecken die Kalorien aus der Nahrung, bevor mit deren Hilfe in den Mitochondrien der Zell-Treibstoff ATP hergestellt werden kann

Fassen wir den Prozess der ATP-Erzeugung kurz zusammen:
Der Citratzyklus bringt die Kalorien aus der Nahrung in Form von energiereichen Molekülen zu den Mitochondrien. In den Mitochondrien startet daraufhin die Treibstofferzeugung, auch oxidative Phosphorylierung genannt. Die oxidative Phosphorylierung macht aus den energiereichen Molekülen energiereiches ATP. Und damit den Treibstoff, der von der Zelle verwendet werden kann.
Wichtig ist hierbei noch, dass die Anlieferung der energiereichen Moleküle und die oxidative Phosphorylierung "gekoppelt" sind. D.h.: Immer dann, wenn die energiereichen Moleküle angeliefert werden, setzt auch die oxidative Phosphorylierung ein, also die Herstellung des Zell-Treibstoffes ATP.

Und genau das ist die Stelle, an der DNP "angreift". Durch DNP wird die oxidative Phosphorylierung nämlich von der Anlieferung der energiereichen Moleküle entkoppelt. D.h.: Die energiereichen Moleküle werden weiterhin angeliefert, jedoch setzt nun nicht mehr die oxidative Phosphorylierung ein, also die Umsetzung der Energie in den Zell-Treibstoff ATP. Und das hat zwei Konsequenzen:
  1. Die angelieferte Energie verpufft unkontrolliert zu Wärme. Dadurch kommt es zu der stark erhöhten Körpertemperatur ("Dieting by Cooking Yourself").

  2. Es wird kein ATP mehr gebildet (oder nur noch sehr viel weniger).

Die Zellen werden dadurch quasi "ausgehungert" und der Körper versucht, dies zu kompensieren. Dazu werden alle anderen Reserven genutzt, die als Energielieferanten dienen können. Die Leber gibt dann mehr Glukose frei und der Körper baut Fett ab als alternative Quelle für ATP. Das ist dann auch der Effekt, der zu der dramatischen Gewichtsabnahme führt.

Besonders problematisch ist hierbei, dass diese Prozesse der Energiegewinnung anaerob, also ohne Beteiligung von Sauerstoff stattfinden. Denn Endprodukte der anaeroben Prozesse sind Milchsäure und Äthanol, was zu einer Übersäuerung des Blutes führen kann.


Nebenwirkungen von DNP

Diese sind wahrlich vielfältig - man muss sich vor Augen führen, dass man mit DNP bewusst eine hochtoxische Substanz schluckt. DNP war niemals für den Gebrauch als Medikament zur Gewichtsreduktion gedacht.
Aufgrund der Menge der Nebenwirkungen werde ich diese jeweils nur grob skizzieren.

Nebenwirkungen bei Wirkungseintritt (die hat eigentlich jeder):
  • Fieber (39-40 Grad)

  • Ständiges Schwitzen

  • Kreislaufprobleme

  • Trockener Mund

  • Kopfschmerzen

  • Manchmal Übelkeit

Weitere und mögliche Nebenwirkungen
  • Kardiovaskulär

    • Blutdruckabfall

    • Herzrasen (Tachykardie)

    • Herzrhythmusstörungen

    • plötzlicher Herztod

  • Lunge (Pulmonal)

    • Luftnot (Dyspnoe)

    • Aspirationspneumonie (schwere Form der Lungenentzündung)

    • Lungenödem

  • Neurologisch (Nerven, Gehirn, ...)

    • Kopfschmerzen

    • Unruhe

    • Hirnödeme

    • Koma

  • Stoffwechsel (Metabol)

    • Überhitzung, Hitzeschlag (Hyperthermie)

    • Dehydration

    • Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose)

    • Zerstörung der quergestreiften Muskulatur (Rhabdomyolyse -> nierentoxisch)

  • Endokrin

    • Schilddrüsenfehlfunktion

    • erhöhter Blutzuckerspiegel

  • Gastrointestinal

    • Bauchschmerzen

    • Brechreiz

    • Erbrechen

  • Blutkrankheiten (Hämatologisch)

    • Blausucht (Zyanose, Blaufärbung des Gesichts wegen Sauerstoffmangel im Blut)

    • Gesteigerter Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolytische Anämie)

    • Veränderung des Blutfarbstoffes mit Störung des Sauerstofftransports (Methämoglobinämie)

    • Störung bei der Bildung von weißen Blutkörperchen (kongenitale Neutropenie, Kostmann-Syndrom -> Infektionsgefahr)

    • Zerstörung der weißen Blutkörperchen (Agranulocytose -> Aussetzen des Immunsystems)

  • Haut (Dermal)

    • Gelbliche Hautfärbung

    • Brennen der Haut

  • Augen

    • Linsentrübung, grauer Star

    • Brennen

  • Nieren

    • Ungenügende Funktion der Nieren (Niereninsuffizienz)

    • Nierenversagen

  • Leber

    • Leberstörungen

    • Leberversagen

Zu nennen ist natürlich noch Multiorganversagen im fortgeschrittenen Stadium einer DNP-Vergiftung.

Und dann bleibt da noch der Umstand, dass DNP auch krebserregend (karzinogen) und erbgutschädigend (mutagen) sein könnte. Zumindest findet man diese Information in diversen Gefahrstoffverordnungen zum Umgang mit chemischen Stoffen.
So richtig belegt scheint dies aber nicht zu sein, denn die Studienlage ist hier äußerst dünn. Demerec et al. fanden 1951 heraus, dass DNP Mutationen beim Bakterium E. Coli verursacht. Salmonellen-Bakterien scheinen dagegen davor gefeit zu sein (Deflora, 1981).
Studien zur Karzinogenität gibt es nur im Zusammenhang mit der Wirkung auf die Haut (Spencer et al., 1948; Boutwell & Bosch, 1959; Stenback & Garcia, 1975). Und da konnte eine krebserregende Wirkung nicht bewiesen werden.

Die sogenannte "fruchtschädigende" Wirkung ist dagegen im Tierversuch gezeigt worden (z.B. Gibson, 1973). Ob diese Erkenntnis so wesentlich ist, würde ich bezweifeln - in der Schwangerschaft DNP zu schlucken scheint mir ungefähr so vernünftig, als würde man sein Baby zum Trocknen in die Mikrowelle setzen ...


Dosierung von DNP

Nach eingehender Beratung sieht das Team von androgen-steroids davon ab ein Dosierungsschema für DNP auszuarbeiten. Diese Entscheidung resultiert aus der Tatsache, dass 2,4-Dinitrophenol kein Medikament ist, sondern eine hochtoxische Substanz. Aufgrund der Menge, Art und Unabsehbarkeit der Nebenwirkungen und des Fehlens einer adäquaten medizinischen Therapie raten wir jedem von der Einnahme von DNP ab!

Das sollte man sich wirklich vor Augen halten - bei DNP gibt es kein Gegenmittel. Auch die Ärzte können nichts anderes tun als die Symptome zu bekämpfen.


Allgemeines

Aufgrund des Fiebers und der Schweißausbrüche während der Einnahme von DNP sollte jeder Konsument ausreichend Wasser konsumieren um einer Dehydration vorzubeugen. Des Weiteren wird der gesamte Elektrolythaushalt massiv beeinträchtigt. Um dies abzuschwächen sollte man sogenannte "isotonische" Getränke wie z. B. Gatorade oder Powerrade trinken.

Die Einnahme von DNP kann manchmal eine leichte Wasserretention bewirken. Diese darf man niemals mit Diuretika angehen.

Darüber hinaus sollte man sich in ausreichenden Mengen Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine und Mineralien zuführen. Der Wirkung von 2,4-Dinitrophenol tut dies keinen Abbruch. Um bildlich zu sprechen - ihr habt euren Körper von einer Solarzelle in einen Atomreaktor verwandelt, euer Energieaustoß und somit auch der Bedarf wird gewaltig sein.

Körperliche Belastung ist auf ein absolutes Minimum zu beschränken, da der Körper es aufgrund der Hyperthermie nicht mehr schafft sich ausreichen zu kühlen. Außerdem wird das Herz-Kreislaufsystem auch schon im Ruhezustand sehr belastet. Man bedenke auch, dass die Sauerstoffversorgung des Blutes unter DNP sehr schlecht ist.

Medikamente, die Salicylsäuren enthalten, z.B. Aspirin, sind zwingend zu vermeiden, da diese Wirkstoffgruppe die Eigenschaft hat ggf. die Atmungskette weiter zu entkoppeln und die Wirkung von DNP unabsehbar steigern kann.


Mögliche Zufuhr von DNP

Wenn man sich persönlich für die Einnahme von DNP entschieden hat, wird man viele Vorschläge zur Dosierung von DNP finden. Wobei man die meisten als unverantwortlich bezeichnen kann.

In aktuellen medizinischen Studien wird die letale (also die tödliche) Dosis DNP mit 1 bis 3 Gramm angegeben (z.B. Suozzi et al., 2005). Diese Angabe bezieht sich jedoch auf eine Einmaldosis, und die Pharmakokinetik von DNP ist unklar. Die Halbwertszeit scheint aber lange genug zu sein, so dass eine Kumulierung stattfindet. Eine Studie beschreibt z.B. einen Fall, bei dem ein Bodybuilder 4 Tage lang DNP mit jeweils 600 mg/Tag eingenommen hatte und dann einen Tag später gestorben ist (McFee et al., 2004).
Wahrscheinlich lassen sich die meisten DNP-Todesfälle darauf zurückführen, dass der Kumulierungseffekt nicht beachtet worden ist. Die Menschen reagieren wie immer verschieden, und wenn die persönliche letale Dosis bei 1 Gramm liegt, dann kann diese Menge im Körper nach einigen Tagen erreicht werden, auch wenn man pro Tag deutlich weniger einnimmt.

Einer der gängigen Ansätze ist eine Gabe über 3 - 5 Wochen nach einem on/off-Schema. Jeweils eine Woche "on" und die folgende Woche "off". Dadurch, dass die on-Phase immer "nur" eine Woche dauert, soll die Kumulierung vermieden werden. Dass das funktioniert, würde ich allerdings nicht unterschreiben, denn die aus der medizinischen Literatur bekannten DNP-Todesfälle haben sich meist einige Tage nach Beginn der Einnahme ereignet.

Im Web werden Dosierungen von 2 - 10 mg/kg Körpergewicht und Tag empfohlen. Das würde dann bedeuten, dass ein Mann mit 100 kg pro Tag bis zu 1 Gramm DNP zu sich nehmen könnte. Bei solchen Vorschlägen lassen aus meiner Sicht die Engel grüßen ...

Als DNP in den 30er Jahren massenhaft zur Behandlung von Fettleibigkeit eingesetzt wurde, kam meist eine Dosis von 300 mg/Tag zum Einsatz. Wie oben erwähnt, hat es auch bei der Dosierung Tote gegeben. Aber dann durch seltenere Nebenwirkungen wie Leberversagen oder Agranulocytose. Von Todesfällen, bedingt durch Hypermetabolismis und damit verbundene Nebenwirkungen wie Überhitzung, metabolische Azidose und Rhabdomyolyse ist mir durch Berichte aus dieser Zeit nichts bekannt.


Weitere Maßnahmen

Jeder, der DNP einnimmt, sollte sich dessen bewusst sein, dass er potentiell mit seinem Leben spielt. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass Ärzte oft eine DNP Vergiftung nicht erkennen, da die Symptome ähnlich wie bei einer Überdosierung von z.B. Kokain, Amphetaminen oder MDMA ausfallen. Zur Verteidigung der Ärzte sei hier gesagt, dass DNP während des Medizinstudiums - wenn überhaupt - nur am Rande als "Kuriosum" auftaucht.

Daher sollte jeder Konsument sein näheres Umfeld darüber aufklären, dass er DNP konsumiert, und nach welchem Einnahmeschema er das tut. Denn dann kann jemand die behandelnden Ärzte darüber informieren, falls man selbst nicht mehr ansprechbar ist.

Bei einer "gefühlten" Überdosierung sollte man umgehend den Notarzt verständigen. Man sollte ihn über die Umstände informieren und ihn darauf hinweisen, dass genügend Kühlpacks und Kochsalzinfusionen für den Transport bereitgestellt werden müssen um der latenten Hyperthermie entgegenwirken zu können!

Im Anschluss daran sollte man seinen Körper selbst mit Kühlpacks kühlen. Bevorzugte Stellen sind hierbei der Leistenbereich und die Beine. Nicht empfehlenswert ist ein kaltes Bad, da dann die Möglichkeit besteht nach einem Kreislaufkollaps zu ertrinken.

Während meiner Arbeit zu diesem Artikel tauchte oft das Stichwort "Aktivkohletabletten" auf, die in Apotheken erhältlich sind. In einigen Artikel wird geschrieben, dass es sinnvoll sein soll, diese als Sofort-Maßnahme bei Überdosierung einzunehmen. Dieser Umstand war auch Thema einer Diskussion zwischen mir und einem Professor bezüglich DNP.

Fazit: Bei Überdosierung von DNP besteht die geringe Möglichkeit den Verlauf positiv zu beinflussen, indem man umgehend Aktivkohletabletten einnimmt. Auch wenn das den behandelnden Ärzten evtl. nur ein wenig mehr Zeit verschafft - schaden wird es definitiv nicht.


Abschließend

"Die Form des Lebens" - DNP kann zweifellos sehr gut dabei helfen, diese zu erreichen; keine andere Substanz mündet in mehr Gewichtsverlust als 2,4-Dinitrophenol in einer vergleichbar kurzen Zeitspanne. Aktive Fettverbrennung, keine langwierige Diät und kein hochintensives Kardiotraining - eine Offenbarung für jeden ambitionierten Bodybuilder und Wettkampfsportler!

Doch der Preis, den man für diese Vorteile bezahlen muss, ist ungleich hoch - eventuell zahlt man sogar mit dem eigenem Leben! Die Liste der Nebenwirkungen ist so lang wie erschreckend; und den Ärzten sind aufgrund einer fehlenden erfolgversprechenden Therapie die Hände gebunden.

Einige führen bei der Diskussion um die Gefährlichkeit von DNP solche Aussagen an, wie z.B. "Insulin ist auch gefährlich". Dem kann man nur zustimmen, aber der Unterschied liegt schon alleine in der Tatsache, dass Insulin ein Medikament ist und DNP eine hochtoxische Substanz. Desweiteren gibt es einen korrekten Umgang mit Insulin, und die Nebenwirkungen sind absehbar und behandelbar. All dies ist bei 2,4-Dinitrophenol nicht der Fall, jeder von euch sollte sich dessen bewusst sein!

Fakt ist, dass viele von uns im Bodybuilding ihrem Körper Dinge antun (Medikamentenmissbrauch etc.), die Außenstehende als verrückt bezeichnen würden. Doch lebensmüde sind wir deshalb noch lange nicht, wir verfolgen nur zielstrebig den Weg zu unsererm körperlichen Ideal und nehmen dabei einige Hürden in Kauf.

Dazu gehört auch für viele von uns die Teilnahme an Wettkämpfen, oft einfach nur aufgrund der Atmosphäre und des tollen Gefühls. Nicht um unbedingt zu gewinnen, sondern einfach nur um eine gute Zeit zu verbringen. Es ist unglaublich, wenn die Zuschauer einen bewundern und klatschen, und die Jungs aus dem Studio einem anerkennend auf die Schultern klopfen. All die Stunden im Studio, die Schmerzen und die Diät haben sich ausgezahlt. Das ist wahre Euphorie - das ist Bodybuilding!


Andere setzen sich höhere Ziele und möchten in das Profilager und auf die internationale Bühne. Die Gründe dafür sind vielfältig und natürlich abhängig von der Person. Aber jedem sollte klar sein, dass es nicht wirklich viel Geld zu holen gibt, nur einer unter uns hat den "one million dollar contract".

Bleibt nur noch der Ruhm - ich entscheide mich für das Leben!

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