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Wer hat Angst vor bösen Jungs?

Ein Plädoyer für mehr Frauen im Freihantelbereich

Ulrike Hacker, 16.04.2012

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Irrationale Ängste begleiten uns seit Urzeiten. Das Monster, das wir als Kinder im Schrank wähnten, sobald das Licht ausgeschaltet wurde, ist wohl zu den frühsten rein unserer Fantasie entsprungenen Bedrohungen unserer Biografie zu zählen. Aber unbegründete Furchtsamkeit endet nicht mit dem Erlangen einer gewissen geistigen Reife. Imaginäre Fettpölsterchen, der katabole Teufel und andere Offensichtlichkeiten, die von Außenstehenden nur müde lächelnd als Spinnerei abgetan werden, sind uns bis zum Schluss treue Wegbegleiter. Aber wir sollten Phobien dann nicht mehr belächeln, wenn sie uns in unserem Handeln einschränken, wenn sie uns mutlos machen. So, wie es den vielen Frauen geht, denen ihr Schamgefühl die Tür zur Freihantelzone verschließt.

Was in Wirtschaft und Politik eifrig und doch so erfolglos ausgefochten wird, gelingt in der Fitness- und Bodybuilding-Szene völlig selbstläuferisch: die Frauenquote erhöht sich hier kontinuierlich. "Strong ist the new Skinny" heißt es. Nicht erst seit die "Brigitte" die Abbildung von mageren Models auf ihren Covern einstellte und Twiggy altersbedingt von den Laufstegen dieser Welt Abschied nehmen musste, wandelt sich das Schönheitsideal. Und so darf frau gern fit, stark, durchtrainiert, sogar subtil muskulös sein – es scheint fast, als würde sich die Emanzipation auch in optischen Trends widerspiegeln. Mit Einführung der Figur- und Bikiniklasse wagen sich immer mehr Frauen gar an das bisherige Sperrgebiet Bodybuilding heran.

Doch allen positiven Tendenzen zum Trotz verbleibt ein gravierender Fehler im Subsystem Fitnessstudio: Noch immer scheuen viele Damen den Freihantelbereich, als ginge von ihm jene Gefahr aus, die eigentlich nur den minenverseuchten Landschaften ehemaliger Kriegsgebiete zugesprochen werden kann. Selbst wenn der gedankliche Schritt zu mehr sportlichem Engagement vollzogen wurde bedeutet dies nicht, dass auch die Hemmschwellen des interpersonellen Auftritts so einfach abgebaut werden können. Eigentlich sind wir Frauen doch zum Präsentieren erschaffen: Die Natur gab uns die Werkzeuge der Attraktivität, und den Männern die entsprechende Sensibilisierung mit auf den Weg, um im Zusammenspiel aus beiden den Homo sapiens in die Zukunft retten zu können. Und im Prinzip beweist doch der Blick in sagen wir mal eine gewöhnliche, westeuropäische Fußgängerzone auch, dass das Spiel noch immer gut funktioniert: karnevalsartiges Makeup, Frisuren, in die Monatsgehälter investiert wurden, und nicht zuletzt Bekleidung, die, ob der Ästhetik der Figur angepasst oder nicht, von ausgeprägter Geltungssucht zeugen. Allein im Gym verlässt dann doch viele der Mut.

Die rotglühende Verlegenheit, mit der sich so viele um die Hantelzone drücken, erinnert an Fünftklässlerinnen auf der ersten Klassenfahrt, die kichernd vor dem Knabenwaschraum Spalier stehen. Die Angst vor dem unbekannten Terrain lähmt, und als Erwachsene sind wir auch noch wesentlich versierter darin, uns gefällige Rechtfertigungen zu überlegen. "Ich habe absolut keine Lust, die ganze Zeit doof angeglotzt zu werden!", lautet dann die schon hunderte Male vorgebrachte Ausrede.

Wohl ein uns allen gemeinsamer Denkfehler liegt in der Überschätzung der eigenen Wichtigkeit. Wann immer ich einen Vortrag ausarbeiten muss, entwickele ich eine Detailversessenheit, um auch ja jede Blamage im Vorfeld ausschließen zu können, ohne mich dabei an die aus eigener Erfahrung stammende Erkenntnis zu entsinnen, nach der sich jeder im Auditorium nach der Titelfolie, allerspätestens aber nach der Agenda einer Powerpointpräsentation gelangweilt wieder seinem Smartphone widmet. Nicht anders verhält es sich im Fitnessstudio: niemand der dort Anwesenden ist mit dem Anblick einer Frau gänzlich unvertraut. Der ein oder andere nennt vielleicht sogar ein Weib sein Eigen! Wer nicht zufällig das Training in einem Staat aufnimmt, der Frauen den Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur mit einer Burka bekleidet erlaubt, der muss sich auch nicht wie ein nie zuvor gesehenes Fabelwesen fühlen.

Gut, allein aus dem Bewusstsein um die Außenseiterrolle, die der Aufenthalt in einer Männerdomäne generiert, speist sich zumeist noch nicht die Angst. Wahrscheinlicher sind die Bedenken, sich durch die sportliche Aktivität selbst bloß zu stellen, durch mangelhafte Übungsausführungen etwa oder geringe Trainingsgewichte. Die Furcht teilen sie sich übrigens, theoretisch, mit den dreibeinigen Trainingsanfängern – aber denen scheint das praktisch erstaunlich egal zu sein. Männer sind eben von Haus aus Macher! Die dürfen ja auch öffentlich rülpsen und pupsen. Frauen hingegen sehen sich in das Korsett der Anmut gezwängt. Gleichzeitig können sie sich aber auch glücklich schätzen, die Lizenz zum Kneifen zu besitzen. Niemand verlangt von einer Frau, dass sie mutig sein müsste. Man gesteht ihr, trotz offensichtlicher Sinnlosigkeit, das Versauern auf dem Stepper oder auf dem Pezziball billigend zu. Liegt nicht grade hierin die Chance, die Erste zu sein, die doch den Mut aufbringt, ihr Gesicht zu zeigen, wo man sie nicht erwarten würde, so wie auch irgendwann eine Frau die erste Ärztin wurde, die erste Theaterdarstellerin oder die erste Päpstin (zumindest glaube ich an die Geschichte)? Die historischen Vergleiche mögen zu dick auftragen, aber für jede Trainierende stellt die Überwindung der eigenen Scheu doch einen Triumph vergleichbaren Ausmaßes dar, der ihr zweifelsohne Anerkennung einbringen wird.

Überhaupt: warum maßen wir uns eigentlich an, den Männern aus der "Pumperecke" (das Wort gehört so und so verboten!) derartige Boshaftigkeit zu unterstellen? Nur weil sie andere Körper haben als der Normalbürger, sind sie im Geiste nicht gänzlich entartet. Toleranz sollte heutzutage als üblicherweise in der durchschnittlich guten Kinderstube vermittelter Wert gelten. Bodybuilder sind keine Neandertaler! Sie werden sich, wann immer ein(e) Neue(r) in ihrer Mitte auftaucht, an die eigenen Anfänge, an den eigenen 30er-Oberarm oder an die eigene Adipositas, erinnern.

Jede Frau, die den Schritt in die vermeintliche Gefahrenzone gewagt hat, wird bestätigen, dass ihr hier Freundlichkeit und Kameradschaft entgegengebracht werden, wie man sie sonst nirgendwo finden wird.

Aus der so schwer nachvollziehbaren Angst der Frauen schlägt eine ganze Industrie Profit, die Hersteller pinker 0,5kg-Hanteln und natürlich die vielen, vielen Frauenfitnessstudios, die dieser Tage überall wie Pilze aus dem Boden schießen. Hand aufs Herz: Wer möchte schon eine Sonderbehandlung für sich in Anspruch nehmen? Was körperbehinderte Menschen als Beleidigung empfinden, heißen viele Frauen begeistert willkommen. Die Analogie erscheint vielleicht hart, aber der Kontrast zwischen der gesellschaftlichen Moral und der Realität ist es auch. Frauen fordern ein weibliches Ampelmännchen und klagen gegen die Vergabe weiblicher Vornamen an Tiefdruckgebiete, aber sobald sie in ihre Turnschuhe geschlüpft sind, verzichten sie liebend gern auf die Gleichstellung. Mich würde interessieren, wie viele Frauen im heimischen Wohnzimmer die Hosen tragen, sich mit Haaren auf den Zähnen durch den Alltag schlagen, beruflich vielleicht hunderte männliche Mitarbeiter unter sich wissen, aber im Fitnessstudio jeden Kontakt mit dem anderen Geschlecht vor lauter Scham tunlichst vermeiden.

Ich würde lügen, wenn ich behauptete, nicht anfänglich die selben Zweifel gehegt zu haben, obgleich ich glücklicherweise von Anfang an einen männlichen Begleiter an meiner Seite hatte. Die Einführung in ein bestehendes soziales Gefüge gelingt bekanntlich durch einen bereits integrierten Vermittler am besten. Trotzdem ist mir die Hemmschwelle durchaus vertraut, auch in meinem Studio war und bin ich immer noch ein absolutes Unikat an der Langhantel. Trotzdem, oder vielleicht sogar deswegen, habe ich hier viele liebenswerte Menschen kennengelernt, Hilfe bekommen, Bestätigung und Motivation erhalten und nicht zuletzt sportliche Erfolge feiern können, die in meinen Augen auf anderem Wege nicht erreichbar gewesen wären. Vielleicht läge die Quote derer, die bereits nach wenigen Ausflügen in die Welt des Krafttrainings das Handtuch wieder werfen, nicht so erschreckend hoch, wenn mehr Frauen von Anfang an den Schritt in den Freihantelbereich wagen würden. Denn wenn sich irgendwo das Feuer der Leidenschaft für den Sport entzündet, dann dort.

Ich empfinde die Atmosphäre unter lauter Männern übrigens auch als deutlich entspannter gegenüber derjenigen, die im Kreise stutenbissiger, von Midlifecrisis, Dauerdiät und Jugendwahn frustrierter Damen vorherrscht.

Was denkst du, wenn du, selbst auf dem Autositz lümmelnd, eine vom Fett durchweichte Papiertüte aus dem McDrive auf dem Schoß, an einem Jogger vorbeifährst, der sich schlurfenden Schrittes durch den Regen quält? Denkst du: "Peinlich, sich so in der Öffentlichkeit zu präsentieren!", oder vielleicht doch: "Meinen größten Respekt! Hätte ich doch auch nur so viel Disziplin!"? Eventuell hegt auch der große, starke Mann, der dich im Studio aus dem Augenwinkel beobachtet, dir gegenüber keine Verachtung, sondern Respekt.

Wahrscheinlich gibt es im Gym so und so nur zwei Arten von Männern: die einen, die so auf ihr eigenes Training fixiert sind, dass sie nicht mal bemerken würden, wenn der Raum durch einen plötzlichen Stromausfall schlagartig in völlige Finsternis getaucht wäre. Oder schlimmstenfalls die anderen, denen der Anblick einer kreuzhebenden Frau ein durchaus willkommener ist. In keinem Fall muss sich eine anwesende Frau die Eselsmütze aufsetzen.

Klar, alles braucht seine Zeit. Von einem Ende der Männerdominanz im Kraftsport kann, bei allem Optimismus, noch lange keine Rede sein. So, wie sich die Rollenverteilung in der Kinderspielzeugindustrie noch hartnäckig niederschlägt, tut sie es auch in jedem Fitnessstudio. Aber auch die ersten Frauen an Universitäten waren wahre Exoten, so wie die ersten in der Politik oder in den Streitkräften. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie heute in den genannten Feldern agieren, die setzt sich, wer weiß?, vielleicht auch irgendwann bei uns durch. Dazu bräuchte es nur ein bisschen mehr Vertrauen, in sich selbst und in andere Menschen. Mädelz, wäre doch geil, wenn wir die Pioniere dieser Entwicklung sein könnten!

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