TEAM-ANDRO.com

Jubiläumskation: 10 Jahre TEAM-ANDRO

Andro-Shop Specials

ESN IsoWhey Hardcore, 1000g Standbeutel ESN IsoWhey Hardcore, 1000g Standbeutel
Statt 24,90 € Nur 19,90 €
incl. USt, exkl. Versand
ESN IsoWhey Hardcore, 2268g Dose ESN IsoWhey Hardcore, 2268g Dose
Statt 53,90 € Nur 47,90 €
incl. USt, exkl. Versand
Fitmart Arginin-Alpha-Ketoglutarat, 500g Fitmart Arginin-Alpha-Ketoglutarat, 500g
Statt 29,90 € Nur 22,90 €
incl. USt, exkl. Versand

Neueste Texte

20.09.2014von Thomas
Olympia Weekend 2014: Der Freitag
17.09.2014von Thomas Koch
Alle Klassen im Überblick
13.09.2014von Team Andro Redaktion
Die Beinroundtable (II)
11.09.2014von Jonas Meissner
Review: Krafttraining – Praxis und Wissenschaft
09.09.2014von Denis Tengler
Kinesiologisches Taping bei Handgelenkbeschwerden
08.09.2014von abergau
Wie man aus einer schlechten Trainingseinheit das Beste macht
05.09.2014von Lukas S.
Bodybuilding vs. Alltag?!
04.09.2014von Christopher V.
Mark Broscience
03.09.2014von Carsten D.
Passion fucking trumps everything
02.09.2014von Nick N.
Wir, die Weltoffenen
01.09.2014von Lothar P.
Konsumverhalten der Fitness-Szene
29.08.2014von Team Andro
Die Beinroundtable (I)
27.08.2014von Ulrike Hacker
Das CrossFit-FAQ
21.08.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 1-4
20.08.2014von Jonas Meissner
Big and Strong 2014: Build Up! Woche 1-4
19.08.2014von Frank-Holger Acker
Big and Strong 2014: Monster Legs Woche 1-4
18.08.2014von Philipp Rauscher
Big and Strong 2014: Powerbuilding 2.0 Woche 1-4
15.08.2014von Chris Eikelmeier
Das Ende der artgerechten Ernährung des Menschen? (V)
11.08.2014von Nico Schmidt
Warum führt Training eigentlich zu Muskelaufbau?
10.08.2014von TEAM-ANDRO Redaktion
Big and Strong mit Team Andro: Massephase 2014

Umfrage

Zur Zeit sind leider keine Umfragen aktiv.

Archiv

Wirklich ein Testobooster?

Ein wissenschaftlicher Blick auf Ecdysteron

bulkolly, 10.07.2012

Diskussion Versenden Drucken

Auf dem Supplementmarkt findet man seit einiger Zeit immer wieder Produkte, die so genannte Ecdysteroide wie 20-Hydroxyecdysone (Ecdysteron) enthalten. Laut Angaben der Hersteller dieser Produkte sollen Ecdysteroide beim Menschen eine starke anabole Wirkung aufweisen und ähnlich wie anabole Steroide den Muskelaufbau deutlich steigern. Da es sich bei Ecdysteroiden um pflanzliche Verbindungen handelt, können sie in den meisten Ländern legal als Supplement verkauft werden und sollen laut Herstellerangabe aufgrund ihrer natürlichen pflanzlichen Herkunft frei von Nebenwirkungen und gesundheitlich unbedenklich sein.

Was sind Ecdysteroide und wie wirken sie?

Bei Ecdysteroiden handelt es sich um Hormone, die bei Häutungstieren (Reptilien, wie Schlangen und Echsen), Spinnen, Krebsen, Insekten und einigen Pflanzen vorkommen. Bei Tieren steuern diese Hormone Prozesse wie Häutung (Ecdysis, wovon der Name Ecdysteroid abgeleitet ist), Metamorphose und Fortpflanzung. Pflanzen verwenden Ecdysteroide zur Abwehr von Fressfeinden. Bei Tieren geht die Wirkung von Ecdysteroiden von einer Aktivierung spezifischer Ecdysonrezeptoren aus, welche in einer gezielten Aktivierung der Proteinbiosynthese resultiert.

Beim Menschen und den meisten Säugetieren fehlen jedoch diese Ecdysonrezeptoren, weshalb Wissenschaftler daran zweifeln, dass oral zugeführte Ecdysteroide bei Menschen eine spezifische Wirkung entfalten können. Mit Tieren durchgeführte Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass Ecdysteron trotz fehlender Ecdysonrezeptoren einen Einfluss auf die Proteinbiosynthese, den Fettstoffwechsel und den Kohlenhydratstoffwechsel besitzen könnte. Man vermutet, dass Abbauprodukte von Ecdysteron mit unterschiedlichen Rezeptoren im Körper interagieren und so eine Wirkung hervorrufen könnten. Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass Ecdysteron eine direkte Auswirkung auf die GABA-Rezeptoren besitzen könnte, wobei diese Untersuchungen jedoch lediglich in vitro (im Reagenzglas) mit isolierten Rattenneuronen durchgeführt wurden.

Gibt es Studien, die auf eine anabole Wirkung von Ecdysteroiden hinweisen?

In der wissenschaftlichen Literatur finden sich zahlreiche Studien (2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10) die eine gewisse positive Wirkung von Ecdysteroiden bei Tieren nahelegen. Diese Studien werden häufig von den Herstellern von Ecdysteron Produkten als Beleg für die Wirkung dieser Produkte herangezogen. Die meisten dieser Studien wurden in Russland und Tschechien durchgeführt. Im Folgenden möchte ich die wichtigsten dieser Studien kurz vorstellen und kritisch betrachten.

Bei der ersten Studie handelt es sich um eine tschechische Studie, die mit japanischen Wachteln durchgeführt wurde (2). Im Rahmen der Studie wurden junge japanische Wachteln entweder mit einem Standardfutter oder einem Standardfutter und getrockneten, pulverisierten Samen der asiatischen Pflanze Leuzea Carthamoides, welche 1,8 bis 2,0 % Ecdysteron enthalten, gefüttert. Nach 50 Tagen wiesen die mit dem Ecdysteron Futterzusatz gefütterten Wachteln ein 20% höheres Körpergewicht als die Wachten auf, die nur das Standardfutter bekamen.

Die Autoren merkten jedoch bereits selbst an, dass die beobachtete Wirkung nicht mit letzter Sicherheit direkt auf Ecdysteron zurückgeführt werden kann, da die verwendeten Pflanzensamen neben Ecdysteron noch zahlreiche weitere aktive sekundäre Pflanzensubstanzen enthalten. Interessant war jedoch, dass sich die im Blut der Wachteln gemessene Konzentration von Ecdysteron direkt proportional zur über die Nahrung zugeführten Ecdysteronmenge verhielt, was auf eine orale Bioverfügbarkeit von Ecdysteron hindeutet. Darüber hinaus muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, dass solche Untersuchungsergebnisse nicht zwangsläufig von Wachteln auf Menschen übertragbar sein müssen, da es Unterschiede bezüglich der Biochemie von Vögeln und Säugetieren gibt.

Eine russische Studie aus dem Jahr 1984 (3) kommt zu dem Ergebnis, dass Phytosteroide wie Turkesteron, Ecdysteron und 2-desoxy-alpha-Ecdison in Dosierungen von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht (was einer Dosierung von 400 bis 500 mg bei einem 80 bis 100 Kilo schweren Sportler entsprechen würde), bei Mäusen die Proteinsynthese anregt. Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung, dass die gesteigerte Proteinsynthese nicht auf einer Induzierung der RNA Synthese, sondern einer Beschleunigung des Translokationsprozesses beruht. Leider ist von dieser Studie nur das Abstract in Englisch verfügbar, was eine genauere Untersuchung des Aufbaus unmöglich macht und die Frage offen lässt, ob die Phytosteroide oral verabreicht oder injiziert wurden.

Weitaus interessanter ist eine Ungarische Studie aus dem Jahr 2008 (4). Im Rahmen dieser Studie wurde Ratten über einen Zeitraum von 8 Tagen aus der Pflanze Silene viridiflora extrahiertes 20-Hydroxy-Edcdysteron in einer Dosierung von 5mg pro Kilogramm Körpergewicht injiziert. Das Ecdysteron wurde hierbei in die linke Pfote der Ratten injiziert und die Wissenschaftler untersuchten, welche Muskelfasern hiernach wuchsen.

Hierbei wurden zwei unterschiedliche Muskeln genauer untersucht: der Soleus, der primär aus langsam kontrahierenden Fasern besteht und der Extensor Digitorum, ein Wadenmuskel, der primär aus schnell kontrahierenden Muskelfasern besteht. In beiden Muskeln konnte eine Vergrößerung der Muskelquerschnittsfläche beobachtet werden, wobei die Wirkung im Soleus größer als im Extensor Digitorum ausfiel. Interessanterweise war die Wirkung in dem Bein, in das das Ecdysteron injiziert wurde, deutlich stärker als im gegenüberliegenden Bein ausgeprägt.

Diese Resultate zeigen, dass Ecdysteron ein Steroid ist, das sich im Körper nach der Injektion nicht gleichmäßig verteilt, sondern primär im Bereich der Injektionsstelle seine Wirkung entfaltet. Wie diese Beobachtung auf eine orale Gabe von Ecdysteron übertragen werden kann, ist noch nicht geklärt. Da injizierbare Ecdysteron Präparate mit Sicherheit nicht als Supplement vermarktungsfähig sind, wäre es interessant herauszufinden, ob ein transdermales Gel zum Auftragen auf die Haut mit gezielter Abgabe des Wirkstoffs eine ähnliche Wirkung besitzen würde.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist, dass Ecdysteron bei kastrierten Ratten eine deutlich geringere Wirkung als bei nicht kastrierten Ratten zeigte. Dies deutet darauf hin, dass Ecdysteron mit anderen Wachstumsfaktoren – wahrscheinlich insbesondere Testosteron - zusammenarbeitet, um seine Wirkung zu entfalten und dass Ecdysteron nicht isoliert wirkt. Auf diese Vermutung führen die Autoren der Studie übrigens auch die unterschiedliche Wirkung von Ecdysteron im Soleus Muskel und im Extensor Digitorum Muskel zurück. Sie gehen davon aus, dass im Soleus bestimmte Wachstumsfaktoren vorhanden sind, die im Extensor Digitorum nicht präsent sind.

Neben der Vergrößerung der Muskelquerschnittsfläche erhöhte Ecdysteron auch die Anzahl der Myozellkerne in den Muskelfasern. Dies deutet auf eine Aktivierung von Sattelitenzellen hin.

Wie sieht die Wirkung beim Menschen aus

Bei allen bisher betrachteten Studien handelt es sich um Untersuchungen, die mit Tieren, bei denen es sich teilweise nicht einmal um Säugetiere handelte, durchgeführt wurden und bei denen teilweise eine injizierbare Darreichungsform von Ecdysteron verwendet wurde. Solche Ergebnisse sind nicht zwangsläufig auf den Menschen übertragbar.

Etwas Licht ins Dunkel bringt eine Doppelblindstudie Studie aus dem Jahr 2006, bei der die Wirkung einer oralen Ecdysteron Administration bei trainierten Männern untersucht wurde (5). Im Rahmen dieser Studie wurde männlichen Sportlern, die bereits über Erfahrung mit einem Training mit Gewichten verfügten, über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich 200 mg Ecdysteron oral verabreicht. Zu Beginn, im Verlauf der Studie und nach Studienende wurden Muskelkraft, Muskelausdauer, anaerobe Kapazität und Körperkomposition untersucht.

Die Resultate dieser Untersuchung fielen sehr ernüchternd aus. Nach 8 Wochen der Ecdysteron Administration konnten im Vergleich zur Placebogruppe keine Veränderungen bezüglich der Trainingsadaption, des Körperfettanteils, der Maximalkraft bei Bankdrücken und Beinpressen, sowie der maximalen Sprintleistung beobachtet werden. Auch die Spiegel von Gesamttestosteron, freiem Testosteron, und Kortisol, sowie die Stickstoff- und Kreatininausscheidung über den Urin und das Blutverhältnis von Stickstoff zu Kreatinin unterschieden sich nicht zwischen den beiden Gruppen.

Es ist nicht überraschend, dass die Autoren der Studie aufgrund dieser Resultate zur Schlussfolgerung kommen, dass Ecdysteron weder Körperkomposition noch Adaptionen an das Training noch anabolen/katabolen Hormonstatus noch allgemeine Marker des Katabolismus beim mit Gewichten trainierten Männern beeinflusst.

Fazit

Auch wenn mit Tieren durchgeführte Untersuchungen mit Ecdysteron auf ein anabole Wirkung dieses hormonellen Wirkstoffs hinweisen, gibt es bis jetzt keine Hinweise darauf, dass diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Das heißt nicht, dass völlig ausgeschlossen ist, dass Ecdysteron auch beim Menschen eine gewisse Wirkung zeigen könnte.

Vielleicht war die verwendete Dosierung von 200 mg Ecdysteron pro Tag im Rahmen der erwähnten Humanstudie einfach nicht hoch genug, wofür die bei den zitierten Tierstudien verwendeten deutlich höheren Untersuchungen sprechen könnten, die auf einen 80 Kilo schweren Sportler umgerechnet einer Tagesdosis von 400 mg Ecdysteron entsprechen würden. Vielleicht ist Ecdysteron beim Menschen auch ganz einfach nicht oral bioaktiv und muss per Injektion zugeführt werden, wie dies im Rahmen der zitierten Rattenstudie (4) der Fall war.

Es kann jedoch auch gut sein, dass Ecdysteron beim Menschen völlig unwirksam ist, da sich der Organismus des Menschen in den entsprechenden Bereichen zu sehr vom Organismus von Ratten und anderen Tieren, bei denen Ecdysteron eine Wirkung zeigte, unterscheidet.

Für eine abschließende Antwort auf diese Fragen bedarf es weiterer Untersuchungen mit menschlichen Probanden, bei denen höhere orale Dosierungen zum Einsatz kommen und außerdem die Blutspiegel von Ecdysteron gemessen werden, um festzustellen, wie die orale Bioverfügbarkeit von Ecdysteron beim Menschen ausfällt. Interessant wären auch Untersuchungen mit injizierbarem Ecdysteron, da hier etwaige Probleme mit bei der oralen Bioverfügbarkeit umgangen werden können und direkt der Einfluss von Ecdysteron auf Proteinsynthese und Muskelwachstum bestimmt werden könnte.

Referenzen:

  1. Tsujiyama S, Ujihara H, Ishihara K, Sasa M., Potentiation of GABA-induced inhibition by 20-hydroxyecdysone, a neurosteroid, in cultured rat cortical neurons. Japanese Journal of Pharamacology, Mai 1995, Ausgabe 68, Nummer 1, Seite 133-6
  2. Koudela, K. and Tenora, J. and Bajer, J. and Mathova, A. and Slama, K., Stimulation of growth and development in Japanese quails after oral administration of ecdysteroid-containing diet. European Journal of Entomology, 1995, Ausgabe 92, Seite 349
  3. Syrov, VN, Mechanism of the anabolic action of phytoecdisteroids in mammals. Nauchnye doklady vysshei shkoly, Biologicheskie nauki, 1984, Ausgabe 11, Seite 16
  4. Tóth N, Szabó A, Kacsala P, Héger J, Zádor E., 20-Hydroxyecdysone increases fiber size in a muscle-specific fashion in rat. Phytomedicine, September 2008, Ausgabe 15, Nummer 9, seite 691-8.
  5. Wilborn CD, Taylor LW, Campbell BI, Kerksick C, Rasmussen CJ, Greenwood M, Kreider RB. Effects of methoxyisoflavone, ecdysterone, and sulfo-polysaccharide supplementation on training adaptations in resistance-trained males. Journal of the International Society of Sports Nutrition, Dezember 2006, Ausgabe 13, Nummer 3, Seite 19-27
  6. Slama K, Koudela K, Tenora J, Mathova A. Insect hormones in vertebrates: anabolic effects of 20-hydroxyecdysone in Japanese quail. Experientia. 1996, Ausgabe 52, Nummer 7, Seite 702–6.
  7. Slama K, Kodkoua M. Insect hormones and bioanalogues: their effect on respiratory metabolism in Dermestes vulpinus L. (Coleoptera) Biol Bull. 1975, Ausgabe 148, Nummer 2, Seite 320–32.
  8. Tashmukhamedova MA, Almatov KT, Syrov VN, Sultanov MB, Abidov AA. Effect of phytoecdisteroids and anabolic steroids on liver mitochondrial respiration and oxidative phosphorylation in alloxan diabetic rats. Nauchnye Doki Vyss Shkoly Biol Nauki. Seite 37–9.
  9. Syrov VN. [Mechanism of the anabolic action of phytoecdisteroids in mammals] Nauchnye Doki Vyss Shkoly Biol Nauki. pp. 16–20.
  10. Kholodova Y. Phytoecdysteroids: biological effects, application in agriculture and complementary medicine (as presented at the 14-th Ecdysone Workshop, July, 2000, Rapperswil, Switzerland) Ukr Biokhim Zh, 2001, Ausgabe 73, Nummer 3, Seite 21–9.

Nach oben