TEAM-ANDRO.com

Bestpreise ESN und Fitmart

Neu im TA24-Shop

BETTER BODIES Classic Mesh Pant BETTER BODIES Classic Mesh Pant
59,90 €
incl. USt, exkl. Versand
Gorilla Classic Core Cap Gorilla Classic Core Cap
24,90 €
incl. USt, exkl. Versand
GASP Heavy Knitted Hat GASP Heavy Knitted Hat
29,90 €
incl. USt, exkl. Versand

Neueste Texte

29.10.2014von Jonas Meissner
Du bist, was du isst: Biologisch, vegetarisch und vegan (I)
28.10.2014von Denis Tengler
Einstieg in die Bikiniklasse
27.10.2014von Frank-Holger Acker
Hardgainer und Muskelaufbau: 5 weitere Ernährungstipps
25.10.2014von Manuel Kara
Review: Original Strength
24.10.2014von Thomas Koch
10+1 Lehren aus der Herbstsaison der IFBB Pro League
23.10.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 9-12
22.10.2014von Jonas Meissner
Big and Strong 2014: Build Up! Woche 9-12
21.10.2014von Frank-Holger Acker
Big and Strong 2014: Monster Legs Woche 9-12
20.10.2014von Philipp Rauscher
Big and Strong 2014: Powerbuilding 2.0 Woche 9-12
17.10.2014von Team Andro Redaktion
Die Beinroundtable (IV)
16.10.2014von DZA
Warum läuft mein Training nicht?
15.10.2014von Frank-Holger Acker
Bodybuilding: Reis mit Hühnchen die optimale Ernährung?
13.10.2014von Denis Tengler
Manuelle (Gelenk-)Therapien
10.10.2014von Team Andro Redaktion
Die Beinroundtable (III)
07.10.2014von Stephan Korte
Die Metabole Diät (III)
06.10.2014von abergau
Die Wahrheit über die Glykogenspeicher
02.10.2014von Manuel Kara
5 Basic Animal Crawls
30.09.2014von Dominik Feischl
Dem Training richtig Schub verleihen
29.09.2014von Friedhofschiller
Thibaudeaus Übungen für alle möglichen Ziele
24.09.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 5-8

Zuletzt hochgeladen

Umfrage

Zur Zeit sind leider keine Umfragen aktiv.

Archiv

Streben nach Perfektion

Von Ernährungstrends, Schnelllebigkeit und Essstörungen

Philipp Rauscher, 08.08.2012

Diskussion Versenden Drucken

Ich bin 27. Seit ich 16 war, gilt meine ganze Aufmerksamkeit dem Sport und vor allem aber der Ernährung. Das sind nun entsprechend 11 Jahre, während denen ich Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln konnte. Angefangen bei "Internetwissen", über diverse Trainerlizenzen, hin zum Studium und schließlich bis zur Arbeit mit Sportlern aller Leistungsklassen und jeder Menge Eigenrecherche. Nein, das soll hier nun kein Text über mich und meinen Lebenslauf werden. Aber ich kann behaupten, dass auch ich nun schon so einige Trends miterlebt habe, mitgemacht habe und auch des Öfteren damit auf die Nase gefallen bin. Das Einzige, was mich beruhigt: es ging nicht nur mir so. Was mich aber ganz und gar nicht beruhigt, ist, mit anzuschauen, wie schnelllebig die Ernährungswelt doch mittlerweile geworden ist. Ich erinnere mich noch genau daran als ich angefangen habe zu trainieren und mich über die Ernährung als unterstützenden Faktor für die Trainingsergebnisse zu informieren. Damals wurde noch jedem zu Geduld geraten. Einfach immer weiter machen war die Devise. Mittlerweile hat sich das geändert. Höher, schneller, weiter! Das gilt mittlerweile auch in Sachen Ernährung. Wochenlange Diät? Geht das nicht auch schneller? Vielleicht mit intermittent fasting? Carb-Backloading? Protein sparing modified fast? Der Starship Trooper Hyper Galaxy Diet? Leute, wacht auf!

Dass Bodybuilder schon immer in gewisser Weise "besonders" in Sachen Ernährung sind, das ist ja wohl ein offenes Geheimnis. Ständig und überall mit Frischhaltedosen unterwegs, genau abgezählten Kalorien und in Extremfällen, mit einem Wasserkanister unterm Arm. Der Wecker des Smartphones ist eingestellt – oder in den 80ern vielleicht auch der Wecker der digitalen Casio Armbanduhr – damit man keine Mahlzeit verpasst und auf die Minute genau essen kann, nur um dem katabolen Teufel zu entkommen. Mal ehrlich…das haben wir alle durch oder sind mitten drin. Diese "Regeln" galten für alle, die erfolgreich sein wollten. Wer aus diesem Schema "ausgebrochen" ist und "gesündigt" hat, der hatte ein schlechtes Gewissen – oder auch nicht. Aber man war sich darüber bewusst, dass man gerade eine Pizza gegessen oder sich über einen großen Eisbecher hergemacht hat. Man wusste, dass das NICHT der typischen Sporternährung entsprach und man wusste, dass es sich hierbei nicht um gesunde Lebensmittel handelt, die direkt förderlich für den ausgeübten Sport sind. Man wusste es. Aber es war okay, so etwas zu essen und man hat sich damit abgefunden.

Das wahre Übel hat dann erst mit der Einführung der Anabolen Diät (AD) begonnen – zumindest in meinen Augen. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nicht grundlegend etwas gegen diese Ernährungsform. Ich habe eigentlich gegen fast keine Ernährungsform etwas Grundlegendes. Was mich jedoch stört und was ich als sehr bedenklich einstufe, ist jedoch der Umgang mit solchen Ernährungsformen. Plötzlich wurde propagiert man MÜSSE Pizza essen, Eis verschlingen, Nutella-Brote verdrücken und sich mit Gummibärchen den Bauch vollschlagen. Man MUSS! Sonst funktioniert die Diät nicht! Eigentlich wolle man es gar nicht. Es sei vielmehr eine Qual. Aber was tue man nicht alles dafür, um in die beste Verfassung seines Lebens zu kommen. Notfalls stopft man sich dafür sogar einmal pro Woche für einen Tag mit Junk Food voll. Aber hey…mal ehrlich…für die meisten Anwender war oder ist die AD wohl in erster Linie eine Option, um einen solchen Fressflash mit gutem Gewissen rechtfertigen zu können. Wer ehrlich zu sich selbst ist, der wird das zugeben können. Denn wenn dem nicht so wäre, was würde dagegen sprechen, die Ladetage der AD nur mit Reis zu gestalten?

Aber lasst uns weitergehen. Denn mit der AD hat sich das Kapitel ja noch nicht geschlossen. Denn es kamen immer mehr und neue Ernährungstrends auf. Diese alle nun hier aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Daher lasst uns einen Zeitsprung machen. Denn ein paar Jährchen später kam das Konzept des "If it fits your macros", oder kurz IIFYM, auf. Plötzlich wurde Reis und Pute als "Allheilmittel" über Board geworfen. Plötzlich gab es keine "magischen Lebensmittel" mehr, die man während der Diät unbedingt essen sollte oder auf gar keinen Fall essen durfte. Plötzlich hieß es, solange es in deine Nährstoffvorgaben passt, ist alles in Ordnung. Nun durften Bodybuilder auch mal ein Stück Schokolade essen und auch eine Scheibe Weißmehl-Toast oder ein Pizzaeck ab und an waren in Ordnung. Und eigentlich ist IIFYM dazu gedacht, die beschriebenen zwanghaften Essstörungen etwas zu entschärfen, den Sportlern die Augen zu öffnen, dass man die gleiche Erfolge auch einfahren kann, wenn man es etwas lockerer sieht und dass ein Lebensmittel, das nicht den "gängigen Regeln" entspricht, nicht gleich eine ganze Diätwoche zunichtemachen – solange es in die Kalorienbilanz einkalkuliert wurde. Eigentlich sollte man doch denken, dass das eine positive Sache ist, oder? Endlich weg von dem gestörten Verhalten einer klassischen Bodybuildingdiät. Während einer Wettkampfvorbereitung würde ich mir diese ja noch gefallen lassen, wenn man sich psychisch dadurch sicherer fühlt. Aber Off-Season oder im Hobbybereich…wer sein soziales Leben für einen Zentimeter mehr Oberarm opfern möchte…bitteschön.

Aber soweit ist es gar nicht erst gekommen. Denn anstatt besser, wurde alles nur noch schlimmer. Denn plötzlich hatte man das Gefühl, es würden Online-Wettbewerbe abgehalten, wer mit noch mehr Junk Food, Süßigkeiten und minderwertiger Nahrung seine "Makros treffen würde". Plötzlich wurde von "ultra-gesund" und "ultra-clean" auf "Gib ihm!" gewechselt.

Naja…immerhin wurde einigen dann doch mit der Zeit klar, dass das nicht "the way to go" ist. Also ging man zurück auf das komplette Clean-Eating. Allerdings nicht aus Überzeugung…nein, vielmehr um eine andere Lösung zu suchen, sich nicht "normal" und gesund ernähren zu müssen.

Aber Moment…wie war das mit der Anabolen Diät? Erst Low Carb, dann Fressen was das Zeug hält? Hmmm…wäre es denn nicht super, wenn man dieses Konzept nicht nur einmal in der Woche machen könnte? Vielleicht zweimal? Dreimal? Oder noch öfters? Vielleicht täglich? Ja, das wäre klasse. Lasst uns der Sache nun noch einen spektakulären Namen geben…wie wäre es mit…Carb-Backloading? Super! Das klingt spitze! Low Carb über den Tag, dann Training und dann ein großes Fressgelage, vornehmlich mit minderwertiger Nahrung die schmeckt aka Junk Food! Yeah! Das rockt!

Doch STOPP! Bevor ich nun dutzende von Droh-E-Mails bekomme und böse attackiert werde oder mir heute Abend einer von euch hinterm nächsten Eck auflauert, um mich mit einer Pizzaschachtel zu erschlagen…ich finde Carb-Backloading gut! Die Idee ist gut, es funktioniert und man kann tatsächlich davon profitieren. Aber es ist wie auch schon bei der AD und dem IIFYM immer das, was man selbst daraus macht! Sich krampfhaft mit irgendeinem Schrott zu mästen und sich in Foren zu profilieren, wer noch mehr Nahrung auf einmal runterbekommt…schaut euch noch einmal die Überschrift dieses Artikels an und ihr werdet wissen was ich sagen möchte. Wer es nicht versteht oder die Tatsache zu verdrängen versucht…Leute, das ist KRANK! Ja, DAS ist ein gestörtes Essverhalten! Die ganzen Grundgedanken hinter all den Ernährungstrends waren immer gut gemeint. Nur von den Anwendern nicht gut gemacht. Und zwischen gut gemeint und gut gemacht herrscht ein tiefes Tal! Ich sage es noch einmal: Leute, wacht auf! Es ist nicht "gut", sich vollzustopfen. Es ist nicht erfolgsversprechend der größte "Eine-Mahlzeit-Esser" zu sein. Es ist auch nicht cool! Es ist nichts, womit man sich brüsten kann und sollte.

Sollte man dann alles vergessen, was man über diese Trends gelesen hat? Nein…oder zumindest Jein. Denn intermittent fasting, IIFYM, Carb-Backloading…alles gut durchdachte und praxiserprobte Methoden. Aber vergesst bei all dem nicht, dass es keine Wunderlösung gibt. Es gibt Optimierungen und Möglichkeiten, sich das Leben einfacher zu machen. Aber vom einen Extrem ins andere zu wechseln…das war noch nie die Lösung. Also pickt euch diejenige Ernährungsform für euch heraus, die am besten in euer Leben passt, die ihr langfristig beibehalten könnt und findet eine normale Mischung aus gesunden Lebensmitteln und der Möglichkeit, es auch mal lockerer angehen lassen zu können. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Reue!

Denn warum ist es denn überhaupt erst soweit gekommen? Weil wir versucht haben und es immer noch versuchen, alles zu perfektionieren. Es werden komplizierte Ernährungspläne mit Algorithmen ausgeklügelt…nur um sie dann nicht einzuhalten. Wir streben nach Perfektion…nur um daran zu zerbrechen. Das ist keine schöne Aussicht auf unser Leben, oder?

Vielleicht kennt ihr diese oder ähnliche Situationen auch? Man versucht ständig nur nach dem Besten zu streben? Ein Student, der sich vornimmt, sein Studium nur mit 1en abzuschließen, aber es immer nur auf eine 2+ schafft. Mit jeder weiteren Klausur wird der Ehrgeiz größer und stärker. Wieder nur eine 2+. Er lernt immer mehr und eifriger, seine sozialen Kontakte beginnen abzureißen, er selbst wird immer unglücklicher. Sein Leben ein einziger Stressfaktor nach dem Streben nach der glatten 1. Nur um dann wieder eine 2+ zu bekommen. Irgendwann ist das Studium abgeschlossen. Der Student hat mit einer 2 bestanden. Er hat einen guten Job bekommen, verdient ausreichend Geld und kein Mensch fragt ihn mehr nach seinen Zensuren. Doch auch hier…ich möchte niemanden demotivieren, die 1 zu erreichen. Aber manchmal sind durchgängige 2en im Endeffekt besser, als ein paar 1en, auf die ein paar 5en folgen, weil man dem Druck nicht weiter gewachsen war.

Und was soll uns das sagen in Bezug auf die Ernährung? Dass es in erster Linie wichtig ist, eine Ernährungsform zu finden, die man langfristig durchhalten kann. Man muss nicht ständig nach neuen Wunderlösungen suchen und von einem Prinzip zum nächsten springen. Man muss auch nicht von heute auf morgen alles perfekt hinbekommen. Letztlich ist es wie die Geschichte mit der Flucht vor dem Bär. Man muss nicht der schnellste sein! Man muss nur schneller sein als der Langsamste der Gruppe! Auch im Fitness-Sport und Bodybuilding muss man nicht perfekt und der Beste sein. Man muss nur lediglich versuchen, heute ein ganz klein wenig besser als gestern zu sein. Doch die Realität zeigt uns, dass vor allem Hobby-Athleten von einer Ernährungsform zur nächsten springen. Man versucht Methode A möglichst perfekt durchzuziehen. Man hält es nicht durch…man scheitert. Dann geht man zu Methode B, versucht das Gleiche noch einmal…und scheitert erneut. Man sucht Methode C und…ihr wisst was kommt. Und genau diese Schnelllebigkeit wird nun auch von der Fitnessindustrie ausgenutzt, indem immer neue Ernährungsmethoden populär gemacht werden, nur um die Menschen zum Scheitern zu bringen, um ihnen das nächste Paket verkaufen zu können. Klar dass man hiervon müde wird und irgendwann einfach nur froh ist zu lesen, iss den Tag über wenig und nur bestimmte Lebensmittel, geh dann trainieren und lass danach beim Essen die Sau raus. Denn zumindest für diesen einen Augenblick, für diese wenigen Stunden darf man plötzlich mal ganz offiziell NICHT perfekt sein. Das ist sozusagen Balsam für die verwundete Diäterseele! Aber man muss sich in einem stillen Moment einfach darüber bewusst werden, dass ein solches Verhalten alles, aber nicht normal und gesund ist!

Erschreckend ist zudem vor allem, dass es sich hierbei nicht etwa in erster Linie um Berufssportler handelt, sondern dass dieser Trend ausgerechnet bei den Hobby-Sportlern zu beobachten ist. Diejenigen, die Sport zum Spaß ausüben, verderben sich die Freuden der Freizeit selbst, mit einem derartigen Verhalten. Ein letztes Mal: Leute, wacht auf!

Keiner muss perfekt werden! Niemand muss von heute auf morgen alles bestmöglich in die Tat umsetzen. Gebt euch Zeit. Geht einen Schritt nach dem Anderen. Setzt Kleinigkeiten nach und nach in die Tat um und konzentriert euch auf diese einzelnen Kleinigkeiten. Denn aus diesen Einzelteilen entsteht nach und nach das große Ganze! Es stellt sich nicht die Frage, ob ihr an eurem Ziel ankommt. Es stellt sich die Frage, WIE ihr dort ankommt. Es macht wenig Sinn, sich an irgendwelchen Dingen zu orientieren, die euer Vorbild tut. Denn ihr seid noch nicht an diesem Punkt. Orientiert euch also nicht an Personen, die schon viel weiter sind als ihr selbst. Konzentriert euch auf jeden einzelnen Tag. Baut alle 2-3 Wochen eine neue Richtlinie in euren Ernährungsplan ein. EINE neue Richtlinie. Und erst dann, wenn die anderen bereits zur Gewohnheit geworden sind – nicht vorher. Werft die Schnelllebigkeit über Board, konzentriert euch auf das Hier und Jetzt, auf eure Taten HEUTE und nicht auf das, wie ihr in 6 Monaten aussehen könntet. Das kommt dann von ganz alleine! Verlasst euch drauf! Versucht einfach jeden Tag einen winzigen kleinen Schritt nach vorne zu machen…um am Ende eine riesen Strecke zurückgelegt zu haben!

Weitere Informationen über Philipp und seinen Coaching-Service findet ihr unter logisch-ernaehren.de.

Nach oben