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No Brain - No Gain #8/2010

Kann ich nach dem Training Gummibärchen essen?

Frank-Holger Acker, 18.04.2010

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Bodybuilder sind eine interessante Randgruppe der menschlichen Gesellschaft. Sie bewegen im Studio riesige Gewichte nur um im Alltag aus Angst vor einem Übertraining jegliche körperliche Betätigung zu meiden. Sie ernähren sich im Vergleich zur normalen Bevölkerung fettarm nur um im nächsten Augenblick Fischöl in Form von Gelkapseln in sich zu werfen. Und sie meiden kurzkettige Kohlenhydrate wie der Teufel das Weihwasser, aber nach dem Training wird der Traubenzucker löffelweise in den Postworkout-Shake getan. Das da kein Platz für Kuchen, Pizza oder andere Naschereien ist, sollte klar sein. Stimmt's?

Stimmt nicht. Spätestens seit dem mit Mandelmehl, Eiklar und Magerquark die perfekte Grundmasse für LC Kuchen oder mit Thunfisch, Eiklar und Leinsamen der Boden für eine LC Pizza hergestellt werden kann, sollte dem ambitionierten Trainierenden klar sein, dass gesunde Ernährung kaum Einschränkungen verlangt.

Doch wie schaut es mit den kurzen Kohlenhydraten nach dem Training aus? Könnten diese auch durch Gummibärchen ersetzt werden? Nun, warum nimmt der sonst so gesundheitsbewusste Trainierende plötzlich nach dem Training kurzkettige Kohlenhydrate zu sich? Weil durch die körperliche Belastung die körpereigenen Glukosespeicher (zumindest teilweise) entleert wurden und nun möglichst schnell wieder gefüllt werden sollen, damit zusätzlich zugeführtes Eiweiß nicht zur Energiegewinnung vom Körper missbraucht wird. Zudem wird durch den erwünschten Insulinausstoß des Körpers der anabole Zustand im Körper hergestellt. Wir nehmen kilogrammweise Magermasse nach dem Training Dank des Postworkout-Shakes zu. Na gut, den letzten Satz könnt Ihr wieder vergessen.

Doch wie schaut es mit Gummibärchen aus? Schaut man auf die Packungsbeschreibung der allseitbeliebten Goldbärchen von HARIBO, so sieht man an erster Stelle Glukosesirup gefolgt von Zucker und Dextrose. Bei Glukosesirup handelt es sich um ein Erzeugnis, das sich aus Glukose und Stärkebruchstückchen zusammensetzt. Zucker und Dextrose sollten bekannt sein. Entgegen der in vielen Foren zu Recht ausgesprochenen Warnung gegenüber Fruchtzucker als ungeeigneten Energielieferanten nach dem Training (der GI von Fructose liegt bei lediglich 23), enthält also zumindest das Flagschiff der Gummibärchenindustrie offenbar keine Fructose und wäre demnach durchaus eine interessante Alternative nach dem Training.

Während Dextrose einen GI von 100 besitzt, muss bei der Nutzung von Goldbärchen darauf geachtet werden, dass diese aufgrund ihres GIs von 80 in entsprechend höheren Mengen konsumiert werden müssten, um auf die gleiche Glykämische Last wie bei Dextrose zu kommen. Der Insulin Index dagegen ist mit 160 bei Gummibärchen (in diesem Fall Jelly Beans) sogar herausstechend hoch.

Gummibärchen nach dem Training stellen somit keineswegs gerade für den Hobbysportler ein No-Go dar, auch wenn die Vorstellung für einige Trainierende eine gewisse Umgewöhnung im Denken bedeutet.

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