Entwicklung, Blutzuckerspiegel und Prävention

Kohlenhydrate (II)

Marco S., 09.08.2012

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Im zweiten Teil der Artikelreihe "Kohlenhydrate" möchte ich dir neben der Entwicklung des Kohlenhydratverzehrs den Umsatz der Glucose, GI und GL, Präventionsmaßnahmen und Low-Carb vorstellen. Das grundsätzliche Verständnis der Kohlenhydrate aus dem ersten Teil wird somit etwas erweitert, vertieft und abgeschlossen.

Die Entwicklung des Kohlenhydratverzehrs in Deutschland

Als kleine Einführung in den zweiten Teil möchte ich euch kurz die Entwicklung des Kohlenhydratverzehrs in Deutschland etwas erläutern. Der Verbrauch an Kohlenhydraten ist in Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern, der wichtigste Energielieferant für seine Bürger. Nach Ende des zweiten Weltkriegs (um 1948) stieg der Kohlenhydratverbrauch gewaltig an. Einfache Lebensmittel, wie Kartoffel- und Getreideprodukte wurden viel gegessen, denn diese machten satt, waren günstig und viel Auswahl an verschiedenen Lebensmittel gab es in dieser Zeit sowieso nicht. Der Grundnutzen der Sättigung stand im Vordergrund. Schauen wir uns Getreideerzeugnisse genauer an, können wir sehen, dass 1950 der Konsum bei 125kg pro Kopf und Jahr lag und bei Kartoffeln sogar bei 190kg pro Kopf und Jahr. Ein Vergleich auf das Jahr 2005 ist trotz der heutigen Überflutung mit Lebensmitteln in Deutschland möglich.

Natürlich spielen Verarbeitungsgrade, Lebensmittelsorten, Massenherstellung, Globalisierung, Technisierung und viele weitere Faktoren eine Rolle, jedoch nicht nur diese, auch der Trend zu Low-Carb und Low-Fat, sowie Modeerscheinungen in der Lebensmittelbranche, wirken sich auf das Essverhalten und den Konsum von Kohlenhydraten aus. Der Kartoffelkonsum ist auf unter 70kg pro Kopf und Jahr geschrumpft und auch das Getreide ist mit 90kg pro Kopf und Jahr ein ganzes Stück unter dem damaligen Wert. Dieser Stand war allerding in den 80iger Jahren noch etwas niedriger als 2005. Mit Einführung verschiedenster Südfrüchte, Verarbeitungs- und Haltbarmachungsmethoden wollten die Bürger das "Neue" ausprobieren und kohlenhydratreiches Essen hinter sich lassen. Der entsprechende Schlankheitswahn und die Foodtrends der Industrie zeigten Wirkung und so wurde die anfängliche "Ernährungsbewusste" Deutsche Bürgerschaft geboren, welche Kohlenhydrate immer weiter ins schlechte Licht legte. Der Konsum von Obst und Gemüse nahm zwischen 1950 und 2005 um ca. 100% zu.

Wie sieht es in der heutigen Zeit aus?

Kohlenhydrate gewinnen in der heutigen Zeit langsam wieder an Bedeutung. In dem Zeitalter des Web 2.0 und der globalen Kommunikation werden Ernährungsmythen und Foodtrends oft nur bestimmten Personenkreisen zugeordnet. Der Trend geht zu regionalen, saisonalen und vollwertigen Lebensmitteln, dabei ist auch der Kohlenhydratanteil ein fester Bestandteil. Ob dieser Trend so bleiben wird oder ob es nach dem Conviniencewahn der Industrie zu einem neuen Kohlenhydratchaos kommt, werden wir in der Zukunft erfahren.

Die Blutglucosekonzentration in unserem Körper

Die Glucosekonzentration wird in unserem Körper, in der extrazellulären Flüssigkeit, erstaunlich konstant gehalten. Sie schwankt zwischen 3,3 – 5,6 mmol (60 – 100 mg/100ml). Dabei liefert exogen zugeführte Glucose (von außerhalb des Körpers) und endogen produzierte Glucose (innerhalb des Körpers) jeweils den Anteil, so dass der Blutzuckerspiegel gehalten werden kann.

Die Blutglucosekonzentration und ihre Regulierung

Die Blutglucosekonzentration wird durch viele verschiedene Faktoren aufrechterhalten. Zum einen haben wir exogene und endogene Faktoren, welche die Glucose liefern, auf der anderen Seite haben wir verschiedene Gewebearten, welche die Glucose verbrauchen. Der Körper schafft es den Blutglucosespiegel so zu regulieren, dass eigentlich immer genug Glucose zur Verfügung steht.

Homöostase der Blutglucosekonzentration

Die Bluglucose wird durch verschiedene Hormone reguliert. Durch einen starken Anstieg der Glucosekonzentration im Blut, zum Beispiel durch einen hohen Anteil an Zucker im Lebensmittel, wird Insulin sekretiert. Sobald der Glucosespiegel über 6,6 mmol/l steigt, findet diese Sekretion statt. Insulin bewirkt dabei eine höhere Durchlässigkeit der Zellen für Zuckermoleküle und bewirkt somit den Abfall der Blutglucose. Die Insulinkonzentration wird so lange im Blut erhöht sein, bis sich der Blutzuckerspiegel wieder zwischen 4,4 mmol/l und 6,6 mmol/l (Normalwert) einpendelt. Auf die genauen Eigenschaften von Insulin auf den Körper, Aufnahme und Stoffwechselabhängigkeit, möchte ich allerdings nicht eingehen. Bei einem Abfall des Blutzuckerspiegels, durch eine längere Durststrecke von Nahrung oder beim starken Sinken, durch vorherige sehr zuckerhaltige Speisen, werden ebenfalls Enzyme zur Regulierung verwendet. Bei dem Sinken der Bluglucose werden Katecholamine, Glucan und Glucocorticoide stärker sekretiert und bewirken eine schlechtere Durchlässigkeit der Zellen für Glucosemoleküle. Die Aufnahme von Glucose durch die Zelle wird somit etwas abgeschwächt. Auch an dieser Stelle kann sich der Spiegel wieder einpendeln. Beim Sinken des Glucosespiegels findet außerdem eine erhöhte Produktion von Glucose statt, durch Glykogenolyse (Abbau von Glykogenreserven) und Gluconeogenese (Glucosebiosenthese), um den Körper mit Glucose zu versorgen. Bei Anstieg und Abfall der Blutglucosekonzentration werden die jeweiligen "Gegenspielerhormone" ebenfalls in ihrer Sekretion etwas gehemmt, um die Reaktion somit noch etwas zu verstärken. Bei Abfall des Spiegels würde das eine Hemmung der Insulinsekretion bedeuten. [1]

Der Glykämische Index

Definition

Der Glykämische Index ist nach Schauder und Ollenschläger das Maß für die Dauer und Höhe des Blutglucosespiegels nach Zufuhr von 50g verwertbaren Kohlenhydraten mit einem Testlebensmittel, im Vergleich zu 50g Glucose.

Erläuterung des GI

Einfach ausgedrückt gibt der Glykämische Index die Reaktion des Blutzuckerspiegels auf ein bestimmtes Lebensmittel an. Bestimmt wird der Glykämische Index indem der Blutzuckerspiegel nach der Aufnahme von einer bestimmten Menge eines Lebensmittels, welches 50g Kohlenhydrate enthält, über zwei Stunden Dauer alle 15 Minuten gemessen wird. Aus den ermittelten Messwerten wird die Blutzuckerkurve bestimmt. Als Referenzwert wird die Reaktion auf die Aufnahme von 50g Glukose verwendet. Der GI ist die Relation der beiden Flächen unter den Kurven. Umso höher der Wert ist, desto schneller ist die Aufnahme der Kohlenhydrate in den Blutkreislauf und desto höher ist die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel insgesamt. [2]

Die Lebensmittel werden unterteilt in Lebensmittel mit hohem, mittlerem und niedrigem Glykämischen Index. Lebensmittel mit einem hohen Glykämischen Index lassen den Blutzuckerspiegel stark ansteigen und haben einen GI von mehr als 70, wie zum Beispiel Weißbrot, Kartoffeln oder Cornflakes. Ein mittlerer GI liegt zwischen 55 und 70, wie zum Beispiel bei Roggenvollkornbrot oder Bananen. Lebensmittel, nach deren Verzehr der Blutzuckerspiegel nur gering ansteigt, haben einen niedrigen GI mit einem Wert unter 55. Beispiele hierfür wären Milch oder ein Apfel. [2]

Wie sieht das Ganze in der Praxis aus?

Durch einen Blutglucosetoleranztest kann bestimmt werden ob die Glucosereaktion pathologisch oder normal ist. Für diesen Versuch werden allerdings meist 100g Glucose eingesetzt. Die Messung erfolgt in einem Zeitraum von 5h und erreicht nach ca. 2h das Maximum. Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels zwischen einem Wert von 8 und 10 mmol/l wird hierbei als unbedenklich angesehen. Der Blutzuckerspiegel pendelt sich wieder auf den Normalwert ein. Bei einem Anstieg über 14mmol/l und auch schon im Bereich knapp darunter, ist keine normale Glucosetoleranz gegeben, somit kann der GI für die Person als Analyse- oder Hilfsmittel nicht in Frage kommen. Ein solch hoher Blutglucosespiegelanstieg weist auf die Krankheit Diabetes mellitus hin und sollte weiter untersucht werden. Sollte der Spiegel nach wenigen Stunden nicht sinken, kann es zu einer Ketoazidose kommen und somit zu einer Stoffwechselentgleisung. Verschiedene Warnzeichen sollten ebenso wie die verschiedenen Diabetes mellitus Typen berücksichtig werden.

Gehen wir davon aus, dass die Person gesund ist, kann auf Glykämischen Index-Listen zurückgegriffen werden. Es gibt einige Diäten, welche sich den Glykämischen Index zu nutzen machen und als Leitfaden mit in ihr System aufnehmen. Betrachten wir Lebensmittel und beziehen diese auf die Vorgabe 50g Kohlenhydrate des Lebensmittels, können allerdings durch viele Einflussfaktoren hohe Blutzuckerwerte die Folge sein.

Bei Spaghetti kommen wir auf einen GI von 41, Blumenkohl hingegen besitzt einen GI von 15 und Maltodextrin weist sogar einen GI von über 100 auf. Viele Diäten die sich mit dem Thema GI befassen sind leider oft veraltet und weisen nicht nur an dieser Stelle Mängel auf, deshalb sollte eine Diät, egal in welchem Anwendungsbereich und zu welchem Zweck oder Ziel sie angewandt wird, gut durchdacht und überprüft werden. Es gibt natürlich auch Diäten die das System gut umsetzen können.

Kritik an der Methode

Die Angaben zum GI sind in verschiedenen meist außereuropäischen Studien ermittelt worden und schwanken beachtlich. Der GI gilt immer nur für ein Lebensmittel und nur für den Kohlenhydratanteil, nicht aber für Mahlzeiten. Wenn bei einer Mahlzeit mehrere kohlenhydratreiche Lebensmittel zusammen aufgenommen werden beeinflussen sich diese gegenseitig, im Hinblick auf die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. In diesem Fall ist eine Angabe über den GI der Lebensmittel nicht mehr aussagekräftig oder sehr umständlich. Aber nicht nur dieses sehr große Problem macht den Glykämischen Index zu einer schwierig einsetzbaren Kenngröße. Die Angaben beziehen sich jeweils auf 50g Kohlenhydrate im Lebensmittel, jedoch ist so eine genaue Wirkung durch ein Lebensmittel meist schwer überschaubar. Wer isst schon 50g Kohlenhydrate anhand eines Blumenkohls oder anderer Lebensmittel? Als abstraktes und übertriebenes Beispiel bleiben wir bei diesem Kohlgemüse. Er besitzt 3g Kohlenhydrate auf 100g Lebensmittel, dass würde für die Referenzmenge bedeuten, dass wir 1670g Kohlenhydrate zu uns nehmen müssten, um einen vergleichbaren Anstieg des Blutzuckerspiegels zu erreichen. Nehmen wir somit dieses Problem der Mengenangaben und den Bezug auf Kohlenhydrate im Lebensmittel und beachten außerdem noch dass wir meist gemischte Mahlzeiten zu uns nehmen, die sich neben den Kochzeiten, der physikalischen Form von Stärke und Stärkeverdauungsunterschieden, auch bei der Partikelaufnahme und der Zusammensetzung von Fett, Protein, Kohlenhydraten und vielen anderen Einflussfaktoren unterscheiden, kommen wir zu dem Ergebnis das der GI leider für den Verbraucher keine Greifbare Größe ist. Auch eine typische Unterscheidung der Zucker, wie die Aufteilung in Monosaccharide = meist hoher GI und Polysaccharide = meist niedriger GI, lässt sich am obigen Beispiel Maltodextrin nicht bestätigen. Die Kombination bei Zuckern führt dabei ebenfalls zu unterschiedlicher Resorptionszeit und unterschiedlichem Anstieg der Blutglucosekurve, was vom GI nicht berücksichtigt wird. [3]

Wenn der GI nach dem heutigen Stand der Ernährungsforschung so schwer einsetzbar ist, für was findet er dann überhaupt Verwendung?

Der mögliche Nutzen liegt meist in der präventiven Vorsorge von verschiedenen Instituten, welche durch Studien Langzeitmessungen durchführen. Die Übergewichtsentwicklung wird durch Laborauswertungen, wie zum Beispiel Werte von nüchternen Patienten, zur Analyse und Bewertung eingesetzt. Auch die Forschung auf der Ebene von Diabetes mellitus und der Verträglichkeit von Zucker gibt dem GI, durch eine Insulinsensitivitätsbestimmung oder ähnlichem , eine Bedeutung . Berücksichtigung des Faktors findet die Bevölkerung auch durch das wenige Ernährungswissen leider meist nicht. Einfache Diätformen wenden den GI Beispielsweise an, indem sie "verbieten" Lebensmittel mit hohem GI zu konsumieren, was in vielen Fällen Sinn machen kann. Eine Diät sollte, wenn Gewichtsreduktion gewünscht ist, jedoch immer eine Ernährungsumstellung zur Folge haben. Ausnahmen in verschiedenen Sportarten, welche auf kurzzeitige schnelle Gewichtsverluste aus sind, fallen natürlich nicht in diese Rubrik und müssen differenziert betrachtet werden.

Die Glykämische Last

Definition

Die Glykämische Last (GL) ist "das Produkt des Glykämischen Index und der verwertbaren Kohlenhydratmenge (in Gramm) pro Portion eines Lebensmittels. Dividiert durch 100" .

Erläuterung der GL

Nach dem Verzehr von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln ist nicht nur die Blutglukosekonzentration entscheidend, sondern ebenfalls die Insulinausschüttung.

Die Insulinantwort ist sowohl von der Art, als auch von der Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate abhängig. Um diesen Umstand zu beachten, spricht man von der Glykämischen Last. Der GI-Wert berücksichtigt nur, wie schnell bestimmte Kohlenhydrate in den Kreislauf aufgenommen werden. Dies wird weder auf Portionsgröße noch auf die Portionsgröße des Lebensmittels bezogen.

Es gibt Lebensmittel mit einem hohen GI, die aber durch ihren geringen Kohlenhydratgehalt pro Portion nur zu einer sehr geringen Insulinausschüttung führen. Beispiel (Daten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel): Eine Wassermelone hat einen GI von 72, was einen hohen GI darstellt. Eine Portion Wassermelone (125 g) besitzt eine Kohlenhydratmenge von ca. 7,5 g. Um eine Menge von 50 g Kohlenhydraten aufzunehmen müssten knapp 7 Portionen Wassermelone (833 g) verzehrt werden. Berechnet wird die Glykämische Last aus dem GI unter Berücksichtigung des Kohlenhydratgehalts des Lebensmittels pro Portion. Der GI wird durch 100 dividiert und das Ergebnis mit der verwertbaren Kohlenhydratmenge pro Portion multipliziert. Beispiel (Daten aus dem Bundeslebensmittelschlüssel): Bananen haben einen GI von 52, eine Portion Bananen (140 g) enthalten 33,6 g Kohlenhydrate. Die GL von einer Portion Bananen beträgt also 52 / 100 * 33,6 = 17,5. Ein Wert zwischen eins und zehn weist eine geringe GL auf, zwischen elf und 19 eine mittlere GL und eine hohe Glykämische Last liegt vor, wenn der Wert mehr als 20 beträgt. Durch die Berücksichtigung der Kohlenhydratmengen im Lebensmittel besitzt der GL gegenüber dem GI den Vorteil, dass er praxisbezogener und „realer“ ist und somit auch besser anwendbar. Eine problematische Bewertung eines ganzen Essverhaltens durch diese Methode ist jedoch auch hier sehr aufwendig, denn auch dieser Wert berücksichtigt einige der oben genannten Faktoren nicht. Auch der GL findet, wie auch der GI, Bedeutung in der Präventionsforschung und Ernährungsentwicklung, setzt beim privaten Einsatz ein Grundwissen voraus und sollte nicht überbewertet werden. Eine Anwendung durch Diäten ist in diesem Fall jedoch schon etwas vereinfacht. [2] [3]

Kohlenhydratreiche Lebensmittel

Es gibt viel verschiedene Lebensmittel mit einem hohen Kohlenhydratanteil. Ich möchte dir ein paar dieser kohlenhydratreichen Lebensmitteln aus den Gruppen Getreideprodukte, Gemüse und Obst aufzeigen, damit du einen Einblick bekommst:

Getreideprodukte:

Stärke
  • Stärke (Mais) 86 g / 100g
  • Mehl (Weizen) 72-86 g / 100g
  • Nudeln, Reis 70-78 g / 100g

Gemüse

Stärke
  • Kartoffeln gegart 16 g / 100g
  • Erbsen, gegart 16 g / 100g

Obst

Niedermolekulare Kohlenhydrate
  • Banane 23 g / 100g
  • Weintrauben 17 g / 100g[4]

Bedeutung der Kohlenhydrate für die Prävention verschiedener Krankheiten

Durch einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, zu Lasten der Gesamtfettzufuhr, wird durch die DGE überzeugend der LDL-Cholesterol, sowie HDL-Cholesterolanteil gesenkt. Die Triglyceridkonzentration wird begünstigt. Hingegen wird bei hohem Konsum von zuckerhaltigen Getränken ein erhöhtes Risiko für Adipositas ausgesprochen. Das Risiko für Diabetes Typ 2 ist ebenfalls eine mögliche Auswirkung durch den Konsum zu süßer Getränke. Bei einer Ernährungsweise, welche eine Aufnahme von Lebensmitteln mit hohem GI aufweist, wird neben dem Risiko für Erkrankung des Diabetes Typ 2, auch von möglichem Adipositas (bei Frauen) und möglichen koronaren Herzkrankheiten (bei Frauen) ausgegangen.

Es wird laut DGE empfohlen, eine Kost mit gemäßigtem Zuckeranteil zu essen und die Saccharosezufuhr sollte max. 10% der Energiezufuhr betragen. [5]

Low-Carb

Das Thema Low-Carb möchte ich in diesem Artikel, wegen der Wichtigkeit in unserer Gesellschaft ansprechen, jedoch nicht detailliert beleuchten. Ich werde das System kurz vorstellen und die Pro- und Kontraseiten aufzeigen.

Was ist Low-Carb?

Low-Carb heißt nichts anderes als Kohlenhydratreduzierung und wird durch unzählige Diätformen und Ernährungsgurus, als einer der besten Abnehmmethoden und gesunden Lebensweisen ausgelobt. Bei einer Ernährung, die auf dem Low-Carb-Prinzip aufbaut, wird über den Tag verteilt die Kohlenhydratmenge verringert, oft sogar sehr niedrig gehalten. Durch unser oft bewusstes oder unbewusstes "Nichtmögen" von Fett, gleichen wir prinzipiell diesen Energieverlust über den Tag nicht wieder aus und es entsteht ein Defizit an Energie, was zur Abnahme führt. Es gibt jedoch auch Diätformen, welche diesen prinzipiell ausgleichen. Es wird vermehrt zu Gemüse, Obst und proteinreichen Lebensmitteln gegriffen, um den Hunger zu stillen. So kann die Ernährung und schlechte Gewohnheiten geändert werden oder das Prinzip in extremen Fällen zu einem Beherrschungsakt werden. Oft wird bei Low-Carb besonders darauf geachtet zu späteren Zeiten die Kohlenhydrate zu minimieren oder zu streichen, was zur Gewichtsabnahme führen soll. Neben der Low-Carb Diätform gibt es auch eine grundsätzliche Ernährungsform, bei welcher die Kohlenhydratzufuhr niedriger gehalten wird und Fette und Protein dabei den Energieverlust ausgleichen. Diese Form der Ernährung wird nicht nur durch die vielen Insulinresistenten, Übergewichtigen usw. als gesünderer Ernährungsweg beschrieben, sie findet in unserer heutigen Zeit besonders bei Frauen ein hohes Interesse.

Was spricht für Low-Carb?

Durch die wenigen Kohlenhydrate, welche oft bei Fast Food in Verbindung mit viel Fett stehen, kann Übergewicht präventiv vorgebeugt werden. Eine positive Auswirkung auf die Vitamin- und Mineralstoffversorgung kann die Folge sein, weil vermehrt Gemüse, Obst und Wasser konsumiert wird. Die eigene Insulinsensitivität kann sich wieder in den Normalbereich einpendeln oder sich verbessern. Ebenso kann sich der Blutzuckerwert wieder in den Normalzustand einpendeln. Eine Schonung der insulinproduzierenden Beta-Zellen kann stattfinden. Auch bei schon erkrankten Diabetes II Patienten, kann eine Low-Carb Ernährung zu einer besseren Regulierung der Blutzuckerwerte beitragen. Auch ein mögliches Völlegefühl oder Müdigkeit, kann an zu großen kohlenhydrathaltigen aufgenommenen Mengen liegen, deshalb soll dies mit einem Low-Carb-Prinzip vermieden werden. Low-Carb wird als artgerechte Ernährung gehandelt, was sich auf den früheren Menschen bezieht.

Was spricht dagegen?

Durch einen oft zu geringen Kohlenhydrattagessatz wird auf Dauer nicht nur die physische Leistungsfähigkeit, sondern auch die psychische abnehmen. Vor allem für Sportler sind Kohlenhydrate, wenn es um Leistung geht unumgänglich. Low-Carb Studien, welche sich mit Diäten dieser Art beschäftigen, werden oft ohne Ihre 40% Abbruchrate veröffentlicht. Dieses Phänomen reiht sich aber leider auch in die normale Veröffentlichungsdarstellung von Diätstudien ein. Im Extremfall der Anwendung kann es zu Unterzuckerung kommen oder zu Kreislaufproblemen. Durch den Versuch das Energieloch mit anderen Nährstoffen zu stopfen, können die Nebenwirkungen von übermäßigem Protein- oder Fettverzehr auftreten. Bei extremer Diät kann es auch bei Veranlagungen zu Darmkrankheiten kommen, durch geringe Ballaststoffaufnahme. Um ein Beispiel zu nennen, darf eine Person bei der Atkins-Diät am Anfang der Diät nur einen Anteil von 10% Tagesenergie in Kohlenhydraten zu sich nehmen. Gehen wir von einer Gewichtreduktion als Ziel aus und dass die Person übergewichtig ist, wie es meist der Realfall wäre. Der konsumierte Kohlenhydratanteil der Person liegt bei ca. 55% der Tagesenergie, was nicht negativ wäre, jedoch beziehen sich diese Prozente auf eine viel zu hohe Tageszufuhr. Die Umsetzung der Diät sollte sich als sehr schwierig erweisen. Diese Person wird neben den 10% Tagesenergie an Kohlenhydraten, auch einige kcal insgesamt wegstreichen müssen. Sie verringert also ihre Kcal-Tagesenergie evtl. auf zwei Drittel, womit sie schon einen Teil weniger Kohlenhydrate zu sich nimmt und teilt dann diese nochmal durch fünf, um auf die 10% zu kommen. Eine Heißhungerattacke sollte vorprogrammiert sein und somit auch das Scheitern.

Kurzes Fazit

Low Carb kann als Ernährungsform und Diätform bei richtiger Anwendung und Nährstoffverteilung Sinn machen. Bei einer extremen Kohlenhydratreduktion ist jedoch meist von Low-Carb abzuraten. Im Sport sollte diese Form der Ernährung höchstens als Diätform für kurze Strecken dienen. Leistungsorientierte Sportler sollten sich auf keinen Fall stark kohlenhydratreduziert ernähren. Diesen und viele andere Aspekte werde ich im nächsten Teil der Kohlenhydratreihe behandeln. Eine Low-Carb Ernährung kann zu vielen Verbesserungen von physischen und psychischen Faktoren beitragen, sollte jedoch immer kontrolliert und kritisch umgesetzt werden. [6]

Zusammenfassung

Wie du sehen kannst, bestimmen nicht nur Bürger, sondern auch die Politik und Konzerne unsere Foodtrends. Kohlehydrate werden in Zeiten in denen es den Bürgern ökonomisch, ökologisch oder sozial nicht gut geht immer einen hohen Stellenwert in der Ernährung einnehmen. Das Ernährungsbewusstsein nimmt mit der Kommunikationsgeschwindigkeit zu, sodass wir gespannt sein werden, welchen Stellenwert Kohlenhydrate in der Zukunft haben werden. Die Blutglucosekonzentration hat viele Einwirkungen auf unseren Körper und kann durch das Zusammenspiel mit Hormonen negative oder positive Folgen für unsere Gesundheit haben. Auch im Sportbereich wird dieser Prozess kritisch betrachtet und kontrolliert eingesetzt. Der GI und GL sind unter bestimmten Bedingungen Faktoren, welche genutzt werden können, um Diäten durchzuführen oder Grundverständnis für Lebensmittel zu bekommen, dabei sollte darauf geachtet werden, dass eine kritische Betrachtung immer von Nöten ist. Durch präventive Einsätze von Kohlenhydraten, kann es zu Verbesserungen der Gesundheit kommen, jedoch wird bei falschem Ansatz genau das Gegenteil erreicht. Unter diesem Aspekt fällt auch die Low-Carb Strategie, welche in verschiedenen Lebenssituationen sehr positiv für den Körper sein kann, jedoch ebenso negative Auswirkungen haben kann. Dabei kommt es auf die bestimmten Voraussetzungen, den Grundgedanken bei der Durchführung und vor allem auf die Zielsetzung der einzelnen Personen an.

Vorschau

Im dritten und letzten Teil der Kohlenhydratreihe möchte ich dir die Kohlenhydrate rund um den Sport vorstellen und dir den wohl "sportlich leistungsorientiertesten Nährstoff" in diesem Bezug etwas genauer vorstellen.

Quellen

  1. Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller: Lipide, Humanernährung (WS 2011/2012)
  2. Jeukendrup A, Gleesen M (2004): Sport Nutrition, An Introduction to Energy
  3. Production and Performance, Human Kinetics, USA, S.103-104, 110-112, 106-107, 310
  4. DGEINFO: http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=423
  5. Elmadfa I, Leitzmann C: Ernährung des Menschen. Ulmer UTB Große Reihe, 4. Auflage 2004
  6. DGE: Leitlinien zur Kohlenhydratzufuhr 2011
  7. Low-Carb: http://www.ugb.de/low-carb/druckansicht.pdf

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