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NoBrain-NoGain! Medizinausgabe – Juli 2007

NoB-NoG!-Redaktion, 16.07.2007

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Willkommen zur ersten Medizin-Ausgabe..

Bei der Zusammenstellung der Rubriken war mir klar, dass neben Trainings- und Ernährungsfragen vor allem auch andere Bereiche abgedeckt werden sollten. Einen wichtigen, wenn auch oftmals nicht all zu sehr beachteten, stellt dabei der Medizin-Bereich dar. Die Tatsache, dass eine Wortbegrenzung für diesen Teilbereich wohl eher unförderlich sein würde, brachte mich zu der Idee etwas neues, noch nie da gewesenes zu schaffen. Eine Frage-Antwort-Rubrik, in der ans Bodybuilding angelehnte Fragen aus dem gesundheitlichen und medizinischen Bereich beantwortet werden würden. Ich hoffe, dass ähnlich wie das Original auch diese neue Rubrik bei allen soviel Begeisterung findet, wie diese es verdient hat und dass es uns gelungen ist, den Spagat zwischen Verständlichkeit und einem hohen inhaltlichen Anspruch zu schaffen. – Frank-Holger Acker

Inhalt

F: Was tun bei krankheitsbedingtem Trainingsausfall?

A: Ein Problem, mit dem wohl ein jeder Sportler irgendwann in seiner Trainingslaufbahn konfrontiert sein wird, ist ein ungeplanter Trainingsabbruch, der durch eine Krankheit erzwungen wird. Auch bei penibler Prophylaxe (Vorbeugung) kann man oftmals einen grippalen Infekt oder irgendeine andere Krankheit bekommen. Nicht seltener sind natürlich verletzungsbedingte Trainingsausfälle, auf die ich in diesem Artikel nicht eingehen werde.

Was soll man nun aber tun, wenn man mitten in einer Trainigsphase krank wird? Das hängt natürlich stark von der Art und dem Schweregrad der Krankheit ab. Aus diesem Grund beschreibe ich folglich das Verhalten bei den Krankheiten, die uns am häufigsten von einem normalen Training abhalten: Die Grippe, der banale Infekt und die Erkältung.

Viele glauben, dass Sportler besonders resistent gegen Erkältungen sind, aber gerade Hochleistungssportler wie es Kraftsportler und Bodybuilder offensichtlich sind, sind besonders anfällig für Viren und Bakterien. Je härter und je länger ein Training ist, desto größer ist die Gefahr, sich zu infizieren.
In den Stunden nach einer harten Trainingsbelastung (je nach Ausmaß zwischen 3-72 Stunden) ist das Immunsystem geschwächt und man sollte besonders in dieser Zeit keinen Kontakt mit Erkrankten haben (keine U-Bahn, kein Theater usw.!).

Grippe (Influenza)

Eine echte Grippe wird durch das Influenzavirus (Grippevirus) hervorgerufen und beginnt innerhalb weniger Stunden mit zunehmender Unbehaglichkeitsempfindung. Ein wichtiges Indiz, das für eine Grippeinfektion spricht, ist ein zähflüssiger und klarer Schleim in den Atemwegen.

Für den Sportler ist eine schwere Belastung in dieser Phase bereits unmöglich, da er oft unter einem hohen Fieber bis zu 41°C leidet, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Halsschmerzen und oft bohrende Kopfschmerzen hat. Bei einer echten Grippe ist die Leistungsfähigkeit für 2-3 Wochen oder sogar noch länger stark herabgesetzt. Dies ist ein wichtiger Warnhinweis unseres Körpers und sollte stets beachtet werden

Grippaler (banaler) Infekt

Der banale Infekt beruht ebenfalls auf einer viralen Infektion, aber nicht durch den eigentlichen Grippevirus.

Der banalen, grippalen Infekt tritt nicht so plötzlich wie die Influenza auf, sondern äußert sich in einer langsam zunehmenden Trainingsunlust. Das Fieber ist nur sehr gering (37,5-38,5°C) und ein starker Kopfschmerz fehlt meistens. Man ist weniger müde als bei der Grippe und die Halsschmerzen sind deutlich geringer. Im Unterschied zur Influenza findet man beim banalen Infekt einen Schnupfen (Rhinitis) mit verstopfter Nasenschleimhaut, erhöhter Sekretion und häufigem Niesen. Ebenso kommt es nicht selten zum Anschwellen der Mandeln. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.

Ein grippaler Infekt ist oft schon nach einer Woche ausgeheilt, kann aber auch mehrere Wochen andauern.

Erkältung

Eine Erkältung wird oft als Synonym für grippalen Infekt verwendet und entsteht durch eine Infektion mit Bakterien. Der Schleim bei Erkältungen ist eher klumpig und grün/braun. Sie hat in etwa dieselben Symptome und denselben Verlauf wie der banale Infekt.

Weil bei einer Grippe das Immunsystem stark geschwächt ist, sollte man auch deshalb nicht trainieren, weil dann Bakterien zusätzlich eine Erkältung hervorrufen können.

Komplikationen

Oft werden Infekte nicht richtig auskuriert und können chronifizieren, was häufig zu einer langfristigen Stagnation in Training und Wettkampf führt.

Wenn Sportler trotz so einer Grippe in ihrem gewohnten Trainingsrhytmus weitertrainieren und den Körper in diesem Fall unnötigem Stress aussetzt, muss mit eventuellen Komplikationen im Herz-Kreislauf-System rechnen. Eine der Ursachen dafür ist, dass in Stresssituationen (hartes Training!) von der Nebennierenrinde vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, das das Immunsystem hemmt und somit den Körper anfälliger macht.

Die wichtigsten Beispiele von Herz-Kreislauf-Komplikationen sind:
  • Die Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) ist heutzutage zwar behandelbar, stellt aber ein Risiko für diverse andere Erkrankungen dar.
  • Myokarditis: Die Herzmuskelentzündung kann entweder nur den Herzmuskel, oder zusätzlich auch den Herzbeutel betreffen. Bei einer solchen Entzündung ist der Herzmuskel nicht mehr in der Lage normal zu kontrahieren und es kommt zum deutlichen Leistungsabfall und zur Herzschwäche bis hin zur Herzinsuffizienz. Herzmuskelentzündungen sind in 20% der Fälle die Ursache für einen plötzlichen, unerwarteten Herztod bei Erwachsenen unter 40 Jahren.
  • Herzklappenentzündungen
  • Herzrhythmusstörungen können je nach Typ harmlos oder gar lebensbedrohlich sein:
    • Extrasystolen werden häufig gar nicht wahrgenommen
    • Vorhofflimmern/-flattern sind noch mit dem Leben vereinbar
    • Kammerflattern/-flimmern führen zum Tod
All diese Komplikationen sind leider nur schwer diagnostizierbar und der Betroffene sollte deshalb mindestens bis eine Woche nach Ausheilen des Infekts noch weiter seine Leistungsentwicklung und seinen Ruhepuls beobachten. Ist die Ruhe- und Belastungsherzfrequenz nach diesem Zeitraum noch erhöht, so deutet das auf eine ungenügende Ausheilung mit noch gestörter Herz-Kreislauffunktion hin.

Nicht-kardiovaskuläre Komplikationen sind:
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Es kommt zur Heiserkeit und Stimmlosigkeit mit heißerem Husten. Häufig erfolgt die Therapie durch Antibiotika. Hierbei sollte stets eine Trainingspause eingelegt werden, da eine chronische Kehlkopfentzündung sehr häufig Ursache für einen späteren Kehlkopfkrebs ist.
  • Luftröhrenentzündung (Tracheitis)
  • Bronchienentzündung (Bronchitis): Eine Bronchitis heilt meistens spontan ab, kann aber auch zu chronischem Husten und sogar Asthma bronchiale führen. Auch ein Bronchienkarzinom oder eine chronische Pneumonie können daraus resultieren.
  • Lungenentzündung(Pneumonie): Je nach Art der Lungenentzündung kann die Prognose gut oder auch schlecht sein.
  • Mittelohrenentzündung (Otitis Media)
Eine weniger gefährliche Komplikation, die v.a. infolge eines banalen Infekts auftritt, ist die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Ein weiterer Faktor, der unweigerlich beachtet werden muss, ist die Möglichkeit, durch ein Training während eines Infekts, in ein Übertraining hineinzuschlittern, aus dem man bekanntermaßen nur mehr schwer wieder herauskommt.

Verhalten bei Krankheiten

Man merkt nicht sofort, dass man an einem Infekt leidet. Die Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome) für solche Viren beträgt nämlich mehrere Tage.

Wenn man während eines gewöhnlichen Trainings übermäßig schwitzt, sich schlapp fühlt und nicht die gewohnte Leistung bringen kann, so ist es sehr wahrscheinlich, dass man krank ist.
Sowohl bei banalen Infekten als auch bei Influenzaerkrankungen sollte man aus ebengenannten Gründen eine strikte Trainingspause einlegen.

Auch beim grippalen Infekt muss man mit der Belastung deutlich zurückfahren. Im Gegensatz zum banalen Infekt muss man bei einem Grippe noch wesentlich mehr aufpassen, da diese ein beachtliches gesundheitliches Risiko für Athleten bedeuten kann. Besonders das Verhalten in den ersten drei Krankheitstagen ist für den weiteren Verlauf der Grippe maßgeblich.
Äußerst gefährlich kann für den Athleten das Training bei Fieber sein, da hierbei besonders die Komplikationen durch eine Herzmuskelentzündung oder Lungenentzündung häufig sind. Ab einem Fieber von 38 °C muss jede Form von Training ausfallen um zu vermeiden, dass es zu chronischen Störungen kommt.

Bei einer Grippe sollte stets der Arzt konsultiert werden, dessen Empfehlungen unbedingt eingehalten werden müssen. Bei einer Therapie mit Antibiotika sollte man nie hart trainieren. Man muss sich immer im Klaren sein, dass man durch eine mehrwöchige Belastungspause/-reduzierung eine etwaige Trainingspause von mehreren Monaten (oder sogar lebenslänglich!) durch Komplikationen vermeiden kann.
Weil man bei jeder Form von Krankheit nie eine 100%-ige Leistung abrufen kann, ist ein Training sowieso nicht sinnvoll, was ein weiterer Grund für das harte Einhalten einer Pause ist.

Außerdem ist eine Pause von einigen Wochen lang nicht so schlimm für den Trainingserfolg wie allgemein vermutet wird. Wenn man hingegen in der Stresssituation Krankheit dem Körper noch zusätzlich quält, so äußert sich dies in einem noch stärkeren Proteinabbau. Besonders gut trainierte Sportler können nach einer regelrechten und guten Regeneration sogar in verstärktem Zustand das Training wiederaufnehmen.

Während der Krankheit sollte man jede Aktivitäten vermeiden, die den Kreislauf zu stark fordern. Dazu gehören auch Saunagänge, lange Aufenthalte in der Sonne und beruflicher Stress.

Um eine schnelle Heilung zu erreichen, sollte man besonders in dieser Zeit auf eine leichte Ernährung achten. Kohlenhydrate sind besser verträglich als Proteine und diese besser als Fette. Aus diesem Grund sollte in Krankheitszuständen auf alle Formen von Extremdiäten (anabole Diät!) verzichtet werden. Noch mehr als sonst muss man eine ausgewogene Kost bevorzugen, mit reichlich Obst und Gemüse, sowie mineralstoffreichen Vollkornprodukten. Fettarme Milchprodukte können ebenso zur Stärkung des Immunsystems beitragen.
Unterstützend kann man es mit folgenden Nahrungsergänzungsmitteln versuchen:
  • Vitamin C: Von den üblichen 200 mg pro Tag kann man vorübergehen auf 0,5-1 g Vitamin C pro Tag dosieren. Hier gibt es jedoch deutlich abweichende Angaben in der Literatur.
  • Zink: Maximal 50 mg pro Tag, da ansonsten das Kupfer-Zink-Gleichgewicht gestört wird, was die Krankheit noch verschlimmern kann.
  • Von der Heilpflanze Echinacea kann man mehrmals täglich eine Tablette einnehmen.
  • Lysin: Auch hier sollte man wieder nicht zu hohe Dosen verwenden, um nicht die Lysin-Arginin-Balance zu beeinträchtigen.
  • Propolis
  • Selen
Medikamente sollten nicht ohne ärztlichen Rat gekauft und eingenommen werden, v.a. Kombinationspräparate sind zu vermeiden.

Sehr wichtig ist auch eine genügende Flüssigkeitszufuhr, bevorzugt in Form von kohlensäurefreien Wassers. Beim Kauf eines Mineralwassers sollte auf eine gute Mineralstoffversorgung geachtet werden. Je mehr Wasser wir aufnehmen, desto mehr kann der Körper Schleim produzieren, um die Bakterien und Viren von unserem Körper zu entfernen.
Auch mit Grünem Tee, Früchtetee und Kräutertee (vor allem Salbei, Melisse, Thymian, Rosmarin) soll man nicht sparen. Verzichten sollte man allerdings auf koffeinhaltige Getränke, da diese entwässernd wirken und somit dem Körper mehr schaden als nützen. Die bewährte Hühnerbrühe enthält viel vom Eiweis Cystein, welches entzündungshemmend wirkt und somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

Während der Krankheit muss man alle anderen Nahrungsergänzungsmittel, Supplemente und Medikamente, die man sonst während Trainingsphasen zu sich nimmt, absetzen, um Interaktionen mit therapeutischen Pharmaka zu vermeiden.

Äußerst wichtig für eine baldige Genesung ist natürlich ausreichend Schlaf. Man kann auch unter Tags ein paar Stunden schlafen, wenn dies nicht den nächtlichen Schlaf zu sehr beeinträchtigt. Schon unsere Großmütter wussten, dass ein zusätzlicher Schlaf eine Mahlzeit ersetzt und demzufolge sehr regenerativ wirksam ist. Häufig wird der Schlaf durch nächtliches Erwachen beeinträchtigt, da man die Nasenlöcher verstopft hat. Dem kann man Abhilfe schaffen, indem man ein hohes, dickes Kopfpolster verwendet und den Kopf hoch lagert, so dass der Schleim besser abfließen kann.
Auf ein ruhiges Ambiente muss man ebenso acht geben und man sollte laute, verrauchte Orte vermeiden.

Die Psyche spielt wie in allen Bereichen des Lebens besonders auch bei der Wiederherstellung von normalen Gesundheitsfunktionen eine wesentliche Rolle. Man sollte aus diesem Grund darauf achten, ausreichend Zuwendung zu bekommen und sich mit Menschen aufzuhalten, die einem lieb sind und somit aktiv die Genesung unterstützen.

Sobald das Fieber abgeklungen ist, kann man einem exzessiven Muskelkatabolismus durch mehrmals tägliche Elektrostimulation entgegenwirken. Dabei bleibt nämlich die Aktivierung des Sympathikus aus und der Kreislauf wird kaum belastet. Man soll für eine frische Luft in den Zimmern sorgen und die Luftfeuchtigkeit hoch halten (ca. 50-60% relative Luftfeuchtigkeit). Ebenso kann man, wenn man sich besser fühlt, regenerative, kurze Ausdaueraktivitäten im Regenerations-Pulsbereich an der frischen Luft absolvieren, sofern man sich entsprechend ankleidet. Zudem kann man Entspannungsbäder genießen und durch Massagen die Muskeldurchblutung fördern. Man kann dabei auch Badezusätze verwenden, die Eukalyptus, Salbei oder andere "heilende" Kräuter enthalten. - Diese regenerative Phase sollte mindestens sieben bis zehn Tage lang dauern.

Wie lange sollte man aber nun konkret pausieren? Lange Rede, kurzer Sinn. Die wichtigsten Indikatoren für die Dauer der Trainingspause liefert uns unser eigener Körper. Solange das Training als unangemessen hart und als unangenehm empfunden wird, sollte man sich noch zurückhalten. Auch Extrasystolen sind ein wichtiges Warnsignal, das es zu befolgen gilt.
Nach abklingen des Fiebers muss man dem Körper noch mindestens drei Tage Erholung gönnen, ebenso nach einer Antibiotikatherapie.
Wenn sich nur eine leichte Erkältung mit laufender Nase und kratzendem Hals eingestellt hat, muss man das Training nicht vollkommen einstellen, sondern kann ein leichtes, erhaltendes Trainingsprogramm aufnehmen.

Sobald man vollständig kuriert ist, sollte man als aller erstes einen Situationsheck machen, um zu sehen, auf welchem Niveau man wieder loslegen kann. Wenn die Pause mehr als 3 Wochen betragen hat, muss man das Training auf alle Fälle behutsam angehen und nicht sofort übertreiben, da der Körper nicht mehr an die alten Belastungen gewohnt ist. Man muss aber nicht Angst haben, dass man wieder sehr lange Zeit benötigt um zum alten Trainingszustand zurückzufinden, da nicht nur unser Immunsystem, sondern auch die Muskulatur eine Art "Gedächtnis" hat und sich viel schneller wieder an bestimmte Belastungen anpasst als ein untrainierter Muskel. Langsam aber sicher kann man sich dann an ein hartes Training herantasten.

Sehr ratsam ist es, nach einem grippalen Infekt oder nach einer Grippe vor Trainingsneubeginn ein Ruhe- und Belastungs-EKG beim Arzt durchzuführen, um eventuelle Herzmuskelentzündungen auszuschließen.

Am Ende sei noch erwähnt, dass laut neuesten Studien einer der wesentlichsten prophylaktischen Maßnahmen gegen Erkältungen und Infektionen eine Kohlenhydratzufuhr sowohl während langem, hartem Training, als auch sofort anschließend danach, ist. Dadurch wird das sogenannte "offene immunologische Fenster" (Stunden verminderter Immunstärke nach einer Belastung) abgeschwächt. Ebenso sollen Aminosäurenpräparate und Proteine stimulierend auf das Immunsystem wirken. - alfa-5-reduktase
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Quellen:
  • Das große Buch vom Triathlon, 2004, Meyer&Meyer-Verlag, Aachen, HOttenrott, Pfützner, Neumann
  • Grundwissen Immunologie, Spektrum Akademischer Verlag; Auflage: 1, April 2006, Schütt
  • Lehrbuch der Physiologie, 2005, Thieme-Verlag, Klinke/Silbernagl
  • Kompendium der Sportmedizin, 2004, Springer, Wien, Pokan, Förster, Hofmann
  • Handbuch Sportlerernährung, Rowohlt, 1996, Geiß, Hamm

F: Hat ein erhöhter Eiweißkonsum Einwirkungen auf die Nieren?

A: Als erstes sollte man hierzu generell die Aufgaben und die Funktion der Niere kennen: Die Niere ist ein Kontroll- und Ausscheidungsorgan und ist damit an der Konstanthaltung der Zusammensetzung des Blutes und der Körpersäfte entscheidend beteiligt.

In der Niere werden die nichtflüchtigen, wasserlöslichen Stoffwechselendprodukte (wobei wir hier speziell nur die Endprodukte des Eiweißstoffwechsels: Harnsäure, Harnsäure , Kreatinin betrachten werden) gegebenenfalls der auch nicht metabolisierbaren exogenen Substanzen (Medikamente, Pharmaka etc.) und anorganischen Bestandteile ausgeschieden. Ferner ist die Niere an der Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut beteiligt und übt über die Bildung von Renin ( Blutdruckregulation) , Erythropoetin ( Erythropoese ) , Dihydrocalciferol auch endokrine Funktionen aus.

Erkrankungen / Einschränkungen der Nierenfunktion können aufgrund dieser umfangreichen Aufgaben im Organismus auch die vielfältigsten Beschwerden auslösen.

Die wesentliche Funktionseinheit der Niere ist das Nephron bestehend aus dem Nierenkörperchen sowie den Harnkanälchen. Das Nierenkörperchen setzt sich wiederum aus dem Glomerulus und der Bowmann Kapsel zusammen während das Harnkanälchen aus dem oberen Hauptstück, Schleife unterem Hauptstück und Sammelrohr besteht.

An der eigentlichen Harnbereitung und Entsorgung der unterschiedlichsten Stoffwechselprodukte sind 3 Mechanismen beteiligt:
  1. glomeruläre Filtration
  2. partielle Rückresorbtion des Glomerulusfiltrats aus dem Tubuluslumen
  3. tubuläre Sekretion von Stoffen in die Harnkanälchen
Durch beide Nieren fließen in der Minute etwa 1,2 Liter Blut, wobei in den Glomeruli der Nephronen das nahezu eiweißfreie Ultrafiltrat abgepresst wird. Die Menge des Primärharns beträgt etwa 180 Liter in 24 Std.

Diese Angaben machen einem schon deutlich welche Mengen die normal belasteten Nieren tagtäglich filtern müssen.
Der durch Filtration gebildete Primärharn wird im Nephron durch Rückresorbtions- und Sekretionsprozesse in seiner Zusammensetzung so verändert, dass die lebenswichtigen Bedarfstoffe dem Blut wieder zugeführt und die ausscheidungspflichtigen Substanzen dagegen unter Konzentrierung mit dem Endharn ausgeschieden werden.

Die tubuläre Rückresorbtion der Aminosäuren erfolgt über einen sekundär aktiven Na-Symport zu fast 98 %. Hierfür existieren mehrere verschiedene Aminosäurentransportsysteme, die sich nach ihrer Spezifität für verschiedene Aminosäurengruppen (neutrale, basische, saure Aminosäuren) klassifizieren lassen. Aminosäuren mit ähnlicher Konfiguration (z.B. die zweibasischen Aminosäuren Arginin, Lysin, Ornithin ) werden vom gleichen Symport-Carrier transportiert.

So kommt es bei einem Überangebot von Arginin im Tubulus durch Sättigung des gemeinsamen Carriersystems zu einer ebenfalls gesteigerten Ausscheidung von Lysin und Ornithin durch die kompetetive Hemmung der Aminosäuren-Resorption. - Kleine Peptide werden durch membranständige Enzyme im Bürstensaum der Tubuluszelle in Aminosäuren gespalten, die dann über den Symport aufgenommen werden. Größere Peptide wie z.B. Lysozym oder Hormone - Insulin werden durch Endozytose in die Tubuluszelle aufgenommen und im Zellplasma in Aminosäuren zerlegt die dann in das Zwischengewebe abgegeben werden.

Ein Maß für die glomeruläre Filtrierbarkeit einer Substanz ist ihr Siebungskoeffizient, der als das Verhältnis ihrer Konzentration im Ultrafiltrat zu ihrer Plasmakonzentration definiert ist. Die Filtrierbarkeit einer Substanz hängt allerdings von ihrer Größe als auch von ihrer elektrischen Ladung ab. Albumin mit einer Molekularmasse von 69000 Dalton ist zum Beispiel aufgrund seiner Größe nicht filtrierbar.

Das heißt also der Endharn sollte aufgrund der Größe des Albumins als auch aufgrund der nachträglichen Rückresorption der kleineren Aminosäuren und Peptide nahezu eiweißfrei sein. Anhand dieser Tatsache kann aufgrund des Auftauchens gewisser Eiweißfraktionen oder anderer normalerweise nicht im Urin erscheinender Substanzen schon Rückschlüsse auf eine Nierenschädigung bzw. auf die Art / Schwere der Nierenschädigung geschlossen werden.

Wie gesagt nahezu eiweißfrei, denn auch bei gesunden Nieren ist eine Eiweißausscheidung von ca 150 mg noch normal. Berücksichtigt man nun bei Bodybuildern den erhöhten Eiweißkonsum und der damit evtl. auftretenden kompetetiven Hemmung bei der Rückresorption von Aminosäuren gleicher Konfiguration so sind geringe Eiweißmengen im Urin als unbedenklich anzusehen. Auch Fieber, körperlicher Anstrengung oder Stress können zu Proteinausscheidungen ohne primäre Nierenerkrankung führen.

Entzündungen der Glomeruli können jedoch die Filterfunktion so stark beeinträchtigen, das auch Makromoleküle wie das Albumin im Urin erscheinen . Bei entsprechenden körperlichen Symptomen wie: Rücken-Nierenschmerzen, Anämie, Ödemen, Hypertonus sind daher Proteinausscheidungen medizinisch abzuklären.

Diverse medizinische Studien mit Proteinzufuhren von 2-3 gr. pro Kg als auch extreme Proteinzufuhren von bis zu 8 gr. pro KG haben bis heute bei Nierengesunden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr keinerlei negative Auswirkungen auf die Nierenfunktion belegen können.

Anzumerken sei hier nochmals, dass die Betonung auf einer gesunden Niere liegt! Bei Nierenkranken oder Diabetikern konnten bei erhöhtem Eiweißkonsum schon wesentliche negative Effekte auf den GFR , FF und den BRF nachgewiesen werden.1

Da jede erhöhte Zufuhr an Eiweiß und Aminosäuren zwangsläufig zu einem vermehrten Anfall von Harnstoff und Harnsäure als Abfallprodukte des Aminosäurestoffwechsels führt, ist unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit der Harnstoff auch ausgeschieden werden kann. Das heißt bei einer Mehrzufuhr von 1 gr. Eiweiß pro kg und Tag sollte ca 1,5 Liter Flüssigkeit zusätzlich aufgenommen werden.

Harnsäure spielt für die Ausscheidung von Stickstoff aus der Eiweißaufnahme im Vergleich zum Harnstoff nur eine untergeordnete Rolle. Jedoch tritt gerade in Europa die weitverbreitete Stoffwechselkrankheit Gicht auf.

Gicht ist zwar keine Nierenerkrankung als solche, da sie jedoch durch einen erhöhten Konsum von tierischen Proteinen auftreten kann, sollte sie hier nicht unerwähnt bleiben. Purine entstehen als Abbauprodukte der Nukleotide aus tierischen Zellen und führen zu einer vermehrten Harnsäurebildung, die bei unzureichender Ausscheidung durch die Nieren (genetischer Disposition) zu Gicht bzw. Harnsäuresteinen führen kann.

Wie beschrieben ist die primäre Gicht eine genetisch bedingte Störung des Purinstoffwechsels deren Anfälle durch exogene Faktoren wie Alkohol, purin- und aminosäurereiche Nahrung ausgelöst werden kann, aber nicht die Ursache der Erkrankung ist.

Harnstoffproduktion

Im Gegensatz zur Harnsäure, die bei Vögeln und Kriechtieren das Endprodukt des Aminosäure/Proteinstoffwechsels darstellt, ist dies beim Menschen der Harnstoff mit 20-25 Gramm täglich, die ausschließlich in der Leber gebildet werden. Die Harnstoffproduktion dient dem Körper unter anderem zur Entsorgung des beim Proteinstoffwechsel anfallendem toxischem Ammoniak, wobei die Harnstoffmenge damit auch gleichzeitig ein Maß für den Proteinumsatz ist. Ein Gramm Harnstoff entspricht hierbei ca. 6,25 Gramm Protein. Der Proteinumsatz soll hier nicht falsch verstanden werden, denn von der Leber wird nicht nur das Nahrungseiweiß verstoffwechselt, sondern auch das gleichzeitig durch Ab- und Umbauprozesse freiwerdende Körpereiweiß.

Die Harnstoffbildung verläuft in Form eines Zyklus, wobei die Aminosäure Citrullin aus Ornithin und Carbamylphophat gebildet wird und mit Hilfe von ATP mit Asparaginsäure unter Abspaltung von Fumarsäure zu Arginin reagiert. Das entstandene Arginin wird über das Enzym Arginase wiederum zum Ausgangsprodukt Ornithin und dem Stoffwechselendprodukt Harnstoff gespalten. Durch die enge funktionelle Koppelung der Harnstoffsynthese an dem Citronensäurezyklus vermag der Organismus über Glutamat die beim Proteinstoffwechsel anfallenden Aminogruppen in den Harnstoffzyklus einschleusen und danach als Harnstoff über die Nieren zu entsorgen.

Die Arginaseaktivität adaptiert sich dabei am Proteingehalt der Nahrung. - Bei einem erhöhtem Proteinkonsum reagiert der Organismus mit einem Anstieg der Arginasekonzentration der Leber auf über das Doppelte, wobei die Halbwertzeit des Enzyms abnimmt. Ein erhöhter Proteinkonsum wird also vom gesunden Körper durch unterschiedliche Stoffwechselmechanismen so weit abgefangen, dass die toxischen Stoffwechselendprodukte, ohne den Organismus zu schaden, entsorgt werden können.

Dies ist allerdings bis zu einem gewissen Rahmen an ausreichende Co-Faktoren und ausreichende Flüssigkeitszufuhr gebunden: Wesentlich für die Harnstoffausscheidung ist, wie bereits erwähnt, die ausreichende Flüssigkeitszufuhr insbesondere bei erhöhtem Proteinkonsum. Wegen seiner kleinen Molekülgröße ist Harnstoff frei filtrierbar, so dass die Harnstoffausscheidung eng mit der Wasserdiurese verknüpft ist.

Vereinfacht dargestellt steigt bei einem geringen Flüssigkeitsgehalt im letzten Abschnitt der Sammelrohre die Harnstoffkonzentration und das wiederum begünstigt aufgrund der kleinen Molekülgröße eine vermehrte Harnstoffresorption ins Interstitium und damit in die Blutbahn. Wird allerdings viel Wasser ausgeschieden so erhöht sich damit auch die Harnstoffausscheidung.

Anzumerken sei hier noch das der Serumharnstoff bei Laboruntersuchungen immer in Abhängigkeit von der Eiweißzufuhr pro kg Körpergewicht zu setzen ist:
Normbereich
Eiweißzufuhr 0,5 g/dl : 13-23 mg/dl
1,5 g/dl : 24-52 mg/dl
2,5 g/dl : 31-59 mg/dl

Kreatin wird in der Leber aus Glycin, der Guanidinogruppe des Arginins und der Methylgruppe des Methionins synthetisiert, an das Blut abgegeben und von der Muskulatur aufgenommen, wo es dem Muskel dann in Form von Kreatinphosphat zur Energiebereitstellung dient. Beim Abbau im Muskel wird Kreatinphosphat in Kreatinin umgewandelt und mit dem Urin ausgeschieden. Ein erhöhter Proteinkonsum hat eigentlich keinerlei gravierenden Erhöhungen des Kreatiningehaltes im Blut zur Folge.

Das Serumkreatinin und die damit zusammenhängende Creatinin Clearance gelten aber in der Labordiagnostik als wichtige Laborparameter der Nierenfunktion, da bei kreatinfreier Nahrung die tägliche Ausscheidungsmenge weitestgehend konstant und proportional der Muskelmasse ist. Damit kann das Serumkreatinin als Bezugsgröße für die Ausscheidung anderer Harnbestandteile herangezogen werden, wobei der Serumkreatininwert erst bei glomerulären Filtrationeinschränkungen ab 50% ansteigt. Funktionseinschränkungen unterhalb dieser Schwelle werden genauer durch die Kreatinin Clearance erfasst.

Genauere Erklärungen der Creatinin Clearance denke ich würden zu weit führen, allerdings sei hier auch wieder anzumerken, dass BBler aufgrund der erhöhten Muskelmasse und nach einer harten Trainingseinheit leicht erhöhte Kreatininwerte sowohl im 24-Stunden-Sammelurin als auch bei den Serumkreatininwerten aufweisen können, ohne pathologisch zu sein.

Gesunde Nieren können also bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr die bei einem erhöhtem Eiweißkonsum anfallenden Stoffwechselendprodukte laut aktuellem Forschungsstand unbeschadet entsorgen, allerdings sollte dieser Artikel kein Freibrief für unkontrollierten Proteinkonsum sein. Der Protein/Aminosäurestoffwechsel ist um einiges komplexer und vielschichtiger und die Betrachtung der glomerulären Filtration der Stoffwechselendprodukte ist nur ein sehr kleiner Teilbereich.

Ferner sei hier nochmals hervorgehoben das für geschädigte Nieren bzw. Erkrankungen die mit Funktionsstörungen der Nieren einhergehen eine Beschränkung des Proteinkonsums notwendig ist, um eine weitere Schädigung der Nieren zu vermeiden. Hier wäre eine qualitative Auswahl der Proteine zwingend notwendig um eine bestmögliche Versorgung mit essentiellen Aminosäuren zu gewährleisten und gleichzeitig eine Aufwertung der biologischen Wertigkeit zu erreichen, so dass durch eine geringe effektive Eiweißzufuhr eine Entlastung der Nieren möglich wäre.

Zum Schluss möchte ich klarstellen das dieser Artikel die Aufgaben und vor allem die komplexe Funktionsweise der Nieren wirklich nur vereinfacht in Ansätzen wiedergibt und letztendlich nur einen kleinen Einblick gewähren soll. - maddox
Zur Übersicht

Quellen:

  1. http://www.nutritionandmetabolism.com/content/pdf/1743-7075-2-25.pdf
  2. Grundriss der Biochemie : E. Buddicke
  3. Physiologie: Christian und Astrid Hick
  4. Innere Medizin: Thieme Verlag
  5. Handbuch der Protein und Aminosäuren: Klaus Arndt und Torsten Albers


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