von Daniel Hill » 07 Jul 2006 06:55
Erstmal danke für die netten Komplimente.
Gekommen bin ich zum Bodybuilding mit 14 Jahren, eigentlich mit dem Ziel abzunehmen. Das Abnehmen an sich hatte ich allerdings so radikal betrieben (nicht zuletzt aus Unerfahrenheit), dass man es schon fast als Magersucht hätte bezeichnen können. Überzeugt dann doch wieder zuzunehmen, wurde ich dann von ein paar Leuten aus meinem damaligen Studio und meine Ernährungsgewohneiten änderten sich wieder radikal zu einer regelrechten Mast. Ich nahm innerhalb eines Jahres von 53kg auf 115 kg zu und hatte damals die wohl schlechteste Form meines Lebens.
Dennoch muss ich sagen, dass all diese Entwicklungsschritte doch ihre Erfahrung wert waren (auch wenn ich niemandem raten will solche Fehler auch zu machen), da ich dadurch eine enorme Kontrolle über meinen Körper erhalten habe.
Ich habe herausgefunden wie es ist total ausgehungert zu sein, genauso wie ich einen utopisch hohen Körperfettanteil kenne. Von daher musste ich auch von anfang an lernen mit einer harten Diät umzugehen.
Meinen nächsten Wettkampf werde ich erst wieder im November 2007 bestreiten. Dies wird dann die Juniore Wm sein.
Wie lange die Pause danach zum Einstieg in die Männerklasse V dauern wird, kann ich jetzt noch nicht abschätzen.
Für einen relativen großen Athleten, der ich mit meinen 1,80m in der BBszene nunmal bin, ist es immer recht schwierig das Juniorenniveau zu überwinden.
*Ich schreibe ja fast einen Roman* ;-)
Zu den Reaktionen auf mein körperliches Erscheinungsbild, muss ich leider sagen, dass ausser in der Sportinternen Szene, eigentlich nur negatives zu erwähnen ist. Ich bin es allerdings schon immer gewohnt nicht dem allgemeinen Geschmack zu entsprechen.
Während der Kindheit war ich allen zu dick, dann auf einmal viel zu dünn, dann wieder Fett und als man dann nach ein paar Jahren wirklich Muskeln gesehen hat, war ich sowieso abgestempelt. Es kann allerdings auch daran liegen, dass ich auf ein altsprachliches humanistisches Gymnasium gegagen bin, welche ja immer sehr konservativ sind. Wenn man dort eine Sportart wie Boxen oder eben Bodybuilding betreibt, dann passt man einfach nicht mehr ins normale Bild.
Mittlerweile werden die Reaktionen immer komischer. Obwohl ich bei weitem nicht der massige Typ bin, reagieren die Menschen immer abgeneigter. Die wenigsten trauen sich zwar zu pöbeln, aber provokante Sprüche bekommt man auch immer wieder zu hören. Meistens merkt man aber schon am Verhalten der Menschen, ohne ein Wort, dass sie scheinbar überfordert oder voreingenommen sind.
Es ist schade, dass es so ist, aber man fühlt sich doch sehr auf seine Muskeln reduziert und abgewertet. Es hängt aber sicher auch sehr vom Umfeld ab.
...Nur in meiner Umgebung war einfach ziemlich alles dagegen eingestellt.