Da ich in den Posts zu oralen Steroiden, insbesondere zu M1T immer wieder gefragt werde, warum ich die Leberbeastung als zu hoch gehangen empfinde, hier ein interessantes Dossier.
Es ist leicht verständlich und gibt einen guten Überlock darüber was die Leber alles leisten muss und wie die hoch Regenarationsfähigkeit ist!
Die Leber: Ein ganz besonderes Organ
Die Leber ist das größte Einzelorgan im menschlichen Körper und kann bei Gesunden bis zu 1,5 kg schwer sein. Sie liegt im rechten Oberbauch - normalerweise noch hinter den Rippen versteckt und durch das Zwerchfell von der Lunge getrennt. Bemerkenswert und für die Ärzte der Vorzeit sehr irreführend ist die Blutversorgung der Leber: Sie ist nämlich zweifach angelegt! Wie andere Organe hat auch die Leber einen "Anschluß an die Frischblutversorgung" durch das Herz. Dies liefert vor allem den dringend benötigten Sauerstoff. Viel wichtiger aber ist die große Pfortader, die in die Leber eintritt. Die Pfortader führt nämlich all jenes Blut, das zuvor bereits den gesamten Verdauungstrakt (Magen, Darm, etc.) durchflossen hat und extrem nährstoffreich ist. Die Leber kann deswegen als großer "Filter" bezeichnet werden, der alle vom Darm aufgenommenen Substanzen filtert, bevor sie im Körper weiter verteilt werden.
Doch die Leber hat nicht nur zwei "Zuflüsse", sondern auch zwei "Abflüsse". Über den einen - die Lebervene - fließt alles Blut, das die Leber durchströmt hat, wieder in den großen Blutkreislauf zurück. Über den anderen - die Gallengänge - wird Sekret der Leber (Galle) in den Zwölffingerdarm und damit den Verdauungstrakt geleitet.
Aufgaben und Funktionen der Leber
Aufbau neuer Substanzen (Synthese)
Es ist wahr, was wir in der Schule gelernt haben! Die menschliche Leber entspricht wirklich einer großen Chemiefabrik, in der eine enorme Vielzahl von Erzeugnissen hergestellt wird. Sie muß für Speicherung, Umwandlung, Entgiftung, Inaktivierung und Ausscheidung körpereigener und körperfremder Substanzen sorgen. Wissenschaftler nennen sie deswegen "das größte Synthese-Organ, das die Säugetiere haben". Und die Synthese-Leistungen der Leber (Synthese = alle Vorgänge, die zur Schaffung einer neuen chemischen Substanz führen) sind gewaltig. Aus einer Vielzahl von "Rohstoffen" bildet die Leber lebensnotwendige Hormone, Eiweiße, Fett- oder Kohlenhydratverbindungen. Die Ausgangsstoffe stammen vor allem aus der Nahrung, werden aber teilweise auch von Darmbakterien geliefert. Wichtig ist auch der Sauerstoff der Luft. Ohne die Syntheseleistung der Leber könnte ein Mensch nur kurze Zeit gesund überleben.
Entgiftung
Die Leber beseitigt Abfälle und Gifte, die im Stoffwechsel des Menschen ständig entstehen oder von außen zugeführt werden. Auch hier erbringt die Leber sensationelle Leistungen. Sie vermag aufgenommene oder im Körper gebildete giftige Stoffe durch chemische Prozesse zu neutralisieren, indem sie diese Substanzen in unschädliche Bruchstücke aufspaltet oder an körpereigene chemische Verbindungen koppelt. Solche Bruchstücke oder Verbindungen können dann über den Darm ausgeschieden werden. Für den Körper besonders schädliche Gifte vermag die Leber sofort zu entgiften - zumindest versucht sie dies. Für andere Schadstoff, wie z.B. Alkohol, läßt sie sich ein wenig mehr Zeit. Genauso wie für viele Stoffwechselprodukte, die von der Leber für die Ausscheidung vorbereitet werden müssen.
Fettverdauung
Die von der Leber produzierten Abfallprodukte des Stoffwechsels können zusammen mit dem Lebersekret Galle in den Darm ausgeschieden werden. Die Alternative ist der Transport der ungiftigen Bruchstücke oder Komplexe über das Blut in die Nieren und die Ausscheidung mit dem Urin. Die Galle, die von der Leber aus über die Gallengänge in die Gallenblase fließt, dort eingedickt und schließlich in den Darm abgegeben wird, hat aber im wesentlich eine ganz andere Funktion als die Entgiftung. Die in der Galle enthaltenen Gallensäuren werden von der Leber speziell für die Fettverdauung im Darm produziert. Sie sollen dort die schwer verdaulichen Fette dem Angriff der fettverdauenden Verdauungshilfsstoffe ("Fermente") zugänglich machen. Somit spielt die Leber auch eine ganz entscheidende Rolle für die Verdauung.
Speicherorgan
Das sind immer noch nicht alle Aufgaben dieses mächtigen Organs! Die Leber ist auch ein Speicherorgan für zahlreiche Substanzen. Viele Vitamine, Eisen oder die Energiespeichersubstanz "Glykogen" können in der Leber gespeichert werden. Glykogen macht bei Gesunden rund 6 Prozent des Lebergewichtes aus und kann bei Energiebedarf im Körper sehr schnell zu energiespendendem Zucker umgesetzt werden. Da bei Leberkranken die Fähigkeit zur Glykogenbildung oft eingeschränkt ist, wird anstelle dessen Fett eingelagert und es entsteht die sogenannte Fettleber.
Durch ihren schwammartigen Aufbau ist die gesunde Leber übrigens in der Lage - wie die Milz auch -, vorübergehend große Blutmengen zusätzlich aufzunehmen. z.B. um das Herz zu entlasten. Schließlich kann die Leber auch an der Blutbildung teilnehmen und ist wichtiger Teil im Abwehrsystem des Menschen.
Selbstheilungsfähigkeit
Anders als andere Organe (z.B. das Gehirn) hat die Leber eine bewundernswerte Fähigkeit, entstandene Schäden schnellstens(?) wieder zu reparieren. Diese Regenerationsfähigkeit der Leber sollte aber nicht zu der Annahme verleiten, dieses zentral lebenswichtige Organ könne ohne Ende weiter belastet werden. Auch nach einer überstandenen Leberkrankheit bedarf das Organ einiger Zeit, bis es sich vollständig erholt hat und sollte auch nachher geschont werden.
Die Leberzelle und ihre Außenhülle, die Zellmembran
Alle beschriebenen Stoffwechselvorgänge der Leber finden in den Leberzellen statt. Damit eine gute Funktion dieser Stoffwechselschritte gewährleistet ist, muß auch die Außenhaut der Zellen, die Zellmembran, intakt sein.
Die Zellmembran bildet nicht nur eine Schutzbarriere, sondern ist auch eine Art Filter. Vor allem dient sie aber dem Stoffaustausch zwischen "Chemiefabrik" Leberzelle und Blut. Gesunde Membranen garantieren sowohl die gute Ernährung der Zellen als auch die Abgabe der verarbeiteten Stoffe.
Ohne gesunde Membranen gibt es also keine gesunden Zellen, keine gesunde Leber. Es ist bewiesen, daß jede Lebererkrankung mit einer Schädigung der Zellmembranen einhergeht. Daher ist die Wiederherstellung der Membranen - neben der Ausschaltung der Gründe, die zur Leberschädigung führten - eine Voraussetzung für die Genesung.
Die Zellmembranen (siehe Abbildung) sind reich an Phospholipiden. Diese geben den Membranen die nötige Elastizität und Beweglichkeit. Wenn Phospholipide fehlen, lagert sich an ihrer Stelle Cholesterin ab, und die Membranen werden hart, steif und schlecht für Stoffe passierbar. Phospholipide sind auch dafür zuständig, daß die Leberenzyme dort verankert werden, wo sie wirken müssen. Nicht fixierte Enzyme sind unwirksam.
Geschädigte Membranen
- zeigen einen Mangel an Phospholipiden und erhöhte Cholesterinablagerungen
- verlieren ihre Biegsamkeit, Anpassungsfähigkeit und Durchlässigkeit
- führen zu einer mangelhaften Funktion der membrangebundenen Enzyme
Als Folge davon:
- verliert die Zelle den äußeren Schutz
- regeneriert sich schlechter
- wird inaktiver
- verarmt
- kann sogar sterben
- der Leber fehlt die Energie, die sie für ihre Regenerierung benötigt
- der Gesamtorganismus wird nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt und es kommt zu einem Leistungsabfall
Lebererkrankungen werden häufiger
Lebererkrankungen haben in den Industrieländern zugenommen. Die Ursachen dafür liegen vor allem in der Zunahme von Alkoholmißbrauch, Überernährung und Ernährungsfehlern, Zuckerkrankheit ("Diabetes mellitus") sowie dem Verbrauch bestimmter leberschädigender Medikamente. Mindestens 50% aller vom Arzt festgestellten Fettlebern werden auf einen Alkoholmißbrauch zurückgeführt. Zwischen steigendem Alkoholkonsum und der Sterblichkeit an Leberschrumpfung ("Leberzirrhose") gibt es einen deutlichen Zusammenhang
Typische Krankheitsbeschwerden bei Lebererkrankung
Ist die Leber - egal aus welcher Ursache - erkrankt,
gibt es einige Beschwerden ("Symptome"), über die Patienten immer wieder klagen.
Juckreiz
Dieses Symptom tritt bei einer Reihe von Leber-Galle-Erkrankungen auf. Seine Ursache ist die gestörte Entgiftung oder Ausscheidung durch Leber und Galle. Gift- und Schadstoffe gelangen so - z.T. unverändert - ins Blut und auch in die Haut. Dort werden sie teilweise abgelagert, teilweise aber auch mit dem Schweiß ausgeschieden. Nervenreizungen in der Haut können sich dann als quälender Juckreiz äußern.
Gelbsucht
Kann die Leber verbrauchte Blutzellen krankheitsbedingt nicht mehr normal abbauen, gelangen Farbstoffe ("Bilirubin") zurück ins Blut und anschließend auch in die Haut: Haut und Augenbindehaut färben sich jetzt gelblich. Am Anfang sieht die Haut noch "wie nach einem Sonnenurlaub" aus, bald aber wird sie so ungesund gelb, daß die leberbedingte Gelbsucht nicht mehr zu übersehen ist. Die Handinnenflächen jedoch können sich rötlich färben.
Lebersternchen
Einige andere Hautveränderungen sind ebenfalls für Lebererkrankungen typisch. Hierzu gehören die Lebersternchen. Viele Leberkranke entwickeln auch eine Neigung zu häufigen blauen Flecken, die nur langsam wieder verschwinden. Grund ist eine gestörte Blutgerinnung, da wichtige Gerinnungsfaktoren nicht mehr in ausreichenden Mengen von der Leber produziert werden.
Stuhl-/Urinveränderungen
Wenn die Herstellung und/oder Ausscheidung von Galle gestört ist, verändert sich auch die Verdauung: Fette können nicht mehr richtig verdaut werden und verlassen teilweise unverändert wieder den Darm. Da auch die Gallenfarbstoffe nicht mehr in den Darm gelangen, fehlt den Ausscheidungen die normale Färbung - der Stuhlgang entfärbt sich und wird lehmfarben oder sogar weiß. Die vorübergehende Schwarzfärbung des Stuhlgangs hat dagegen mit Blutungen im Verdauungstrakt zu tun. Der Urin kann bei Leberkranken oft sehr dunkelgelb bis dunkelbraun werden.
Druckgefühl/Schmerzen
Die Leber ist eigentlich recht schmerzunempfindlich. Erst wenn sie sich durch eine Krankheit deutlich vergrößert, melden dies Nervenzellen in ihrer Hülle. Zuerst als dumpfes und gelegentliches Drücken, später dann aber auch als Schmerz. Dies kann bei der Fettleber, aber auch einer akuten Leberentzündung passieren.
Die Lebervergrößerung ist übrigens eines der wichtigsten Symptome einer Leberstörung, die ein Arzt ohne Hilfsmittel leicht und schnell ertasten kann. Eine Verkleinerung der Leber im Rahmen bestimmter Erkrankungen (Leberzirrhose) führt zu keinen Schmerzen.
Zentrales Nervensystem/Gehirn
Ein weiterer Funktionskreis im Menschen ist - vor allem bei schweren oder langdauernden Lebererkrankungen wie der Leberzirrhose - oftmals bemerkbar gestört. Es kann nämlich eine Einschränkung der Gehirnfunktionen auftreten. Diese beginnt z.B. mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit, setzt sich mit mangelnder Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, Kraftlosigkeit und Schlaflosigkeit fort und führt in einigen Fällen zum Eintritt eines Komas ("Leberkoma"). Wichtig: Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, den Beruf auszuüben, können eingeschränkt sein. Ursache ist auch hier zumeist eine innere Vergiftung aufgrund der eingeschränkten Leberentgiftungsfähigkeit.
Hormonsystem
Typisch - vor allem bei Alkoholkranken mit stärker ausgeprägten Leberschäden - sind auch Veränderungen, die durch ein gestörtes Hormongleichgewicht zustande kommen. Bei Männern kann es z.B. zur ansatzweisen Entwicklung einer weiblichen Brustform kommen. Bei beiden Geschlechtern tritt oftmals durch Störungen im Stoffwechsel der Sexualhormone auch eine sexuelle Unlust auf.
Dicke Beine/Bauchwassersucht
Bei Lebererkrankungen ist oftmals auch der Wasserhaushalt gestört - dicke, angeschwollene Beine können die Folge sein. Die Wassereinlagerung im Körper trägt auch zu einer merklichen Gewichtszunahme bei. Die gestörte Leber-Durchblutung - v.a. im Verlauf einer Leberzirrhose - hat massive Auswirkungen auf den Blutfluß im Bauchraum. Folge sind Wasseransammlungen in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht = "Aszites") und später immer stärker hervortretende Blutgefäße auf der Bauchoberfläche. Zudem können sich gleichzeitig Krampfadern in Magen und Speiseröhre bilden. Platzen diese, ist in leichteren Fällen ein teerschwarz gefärbter Stuhlgang zu beobachten.
Leberkrankheiten:
Alkohol und Infektionen sind die Hauptursachen
Infektionsbedingte Lebererkrankungen ("Hepatitis")
Die häufigsten infektionsbedingten Lebererkrankungen werden durch Viren hervorgerufen. Bakterien oder Parasiten spielen vor allem in den Tropen eine ebenfalls bedeutende Rolle. Bedeutsam sind weltweit vor allem die Virushepatitis A bis C.
Weitgehend harmlos ist die Hepatitis A, die auch als "Leberschnupfen" bezeichnet wird. Die Hepatitis B kann dagegen eine sehr schwere, teilweise sogar tödliche Erkrankung sein. Sie wird besonders gefürchtet, weil etwa jeder zehnte Hepatitis-B-Erkrankte nicht gesund wird, sondern eine "chronische" Leberentzündung behält. Diese kann dann gehäuft zur Leberschrumpfung oder zu Leberkrebs führen. Der Hepatitis C-Virus schließlich kann ebenfalls zu schweren Leberentzündungen führen. Seine Besonderheit ist, daß er vor allem durch Blutkonserven oder durch gemeinsam von Rauschgiftabhängigen genutzte Spritzen übertragen wird.
Nicht-entzündliche Lebererkrankungen
Leberentzündung ohne Erreger
Auch Gifte und verschiedene Medikamente können Leberentzündungen auslösen, die zum Teil bis zum Leberversagen reichen können. Kokain, Paracetamol, Fliegenpilzgift, gelber Phosphor, organische Lösungsmittel und sehr viele andere Stoffe können hierfür verantwortlich sein.
Alkohol und Leber
Eine sehr häufige - vermeidbare - Ursache von Lebererkrankungen ist übersteigerter Alkoholkonsum. Alkohol ist ein starkes Zellgift, das in geringen Mengen gut von einer gesunden Leber entgiftet und abgebaut werden kann. Hierfür besitzt die menschliche Leber sogar extra Enzyme. Also chemische Werkzeuge, die Alkohol in seine Bestandteile zerlegen können.
Alkohol in größeren Mengen zerstört nicht nur Gehirnzellen (die nicht regeneriert werden!), sondern auch andere Körperzellen - also auch Leberzellen. Da die Leber sich schnell regeneriert, bleibt mäßiger Alkoholkonsum ohne Auswirkungen an der Leber. Erst wenn ständig soviel Alkohol getrunken wird, daß die Regeneration der Leberzellen die alkoholbedingte Zellzerstörung nicht mehr ausgleicht, kommt es zu Leberschäden, zur Fettleber und letztlich zur Leberzirrhose (s.u.). Übrigens: Auch andere Gifte führen auf diese Weise zu Leberschäden. Dieser Vorgang wird durch große Giftmengen verstärkt, da eine auf Hochtouren arbeitende Leberzelle kaum Chancen hat, sich einmal "auszuruhen" und sich dabei zu regenerieren.
Fettleber Fettleber nennt der Arzt eine typische (und sehr häufige!) krankhafte Veränderung der Leber. Hierbei lagert die Leber aufgrund der Leberschädigung zunehmend Fett (anstelle von z.B. Glykogen) ein. Außerdem vergrößert sich die Leber zumeist. Es ist keine Frage: Mindestens jede zweite Fettleber ist durch Alkoholkonsum in zu hohen Mengen und/oder über Jahre bedingt. In den übrigen Fällen liegen die Ursachen in verschiedensten Schädigungen der Leber, z.B. eine schlecht eingestellte Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Medikamente oder durch Gifte am Arbeitsplatz.
Leberschrumpfung ("Leberzirrhose")
Die Leberschrumpfung ist ein chronisches und langsames Geschehen. Ursache ist entweder eine abgelaufene oder anhaltende Infektion der Leber. Oder - wie bei der Fettleber - der andauernde Alkoholkonsum. Typisch ist die fortschreitende Verkleinerung und Verhärtung des Organs, die der Arzt feststellt. Eine Leberzirrhose führt - wenn sie immer weiter fortschreitet - zum Tode der Patienten. Grund: Die meisten überlebenswichtigen Funktionen der Leber können nicht von anderen Organen im Menschen übernommen werden.
Lebererkrankungen sind leicht zu diagnostizieren
Ein wichtiges Symptom von Lebererkrankungen - nämlich die Vergrößerung oder Verkleinerung des Organs - ist vom Arzt leicht durch eine Abtastung des Oberbauchs festzustellen. Auch die anderen erwähnten Symptome sind recht leicht zu erkennen. Aber: Alle diese Krankheitszeichen sind "unspezifisch", d.h. sie weisen nicht nur auf eine einzige Lebererkrankung hin. Hier sind dann weitere Untersuchungen notwendig. Am wichtigsten (und einfachsten) sind Blutuntersuchungen, in deren Rahmen Fermente der Leber ("Leberenzym-Werte") bestimmt werden. Anhand ihrer Konzentrationen im Blut kann ein Arzt sehr genau die Natur einer Lebererkrankung eingrenzen. Bei einem Verdacht auf eine Infektionskrankheit wird das Blut auf entsprechende Veränderungen von Abwehrzellen und ihren Produkten untersucht. Eine Infektion ist so mit nahezu 100%iger Sicherheit zu erkennen oder zu bestätigen. Bei schweren Lebererkrankungen wird die Leber gelegentlich mit einer Nadel von außen punktiert. Das dabei entnommene Lebergewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Der Arzt kann dabei sehr genau sehen, wie weit z.B. eine Leberschrumpfung fortgeschritten ist.
Chronische Lebererkrankung: Wie kann der Betroffene eine Verschlimmerung schnell selbst erkennen?
Eine einfache Selbstuntersuchung im Abstand von 2-3 Tagen erlaubt Leberkranken eine Verschlechterung der Beschwerden selbst zu erkennen und mit Hilfe des Arztes rasch behandeln zu lassen.
In einem kleinen Dokumentationsheft sollten folgende Angaben im Abstand von 2-3 Tagen eingetragen werden.
1. Datum
2. Unterschrift mit Vor- und Nachnamen
3. Körpergewicht
4. Häufigkeit des Stuhlganges
* Nimmt Ihr Körpergewicht innerhalb von 3-4 Tagen um mehr als 1 Kilogramm zu, hat sich wahrscheinlich eine größer Menge Bauchwasser gesammelt.
* Verfärbt sich der Stuhlgang schwarz, haben Sie wahrscheinlich unbemerkt aus einer Krampfader in Speiseröhre oder Magen geblutet.
* Zeigt Ihre Unterschrift im Vergleich zu den vorherigen Proben Haken, Zacken oder sogar Schriftabbrüche, hat sich wahrscheinlich infolge Ihrer Lebererkrankung eine Hirnleistungsstörung entwickelt.
IN JEDEM FALL SOLLTEN SIE RASCH IHREN HAUSARZT AUFSUCHEN - auch wenn nur eines der Symptome aufgetreten ist!
Therapie von Lebererkrankungen
Die beste medizinische Behandlung ist Vorbeugung!
Dies gilt auch für Lebererkrankungen. Beispiel:
Gegen viele ansteckende Leberentzündungen, z.B. Hepatitis B, kann heute vorbeugend geimpft werden. Auch Hygienemaßnahmen schützen vor Infektionen. Der Schutz vor den wichtigen und so häufigen alkoholbedingten Leberschäden ist der Verzicht auf Alkohol (auch eine deutliche Einschränkung des Verbrauchs erleichtert bereits die Leber).
Eine ursächliche Behandlung ist bei Infektionen der Leber durch Bakterien und Parasiten, wie sie in südlicheren Regionen vorkommen, möglich: Hier helfen hochwirksame Antibiotika, die Erreger abzutöten. Alkoholbedingte Leberschäden hingegen werden am besten durch Verzicht auf Alkohol behandelt. Einfach deshalb, weil die Leber durch ihre fast unglaubliche Selbstheilungskraft auch schwere Schäden selbst wieder reparieren kann - wenn die Zufuhr des leberschädigenden Alkohols unterbleibt. In vielen Fällen kann dieser Selbstheilungsprozeß durch leberschützende Heilmittel unterstützt werden. Hierzu zählen z.B. Medikamente, die in hoher Konzentration wertvolle Phospholipide enthalten, die jede Leberzelle zum Aufbau und zur Regeneration braucht. Durch diese Palette von Maßnahmen kann heute die weitere Schrumpfung einer geschädigten Leber deutlich verlangsamt und in vielen Fällen sogar aufgehalten werden.
Die Übertragung gesunden Lebergewebes ("Transplantation") auf Leberkranke wird von den Ärzten heute ebenfalls beherrscht. Diese Methode kommt in Betracht, wenn die Gefahr besteht, daß die Leber ihren Dienst ganz einstellt. Am besten funktioniert die Übertragung von gesundem Lebergewebe bei Kindern, die von einem Elternteil ein Leberanteil gespendet bekommen haben.
Ernährung und Medikamente bei Lebererkrankungen
* Kein Alkohol im Übermaß, Vorsicht vor leberschädigenden Medikamenten oder Arbeitsstoffen
* Bei Gelbsucht: Bettruhe
* Bei chronischer Lebererkrankung: Körperlich schwere Arbeiten sind zu vermeiden
* Grundsätzlich gilt: Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Gicht oder Fettstoffwechselstörungen sollten richtig und optimal behandelt werden
* Medikamente wie vom Arzt verordnet einnehmen
* Eine spezielle Leberschonkost bei Leberentzündungen gibt es nicht. Ausnahme: Leberzirrhose (s.u.) und Morbus Wilson. Letztere Erkrankung macht eine kupferarme Diät notwendig
Allgemein
* Bei Lebererkrankungen entwickelt sich oft ein Mangel an lebensnotwendigen Spurenelementen (z.B. Zink), aber auch Vitaminen. Deswegen sollten regelmäßig vom Arzt verordnete Vitamin-Mineralstofftabletten eingenommen werden. Bei ausgeprägten Mangelsituationen kann der Arzt auch Injektionen mit den benötigten Vitaminen und Mineralstoffen geben
* Die bei Lebererkrankungen bestehende Schädigung der Leberzellwände kann medikamentös mit hochwertigen Eiweißen, den sogenannten Phospholipiden (enthalten in Essentiale®), behandelt werden. Diese leberschützenden und regenerierenden Bausteine der Zellwände verbessern allgemeine Stoffwechselfunktionen der Leber
* Die Phospholipide bauen sich, nach der Einnahme von Essentiale® in die Leberzellmembranen ein.
Essentiale® enthält als Wirkstoff EPL = "essentielle" Phospholipide
* Die eingebauten Phospholipide füllen die Lücken der durch die Erkrankung verloren gegangenen Phospholipide und stellen die Struktur der Zellwand wieder her. Das Cholesterin wird zurückgedrängt und abgebaut.
* Durch die Wiederherstellung erhalten die Leberzellen ihre Schutzfunktion wieder, sie schaffen den richtigen Stoffaustausch. Die Zelle atmet. Die membranabhängigen Enzyme werden ebenfalls aktiviert, und die Leber erhält mehr Energie, um sich leichter und schneller zu regenerieren.
Ernährung bei Leberschrumpfung und Bauchwassersucht
* Streng kochsalzarme Diät (Alternative: SINA-Salz)
* Milchkonsum: maximal 1/4 l/Tag
* Wichtig: Mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag einnehmen
* Die ärztlich verordneten Milchzucker- und Ballaststoffpräparate sollten regelmäßig eingenommen werden, um 2-3 weiche Stühle am Tag zu haben
* Bestehen Hirnleistungsstörungen oder hat sich eine Blutung ereignet sollte eiweißarm gegessen werden





