H_D hat geschrieben:darf man fragen was du für ne krankheit hattest die dich so zurückgeworfen hat?
hast ja viel theoretisches wissen - mal schauen was du hier so "hervorbringst" ;-)
Das ist eine ziemlich lange Geschichte, aber ich versuch sie mal so "kurz" ich kann wiederzugeben.
Sommer 2010 plagten mich üble Bauchschmerzen, häufiger Durchfall und lästige Magengeräusche.
Wie ich so bin hat es erstmal ein paar Monate gedauert bis ich überhaupt einen Arzt aufgesucht habe.
Jedenfalls vermutete der Hausarzt, dass es am Stress liege, welcher sich häufig im Magen-Darm-Trakt bemerkbar macht und in der Tat war ich in dieser Zeit ziemlich gestresst. Trainieren konnte ich da schon länger nicht mehr und von einer BB-gerechten Ernährung konnte auch nicht die Rede sein.
Um mich besser zu erholen wurden mir Medikamente verschrieben. Nachdem ein paar Monate vergangen sind, hatte sich aber nichts gebessert und ich ging nochmal zum Arzt. Diesmal musste ich eine Stuhlprobe abgeben, die auf diverse Keime etc. untersucht wurde.
Diagnose: Helicobacter pyloris Infektion. (Angeblich häufig für Magengeschwüre verantwortlich.)
Um dieses Bakterium zu töten machte ich eine Antibiotika-Therapie.
Der Test fiel danach negativ aus (Bakterium war also tot), aber dafür tauchte ein neues Problem auf:
mein Darm war völlig durcheinander wegen dem Antiobiotika. Wie ihr vielleicht wisst tötet Antiobiotika auch die eigenen, guten Darmbakterien ab, die für eine reibungslose Verdauung notwendig sind. Bis hierin ist über ein halbes Jahr vergangen.
Der Darm musste also wieder aufgebaut werden. Dazu führte ich mehrere Monate diverse Bakterien von außen zu (E.coli, Lactobazillen etc.), also u.a. Probiotika (und dazu Prebiotika). Die Beschwerden wurden aber immer schlimmer und selbst nach Monaten war keine Besserung in Sicht, im Gegenteil.
Langsam wirkte sich dieser Wahnsinn auf meine Psyche aus und ich war ständig ziemlich mies gelaunt, hatte keine Motivation und wollte das Studium schmeißen.
Nun ist 1 Jahr vergangen und ich hatte einen Ärztemarathon hinter mir. Eine Fachärztin (Gastroenterologin) wollte ich aber noch aufsuchen und sie kam auf die Idee mich einfach mal auf Laktoseintoleranz zu testen. Ich hatte da keine Hoffnung, aber dieser dämliche Test fiel positiv aus und vielleicht habe ich ja damit endlich den wahren Übeltäter entdeckt.
Nachdem ich komplett auf Milchprodukte verzichtete (außer Käse) und meinen Darm weiterhin mit Probiotika und E.coli-Bakterien unterstütze, ging es langsam aber sicher bergauf und das Leben nahm endlich wieder seinen gewöhnlichen Lauf.
Fazit: Was der wirkliche Übeltäter für diese Geschichte war, weiß ich bis heute nicht. Möglicherweise spielte das Helicobater-Bakterium keine Rolle. Vielleicht war die wahre Ursache auch einfach nur exzessiver Stress. Der Verzicht auf Laktose spielt auf jeden Fall auch eine Rolle.
Auf jeden Fall weiß ich eines: Das Gesundheitssystem in Deutschland ist scheiße und Ärzte sind
keine Halbgötter in weiß.