Mein letzter Link bezog sich eben genau auf den besagten Carpinelli-Artikel. Leider wird bei diesen Diskussionen in der Regel nur der Kraftaspekt eingehend beleuchtet.
Unter anderem kritisieren die Autoren, dass Carpinelli und Otto mehrere Studien, welche für die Überlegenheit des "Multiple-Set-Ansatzes" sprechen überhaupt nicht berücksichtigen - quasi heimlich unter den Teppich kehren.
Weiter wird z.B. kritisiert, dass Carpinelli und Otto teilweise Studienergebnisse falsch bzw. in äußerst fragwürdiger Weise darstellen/interpretieren.
Es wird u.a. darauf hingewiesen, dass ein Volumeneffekt bei kleinen Muskelgruppen schwerer nachzuweisen ist, was bei der Interpretation von Studien berücksichtigt werden müsste.
Es wird ebenfalls kritisiert, dass Carpinelli und Otto sich teilweise nur auf Studienabstracts berufen, ohne auf die konkreten Studienergebnisse einzugehen, die dann offenbar bei genauer Betrachtung ganz klar eine Überlegenheit des Volumenansatzes zeigen.
Es wird kritisiert, dass Carpinelli und Otto sich auf Studien berufen, deren Methodik und Qualität nicht genau nachvollziehbar seien.
Es wird kritisiert, dass Carpinelli und Otto den Faktor der "spezifischen Trainingsanpassung" nur ungenügend berücksichtigen, was Einfluss auf die Interpretation von Studienergebnissen habe.
Es wird kritisiert, dass Carpinelli und Otto sich vorwiegend auf Studien an Trainingsanfängern berufen - und die noch dazu (siehe oben) kleine Muskelgruppen untersuchten.
Nebenbei wird kritisiert, dass Carpinelli und Otto Trainingspraktiken empfehlen, welche mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einhergehen (ungenügende Aufwärmung) und dass Faktoren wie der des Postaktivierungseffektes keine Berücksichtigung finden.
Es wird kritisiert, dass Carpinelli und Otto zwar die Alltagserfahrungen von HIT-Anhängern wie Jones, Darden, Leiderman und Riley erwähnen, gleichzeitig aber die Erfahrungen von unzähligen anderen "Volumenanhängern" außer Acht lassen. Zum letzten vielleicht noch ein Originalzitat...
In this review,[1] the experiences and insights of Jones, Darden, Leiderman and Riley are cited. However, it is our opinion that the majority of practitioners would disagree with their ‘intuitive’ conclusions (i.e. 1-set training).
We would point out that the combined weight room experience of the authors of this letter (Anm: die Autoren finden sich oben in meinem letzten LinK) is over 300 years: the correspondents include former international and national class powerlifters, weightlifters and throwers as well as coaches and sports scientists involved in the study of strength/power development. In this context, it is our opinion that the authors have ignored the experience of the majority of strength athletes and coaches who use (and have used) multiple sets because they produce superior results, not only in maximum strength development but also as it concerns power and speed development. We can find no discussion in this article of these experiences.
In summary, while some evidence for the equal effectiveness of single- and multiple-set protocols exists, it appears that Carpinelli and Otto have neglected to present a substantial amount of scientific evidence that is contrary to their final conclusions.
In reference to point (7), it appears that relevant investigations concerning this issue have been omitted.
Thus, the true objective of the authors’ article isquestioned. In addition, the practical recommendations made by the authors reveal a lack of awareness concerning generally accepted strength training practices.
Sports Med. 1999 Jun;27(6):409-16.
Wie gesagt - leider wird häufig nur der Kraftaspekt diskutiert. So auch im folgenden Link:
http://www.nsca.com/HotTopic/download/S ... 20Sets.pdf