11 000 Tonnen Gammelkäse in ganz Europa als frisch verkauft
Molkereien in Italien, aber auch in anderen europäischen Ländern, haben vergammelten und abgelaufenen Käse in ihre Produkte gemischt und diese dann als frisch verkauft. Binnen zwei Jahren seien so insgesamt 11 000 Tonnen Gammelkäse verwertet worden.
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Bild: Keystone
Hier ist er noch frisch: Mozzarella-Käse Dies berichtete die italienische Zeitung "Repubblica" unter Berufung auf Ermittlungen der Polizei. Der verdorbene Käse - der demnach teilweise bereits Würmer, Mäusekot oder Rückstände wie Plastik oder Farbe von Etiketten enthielt - sei vor allem zu Mozzarella, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet und in ganz Europa verkauft worden.
Das Geschäft lief dem Bericht der "Repubblica" zufolge über vier Firmen eines Sizilianers, drei davon mit Standort in Italien, eine mit Standort in Bayern in Deutschland. Sie machten demnach Umsätze in Höhe von rund 10 Millionen Euro.
An diese Firmen lieferten rund 40 Molkereien in Italien, Deutschland, Österreich und Grossbritannien ihre verdorbenen Produkte. Einige von ihnen hätten die zu Frischware umgewandelten Waren auch wieder zurück- und dann weiterverkauft. Die Milchprodukte seien für die Gesundheit der Konsumenten "eine ökologische Bombe" gewesen.
Die Ermittler nannten vor allem die Firma Galbani, wie die Zeitung weiter berichtete: "Sie waren die wichtigsten Lieferanten. Und auch Kunden", zitierte das Blatt. Galbani ist der grösste Käse-Exporteur Italiens. Auch die Firmen Granarolo und Prealpi wurden im Bericht genannt.
Die Ermittlungen der Polizei dauerten demnach zwei Jahre. Sie hat laut dem Bericht ein Dutzend Verdächtiger im Visier, drei von ihnen seien bereits festgenommen worden. Beamte kamen der Gruppe auf die Spur, nachdem in Norditalien ein Lastwagen angehalten worden war, aus dessen Laderaum ekelerregender Gestank drang.
Der Käse, den die Polizisten fanden, sollte zur Weiterverarbeitung an die Firma Megal in dem Örtchen Vicolungo geliefert werden - jedoch sei er bereits völlig verfault gewesen, hiess es. Nachdem Telefone abgehört worden waren, deckten Spezialisten den Skandal schliesslich auf.
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