es hat nichts mit Bodybuilding direkt zu tun, aber mit einem Medikament, das sicherlich einige hier auch benutzen oder benutzt haben: Roaccutan oder Generika wie Aknenormin, Isotret-Hexal und andere.
Eine kurze Vorgeschichte meinerseits, wen das nicht interessiert, möge diesen Abschnitt bitte überspringen: Ich bin 19 Jahre alt und bin seit 2 Monaten in meiner zweiten Roa-Behandlung (40mg/20mg/Tag im Wechsel). Nun beobachtete ich vor etwa einem Monat eine Veränderung, die einigen bekannt vorkommen dürfte: Jucken und Stechen hinter/um den Brustwarzen, größer/schwammiger werden derselben, kleiner Knoten ertastbar, kurzum: alle Anzeichen einer leichten Gynäkomastie. Dazu muss ich sagen, daß ich keine Steroid-Kur in irgendeiner Form mache oder gemacht habe, die einzige Ergänzung zu meinem Training ist Whey-Protein. Woher also diese dämliche Gyno? Die ist ja im Normalfall auf ein Hormonungleichgewicht zurückzuführen, in diesem Fall einen erhöhten Östrogenspiegel. Nur konnte ich mir ums Verrecken nicht erklären, wo der auf einmal herkommen sollte. Mit 15 - ok, aber mit 19?! Eigentlich ziemlich spät für eine Pubertätsgyno. Ich bin auch nicht dick und war es nie, mein KFA hat die 13-14% nie überschritten. Also weiter mit der Ursachenforschung. Und jetzt kommt der interessante Teil, auf den ich nach langer Sucherei gestoßen bin und gerade für natural Bodybuilder von Belang sein dürfte:
(die meine kleine Story übersprungen haben, dürfen hier weiterlesen.
)
Roa ist ja bekannt dafür, daß es nicht gerade wenig Nebenwirkungen hat. Manche sind ganz offensichtlich und sehr viele sind betroffen: trockene Lippen, Rücken- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, allgemein trockenere Haut. Dann gibt es noch Dinge, die selten auftreten und noch seltener erwähnt werden: Stimmungsschwankungen, Depressionen, bishin zu Selbstmordversuchen. Aber es gibt auch Nebenwirkungen, die so gut wie unauffindbar - selbst im Internet - sind, aber dennoch nicht unüblich - auf diese Gruppe will ich hinaus und sind Anlass für dieses Thema: hormonelle Veränderungen. Leider kann ich die Forschungen nur auf Englisch anbieten, ich habe selbst lange gebraucht, bis ich sie überhaupt gefunden habe. Hier im Forum schrieben schonmal Nutzer, die glauben sich eingebildet zu haben, während der Roa-Therapie weniger aufgebaut zu haben. Es war vielleicht keine Einbildung. Ich zitiere:
"Roaccutane is strongly antiandrogen. A 50% suppression of androgen conversion rates have been found in related doses to what is seen in acne-subjects. The 5-alpha reductase is genetic and dependant on androgen receptor polymorphism. Androgen receptors (AR) as well as thyroid receptors (TR) belong to the superfamily of nuclear hormone receptors where also the retinoid receptors belong. The androgen receptor (AR) is a ligand-activated transcription factor that recognises and binds to specific DNA response elements upon activation by the steroids testosterone or dihydrotestosterone."
Gerade für natural Athleten ist das gravierend, schließlich werden bei diesen keine hohen Mengen Testosteron von außen zugeführt. Aber auch bei Steroid-Nutzern könnte einiges von dem Potential verloren gehen, das sie ohne Roa bei der Kur gehabt hätten. Man beobachtet aber dennoch die Wirkung des Testo, folglich ist man geneigt zu denken, daß alles in Ordnung sei.
Das oben angeführte Zitat stammt hierher:
http://www.max001.proboards42.com/index ... 1118567890
Auf dieser Seite findet man auch detailliertere Informationen zu den einzelnen Hormongeschichten.
http://www.max001.proboards42.com/index ... d=gfdgdgfd
Was will ich nun mit dem Beitrag hier sagen? Daß Roa böse ist, daß ihr das Zeug bloß aus dem Körper lassen sollt? Nein. Ich will nicht eure Intelligenz beleidigen. Roaccutan ist ein wirksames Mittel gegen Akne, es hat mir ein neues Lebensgefühl verschafft - ohne diese wirklich fiesen Pickel geht man ganz anders in den Tag. Ich möchte nur auf die nicht offensichtlichen Veränderungen hinweisen, die in eurem Körper ablaufen können, wohlgemerkt können, nicht müssen. Ich kann - um nochmal kurz auf meine persönliche Geschichte zurückzukommen - nicht mal mit Sicherheit sagen, ob nun wirklich Roa für meine Gynäkomastie verantwortlich ist. Aber es liegt nahe. Meine eigentlich Sorge ist, daß die Hautärzte zu 90% nicht auf sowas hinweisen, wenn sie den Leuten das Medikament verschreiben.
Gerade für uns Bodybuilder ist es doch sehr frustrierend, wenn Erfolge nicht etwa aufgrund von mangelhaftem Training oder Ernährung ausbleiben, sondern durch verkrüppelte Hormonwerte, für die man - falls man sie überhaupt bemerkt - nicht mal eine Erklärung hat.
Es würde mich freuen, wenn ich dem ein oder anderen helfen konnte und die ganze Tipperei nicht umsonst war. Vielleicht hat ja jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Gruß,
Hardy

für den ausführlichen und hochwertigen Beitrag, der nicht voller Rechtschreibfehler ist.

