Hallo, mal ein interessanter Bericht von LoneHero bodybuilding-Forum.at
schon seit längerem wird die Diskussion geführt, welches Absetz-Präparat ärmer an Nebenwirkungen sei: Clomid (Clomifen Citrat) oder Nolvadex (Tamoxifen Citrat).
Die Nolvadex- Befürworter führen das Argument an, dass Clomid in der Absetzphase verstärkt Depressionen und Stimmungsschwankungen hervorrufen würde, Nolvadex jedoch keine solchen starken Nebenwirkungen hätte.
Die Auswirkungen auf die Neurotransmitter sollen hier verglichen werden:
Auswirkungen von Clomid:
Olcese et. al. führen eine Studie an Goldfischen durch und stellen folgendes fest:
Zitat:
The antiestrogen, clomiphene citrate was administered to female goldfish in order to test the hypothesis that this drug may act on brain monoaminergic mechanisms.
[...]
Brain MAO activity was significantly inhibited by the high dose of clomiphene citrate, whereas hypothalamic 5-HT content was significantly elevated by both low and high doses of the antiestrogen.
Khan/Joy stellen ebenfalls in ihrer Studie an Fischen fest:
Zitat:
Administration of clomid (5, 10, and 20 micrograms/g BW) inhibited MAO activity in a dose-dependent manner during all the three seasons.
MAO ist die Abkürzung für Mono-Amino-Oxidase, ein Enzym, welches Neurotransmitter wie Serotonin u.ä. abbaut. Stellen Olcese et. al. also eine Hemmung der MAO fest, dann hängt dies dicht zusammen mit dem Anstieg an 5-HT.
Serotonin (=5-HT) ist hinsichtlich depressiver Erkrankungen von Bedeutung. Treten bei einer verminderten Serotonin-Ausschüttungen Nebenwirkungen wie Depressionen auf, so ist ein erhöhter Serotoninspiegel durch Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen, z.T. auch Angstzuständen gekennzeichnet.
Auswirkungen von Nolvadex
Im Vergleich dazu zeigen sich bei Nolvadex andere Ergebnisse:
In Einer Studie über die Veränderung in der 5 HT (A2) Rezeptordichte und Gen-Expression kommen Sumner/Grant zu dem Ergebnis:
Zitat:
Treatment with tamoxifen alone had no effect on either gene expression or the density of binding sites
Chaurasia CS, Chen
stellen in ihrer Studie an Ratten lediglich erhöhte Dopaminspiegel fest, Änderungen des 5-Hydroxyindoleacetic Säure Levels werden als "moderate" bezeichnet.
Landry/ Di Paolo untersuchten Auswirkungen von Tamoxifen und Raloxifen auf 5HT(1A)-Rezeptoren:
Zitat:
Although the present treatments had functional effects as assessed with uterine weights, ovariectomy and estrogen-receptor directed drugs had no effect on hippocampal 5-HT(1A) receptors as compared to 5-HT(2A) receptors previously reported.
Der 5HT(1A)Rezeptor nimmt in Bezug auf das Auftreten von Depressionen ebenfalls eine wichtige Rolle ein.
Die Studien zeigen somit folgende Veränderungen auf:
Clomifen: Signifikante Hemmung der Mono-Amino-Oxidase, bei starkem Anstieg des Serotonin-Spiegels, hemmende Wirkung auf den 5-TH3 Rezeptor.
Tamoxifen: Erhöhte Dopaminspiegel, modulierende Wirkung auf 5-HT(2A)-Rezeptoren, keine Auswirkung auf 5-HT(1A) Rezeptoren, erhöhte Dopamin-Spiegel.
Schlussfolgerung:
Die Wirkstoffe Clomifen und Tamoxifen besitzen also in der Tat eine unterschiedliche Wirkung auf die Neurotransmitter. Clomifen erhöht den Serotonin Spiegel und kann so verstärkt zu Stimmungsschwankungen und Appetitlosigkeit führen. Auch Sehstörungen können mit den Veränderten Serotonin-Spiegeln in Verbindung gebracht werden. Die Blockade des 5HT3 Rezeptors kann positiv gesehen werden.
Nolvadex hingegen scheint den Serotonin-Spiegel nur im geringen Umfang zu beeinflussen, führt daher zu geringeren psychischen Nebenwirkungen.


