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Ein Erfahrungsbericht

Schreckgespenst Bandscheibenvorfall

Marcel Kremer, 01.06.2011

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"Alle sagen: Das geht nicht! Doch einer wusste das nicht und hat’s gemacht!"

Unser Körper ist unsere Burg, unsere Festung, ein undurchdringlicher Panzer aus Muskulatur. Wir stemmen 100te Kilos, drücken Tonnen und ziehen Lastwagen. Nichts kann uns passieren, denn wir sind unverwundbar. Verletzen tun sich nur die Anderen, die Schwächlinge, Hautständer, Menschen, die keine Ahnung haben. Wir kennen keine Schmerzen, nur Wachstumsreize. Wir fangen da an, wo andere aufhören. Wenn’s weh tut, machen wir noch drei! Wir sind die Größten, die Stärksten, die Unbesiegbaren – wir sind Bodybuilder!

So habe ich über 10 Jahre gedacht, gelebt, trainiert … und plötzlich macht es "knack". Und was dann? Aber langsam und der Reihe nach:

Meine sportliche Karriere fing bereits im frühen Alter an. Mit 3 Jahren steckte mein Dad mich in einen Fußballverein mit dem ich 12 Jahre lang versuchte das Beste aus mir herauszuholen. Irgendwann führten private Differenzen dazu, dass ich in der Pubertät die Sportart wechselte und die nächsten Jahre mit Basketball, Volleyball und Tennis überbrückte. Im Vergleich zu meinen Mitschülern war ich immer schon eher kräftig, auch wenn ich aus heutiger Sicht sagen würde, dass ich ein dürrer Hering war. Der Großteil von euch würde dies sicher auch heute noch von mir behaupten.

Mit 17 Jahren hatte ich dann genug von Mannschaftssportarten, da ich ständig den Eindruck hatte, dass die Mitglieder entweder meine Entwicklung bremsten oder ich den Rest der Mannschaft. Ich wollte einen Sport, den ich für mich machen konnte. Bei dem es nur eine Bestleistung gab, die ich knacken musste und das war meine eigene. Über meinen damaligen Tennistrainer, der hier und da mal eine Hantel bewegte und für einen Tennisspieler eine gute Figur hatte, kam ich zum Bodybuilding.

Und ich schreibe extra Bodybuilding, denn zu dieser Zeit fand gerade der Umbruch statt wo Bodybuilding lieber Fitness genannt wurde, um sich von den halbnackten muskelbepackten Urzeitmenschen zu distanzieren, die der breiten Masse in den Sinn kam, wenn sie an diese Sportart dachten. Aber ich wollte kein Fitness machen und in neonbunten Klamotten zu aktueller Musik hüpfen, sondern Gewichte bewegen. Muskeln aufbauen. Breit werden. Und dabei jede Woche besser werden.

Mein erstes Studio, in das ich mich in Begleitung zweier Freunde traute, war aus heutiger Sicht noch recht schlicht und einfach ausgestattet. Neben der Theke gab es ein paar Ausdauergeräte und die übliche Grundausstattung an Kraftmaschinen – ansonsten Hanteln, Stangen und Gewichte. Was will man mehr?

Wie wahrscheinlich wir alle habe ich viel falsch gemacht und würde heute anders anfangen, einen anderen Trainingsplan vorziehen und die Ernährung völlig anders strukturieren. Aber dennoch funktionierte mein Training. Von mageren 75 Kilo auf 188 cm baute ich in einigen Jahren gut 20 Kilo Masse auf und habe bis heute mein Gewicht von etwa 95 Kilo. Studios habe ich einige gesehen in den letzten Jahren und auch viel Zeit und Engagement in Trainingswissenschaft und ähnliche Dinge investiert.

Natürlich bin und war ich nie ein Bodybuilder, wie in sich die meisten vorstellen – 160cm und 120 Kilogramm – aber auf einem natürlichen Level fühlte ich mich stark, gesund, fit und war der Meinung, dass mich nichts kaputt machen könne. Ziehen in der Schulter? Knacken im Bein? Schmerzen im Rücken? Meine Devise hieß immer "weitermachen" und das geht schon von alleine weg. Viele Jahre bin ich damit gut gefahren und habe außer einem jährlichen Rundumcheck beim Hausarzt keinerlei medizinische Hilfe gebraucht. Bis, ja bis das Jahr 2010 kam.

Was hatte sich geändert? Ich war in der besten Form meines Lebens, der Körperfettanteil war tief wie nie, ich hatte einige Monate zuvor mit einigen Kampfsportarten angefangen, ging zweimal die Woche Schwimmen, einmal Laufen und machte 4-5x pro Woche mein übliches Krafttraining als eines Abends im Bett der Rücken leicht schmerzte. Ihr erinnert euch an meinen Leitspruch? Richtig!

Frei nach dem Motto "Was dich nicht umbringt, macht dich härter!" war ich wenige Stunden später wieder beim Sport. Der Schmerz verschwand immer wieder und tauchte vor allem abends und am Wochenende auf und wurde langsam aber stetig stärker. Hier und da machte man sich mit Bekannten, Kollegen und Medizinern kleinere Gedanken, ob wohl ein Nerv eingeklemmt sein könnte oder vielleicht ein Wirbel etwas verschoben sei, aber solange ich mich bewegen konnte, machte ich weiter. Mitte 2010 kam dann nach einem starken Roundhousekick beim Mixed Martial Arts der kurzfristige Höhepunkt.

Am selben Abend noch konnte ich nicht mehr Liegen, nicht mehr Sitzen und nicht mehr lange Stehen. Doof, oder? Hauptsächlich leicht gehend verbrachte ich die kommende Nacht und ging am nächsten Tag direkt zu meinem Hausarzt, der mir erst einmal Schmerztabletten verschrieb und mich mangels fähigen Orthopäden in der Gegend zum Sport- und Rehabilitationsmediziner überwies. Dieser diagnostizierte nach 2 Minuten und ohne mich auch nur Anzufassen eine Blockade des Ilio - Sakral - Gelenks und schickte mich weiter zum Physiotherapeut.

Inzwischen war natürlich eine knappe Woche vergangen, da Termine bei Fachärzten gerne einmal auch bei Notfällen auf sich warten lassen und ich war eine Woche krankgeschrieben. Der nette und auch sehr fähige Physiotherapeut behandelte dann meinen Beckenschiefstand, den er wohlgemerkt selbst entdeckt und versuchte das ISG zu lockern. Mir ging es daraufhin auch erst mal besser und ich konnte wieder arbeiten. Der starke stechende Schmerz wanderte tiefer und wurde zu einem temporären dumpfen Druck.

Einige Wochen und Monate konnte ich damit arbeiten und auch das Training relativ normal wieder aufnehmen, hatte aber immer in den Entlastungsphasen Schmerzen. Diese begannen Ende 2010 wieder stärker zu werden. Kribbeln, Lähmungserscheinungen oder Schmerzen im Bein hatte ich dabei nie. Dies und die Tatsache, dass ich besser trainiert war als der Standartpatient, führte dazu, dass meine Ärzte einen Bandscheibenvorfall von vorne herein ausschlossen.

Trotz unzähligen Stunden manueller Therapie blieb der Schmerz, welcher zwischen dem linken ISG und dem unteren Rücken zu wandern schien. In meiner Verzweiflung versuchte ich es auch mit alternativer Medizin. Ein Chiropraktiker meines Vertrauens nahm Maß, korrigierte einige Fehlstellungen, versuchte es mit Akupunktur und homöopathischen Mitteln – leider alles ohne erkennbaren Erfolg.

Inzwischen kam dazu, dass ich jedes Mal, wenn ich aus dem Sitzen aufstand einen stechenden Schmerz spürte, der mich kurzzeitig in die Knie zwang. Nach wenigen Sekunden war dies jedoch vorbei und ich konnte mich normal bewegen. An diesem Punkt reichte es mir, nachdem Gucken, Reden und ein einfaches Röntgenbild zu nichts geführt hatten, "zwang" ich den behandelnden Arzt mir eine Überweisung für ein MRT zu geben. Dies war Anfang November 2010.

Leider bin ich Kassenpatient und durfte laut Auskunft der Praxis für Nuklearmedizin bis Februar 2011 auf meinen Termin warten. Ich hatte ja erst seit 9 Monaten Schmerzen und Probleme, was machten da schon 3 weitere Monate. Manchmal kommt aber auch armen Menschen der Zufall zur Hilfe und so stellte sich heraus, dass eine meiner Kundinnen in dieser Praxis arbeitete und mir bereits 2 Tage nach Weihnachten einen Termin sichern konnte.

Der Winter dieses Jahr war, wie sich sicherlich einige erinnern werden, recht hart und ich verbrachte die Weihnachtsferien noch mit Schneeschippen und wunderte mich abends über die neuen Schmerzen. Aber was sollte schon passieren? Inzwischen hatten 3 Ärzte, 2 Physiotherapeuten und 1 Chiropraktiker einen Bandscheibenvorfall so gut wie ausgeschlossen und mir für das MRT noch mit auf den Weg gegeben: "Man wird wahrscheinlich Gar nichts sehen auf den Bildern." Mit diesem Gedanken ging ich auch einen Tag nach Weihnachten zu dem Termin, scherzte und blödelte herum. Eine kleine ISG-Blockade würde mich schon nicht weit zurückwerfen.

Der nachdenkliche Gesichtsausdruck der Ärztin wenige Minuten später drückte jedoch schlagartig meine Laune. Sie bat mich in ein Besprechungszimmer und zeigte mir Bilder meines Rückens, die ich so auch selten bisher gesehen hatte. Ich hatte starken Verschleiß in den meisten Wirbeln und Bandscheiben, einen wahrscheinlich wachstumsbedingten Scheuermann, einen engen Spinalkanal – ebenfalls Anlage bedingt – und zu guter Letzt neben zwei kleineren Bandscheibenvorwölbungen zwischen den Wirbeln L3/L4/L5 einen wirklich heftigen Prolaps im Segment L5 / S1 (am Ende der Lendenwirbelsäule, Anfang Sakralwirbelsäule).

Was nun? Operation? Konservative Therapie? Arbeiten? Trainieren?

Fassen wir an dieser Stelle nochmal knapp zusammen: Ja, ich hatte Schmerzen, allerdings nicht dauerhaft und durchgängig und auch nicht so stark, wie ich sie früher bei einem Bandscheibenvorfall vermutet hätte. Aber sie waren da und gingen von alleine nicht mehr weg. Es bestand die Gefahr, dass die Nerven irgendwann chronisch geschädigt worden wären und die Schmerzen auch dann noch vorhanden blieben, wenn der eigentliche Bandscheibenvorfall längst behoben ist. Behoben? Geht das überhaupt?

Nein, wer einmal einen Bandscheibenvorfall hat, hat diesen bis an das Ende seines Lebens. Dies ist gar nicht so selten. Die Wissenschaft schätzt, dass jeder 2te einen Bandscheibenvorfall im Laufe seines Lebens erleidet. 80% merken dies allerdings nicht oder kaum. Bei den anderen 20% treten unterschiedliche Schmerzen und Probleme auf. Da dieser Artikel den Schwerpunkt auf meine eigenen Erfahrung legen soll, gehe ich nicht weiter auf das medizinische Thema "Bandscheibenvorfall" ein.

Ich gehörte also leider zu der 20%-Gruppe, die Schmerzen hatte. Wenn man dann erst mal um seine Erkrankung weiß, wird es meistens nochmal etwas schlimmer. Alleine weil man sich mental Stress macht und einredet, dass man ganz schlecht dran ist und nie wieder seinen geliebten Sport machen könne. Als kleine Randnotiz sei hier erwähnt, dass ich während der Arbeit und des Sports immer beschwerdefrei war. Ich erkläre mir das so, dass die starke Muskelspannung in Kombination mit einer Schonhaltung den Körper in einer schmerzfreien Position hielt. Sobald ich abends oder am Wochenende mich weniger bewegte und die Spannung nachließ, traten die Schmerzen auf. Besonders störend wurden inzwischen die kurzen stechenden Schmerzen bei Positionswechseln vom Liegen ins Sitzen oder ins Stehen. Beim Bankdrücken war die größte Belastung das Hinlegen, bei der Schulterpresse fiel es mir viel schwerer die Hanteln vom Boden aufzuheben als diese zu stemmen.

All dies war aber ab sofort sowieso erst mal gestrichen. Ich hatte gerade Weihnachtsferien und gönnte meinem Körper 2 Wochen Trainingspause und gutes Essen. Leider trug besagte Pause, wie oben erwähnt, dazu bei, dass meine Schmerzen sich potenzierten. Einen Tag nach dem MRT-Befund suchte ich meinen Hausarzt auf, da der behandelnde Sport- und Rehabilitationsmediziner gerade im Urlaub war bis Mitte Januar.

Mein Hausarzt hat mir während der gesamten Zeit eh stets besser geholfen als der vermeintliche Fachmann und schaffte es innerhalb von 2 Tagen mir eine Überweisung zu einem überregional angesehenen Neurochirurg zu organisieren. Dieser Mann war wirklich klasse. Schade, dass es heutzutage so selten ist, dass ein Arzt sich wirklich Zeit für seine Patienten nimmt. In einem Gespräch von über 30 Minuten besprach er mit mir zuerst meine MRT-Aufnahmen, dann die Behandlungsmöglichkeiten und die verschiedenen Operationspraktiken. Unter anderem erfuhr ich, dass bei der letzten Bandscheibe kein Rückenmark mehr betroffen ist und daher keine Gefahr einer Querschnittslähmung besteht. Das Risiko einer partiellen Lähmung einzelner Muskeln liegt bei unter 0,5% und die Wahrscheinlichkeit zur Verbesserung der Lage bei 90-93%. Die übrigen 6% der Patienten verspüren keine Besserung oder gar eine Verschlechterung.

Wohlgemerkt bezogen sich diese Studien auf Patienten jeglichen Alters und in jedem Trainingszustand. Zwar fehlen spezifischere Untersuchung, aber der Arzt versicherte mir, dass ein junger und durchtrainierter Mann diese Werte nochmal positiv zu seinen Gunsten verändern könne.

Wir einigten uns drauf, dass wir es zwei Wochen mit konservativer Therapie probieren würden und danach gegebenenfalls eine Operation in Betracht ziehen. Den Termin vereinbarten wir vorsorglich, so dass nicht noch mehr Zeit unnötig verging, falls die Schmerzen anhielten. Nach zwei Wochen Bettruhe und Schmerztabletten sowie Muskelrelaxans ging es mir dreckig.

Ich hatte inzwischen 4 Wochen nicht trainiert, die guten Vorsätze wenigstens die Ernährung sauber zu halten, waren der Frustration gewichen, aber auch Schokolade und Fast Food konnte meine Laune nicht mehr aufbessern. Also lag ich auf der Couch, sag mir dabei zu wie der Körperfettanteil sich längst vom einstelligen Bereich verabschiedet hatte und mit großen Schritten in einen höheren zweistelligen marschiert, die (natürlich sowieso schon viel zu kleinen) Muskeln weiter schrumpften und mein Rücken beim Verlassen der Liegeposition schmerzte.

Ihr könnt es euch denken, Ende Januar 2011 fand ich mich im Krankenhaus wieder und wartete darauf, dass man mich Aufschnitt, den ausgetretenen Bandscheibenkern entfernte und meinen Spinalkanal erweiterte. Am meisten Angst hatte ich jedoch vor der ersten Vollnarkose meines Lebens. Zum Glück machte ich mir jedoch unnötig Sorgen. Die Narkose bekam ich gar nicht mit. Es kam mir vor als hätte ich kurz geblinzelt und wollte schon fragen, wann es denn nun losgehen würde, da kam bereits ein Pfleger, erklärte mir, dass alles gut verlaufen sei und man mich jetzt wieder auf die Station bringen würde.

Die folgenden 10 Tage im Krankenhaus zogen sich wie Gummi. Schon wenige Stunden nach der OP verspürte ich einen Hunger als hätte ich seit Tagen nichts gegessen und verlangte nach meinem Mittagsessen – das man mir verweigerte. Ich dürfe erst abends wieder feste Nahrung zu mir nehmen.

Da Krankenhausportionen nicht wirklich dem Bodybuilding-Standard entsprachen, bestellte ich meistens gleich 2 und hatte das Glück, dass mein Zimmergenosse, ein älterer Herr, mir oftmals über die Hälfte seiner Mahlzeit zusätzlich anbot. Leicht geschockt war ich generell über das Essen im Krankenhaus. Protein kannte man dort scheinbar nur vom Namen und fand man selten und wenn in geringsten Mengen im Essen. Gemüse und Obst wurde zwar immer gereicht, aber meistens in minimalistischen Mengen und ertränkt in eine fette Sahnesoße oder mit Zucker übergossen. Wie sollte man davon gesund werden? Aber dies ist ein anderes Thema.

Meinem Rücken ging es unmittelbar nach dem Angriff bereits besser. Der stechende Schmerz war verschwunden, dafür war natürlich ein neuer Wundschmerz an dessen Stelle getreten. Immerhin hatte man mir einige Zentimeter tief in den Rücken geschnitten, die Muskelstränge auf Seite geschoben und mit brachialer Gewalt meinen Spinalkanal erweitert. Als ich nach knapp 2 Tagen jedoch versuchte bis in die Krankenhauskantine zu gelangen, bereute ich diese Überanstrengung schnell und blieb die nächsten 24 Stunden im Bett liegen.

Tipp: Schont euch die ersten 3 Tage nach einem Eingriff mit Vollnarkose, egal wie fit ihr euch fühlt! Geradezu lächerlich waren die 5 Minuten Krankengymnastik jeden Tag. Zuerst bestand diese aus gefüllten vier minimalistischen Crunches. Nach einigen Tagen gingen wir im Flur auf und ab, was ich ohnehin schon tat. Die Therapeutin wirkte weder sehr motiviert, noch durfte sie mit frisch operierten Patienten ernsthafte Übungen machen – die Notwendigkeit ihrer Anwesenheit erschloss sich mir daher nicht gänzlich. Ein Highlight nach 10 Tagen Liegen, Lesen und Fernsehen, war dann noch die Entlassung:

"Wir wünschen ihnen alles Gute. Bitte achten sie darauf, dass sie nicht mehr schwer, also über 25 Kilo, heben, keinerlei Rotationsbewegung in der Lendenwirbelsäule mehr machen, Scherkräfte vermeiden, so wenig wie möglich sitzen oder stehen und in 3 Tagen beginnt dann ihre ambulante Reha-Maßnahme."

WTF? Seit wann war 25 Kilo schwer heben und bedeutete "nie mehr" bis nächsten Monat, nächstes Jahr oder tatsächlich nie wieder? Wie sollte man auf Toilette gehen ohne zu Rotieren? Wann dufte ich denn endlich wieder stehen und sitzen? Und wer zum Teufel hatte entschieden, dass ich an einer Reha teilnehme?

Wenigstens war diese ambulant, so dass ich morgens hin und abends nach Hause konnte – von Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen hatte ich nämlich erst mal die Nase voll. Leider verlief aber auch die Rehabilitation nicht wie erhofft. Anfänglich dachte ich, man würde mir da vielleicht das ein oder andere noch beibringen, zeigen, erklären und ich könnte für mein Training und mein Leben neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Doch weit gefehlt!

Es begann schon mit dem Shuttle-Bus auf den ich angewiesen war, da ich noch nicht wieder selber Auto fahren durfte. Da dieser mich stets als Ersten holte und als Letzten nach Hause brachte, musste ich mindestens zwei Stunden sitzend im Bus aushalten. Wir erinnern uns: Langes Sitzen war mir vom Arzt untersagt worden.

In der Reha bekam ich meinen ersten Wochenplan und sah auf diesem neben Krankengymnastik, Gerätetraining und Wärmetherapie auch zig Vorträge, Seminare und abenteuerliche Behandlungen wie Strom, Magnetfeld und Entspannung – nicht zu vergessen die psychologische Betreuung!

Zwischen den Behandlungen war Warten angesagt und das, ihr könnt es euch denken, meistens im Stehen oder Sitzen. Nach der ersten Woche Reha hatte sich mein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert, ich hatte völlig veraltete Vorträge über Ernährung gehört und mich oftmals in Gruppen wiedergefunden, die gar nicht zu meinem Profil passten. Ich brauchte keine Motivation, sondern endlich eine Erlaubnis wieder Sport zu machen, wollte auch schnellstmöglich wieder arbeiten und depressiv war ich erst recht nicht – hätte ich mir diese Vorträge und Einzelgespräche jedoch länger anhören müssen, wäre ich es wahrscheinlich geworden.

Entnervt stellte ich den Arzt vor die Wahl: Abbruch oder Pause. Wir entschieden uns für eine Pause, damit mein Heilprozess voranschreiten und ich im Anschluss die Wassergymnastik mitmachen konnte, was ich in der ersten Woche wegen der offenen Wunde nicht durfte. Im Gegenzug konnte ich auf einen Teil der Vorträge verzichten - diese werden jedoch von der Rentenversicherung, welche im Normalfall die Reha bezahlt, vorausgesetzt und konnten daher nicht gänzlich gestrichen werden.

Als ich die Reha zwei Wochen später wieder aufnahm, ging es mir wieder erheblich besser. Sitzen tat deutlich weniger weh, die alten Rückenschmerzen waren nie wieder aufgetaucht und generell fühlte ich mich wohl und fit. Die Behandlungen in der Reha wurden zwar nicht wirklich besser, aber wenigstens bekam ich keine Schmerzen mehr durch langes Warten und ging mit einer anderen Einstellung an die Sache heran. Mit meiner Physiotherapeutin, die vor einem Jahr erst ihre Ausbildung beendet hatte, tauschte ich mich ein wenig über Training und Behandlungsmethoden aus und kann nicht ganz ohne Stolz behaupten, dass die Gute vielleicht nicht nur hier und da einen neuen Denkanstoß erhielt, sondern auch ein paar Übungen lernte.

Ähnlich sah es bei den Sporttherapeuten aus. Durfte ich zu Anfang nur 25 Wiederholungen mit 5 Kilo ausführen, von denen ich wirklich Null gemerkt habe, steigerte ich mich in der dritten Woche bereits wieder auf ein relatives normales Wiederholungsmaß von 10 bis 15 Wiederholungen bei moderaten Gewichten und 4 Sätzen.

Theoretisch durfte ich bis zu einem halben Jahr keinen Sport machen, aber wozu sollte das gut sein? Damit die Rückenmuskeln verkümmern und die Schmerzen wiederkamen? Bei diesen Empfehlungen der Ärzte kann ich nur sagen, die meisten Theoretiker sind fett und unsportlich und gehen auch von solchen Patienten aus. Wer Sport macht, sollte lernen auf seinen Körper zu hören und nach eigenem Ermessen sein Training dosieren und wiederaufnehmen. Viel gelernt habe ich in der Reha leider nicht, war im Gegenteil oftmals etwas enttäuscht, wenn nicht entsetzt, wie veraltet einige Ansichten waren und wie einfallslos die Übungen. Es war aber immerhin eine Abwechslung zum stupiden Herumliegen zuhause.

Weitere zwei Wochen nach der Reha-Maßnahme habe ich meine Arbeit und meinen Sport wieder aufgenommen. Langsam und mit Verstand, aber dennoch relativ normal trainiert. Derzeit meide ich schwere freie Kniebeugen sowie Kreuzheben noch, fühle mich aber gut und bin hochmotiviert. Lockeres Joggen geht auch schon wieder. Ich habe immer noch einiges an Speck aus den 3 Monaten ohne Training und solide Ernährung, aber es ist immer gut ein Ziel zu haben und ich bin guter Dinge meine normale Figur bald wiederzuerlangen.

Bin ich jetzt beschwerdefrei? Natürlich merke ich hier und da noch ein leichtes Ziehen, fühle mich anfälliger für Hexenschüsse oder kriege Verspannungen in der Tiefenmuskulatur des Rumpfs. Im Vergleich zu vorher sind das aber alles Kleinigkeiten und ich denke, dass die meisten Symptome im Laufe der nächsten Monate verschwinden werden. Ich achte immer noch darauf, nicht zu weit, zu schnell und unkontrolliert zu rotieren. Sitzen kann ich inzwischen wieder längere Zeit am Stück ohne Probleme, bin aber beim Aufstehen immer noch etwas vorsichtig.

Welche Schlussfolgerung würde ich aus der Sache ziehen und welchen Rat kann ich euch mit auf den Weg geben?
  1. Trainiert sauber und mit Köpfchen, dann ist die Gefahr vom Krafttraining einen Bandscheibenvorfall zu kriegen sehr gering. Die klassische blöde Bewegung, welche eine vorher perfekte Bandscheibe beschädigt gibt es meistens nur bei Unfällen.
    Die Regel sieht eher so aus, dass es viele Gründe gibt, warum ihr so eine Schädigung kriegen könnt und im Nachhinein kein Arzt den Grund 100%ig ermitteln kann. Manchmal hat man einfach Pech und von Natur aus eine höhere Gefährdung, trotz Muskeln und vernünftigem Training.
  2. Macht euch nicht verrückt! Klar, ein Bandscheibenvorfall ist Mist, aber das Leben geht weiter und auch das Training kann man relativ normal fortführen. "The dream’s not over – sun is still shining – the dream’s not over!"
  3. Stärkt eure Bauchmuskulatur, vor allem die tiefe! Sie hilft ungemein euren Rücken zu entlasten!
  4. Erwartet keine Wunder von Ärzten und Therapeuten. Auch sie sind nur Menschen, machen Fehler und sind manchmal mit ihrem Wissen nicht auf dem neusten Stand. Sie tun ihren Job so gut sie können, aber sie sind keine Halbgötter in Weiß und sie kennen euren Körper nicht einmal halb so gut wie ihr!
  5. Hört auf euren Körper! Er spricht zu euch, also hört auch hin!
Das war es! Ein kleiner, nicht medizinischer und vielleicht völlig unnützer Erfahrungsbericht zum Thema "Bandscheibenvorfall".

Ich hoffe, dass ihr trotzdem Spaß beim Lesen hattet und vielleicht kann ich dem ein oder anderen Betroffenen etwas Mut machen! Natürlich ist mein Verlauf nur einer von zig möglichen Varianten und es ist nicht die Regel, dass ein durchtrainierter Mensch einen Bandscheibenvorfall erleidet, aber andersherum schützt es eben auch nicht automatisch vor der Problematik. Vielleicht hilft meine Erfahrung auch Ärzten und Therapeuten, die es lesen. Manchmal sind Symptome untypisch und die Voraussetzungen völlig verkehrt, geht trotzdem auf Nummer sicher und klärt die Möglichkeit mittels Bildverfahren ab!

Mir hätte es vielleicht ein Jahr Schmerzen erspart!

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