TEAM-ANDRO.com

Jubiläumskation: 10 Jahre TEAM-ANDRO

Andro-Shop Specials

ESN Elite Pro Complex, 1000g Standbeutel ESN Elite Pro Complex, 1000g Standbeutel
Statt 24,90 € Nur 18,90 €
incl. USt, exkl. Versand
Best Body Nutrition Premium Pro, 500g Best Body Nutrition Premium Pro, 500g
13,99 € Ab 3 Stück 12,99 €
incl. USt, exkl. Versand
Fitmart Soja Protein Isolat, 1000g Fitmart Soja Protein Isolat, 1000g
Statt 13,90 € Nur 9,90 €
incl. USt, exkl. Versand

Neueste Texte

22.09.2014von Frank-Holger Acker
Big and Strong 2014: Monster Legs Woche 5-8
21.09.2014von Philipp Rauscher
Big and Strong 2014: Powerbuilding 2.0 Woche 5-8
21.09.2014von Thomas
Olympia Weekend 2014: Der Samstag
20.09.2014von Thomas
Olympia Weekend 2014: Der Freitag
17.09.2014von Thomas Koch
Alle Klassen im Überblick
13.09.2014von Team Andro Redaktion
Die Beinroundtable (II)
11.09.2014von Jonas Meissner
Review: Krafttraining – Praxis und Wissenschaft
09.09.2014von Denis Tengler
Kinesiologisches Taping bei Handgelenkbeschwerden
08.09.2014von abergau
Wie man aus einer schlechten Trainingseinheit das Beste macht
05.09.2014von Lukas S.
Bodybuilding vs. Alltag?!
04.09.2014von Christopher V.
Mark Broscience
03.09.2014von Carsten D.
Passion fucking trumps everything
02.09.2014von Nick N.
Wir, die Weltoffenen
01.09.2014von Lothar P.
Konsumverhalten der Fitness-Szene
29.08.2014von Team Andro
Die Beinroundtable (I)
27.08.2014von Ulrike Hacker
Das CrossFit-FAQ
21.08.2014von Thomas Koch
Big and Strong 2014: Kill Your Weak Points Woche 1-4
20.08.2014von Jonas Meissner
Big and Strong 2014: Build Up! Woche 1-4
19.08.2014von Frank-Holger Acker
Big and Strong 2014: Monster Legs Woche 1-4
18.08.2014von Philipp Rauscher
Big and Strong 2014: Powerbuilding 2.0 Woche 1-4

Umfrage

Zur Zeit sind leider keine Umfragen aktiv.

Archiv

No Brain - No Gain Med #5/2010

Schultergelenkluxation

Thomas Koch, 03.10.2010

Diskussion Versenden Drucken

********

Disclaimer - Hinweis zu Gesundheitsthemen
Jeder Körper ist individuell und daher erfordert jede Therapie eine vorausgegangene Diagnostik durch entsprechend ausgebildetes medizinisches Fachpersonal. Die Darstellungen von Krankheitsbildern und mögliche Therapieansätze sind immer als allgemeine Darstellung zu verstehen, welche individuelle Abweichungen nicht berücksichtigen kann. Entsprechende Beiträge auf Team-Andro.com dienen rein der Information und haben nicht die Intention, eine medizinische Untersuchung zu ersetzen.

********

Logo


Definition

Eine Schulterluxation (luxatio humeri oder luxatio glenohumeralis) stellt eine Verrenkung im Schultergelenk dar. Luxationen sind ein typisches Problem von Kugelgelenken, was auf den enormen Bewegungsspielraum und die dafür notwendige minimale knöcherne Führung zurückzuführen ist.

Bei einer Schulterluxation springt der Humeruskopf aus der Gelenkpfanne, zumeist nach vorne unten (ca. 90% der Luxationen entfallen auf diese Variante). Begleitet werden Schulterluxationen zumeist von einem Riss der Gelenkkapsel, weiterhin sind Bandrupturen, Frakturen und eine Ruptur der Rotatorenmanschette häufig im Zusammenhang mit Schulterluxationen zu beobachten.

Eine einheitliche Klassifikation existiert bis heute nicht. Man differenziert in der Regel primär durch Ursache, Richtung und Schwere der Verletzung.

Schulter


Ursachen

Bei den Ursachen einer Luxation im Schultergelenk dominieren akut traumatische Ereignisse. Sehr häufig sind hierbei Sportverletzungen, etwa beim Handball oder Snowboarden. Hierbei kommt es in der Regel zu einer Gewalteinwirkung auf den abduzierten und außenrotierten Arm. Die dynamischen Stabilisatoren können aufgrund der unerwarteten und plötzlich auftretenden Gewalteinwirkung ihre Aufgabe nicht erfüllen, die passiven Stabilisatoren sind überfordert. In der Folge reißt die Gelenkkapsel zusammen mit dem Labrum glenoidale und den glenohumeralen Bändern.

Eine weitere mögliche, wenn auch weit weniger häufigere Ursache, besteht in einer Gelenkdysplasie, welche zu einer habituellen Schulterluxation führen kann. In diesem Fall ist keine gravierende äußere Gewalteinwirkung notwendig, die Luxation kann auch durch ein falsches Liegen entstehen.

Weiterhin existiert die Form der posttraumatischen rezidivierenden Schulterluxation, welche als Folge einer vorausgegangenen traumatischen Luxation mit einer Impression der Gelenkfläche des Humerus (Hill-Sachs- Läision) oder einer Bankart-Läision (Abriss des Labrum glenoidale) ist. Diese beiden Verletzungen treten zumeist zusammen auf. Hierdurch flacht der untere Rand der Gelenkpfanne ab und ein Heraushebeln des Humeruskopfes aus der Gelenkpfanne wird erleichtert.

Schulter


Schulter


Symptome

Eine Luxation geht mit sehr starken Schmerzen einher. Der Oberarm hängt herab, die leere Gelenkpfanne und der Humeruskopf, welcher in der Achselhöhle hervorsteht, können ertastet werden.

Diagnose

Zunächst sollte eine ausgiebige Anamnese erfolgen. In der Regel steht danach eine Röntgenuntersuchung an, welche Aufschluss bezüglich der Ursache der Luxation geben und knöcherne Begleitverletzungen zeigen kann. Ergänzend kann im Einzelfall die Anwendung weiter bildgebender Maßnahmen (spezielle Röntgenaufnahmen, Sonographie, MRT, CT) notwendig sein, um mögliche Begleitverletzungen zu erkennen.

Therapie

Die Art der Therapie ist maßgeblich von der Form und Schwere der Verletzung abhängig, möglich sind sowohl konservative als auch operative Behandlungsmethoden.

Von größter Bedeutung ist in jedem Fall eine schnellstmögliche Reponierung der Schulter, also ein Einrenken des Gelenks um schwerwiegende Knorpel- und Bandschäden zu vermeiden. Die Reponierung ist eine höchst schmerzhafte Angelegenheit, weshalb in der Regel vorweg eine Verabreichung von Schmerzmitteln erfolgt, was auch eine Muskelentspannung zur Folge hat, welche für die Reponierung notwendig ist. Man unterscheidet verschiedene Formen der Reponierung: die Reponierung nach Arlt, nach Kocher, nach Manes und nach Hippokrates. Die Reposition sollte immer von einem ausgebildeten Mediziner erfolgen, da unsachgemäßes Vorgehen schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.

Im Anschluss an die Reponierung erfolgt eine Stilllegung des Armes, wobei die Dauer der Immobilisation individuell festzulegen ist, abhängig von Art und Schwere der Verletzung und der allgemeinen Verfassung des Patienten. Die Dauer der Immobilisation wird hierbei nach dem Leitsatz "so lange wie nötig, so kurz wie möglich" festgelegt, um einerseits eine optimale Heilung zu ermöglichen, andererseits aber auch negative Immobilisationsfolgen wie eine Versteifung des Gelenkes durch Arthofibrosen (Verklebungen) zu verhindern. Im Rahmen dieser Prämisse beginnt man in der Regel so früh wie möglich mit einer vorsichtigen Mobilisation.

Wie bereits angedeutet gibt es verschiedene Entscheidungskriterien für die Frage, ob eine Operation notwendig ist oder nicht. Ergänzend muss die persönliche Situation des Patienten betrachtet werden. Ein Leistungssportler stellt sehr viel höhere Anforderungen an die Stabilität und Belastbarkeit des Schultergelenks als ein älterer Mensch ohne größere sportliche Ambitionen, weshalb die erstgenannte Personengruppe häufiger operativ versorgt wird. Übergeordnet ist aber in jedem Fall die Reponierung und bestmögliche Stabilisierung des Schultergelenks.

Im Rahmen einer konservativen Behandlung werden in der Regel schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verabreicht, zumeist nichtsteroidale Antirheumatiker (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen. Je nach Form und Schwere der Verletzung sind auch die Anwendungen verschiedener orthopädischer Hilfsmittel denkbar. Hierzu zählen der Gilchristverband, die Thorax-Abduktionsschiene und Antiluxationsorthesen. Unabdingbar ist eine krankengymnastische Nachbehandlung. Hierbei steht primär die Kräftigung gelenkzentrierender Muskeln im Vordergrund.

Bei der operativen Therapie kommen minimalinvasive athroskopische wie auch anatomische und nicht anatomische Operationstechniken zum Einsatz. Die Auswahl über die geeignete Technik obliegt hierbei dem behandelnden Arzt.

Komplikationen

Eine Schulterluxation geht – wie bereits beschrieben – zumeist mit Begleitverletzungen einher, die im Rahmen der Therapie entsprechend behandelt werden müssen. Darüber hinaus sind vor allem nervale Verletzungen, meist des Nervus axillaris und eine mögliche Schultersteife, das sog. Frozen Shoulder-Syndrom, einer degenerativen Veränderung des Schultergelenks, welche eine Bewegungseinschränkung zur Folge hat, zu nennen. Weiterhin erhöht eine Schulterluxation, wie jede Gelenkverletzung, das Arthroserisiko.

Rehabilitatives Training

Nach Abschluss der Heilphase und im Anschluss an die Heilbehandlung sollte ein rehabilitatives Training erfolgen. Die durch die Immobilisation gestörte Propriozeption sollte durch entsprechendes sensomotorisches Training wieder aufgearbeitet werden. Weiterhin empfiehlt sich die Kräftigung der Rotatorenmanschette, des M. biceps brachii und der ventralen Schultermuskulatur, also von M. subscapularis, M. deltoideus pars clavicurlaris und pars acromialis zur Stabilisierung des Schultergelenks und der Zentrierung des Humeruskopfes. Die Intensität sollte langsam gesteigert werden, beginnend bei einem bradytrophen Training, also ein Training mit geringer Intensität und hoher Wiederholungszahl (30-50), was den Heilungsprozess der Kapsel- und Bandstrukturen fördert und langsam auf stärkere Belastungen vorbereitet. Im Idealfall kann die volle aktive und passive Beweglichkeit zurückerlangt werden.

Kontraindizierend sind maximale Außenrotationen in Verbindung mit einer Abduktion im Schultergelenk, also beispielsweise der Butterfly, hohe Belastungen über Kopf bei abduzierten und außenrotierten Armen, also beispielsweise Schulterdrücken und sehr schnell ausgeführte Bewegungen wie Würfe.

Folgende indikationsspezifische Übungen können zur Anwendung kommen, wobei zu beachten ist, dass die individuellen Umstände eines jeden Patienten gegebenenfalls Abweichungen notwendig machen:
  • Varianten von Bizepscurls, wobei sich vor allem Kurzhantelcurls eignen, bei denen der Oberarm leicht außen rotiert und abduziert wird.
  • Varianten von Außenrotationsübungen, wobei immer auf eine schmerzfreie Bewegungsamplitude zu achten ist.
  • Varianten von Innenrotationsübungen.
  • Frontheben am Kabel oder mit Kurzhanteln bis 90° Anteversion.
  • Seitheben am Kabel oder mit Kurzhanteln bis 90° Abduktion.

Prävention

Vor akut traumatischen Verletzungen kann man sich kaum schützen, sie stellen ein Risiko dar, mit dem man bei risikobehafteten Sportarten leben muss. Dennoch empfiehlt sich ein vorbeugendes Aufbautraining der schultergelenkstabilisierenden Muskulatur, insbesondere der Rotatorenmanschette.

Im Anschluss an eine traumatische Verletzung sollte ein operativer Eingriff erwägt werden, sofern die sportliche Aktivität nicht eingestellt wird. Diesbezüglich sollte der Betroffene einen Facharzt seines Vertrauens konsultieren.

Bei einer festgestellten Schulterdysplasie empfiehlt sich gleichermaßen die muskuläre Stabilisation der Schulter wie auch die Vermeidung besonders risikobehafteter Tätigkeiten.

Nach oben