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Wie man hoffnungslose Fälle wirklich stärker machen kann

"THE TRUTH IS - YOU Are THE WEAK!" (I)

Karsten Pfützenreuter, 04.05.2012

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Eine wichtige Anmerkung bereits zu Beginn: Dies ist nicht unbedingt ein Artikel für bereits fortgeschrittene Trainierende, welche es schon seit langem verinnerlicht haben, wie man sein Tagesablauf bzw. Leben so einrichtet, dass man mit dem Fuß durchgedrückt auf dem Erfolgspedal steht. Die Gedankengänge des Textes richten sich eher an jene, die zwar Potential und Wille zeigen aber trotzdem viel zu oft scheitern, sich schon mehrmals haben sagen hören "ich fange nächste Woche wieder an", denen irgendwie immer was dazwischen kommt, nicht wissen wo sie anfangen sollen, ständig wochenlange Pausen machen oder kurz: die es bisher nicht geschafft haben sich selbstüberwindend an den eigenen Haaren aus der eigenen Trägheit zu ziehen.

Oder mal so: nach dem Motto "Manchmal gebe ich einen Rat, obwohl ich weiß, dass ihn der Schlaue nicht braucht und der Dumme nicht annimmt" bzw. analog zum Thema: "Manchmal gebe ich einen Rat, obwohl ich weiß, dass der Motivierte ihn nicht braucht und der Träge nicht annimmt", sollten diesen Text evtl. jene besser nicht lesen, welche lieber nicht unbedingt wissen wollen, warum sie, in der Rolle des Tausendfüßlers gesehen, so sicher und gedankenlos, bereits ein Bein nach dem anderen bewegen können und damit verbunden regelmäßig und zielstrebig durch das tägliche Ziel laufen. Evtl. sind diese Zeilen auch für jene geeignet, welche gerade erst mit einem von Eisen getränkten Lebensstil angefangen haben und sich schon in den ersten Anfängen, von scheinbar ungewollten Hürde haben zurückwerfen lassen bzw. sich mit dem hier angesprochenen Typus "hilfloser und ratsuchender Trainierender" identifizieren können.

Ich will aber schon jetzt betonen, dass diese Ratschläge nur meine persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich darstellen und keinen 100%igen Anspruch auf eine Art allgemeingültige wissenschaftliche und schon gar nicht allumfassende Musterformel haben. Jeder hat seine eigenen Methoden und Ansichten, ich gebe nur Optionen wieder, mit welchen ich positive Erfahrungen mit von mir betreuten Trainierenden, deren Zielsetzung nicht vorrangig der Wettkampfsport, sondern einfach ein schönerer Körper ist, gemacht habe Punkt. Falls Sie, lieber Leser, also einiges hier als recht "extrem" oder überzogen einstufen würden, dann bitte ich mich im Vorfeld zu entschuldigen, es ist nie persönlicher Natur.

Ich bin halt nur der Ansicht, dass um bei der Mission "optische und dauerhafte Veränderung bzw. Entwicklung des menschlichen Körpers" es nach dem Motto von Zuckerbrot und Peitsche, nicht selten nur mit einer gewissen und harten Portion Druck und vor allem der unbedingten Fähigkeit mit sich selber hart ins Gericht zu gehen, geht. Das Zuckerbrot spielt sicher auch eine wichtige Rolle, aber eine Härte zu sich selbst, wie sie nun mal ein Training verlangt, welches wirklich gravierende Veränderungen erzeugen soll, bekommt man weder durch komplett anti-autoritäre Betreuung noch von ausschließlichen Streicheleinheiten durch einen zu netten aber evtl. damit verbunden weniger ehrlichen Trainer. Wenn dem anders wäre, würden sich die Studiolandschaft von heute, vor athletischen Körpern nicht retten können. Dem ist aber nicht so.

Vorab ein paar Sachverhalte zur Natur der Sache: In der Geschichte der Menschheit gab es schon immer eine Vielzahl von Personen, die ein paar Dinge an die Tafel geschrieben hatten, bei denen sie im Grunde nicht nur ganz einfache und ewige Erkenntnisse von Kneipenphilosophen publik gemacht hatten, sondern mit denen sie sich in ihrem Umfeld auf einen Schlag zudem sehr unbeliebt machten. Es kann also gut sein, dass folgende Sachverhalte und auch in Folgeartikeln erscheinende menschliche Besonderheiten bei dem einen oder anderen Leser ungewollt anecken.

Zählen wir mal in Bezug zum Thema nicht ganz unwillkürlich einfach mal drei recht bekannte Beispiele solcher Aussagen heraus. Da wäre zum einen die Aussage eines sehr berühmten Mannes, welcher die Weltgemeinschaft damit schockte, das Menschen nach seinen Erkenntnissen vom Affen abstammen, also im Grunde dem Tier so nahe wären, wie es der Henkel seinerKaffeetasse ist. Also eine relativ gesehen recht bekannte Aussage, die zwar noch heute so manchen Gesprächspartner zum Schmunzeln bringt, aber zumindest irgendwie in unseren Breiten recht flächendeckend akzeptiert wird, auch wenn man sich um die Frage nach dem Grad der direkten Abstammung sicherlich stellenweise noch heftig uneinig ist. Aber von dem biologischen Standpunkt aus gesehen, ist es mehr als deutlich, dass uns immer noch oder gar ewig, etwas sehr tierisches angehaftet ist, also wir nicht, um zur Verdeutlichung mal die direkte Gegenfront dieser These mit einzubeziehen, mal eben in sieben Tagen auf diese Welt gebracht wurden.

Als nächstes wäre da die ebenfalls recht bekannte These einer berühmte Person, welche ebenfalls ein, stellenweise jedoch immer noch sehr ungern gehörtes, Thema hervorbrachte, in welcher es um die Kernaussage ging, dass menschliches Handeln zu einem unglaublich hoch klingenden Anteil von unbewussten Energien, sprich sog. "Trieben" gesteuert würde. Oder um das Kind mal recht geläufig und überspitzt schlicht auszudrücken: dass jeder Mensch immer nur das eine will und diese sog. " sexuelle Energie" sich dementsprechend im Verhalten bzw. im täglichen Alltagsleben zwar auf unendlich vielfältige Weise äußert aber praktisch nur auf ein grobes Ziel hinausläuft. Also unter anderem die Sache mit dem ewigen "Rein und Raus Spiel" aus Stanley Kubricks "Clockwork Orange".

Als letzte Aufzählung, und man wird zu diesem gedanklichen Spiel unendlich viel von wirklich sehr vielen Berühmtheiten der Menschheitsgeschichte finden und zudem wird man bis in die heutige Zeit zu dieser Diskussion mittlerweile sogar eine Menge Ansichten, Erkenntnisse und Meinungen aus dem Bereich der Hirnforschung finden, käme die ewige Frage, ob der Mensch einen freien Willen hat oder, um es mal etwas rüde und überspitzt auszudrücken, eher ferngesteuert durch diese Welt läuft.

Um die Diskussion um diese ewig anhaltende Frage mal mit einem ganz einfachen Beispiel zu verdeutlichen: haben Sie, lieber Leser, Ihre Maustaste gerade eben willkürlich und in vollem Bewusstsein bewegt oder war es von alleine passiert und diese Handlung wurde Ihnen erst nach einer bestimmten Zeitspanne im Bruchteil einer Sekunde, erst in genau dem Augenblick bewusst, in dem es bereits geschehen war? Bitte denken Sie darüber aber jetzt nicht zu lange nach, denn letztendlich handelt der Artikel weder von Affen oder Trieben noch von Hirnforschern und deren Erkenntnissen, sondern Sie sollten sich diese Hintergrundinformationen einfach im Hinterkopf speichern, damit sie an einigen Stellen des Textes nicht mit so laienhaften und völlig deplatzierten Gedankeneinwürfen wie "das liegt am inneren Schweinehund" kommen.

Oder mal so: Sorry, wenn ich derjenige bin, der Ihnen das sagen muss, aber es gibt keinen inneren Schweinehund. Das ist einfach Blödsinn. Es gibt nur Sie und Ihren Körper bzw. Ihre Muskeln und ich möchten Ihnen dabei behilflich sein, wie Sie möglichst "kongruent" werden. Später dazu mehr.

Mir persönlich ist es zudem egal was von den obigen Theorien gehalten wird und was am Ende mal bei den Debatten rauskommt. Aber wenn ich mir bei einem sicher bin, dann bei der Tatsache, dass es sehr wohl einen gravierenden Unterschied zwischen Trainierenden gibt, welcher sich meiner Überzeugung und Erfahrung nach u.a. auf die zuvor angesprochenen Theorien stützt. Dieser Gedankengang hat u.a. zwei Gründe: Wenn man nämlich wirklich ein Trainer im heutigen Studioalltag sein möchte und weiter den Spaß an der Sache behalten will, dann hat man nur zwei Optionen die Sache zu sehen. Entweder es ist alles eh nur Zufall, vorbestimmt, ausschließlich Genetik oder gar total egal, sinnlos und man beschäftigt nur überwiegend stinkendfaule und hoffnungslose Fälle bzw. mal böse ausgedrückt irgendwelche Konsumidioten, welche sich schwer verlaufen haben. Oder aber ja, es ist möglich etwas zu ändern und man kann jemanden wirklich helfen und es macht sehr wohl einen Unterschied aus, was man mit einem Trainierenden anstellt und auf welche Weise man ihn zu motivieren bzw. helfen versucht.

Und vor allem: jedem wohnt ein biologisch fest verankertes Programm inne, welches sich in früheren Zeiten der Geschichte im Wechselspiel mit dem Leben und vor allem Überleben in der Natur von selbst entwickelt hätte. Welches man erkennen, wecken und destillieren kann und welches im Kollektiv gesehen und in dieser Zeit immer bitter nötiger wird, da sonst alle Welt irgendwann langsam aber stetig in einem immer bedrohlicherem Maße verfetten wird.

Anmerkung: Das ist nicht gegen Personen, die etwas Speck auf den Rippen haben, ich bin sicherlich der Letzte, der rumrennt und meint alle Welt müsse ein Sixpack haben, das ist wieder das Gegenteilige Extrem, welches oftmals, und gerade beim Lieblingsthema mancher, der "Gesundheit", nicht weniger schlimm dran ist. Aber auch dazu später mehr.

Oder kurz: Man ist als Trainer nicht entbehrlich, es ist eine wirklich extrem anspruchsvolle hohe Aufgabe/"Job" und man übernimmt für einen bestimmten und mit wesentlichen Anteil seines Umfelds eine echte Verantwortung, wenn man dabei helfen will, wenn es um das Thema echte Veränderung geht. Ok, bei ersterer Option bleibt noch die Sichtweise, den Begriff "Glück" mit einzubringen und sich evtl. sagen zu können, dass halt nicht jemand anders der Glückliche war, der dem Trainierenden dazu verholfen hatte, sich aus dem Stein, in welchem er schon immer schlummerte, zu hauen. Aber trotzdem blieben die Alternativen zur zweiten Option meiner Meinung nacheinfach nur unerträglich und grausam.

Der zweite Grund ist einfach der, dass ich es schon unzählige Male erlebt habe. Ich habe schon Menschen innerhalb von Bruchteilen von Sekunden sich verändern sehen und mit Veränderung meine ich nicht, dass sie von jetzt auf gleich ein Waschbrettbauch oder 50er Ärmel hatten, sondern wenn ich von Veränderung spreche, meine ich etwas, dass etwas bewirkt, was nach der Huhn Ei Frage einfach als erstes eintreten und vorliegen muss, weil es sämtliche andere, und vor allem bei Training& Ernährung angestrebte, Dinge so zwangsläufig mit sich bringt, wie das ein Hund seinen Schwanz hinter sich herzieht. Ich habe es so oft gesehen, dass sich Menschen um 180 Grad in ihrer Einstellung und damit verbunden in ihrem äußeren Erscheinungsbild entwickelt haben, dass es für mich einfach ein nicht mehr wegzudenkender Fakt ist. Dies wird zudem jeder, der länger in dieser Branche dabei ist, bestätigen bzw. sicherlich auf ähnliche Weise ausreichend oft erfahren haben.

Allerdings war das nie nach dem Motto diverser Werbeanzeigen "in vierzehn Tagen vom Woody Allen zum He-Man oder in einer Woche von Miss Piggy zur Muskel-Barbie" passiert. Es geht sehr viel und beinahe alles, aber es braucht halt Zeit bzw. bitte packen Sie, lieber Leser, mich niemals in die Schublade dieser vorgenannten Abteilungen, denn dann wäre ich echt bitter enttäuscht. Ich habe Menschen geholfen und ich kann aus einer motivierten Person entsprechende Resultate herausholen, aber ich bin Trainer und kein Zauberer und schon gar nicht ein Scharlatan Punkt. Ich hoffe damit ist das geklärt bzw. falls sie Wunder über Nacht erwarten, sollten sie entsprechende Artikel lesen. Sie werden da massig fündig werden. Aber bitte lesen Sie nicht meinen. Oder als Zitat, welches ich Ihnen in bei solch einer Erwartungshaltung ins Gesicht sagen würde, wenn Sie direkt vor mir stehen würden:

"Irgendwer unterliegt hier einem schweren Irrtum und stiehlt seinem Gegenüber nur seine kostbare Zeit" (aus dem Film "Unbreakable" mit Bruce Willis und Samuel L. Jackson)

Apropos Unbreakable, Filminterpretationen, Metaphern und wie man hemmende Einflüsse beseitigt, um endlich richtig Vollgas geben zu können. Es werden oftmals Zitate aus Filmen in diesem und den folgenden Teilen dieser Reihe erscheinen und das mit gutem Grund, denn wenn eines bei Ihnen, lieber Leser, hier sehr gefragt ist, dann die Fähigkeit, einer der größten Vorteile nutzen zu können, mit welche die menschliche Spezies im allgemeinen, ausgestattet wurde: Ihre Vorstellungskraft.

Wo wir langsam beim eigentlichen Thema angekommen sind.Nämlich dem alltäglichen Drama im Studio, das mancher Trainierender, und das obwohl alle Möglichkeiten, Wege, Methoden, Tricks, Kniffe und Mittel heutzutage gegeben und bekannt sind und es absolut kein Geheimnis oder wundersames Rätsel mehr ist, wie man seinen Körper mittels Training und Ernährung erfolgreich beeinflusst, dieser es scheinbar einfach nicht schaffen kann, sich weder regelmäßig und produktiv anzustrengen noch sich für ein paar Tage vernünftiger und bewusster ernähren zu können.

Oder um es nochmal zu verdeutlichen, unterteilen wir Trainierende an dieser Stelle, wenn evtl. auch etwas zu grob, abermals in zwei Kategorien ein: jene die man in ihrer Motivation bremsen muss und die, welche man aufgrund ihrer selbstbannenden und kontraproduktiv hemmenden Trägheittreten muss. Erstere Gruppe wird im zweiten Teil noch kurz als eine Art Idealbild bzw. "Sollzustand" herhalten, auch wenn dies sicherlich stellenweise etwas überzogen dargestellt ist und auf keinen Fall für jeden erfolgreichen Trainierenden gilt und schon gar nicht als eine Art von Klassendenken interpretiert werden soll. Sie werden noch sehen, warum dies dann mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit weder von jedem so gesehen wird und schon gar nicht von dieser Kategorie Trainierender flächendeckend und kritikfrei akzeptiert würde. Zumal das Wort "Ideal" an sich schon völlig falsch ist bzw. mit ein Grund ist, warum viele scheitern.Denn es ist genau das Wort, welches ein Scheitern auf lange Sicht auf eine Weise einfach heraufbeschwört, so wie es der "Jo-Jo-Effekt" beim Thema Abnehmen nicht trainierender Personen ist.

Hier geht es vorrangig um das in den Brunnen gefallene Kind und wie sich dieses auf ganz einfache Weise, mit bewusstem Einsatz der Techniken der Idealgruppe bzw. der "Vollblutpumper", selber an den Haaren wieder herausziehen kann. Oder um mal klarzustellen, worum es mir hier geht: ich weiß ja nicht wie es bei Ihnen, lieber Leser, um Ihr Umfeld außerhalb Ihres Studios bestellt ist, aber ich für meinen Teil kann nur sagen wie ich es Zeit meines Lebens erlebt habe.

Beinahe jeder Mensch, also jetzt unabhängig ob im oder außerhalb des Studios, den ich kennen gelernt habe oder kenne, wollte bzw. will trainieren, abnehmen, einen schöneren Körper, weniger Speck auf den Rippen, besser in Form sein, sich besser ernähren, regelmäßig trainieren, fit sein, athletisch sein, ein Waschbrettbauch haben oder halt einfach was tun. Jeder hat entweder das schon mal versucht gehabt, einen Expander irgendwo rumliegen, mit dem Gedanken gespielt, darüber oft geredet, es sich vorgenommen, einen Hantelsatz gekauft, eine Diät gemacht, hat schon mal gepumpt, will demnächst wieder anfangen, geht morgen wieder laufen, möchte auch ins Studio gehen, war schon mal angemeldet oder ist es immer noch aber geht nicht mehr hin oder macht alles oder einiges von diesen aufgezählten Dingen bereits oder immer wieder. Egal ob Putzfrau oder Universitätsprofessor, Nachtclubbesitzer oder Anwalt, Schüler oder Lehrer, alt oder jung, Männlein oder Weiblein, dick oder dünn, studiert oder ungebildet, arm oder reich, Bekannter oder Verwandter, sie alle sagten oder machten oder wollten etwas, dass immer mit Training, und vor allem echter Veränderung zu tun hatte oder hat. Aber nur ein kleiner Bruchteil schafft dies!

Will sagen: Es stimmt einfach nicht, wenn es heißt, dass sich nur einige wenige Menschen unserer Gesellschaft einen athletischen Körper wünschen. Jeder will das. Jeder träumt davon und gibt es mal mehr oder weniger offen zu. Jeder will fitter, schöner, stärker, leistungsfähiger, energiegeladener, geiler, attraktiver, muskulöser, lebendiger, erotischer, begehrter, aktiver, dynamischer, ästhetischer usw. usw. sein. Jeder Mensch. Spätestens, wenn er sich nach dem Motto von den Blumen undBienen, für sein Gegenüber intensiver zu interessieren anfängt und selbst das ist nicht richtig dargestellt, weil sich ein Teil des Bewegungs- und Spieldranges schon und sofort in den ersten Momenten des Lebens anfängt auf aktive Weise zu äußern. Dieses innere Programm bzw. Streben hat also jeder.

Oder mal so: Muskeln sind die Funktion, Sinn, Inhalt und Ziel eines jeden lebenden höheren Organismus. Man kann sich quasi weder dagegen wehren sie zu nutzen, noch gegen ihre inne wohnenden Energien sträuben. Sie wollen und machen was und das hat einen biologischen und meiner Überzeugung nach, wenn sicherlich auch etwas abgedreht klingend, höheren Sinn. Es ist ein Programm, das wenn es zu stark beschnitten oder abgeschaltet wird, man entweder bald oder bereits tot ist oder irgendwann zu einer nur noch TV schauenden, Gummibärchen essenden und Fäkalien ausscheidenden Zimmerpflanze mutiert.

Die wenigen und totalen Ausnahmen sind eher jene, die davon weder reden noch jemals bewusst einen Gedanken daran verschwendet haben oder dieses wirklich noch niemals versucht haben und es auch nie jemals tun werden. Ich für meinen Teil müsste aber verdammt lange nachdenken, wenn es darum ginge, wer das war. Ich kenne einfach niemanden, der das nicht auf irgendeine Weise wollte oder immer noch will. Aber, und das ist meine persönliche Bilanz, obwohl scheinbar alle Menschen das Gleiche wollen, schaffen es nur die Wenigen, welche eine ganz bestimmte Einstellung haben, auf Dauer eine wirkliche und echte Veränderung zu erreichen. Das ist der gravierende Unterschied zwischen fett oder fit, muskellos oder muskulös, stark oder schwach und gefangen oder frei und vor allem „kongruent oder nicht kongruent“. Diese Einstellung kann man lernen oder besser gesagt, genauso trainieren wie man seine Muskeln trainiert. Oder schon mal vorab etwas überzogen formuliert: Man trainiert gar nienur seinen Körper, sondern immer auch seine innere Einstellung.

Ich möchte auch jetzt schon mal klar stellen, dass es hier nicht um eine vorrangig geistige Kiste oder die übliche gesunder Geist in einem gesunden Körper Stammtischweisheit geht (die leider gar nicht weder ganz stimmt noch unheimlich hilfreich ist, aber auch hierzu im Verlauf des Textes mehr). Gerade beim Thema Geist, wird im Verlaufe des Artikels dem ein oder anderen evtl. die Augenbrauen hochgehen. Aber dafür kann ich nichts bzw. ich wiederhole nochmal, dass ich hier nur meine persönlichen Ansichten mitteile und darin KEINE Wertung zu sehen ist, sondern es eher um eine kurze Anleitung gehen soll. Was damit gemacht wird, liegt außerhalb meiner schreibenden Finger und das es völlig anders gesehen werden kann, ist mehr als normal bzw. logisch, weil dieser Planet sonst der langweiligste Ort im Universum wäre.

Es geht auch nur bedingt um positives Denken und schon gar nicht um modernere Umschreibungen in diesem Kontext wie z.B. "NLP" und ähnliche Richtungen aus der Ecke bzw. der Fernsehserie "Lie to me" mit Tim Roth. Ich habe oft Vertreter und Versammlungen aus diesen Richtungen in live sehen und kennen lernen können und was ich da erlebt habe oder besser gesagt, was ich da in Bezug auf dieses Thema in der Regel gesehen habe, hatte nicht nur wirklich rein gar nichts mit Training oder körperlicher Veränderung zu tun, sondern es erinnerte jedes Mal eher an die Abteilung, welche auf ähnlichen Seminaren allen Teilnehmern suggerieren möchte, dass sie mit nur einer Stunde arbeiten die Woche, in kürzester Zeit Millionär werden kann und dann mit ähnlich strukturierten Anleitungen die Zuhörer mehr oder weniger für kurze Zeit verzauberte.

Alles nach dem Motto "wie werde ich der nächste Hannibal Lector für Arme und habe die "Macht", dass mein Gegenüber mir alles unterschreibt, ich alles im Leben erreiche und ich auch sonst der absolute Übermensch werde, der nun fortan als Musterbeispiel einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft Parade läuft". Das ich dort niemanden gesehen habe, der ein athletisches Erscheinungsbild vorweist bzw. regelmäßig Zeit findet zum Training zu gehen, lass ich jetzt mal außen vor. Zumal das wie gesagt, nur meine Erfahrungen sind bzw. vielleicht gibt es ja irgendwo auf der Welt einen Ort, wo alle positive Supermenschen sind und gleichzeitig einen tollen Body haben. Ich habe diesen Ort aber noch nicht gesehen und wenn ich ehrlich bin, würde ich mir so einen Ort auch nicht wünschen. Das ist aber um es nochmal zu betonen, auch nicht gegen die Vertreter dieser Richtung. Zumal Ausnahmen eh immer die Regel bestätigen. Jeder soll auf seine Weise glücklich werden, nur wie schon gesagt:

Der Wunsch nach einem schönen Körper halte ich persönlich für einfach für wichtiger, vorrangiger und zu einem gewissen Grad sogar essentieller, aber er ist in unseren Breiten einfach nicht genauso akzeptiert, wie das Streben nach der ersten Million auf dem Konto. Aber er ist vorhanden. Bei jedem Menschen. Mehr als der Wunsch nach Geld, schnellen Autos oder neuen Kleidern und Schuhen. Fakt.

Und sicherlich möchte ich diese Sache auch nicht in der esoterischen und mit Räucherstäbchen und Teekannen verwobenen Schublade einordnen oder gar aus dieser hervorkramen. Auch wenn ich analog zur vorgenannten Gruppe, sicherlich recht gerne schriftliche Abhandlungen aus diesem Bereich lese, so bleibt auch hier meine traurige Bilanz, dass die typischen Vertreter, welche ich persönlich aus dieser Richtung kennen gelernt habe, leider gar nicht wirklich etwas mit dem Begriff "Körper", welchen sie sehr häufig im Atemzug mit dem Begriff "Seele" verwenden, zu tun haben. Oder mal so: Meiner Meinung nach wurde da einfach das wirklich wichtige vergessen: richtiges Training. Denn einen von erleuchteter Gesundheit strahlenden Körper bekommt man leider nicht von meditieren, Yogasitzungen und Tofu Wurst essen only. Sorry, aber da hakt einfach die Philosophie dieser Richtung oft ganz gewaltig und macht das Spiel nicht selten und vor allem bei Fehlinterpretationen zu einer Farce. Aber auch hierzu bzw. in folgenden Teilen mehr.

Meine persönliche Bilanz ist einfach die, dass es, im überwiegenden Gegensatz zu den vorgenannten geistigen, erleuchteten oder supercleveren Abteilungen, nur eine bestimmte Sorte der menschlichen Spezies regelmäßig schafft einen Body zu entwickeln und dies mit ganz bestimmten Gründen. Mir geht es um ganz einfache und banale Dinge, die jeder mit einem ganz gesunden Menschenverstand verstehen und umsetzen kann oder mit dieser bereits täglich in irgendeiner Form zu tun hat. Es geht schlicht und einfach um das Wort Einstellung und wie man diese entwickeln kann. Sicherlich bestimmen auch immer zu einem gewissen Anteil, und vor allem im Leistungssport auf hoher Ebene, die Gene sehr vieles mit und in Bezug auf die Entwicklung der Muskelmasse wie groß mal irgendwann der Pokal sein wird, aber die Einstellung bestimmt in der Thematik dieses Artikels zu allererst mal den Unterschied, ob es jemand auf Dauer schafft überhaupt ernsthaft und mit sichtbarer Veränderung verbunden ins Studio zu gehen und sich besser zu ernähren oder ob er nach und nach für immer und ewig mit der Chips Tüte und der Bierflasche bewaffnet, auf der heimischen Wohnzimmercouch hocken und irgendwann komplett aufgeben wird.

Falls sich bei dem ein oder anderen Leser bereits das Gefühl eingeschlichen hat, dass es hier um extremen "Muskelkult" geht oder um es mal deutlicher zu formulieren, sich darum dreht, dass der eigene Body über allen, also noch vor Geld, Geist und anderen Werten geht oder in kommenden Zeilen gar so böse behaftete Begriffe wie Muskelsucht, Komplexe, Körperkult usw. eine Rolle spielen werden, dann kann ich Sie, lieber Leser, jetzt schon beruhigend vorwarnen: Genau darum geht es, um nichts anderes!

Oder deutlicher: Wenn Sie Ihre Muskeln nicht in den Mittelpunkt Ihres Denkens und Handels stellen, dann werden Sie weder brauchbare Informationen aus dieser Anleitung beziehen nochwerden Sie mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch nur irgendetwas erreichen, was Ihnen evtl. vorschwebt. Das soll natürlich jetzt nicht bedeuten, dass Sie in Zukunft völlig hirn- oder geistlos durch die Gegen laufen sollen. Um Gottes willen, so ist es sicherlich nicht gemeint!

Zur Verdeutlichung wie ich das generell sehe, ein leicht überzogenes Beispiel: Wenn jemand in ein Studio geht und zur mir sagt, dass er nur ein "bisschen" haben möchte und sich dabei meist bzw. in wenigstens 90% der Fälle, aus welchem Grund auch immer, demonstrativ und mit mindestens einer Handvoll in die Seiten fasst (oder gar , was auch nicht selten der Fall ist, das Hemd hochzieht und mir dann sein "kleines Problem" zeigt), dann ist das genau das Gleiche, als würde ein Mann mit seinem zu Schrott gefahren Auto in eine Kfz Werkstatt begeben und sagen: "Bitte richten Sie nur etwas den Außenspiegel". Darum geht es. Wieso sieht es in real so aus, dass die Szene in der Autowerkstatt niemals, aber die Szene im Studio sich weltweit täglich wiederholt und jeder findet das zudem "normal"?

Es muss einem einfach einleuchten, dass man nicht einen selbst verursachten Totalschaden in Sachen Körper, mit einem minimalen Aufwand und einer unterdurchschnittlichen Einstellung mal eben begradigen kann. Das ist nicht nur ein gängiger und im Kollektiv scheinbar akzeptierter Denkfehler, sondern mit einer der vielen noch folgenden Gründe, wieso das Spiel niemals mit einer solchen Einstellung funktionieren kann.Oder mal das Motto der folgenden Teile (damit Sie sich jetzt schon überlegen können, ob Sie die folgenden Artikel wirklich lesen wollen) ganz deutlich formuliert: Wie macht man aus einem Problem- und Stresssüchtigen "normalen Menschen", einen muskelsüchtigen und erfolgreichen "Irren" bzw. Wie verwandelt man das Schaf, welches mit der Herde läuft, in einen Löwen, der allen Widerständen im Alltag trotzt.

In nächsten Teil wird es dann unter anderem darum gehen, was es mit den Begriffen Normal, Irre, Muskelsucht, Körperkult, Komplexe, Wertverdrehungen, innere Begrenzungen, Hemmungen, Fehlprogrammierungen, Prägungen und Co. auf sich hat, was daran stellenweise einfach bewusst falsch dargestellt wurde und wird, wie das Herz erfolgreich Trainierender bzw. "Pumper" schlägt und wie man diese Erkenntnisse für seine eigene Entwicklung nutzen kann und vor allem, wieso es auf nichts wichtigeres als Muskeln gibt und niemals geben kann.


Karsten Pfützenreuter ist renommierter Trainings- und Ernährungsexperte und professioneller Trainer und Betreuer von national und international erfolgreichen Amateur- und Profi-Athleten. Seine jahrzehntelangen Erfahrungen im Kraftsport resultierten im PITT-Force® Training, das Karsten in seinem Buch "PITT-Force Professional Intensity Training Techniques" beschreibt. Mehr Infos zu PITT findet Ihr auf pitt-force.com.

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