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Wege aus der Desozialisierung

Wie man Bodybuilding sozialverträglich in den Alltag einbindet

Thomas Koch, 21.10.2011

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Sucht man nach Sportarten, die in der Gesellschaft einen eher zweifelhaften Ruf haben, dann ist Bodybuilding sicher ganz vorne mit dabei. Neben dem prinzipiellen Generalverdacht des Medikamentenmissbrauchs und der Ästhetikdebatte, ist es vor allem die Außendarstellung der Athleten (und noch vielmehr derer, die meinen solche zu sein), die hier maßgeblichen Einfluss hat. Woran liegt das und gibt es Wege seinen Sport so auszuleben, dass man dennoch ein normales soziales Leben pflegen kann und von Außenstehenden nicht als völliger Freak bezeichnet wird?

Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob es vielleicht eine Frage des sozialen Milieus ist, also ob es bestimmte soziale Schichten sind, die sich besonders zum Bodybuilding hingezogen fühlen. Auch wenn es hier an empirischen Daten mangelt, so bedarf es nur einer Visitation einiger Studios und Meisterschaften um hierauf eine Antwort zu geben. Was man vorfindet, ist ein bunter, wenngleich teils durchaus exzentrischer Schlag Mensch, wobei man entgegen des landläufigen Vorurteils nicht nur Zuhälter, Türsteher und Arbeitslose vorfindet, sondern auch durchaus gebildete Menschen aus allen möglichen Berufsfeldern. Woher also kommen diese Vorurteile? Zunächst einmal liegt es natürlich nahe, das Hanteltraining mit Berufen in Verbindung zu bringen, in denen körperliche Dominanz vorteilhaft erscheint: Türsteher sind hier sicher das Paradebeispiel. Interessant ist jedoch, dass dieselben Berufsgruppen zumeist auch im Kampfsport aktiv sind, welcher in der Regel noch mehr Anerkennung findet als der Eisensport. Und es ist sicher nicht von der Hand zu weisen, dass man Verbindungen zum "Milieu" vorfindet, dass es schwarze Schafe gibt. Mag sein, dass deren prozentualer Anteil hier höher ist, beteachtet man die Fußballvereine mancher unterer Spielklassen, in denen nahezu jeder Spieler polizeilich bekannt ist, kann es aber das allein nicht sein, dass Fußball Volkssport Nr. 1 ist und Bodybuilding so viel Anerkennung widerfährt wie ein Furunkel. Was ist also der Grund dafür, dass dauerbesoffene, dickbäuchige Hobbykicker mehr Anerkennung erhalten als ein Wettkampfbodybuilder, der sich tagein tagaus den Arsch aufreißt?

Hier kommen vor allem zwei Aspekte zum Tragen: selektive Wahrnehmung und gesellschaftliche Normen. Die selektive Wahrnehmung sorgt dafür, dass die Arbeit, die in den Körper eines Bodybuilders investiert wurde, nicht wirklich realisiert wird, zumindest nicht in vollem Umfang. Hier kann man sicher verschiedene Gründe anführen, für den vorliegenden Zusammenhang reicht die Feststellung, dass man mit seiner Aufopferung für den geliebten Eisensport bei den meisten Menschen auch nicht das kleinste Fünkchen Anerkennung erhält und wenn doch, dann in aller Regel nur in Verbindung mit dem Zusatz, dass dies doch durchaus merkwürdig sei. Doch verwundert das wirklich? Ist es so ungewöhnlich, dass es dem durchschnittlichen Bürger schwer vermittelbar ist, welche Disziplin hier erforderlich ist. Wie soll er es verstehen, kann er es doch kaum nachvollziehen. Und selbst wenn das möglich wäre, würde es doch zugleich bedeuten, einem anderen etwas zuzugestehen, was man wohl möglich an sich selbst nicht findet...

Das, was das Bild des Bodybuilders in der Gesellschaft jedoch wirklich prägt, ist der Verstoß gegen die Normen. Keinen Kuchen zu Omas Geburtstag, kein Bierchen mit den Kumpels, keine Zeit für Kino mit der Freundin, da Beintraining angesagt ist. Das sorgt für Unverständnis, zurecht. Versteht mich nicht falsch, ich befürworte diszipliniertes Training und ich befürworte eine an den Sport angepasste Ernährung, aber bitte - übertreibt es nicht! Wenn Wettkampfathleten in der Vorbereitung mit Tupperdosen voll Thunfisch und kaltem Reis bewaffnet durch die Gegend ziehen und in den letzten Wochen vor dem Wettkampf jeglichen Außenkontakt meiden, dann ist das das eine. Hier wird man sogar noch ein Stück weit Verständnis vorfinden, da man nun einmal in Wettkampfvorbereitung ist; auch wenn die Leute damit nichts anfangen können, respektieren sie es eher, als in den Fällen, die ich primär dafür verantwortlich mache, dass wir in weiten Teilen der Gesellschaft als asoziale Gruppe von geistig minderbemittelten Proleten betrachtet werden: den Wannabes. Das sind diese Experten, die nach ihrem ersten Tag im Studio verkünden, dass sie sich nun voll dem Bodybuilding Lifestyle verschreiben, ohne wenn und aber. Es gibt ab sofort nur noch Essen aus der Tupperdose, alle 120 Minuten erinnert ein penetranter Handytimer an die Zufuhr der nächsten Portion anaboler Nahrung. Normale Shirts werden abgeschafft, dafür füllen nun Tank Tops und Uncle Sam-Hosen den Kleiderschrank und werden zu jeder Gelegenheit - und sei es noch so unpassend - getragen. Wichtigstes Accessoire: Die Bauchtasche, aus der stündlich unzählige bunte Pillen hervorgeholt werden, die möglichst auffällig eingenommen werden. Kein Spiegel wird passiert, ohne eine obligatorische Most Muscular zu machen, kein Gesprächspartner wird mit Fachsimpelei über Trainingssysteme verschont. Und das Wichtigste: im Studio wird sich benommen, wie ein brünftiger Orang Utan auf Angel Dust, völlig egal, ob man sich in einem Wellnesstempel befindet. Statt sich um die Frage zu kümmern, warum die Freundin mittlerweile Nacht für Nacht den Nachbarn vögelt, wird sich beklagt, dass deren nächtliche Fickerei den für den Muskelwachstum wichtigen Schlaf behindert.

Für alle die, die es nicht bemerkt haben: Hier läuft grundlegend etwas falsch! Ich habe höchsten Respekt vor disziplinierten Menschen, aber viele machen sich das Leben einfach unnötig schwer und merken gar nicht, dass sie nicht nur auf der Stelle treten, sondern sich vor allem auch vollkommen ins gesellschaftliche Abseits schießen und somit die komplette Eisengemeinde. Vor allem vergessen sie im anfänglichen Eifer eines: Bodybuilding ist ein Marathon, kein Sprint. So toll die Anfangseuphorie ist, viele machen es sich aufgrund des Wunsches alles perfekt zu machen viel zu schwer und stehen sich so selbst im Weg. Niemand - ich wiederhole: niemand - außer Wettkampfathleten auf Diät braucht einen minutiös geplanten Ernährungsplan. Niemand verliert auch nur 5g Muskeln, weil er in der einen Woche Sommerurlaub nicht Dips an den Lehnen der Sonnenliegen macht. Niemand verschenkt sein Potential, weil er 13 statt 10 Wiederholungen bei einer Übung macht. Lebt Euer Leben! Lebt es mit Verstand und bewusst, aber lebt es! Jede Woche Komasaufen muss sicher nicht sein, alle zwei Wochen abends beim Grillen ein Bierchen mit den Kumpels hingegen hat noch niemandem geschadet. Wenn Ihr mit der Freundin shoppen seid und sie wieder mal länger braucht, werdet Ihr nicht automatisch atrophieren, nur weil Ihr 20 Minuten zu spät esst und auch nicht verfetten, wenn Ihr einfach im nächsten Asia Imbiss eine Portion Reis mit Fleisch und Gemüse ordert. Und überlegt Euch ruhig auch mal, ob es wirklich nötig ist, im Trainingsoutfit bei der Beerdigung der Oma aufzulaufen um allen Verwandten den eben noch im Studio aufgepumpten Bizeps zu präsentieren - das wird keinen interessieren. Bei allem, was Ihr tut, vergesst nie, dass dieser Lifestyle vielleicht Eure Erfüllung ist, aber noch lange nicht die von jedem Menschen dieses Planeten. Nervt Eure Freunde nicht täglich mit Eurem Training, Eurer Ernährung, Euren Supplements. Wenn es sie interessiert, werden sie schon fragen.

Ich liebe Bodybuilding, ich liebe den Lifestyle, ich liebe den Wettkampfsport, mit allem was dazu gehört. Und mein Umfeld weiß, dass dem so ist. Es wird respektiert, wenn auch nicht immer verstanden, aber auch deshalb, weil ich gelernt habe, dass es auch andere Dinge im Leben gibt. Manchmal müssen einem andere die Augen öffnen, bei mir waren es meine Freundin und mein bester Kumpel, die mich darauf aufmerksam machten, dass ich mein Umfeld mit meiner Obsession nerve. Das war sehr heilsam und ich bin den beiden sehr dankbar dafür. Meiner Liebe zum Sport hat das keineswegs geschadet, auch nicht meiner Hingabe und Disziplin, aber ich habe gelernt, dass das meine Obsession ist und Freunde, wenn sie fragen, wie es einem geht, nicht hören wollen, wie die letzte Trainingseinheit lief. Wer das versteht und es verinnerlicht, der geht erst einmal deutlich gelassener durch das Leben, lernt wieder es wirklich zu genießen und stellt fest, dass die Erfolge darunter keineswegs leiden. Viel wichtiger aber: er wird von den anderen weit positiver wahrgenommen, trotz seiner Hingabe für den Sport, trotz Tupperdose, trotz Alkoholverzicht, denn das Umfeld weiß, dass die Diät eben nun eine Phase ist, die auch zu Ende geht und dann auch diese Askese wieder ein Ende hat. Und wenn diese Phase vorbei ist, wird auch einmal beim Grillen ein Bierchen getrunken oder was anderes als abgewogenes Huhn auf den Grill gelegt. Auch wenn ich in der Offseason sicher noch 100x disziplinierter bin als mein Umfeld, es wird als Lockerheit und ein gewisses Maß an Normalität wahrgenommen und honoriert. Und mal ehrlich: Man fühlt sich auch selbst besser.

Der Sport ist für so ziemlich jeden Trainierenden ein Hobby, er soll Spaß machen und nicht das Leben diktieren. Und ja: Erfolg macht Spaß, aber das Interessante ist, dass die meisten kaum weniger Erfolg haben, wenn sie die Sache etwas lockerer angehen, solange eine grundlegende Disziplin vorhanden ist. Esst zu 90% sauber und vernünftig, ohne groß abzuwiegen oder zu rechnen. Trainiert hart und progressiv, ohne zu verzweifeln, weil irgendeine Studie Euer erfolgreiches Vorgehen als unproduktiv kennzeichnet. Wenn Ihr es im Studio richtig krachen lassen wollt, sucht Euch ein Studio, in dem das auch ok ist. Schreiend zwischen ein paar alten Omis die Kurzhanteln durch die Gegend zu werfen ist kein Zeichen davon, wie hardcore man ist, sondern einfach nur primitiv und peinlich.

Gleiches bei der Ernährung: Esst sauber und vernünftig, aber hört auf im Restaurant gekochtes Huhn mit ungesalzenem Reis zu bestellen, weil ihr mal in der Flex gelesen habt, dass Jay Cutler das auch macht. Ihr seid nicht Jay Cutler!

Machen wir uns nichts vor: Bodybuilding wird nie Mainstream werden, zumindest nicht in seiner rohen, ursprünglichen Form. Um diesen Schritt zu gehen, müsste es massentauglich gemacht werden, weg von stickigen Gyms, Muscle Shirts, Schweiß und lautem Heavy Metal, weg von den Wurzeln. Es ist zu bezweifeln, ob die Szene das möchte. Ich verspüre oft genau das Gegenteil, eine Sehnsucht nach der "guten alten Zeit", als die Gyms noch Orte des ernsthaften Trainings waren, als es keine Wellnesstempel, keine Discount-Schuppen gab. Und das ist auch gut so. Aber versucht nicht, dies massentauglich zu machen, das funktioniert nicht. Lebt es, pflegt es, aber wenn Ihr das Gym verlasst, lasst die Klischees in ihm. Dort sind sie gut aufgehoben.

Und ja, jeder der die körperliche Norm überschreitet, der breiter und definierter ist als die Masse, steht unter dem Generalverdacht arrogant, dumm oder aggressiv zu sein, vielleicht auch alles zusammen. Es liegt an Euch, ob Ihr das Vorurteil bestätigt oder widerlegt, ob Ihr den Sport, den Ihr liebt noch mehr ins Abseits stoßt, oder ihm helft, etwas mehr Anerkennung zu finden. Ein 100kg schwerer Athlet in guter Form kann sehr viel positiver aufgenommen werden, als ein 70kg schwerer Hampelmann, der meint er müsse jedem - wirklich jedem Menschen da draußen zeigen, was für ein hardcore Bodybuilder er ist.

Sicher, man kann durch die Weltgeschichte rennen und auf alles scheißen. Bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch ok und sogar gut so. Opfer gesellschaftlicher Zwänge zu sein, das ist sicher nicht das, was ich hier predigen möchte. Jeder muss mich nehmen, so wie ich bin. Wer auf den Kontakt mit mir Wert legt, muss meinen Sport akzeptieren. Im Umkehrschluss mich ich jedoch auch akzeptieren, dass das meine Welt, meine Obsession, mein Wahnsinn ist, nicht der der anderen. Wie immer im Leben ist es auch hier ein Geben und Nehmen.

Wenn Ihr einen Körper außerhalb der Norm haben wollt, seid Euch bewusst darüber, dass dies erst einmal auf Zurückhaltung, vielleicht sogar Ablehnung stoßen wird. Entweder Ihr bestätigt die Menschen in Ihren Vorurteilen und rückt damit den ganzen Sport ein Stück weiter ins schlechte Licht, oder Ihr überrascht sie, indem Ihr beweist, dass Ihr durchaus in der Lage seid, Euch zu artikulieren und kultiviert zu benehmen.

Die Wahl liegt bei Euch!

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