Die Darmsanierung und ich – Ein Erfahrungsbericht

Meine 14 Tage mit Reis und Kartoffeln

Entgiftungen sind derzeit en vogue, ein ganzer Markt hat sich rund um die Reinigung des Körpers von den verschiedensten Schad- und Giftstoffen etabliert. Doch wie läuft so eine Entgiftung eigentlich ab und lohnt sich der ganze Aufwand?

Ich bin normalerweise ja sehr skeptisch, wenn es um Dinge geht, die gerne in primär esotherisch angehauchten Medien als das ultimative Mittel der Wahl zur Gesundung und Gesunderhaltung des Körpers vermarktet werden. Und doch habe ich mich entschlossen, mich dem Ganzen für ein Experiment zu öffnen. Folgend mein völlig subjektiver Erfahrungsbericht zu meiner zweiwöchigen Darmsanierung.

Prolog

Bevor ich euch mit auf die Reise (nicht in meinen Darm, keine Sorge) nehme, möchte ich ein paar Worte darüber verlieren, wieso ich mich überhaupt zu dieser Maßnahme entschlossen habe und wie sie konkret aussieht.

Ausschlaggebend war in diesem Fall meine Frau. Schon seit Jahren kämpft sie mit nur schwer einzugrenzenden Problemem im Bereich der Verdauung. Nicht nur einmal war ich in Sorge, das alltägliche Chaos mit zwei Kindern würde sich noch verschärfen, da sie nach einer Mahlzeit aussah wie in den beiden Schwangerschaften, sprich der Bauch war massiv aufgebläht. Dazu kamen Probleme wie plötzlich auftretender Sekundenschlaf und einige andere.

Sie hat das auch schon mehrfach untersuchen lassen. Ein Atemtest ergab, dass sie unter einer Fruktose- und Sorbitunverträglichkeit leidet, doch auch eine entsprechend ausgestaltete Ernährung wollte nicht so richtig helfen. Als sie nun wieder einmal wegen muskulärer und knöcherner Probleme bei unserem Osteopathen war, vertrat dieser die Auffassung, dass diese Probleme auf den Magen-Darm-Trakt zurückzuführen seien.

Manch einer mag das nun für Humbug halten, ich habe jedoch an eigenem Leib erfahren, wie ein gravierender Schiefstand von einem Kollegen durch eine Behandlung des Magens aufgelöst wurde. Von daher hielten wir das nicht für gänzlich abwegig. Die Erklärung zur aktuellen Problematik:
Das Darmmillieu sei durch eine dauerhaft Zuführung von Lebensmitteln, die der Körper nicht gut verwerten kann und die Einnahme von Medikamenten (im Falle meiner Frau insbesondere mehrfach Antibiotika) komplett aus den Fugen geraten. Abhilfe sollte eine Darmsanierung schaffen.
Ich konnte nun also aus nächster Nähe beobachten, wie meine Frau sich durch diese Kur kämpfte und wie positiv sie darauf anschlug. Als dann auch noch ein guter Freund, der diese Nummer mit meiner Frau durchzog, nach vielen vergeblichen Versuchen endlich abnahm, war mein Interesse geweckt.

Foto: samchills / CC BY

Meine Beweggründe waren vielfältig: Ich habe meinen Körper lange Jahre sehr strapaziert. Da waren drei Wettkampfvorbereitungen in den Jahren 2010 bis 2012, verbunden mit einer massiven Futterei in der Offseason und radikalen Diäten zum Wettkampf hin mit allem, was im Bodybuilding gemeinhin so dazugehört. Schon damals waren die Folgen spürbar und wenn ich mich so mit anderen Athleten unterhalte, bin ich da kein Einzelfall: Blähungen, Verdauungsprobleme, all solche Dinge sind in Anbetracht der Ernährung wenig verwunderlich, aber man nimmt sie eben in Kauf.

Nun sind meine Wettkampfzeiten lange vorbei und ich gehöre nicht zu den Menschen, die auch heute noch jedes Gramm abwiegen. Dafür bedeutet mir Essen und Trinken viel zu viel Genuss und Lebensqualität. Die Probleme blieben jedoch, auch nachdem ich die Proteinzufuhr doch deutlich gesenkt hatte und nicht mehr kiloweise Haferflocken und Quark zu mir nahm.

Dazu kam eine enorme Schwierigkeit, die paar Kilos, die mit den Jahren dann doch dazu gekommen sind, wieder zu verlieren. Nun weiß ich, wie Abnehmen funktioniert, aber mein Körper wollte nicht so wirklich wie ich wollte. Auch diverse Diätexperimente mit Keto, IF etc. brachten nur begrenzte Erfolge. Alles kein Drama, aber eben doch nervig. Die Hormonwerte sind in Ordnung, auch die Schilddrüse scheint anständig zu funktionieren, es musste also einen anderen Grund geben und mit nicht mal 40 will ich Alter als Grund einfach nicht akzeptieren. All das zusammen bewog mich, mich für dieses Experiment zu öffnen.

Der Plan

Die Vorgaben waren simpel: 14 Tage Darmsanierung. Während dieser Zeit sind erlaubt:
  • Reis
  • Kartoffeln
  • Wasser
  • etwas Salz
That’s it! Das dafür in beliebiger Menge.

Ab Woche 2 kann jeden Tag eine Sorte Gemüse hinzugefügt werden.

Früher wäre das für mich undenkbar gewesen: Kein Protein, keine Fette…kein Alkohol! Aber gut, ich lasse mich einmal darauf ein.

Tag 1

Am Vorabend war ich noch bei Freunden zum Grillen eingeladen. Zum Essen kam ich dank zweier Kinder und der Tatsache, dass meine Frau an dem Abend nicht dabei war, zwar nur begrenzt, aber für zwei Bratwürste, eine Rindswurst und etwas Nudelsalat hat es dann doch gereicht. Dazu gab es das ein oder andere Bier und den ein oder anderen Schnaps. Da die Kids dabei waren, wurde es nicht allzu spät, sodass ich zu Hause noch fix zwei Eis vertilgte, wohlwissend, dass es danach für zwei Wochen nichts Derartiges mehr geben würde.

Der Morgen ist schon einmal gelaufen. Statt wie gewohnt am Wochenende mit der Familie schön frühstücken, also Kaffee, ein Glas Saft, frische Brötchen etc. gab es für mich Reis. Ich bin ja aus den Wettkampfzeiten einiges in diese Richtung gewöhnt, damals hatte ich aber noch keine Kinder, die natürlich ganz normal essen. Sprich es ist einfacher, am Morgen mit Reis und Wasser am Frühstückstisch zu sitzen, wenn einem niemand gegenübersitzt, der genüsslich sein Müsli oder sein Nutellabrot futtert. Aber gut, ich wollte es ja so.

Ach so: Bevor ich die erste Mahlzeit zu mir nahm, ging es erst mal auf die Waage: 101 kg. Damit sind vom Höchsstand mit 108 kg schon sieben Kilo weg, aber da dürften ruhig nochmal sechs bis acht Kilo runter. Nächste Messung in einer Woche. Gesundheitlich fühle mich mich gut. Der Heuschnupfen hat mich aus seinen Griffeln entlassen, soweit alles super. Ich hatte am Vortag extra noch eine große Auswahl Wasser gekauft, damit ich da wenigstens etwas Abwechslung habe: von Staatlich Fachingen über Rossbacher und was weiß ich nicht alles stapeln sich die Kästen im Keller.

Das Frühstück habe ich dann ganz gut überstanden. Der restliche Tag verlief auch recht gut, wobei mich der Reis schon nach wenigen Stunden nervte. Schlimmer aber: das elende Wasser. Ich bin normal kein Wassertrinker. Im Büro: ok! Ansonsten tendiere ich doch eher zu Light-Getränken, bei längeren Autofahrten durchaus auch mal mehreren Litern Zero-Energy Drinks und natürlich gerne guten Wein oder ein schönes kaltes Bier. Wie sagt man so schön: Im Wasser vögeln die Fische. Aber gut…

Mein Tagessaldo am Ende:
  • grob 400 Gramm Reis
  • grob 400 Gramm Kartoffeln
  • ca. 4 Liter Wasser

Tag 2

Die Nacht war gut, ich konnte abgesehen von den kinderbedingten Unterbrechungen gut schlafen und wachte ohne Wecker pünktlich um 6 Uhr auf. Da ich normalerweise an Wochentagen zu Hause nie frühstücke, störte mich das also wenig. Fix den Reis gekocht und ab ins Auto. Was jedoch enorm fehlte: mein Kaffee! Nicht, dass ich den zum Wachwerden brauche, da müsste ich schon eher eine Packung Koffeintabletten einwerfen, aber so ein Kaffee am Morgen, das gehört einfach dazu.

Naja… Ab ins Büro und dort nach dem zweiten morgendlichen Stuhlgang an die Arbeit. Dafür, dass es der erste Tag nach dem Urlaub ist, ist es verhältnismäßig entspannt. Gegen 10 Uhr macht sich der Hunger bemerkbar. Das ist der Zeitpunkt, zu dem ich normalerweise zum Bäcker laufe, um mir dort mein Frühstück zu holen. Den Weg konnte ich mir also schenken.

Also die Tupperschüssel mit Reis ausgepackt und futtern. Meine zweite Schüssel blieb dann ungeöffnet, weil auf einmal doch eine Kleinigkeit die nächste jagte und ich dann schon los zu einem Termin musste. Dort wurde ich auf einmal extrem müde und musste mich massiv zusammenreißen, nicht am Konferenztisch einzuschlafen. Da das Projekt wohl anläuft, muss ich mich wohl ganz gut im Griff gehabt haben.

Foto: Oliver Hallmann / CC BY

Nach dem Termin ging es dann heim und dort wurde die noch übrige Schüssel mit Reis gegessen. Damit war mein Bedarf an Reis dann aber auch gestillt. Eigentlich seltsam, denn normalerweise esse ich wirklich gerne Reis. Aber so ganz ohne Fleisch oder Fisch, ohne Gemüse und Sauce… muss man nicht haben. Abends gab es dann ein Highlight: Kartoffelscheiben dünn geschnitten und mit etwas Salz auf ein Backblech. Mit viel Phantasie erinnerte das an Chips, wenngleich etwas Öl und Gewürz dem Ganzen doch gutgetan hätte. Aber immer noch besser als nochmal Reis.

Auffällig war, dass ich den ganzen Tag über recht heftig fror, was sonst völlig untypisch für mich ist. Ansonsten nichts Ungewöhnliches.

Tagessaldo:
  • grob 200 Gramm Reis
  • grob 800 Gramm Kartoffeln
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 3

Was ich jetzt schon mal feststellen kann: Ich schlafe sehr gut. Ich habe auch sonst einen sehr tiefen Schlaf, was meine Frau immer wieder zur Verzweiflung bringt, wenn ich von den nächtlichen Eskapaden unserer Kids und des Hundes nur sehr begrenzt mitbekomme, aber der Schlaf aktuell ist anders: Werde ich nachts geweckt, torkel ich nicht im Zombie-Modus durch die Gegend, sondern bin gleich geistig fit, schlafe aber auch direkt wieder ein.

Vom Essen her nervt der Reis täglich mehr. Habe für heute beschlossen, es bei einer Schüssel zu belassen. Das klappt soweit auch gut. Der Hunger hält sich allgemein sehr in Grenzen, was mich in Anbetracht der geringen Kalorienmenge doch sehr wundert. Ich führe das auch stark darauf zurück, dass das Essen aus Lust komplett wegfällt. Das ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Selbst in Wettkampfdiäten ist das anders, da kann man mit den erlaubten Lebensmitteln doch noch geschmacklich wirklich was zaubern, sodass man sich richtig auf das Essen freut. Das ist hier komplett weg. Es wird gegessen, wenn der Hunger einen dazu zwingt, fertig.

Nachdem ich wegen Urlaub und diversen Verpflichtungen fast anderthalb Wochen nicht trainieren war, stand heute das erste Training an. Am frühen Nachmittag also im Büro die Segel gestrichen und ab ins Gym. Das Training lief erstaunlich gut, wobei das bei meinem Rentnertraining nur bedingt aussagekräftig ist: ein paar Sätze Bankdrücken in der Multipresse, etwas Latziehen und Seitheben und dann 60 Minuten Cardio. Aber immerhin: Die Kraft war nicht weniger wie sonst und Pump hatte ich auch. Was aber schon traurig war: Kein Shake nach dem Training…

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich keinen Kaffee trinken darf? Und keine Kaugummis, was für mich ähnlich fatal ist. Naja gut, muss die Umwelt mich halt ohne frischen Atem ertragen.

Zu Hause hatte ich nach dem Training natürlich Hunger. Während ich den Kids Essen zubereitet habe, wurden nebenbei im Backofen 1 Kilo Kartoffeln zu Chips verarbeitet. Erschreckend ist, wie wenig da am Ende übrigbleibt. Wirklich satt fühlte ich mich nicht, aber gut. Abends spielte ich dann noch zweimal Taxi für meinen Dad, was die Gedanken an Essen gut überspielte.

Gesundheitlich soweit alles gut, auch das ungewohnte Frieren hat nachgelassen. Stuhlgang wie gehabt, nur in der Farbe deutlich heller. Was im Spiegel auffällt: Es scheint als würde ich massiv Wasser verlieren, auch fühlt sich alles deutlich fester an und der Bauch ist angenehm flach.

Tagessaldo:
  • grob 150 Gramm Reis
  • grob 1 Kilo Kartoffeln
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 4

Die Sache mit dem guten Schlaf etabliert sich. Auch gewöhne ich mich mehr und mehr an das Essen, wenngleich die Gelüste deutlich zunehmen. Kennt ihr das, dass just dann, wenn man sich essenstechnisch einschränken muss, gefühlt überall leckeres Essen gezeigt wird? Radiowerbung, TV… selbst Facebook und Nachrichtenseiten wie SZ oder FAZ wollen mich da wohl foltern. Dazu kam dann auch gleich noch eine Werbesendung für eine Rabattaktion beim Weinhändler meiner Wahl. Was würde ich aktuell für ein schönes Glas Riesling geben…

Auf der Arbeit bin ich gewohnt leistungsfähig, ungewohnt ist, dass ich ab und an länger über Formulierungen nachdenken muss. Das kenne ich sonst so nicht von mir.

Am frühen Nachmittag ging es dann wieder ins Gym. Programm wie am Vortag, also wie immer, nur dass ich diesmal Schulterdrücken, Seitheben und Rudern wählte. Beim Cardio schwitzte ich ungewohnt heftig, dafür anschließend in der Sauna kaum. Diese kam mir übrigens weniger heiß als sonst vor.

Am Abend gab es wieder 1 Kilo Kartoffeln, zu späterer Stunde dann noch einen kleinen Nachschlag auf der Couch. Dennoch ist es faszinierend, dass ich bei im Schnitt nicht mal 1.500 Kalorien keinen Hungertod sterbe. Auffällig auch: Ich bin abends deutlich früher als sonst müde. Wo ich normalerweise gegen 23 Uhr müde werde und gegen 0 Uhr ins Bett gehe, fallen mir derzeit schon gegen 21 Uhr die Augen zu.

Ich bin echt auf die Waage am Sonntag gespannt. Rein vom Spiegelbild und dem Körperempfinden würde ich sagen, da sind schon gut zwei Kilo runter. Aber abwarten.

Heute gab es übrigens die frohe Botschaft, dass ich am Abend von Tag 14 schön den Abschluss meiner Aktion feiern kann: Ein Kumpel feiert seinen 40. Geburtstag. Das heißt auch, dass ich mich am Morgen des 14. Tages final wiegen werde.

Der Stuhlgang bleibt ungewohnt hell, dafür ist der Urin extrem dunkel, was mich doch schon irritiert. Ich füge dem Körper derzeit ja keinerlei Giftstoffe zu, trinke viel. Meine einzige Erklärung ist, dass derzeit wirklich eine Entgiftung stattfindet und es scheint einiges an "Gift" zu geben, was der Körper loswerden will, denn bei gleichbleibender Trinkmenge im Vergleich zu sonst, renne ich deutlich häufiger auf Toilette.

Tagessaldo:
  • grob 150 Gramm Reis
  • grob 1,3 Kilo Kartoffeln
  • ca. 6 Liter Wasser

Tag 5

Das mit dem Schlaf klappt super, so super, dass ich heute erst einmal verpennt habe. Nicht schlimm und letztlich ist es eh meine Sache, wann ich im Büro erscheine, aber dennoch verwunderlich. Passiert mir sonst nie.

Der Reis schmeckt heute doch etwas besser als die letzten Tage, keine Ahnung warum. Ich werde die kommenden Tage mal etwas mit dem Wasser herumtesten. Im Büro trinke ich meist eine Flasche stilles Wasser und eine Flasche Mineralwasser der Marke Salvus, zu Hause meist eine Flasche Rossbacher und jeweils zwischen ein und zwei Flaschen Staatlich Fachingen Still und Medium. Ich bin ja bei dieser Heilwassernummer bezüglich Fachingen skeptisch, aber immerhin hat der Frauenarzt meiner Frau in der Schwangerschaft dieses Wasser zum Anregen der Darmtätigkeit und gegen Sodbrennen empfohlen. Mal schauen, was passiert, wenn ich davon noch mehr trinke.

Training lief dann auch gut, keine Probleme. Am Abend dann wieder 1 Kilo Kartoffeln im Ofen, wobei ich erneut feststellen muss, wie fies das ist, wenn man in einem Haushalt mit Kindern lebt. Durfte dem Kleinen dann seine Tortellini füttern, dem Großen dieselben zumindest schneiden. Was man für so eine dumme Nudel geben würde. Später dann der Duft von Lauchzwiebeln, als meine Frau Reis mit etwas Rührei gegessen hat. Schon absurd: Man wird neidisch auf Reis mit Rührei…

Tagessaldo:
  • grob 150 Gramm Reis
  • grob 1 Kilo Kartoffeln
  • ca. 6 Liter Wasser

Tag 6

Eine Nacht des Grauens… Nicht, weil ich schlecht geschlafen hätte, sondern weil die Kids komplett Amok gelaufen sind: Der Kleine ab 1 Uhr hellwach und nur Unsinn im Kopf. Haben ihn dann zu uns gelegt, was er mit andauernden Schlägen und Tritten in meine Richtung quittierte. Als dann auch noch der Große in unser Bett wollte, war das Chaos perfekt. Faszinierend aber: Ich bin am Morgen dennoch topfit aufgewacht. Das ist wirklich bemerkenswert.

Weil es mich doch zu sehr interessiert hat, bin ich dann doch nochmal auf die Waage: 98,9 Kilo. Zum einen Bombe, denn unter 100 kg war ich letztmals 2012, dennoch hätte ich, ausgehend von der Optik mit mehr gerechnet. Aber man soll nicht undankbar sein. Wenn das so weitergeht, stehe ich am Ende mit rund 95 kg da. Das wäre schon mal ordentlich. Schmiede schon Pläne, wie dass dann danach weitergeht, aber dazu vielleicht am Ende des Berichts mehr.

Training lief heute wieder ordentlich, auffällig ist das starke Schwitzen, das doch anhält. Und meine zunehmende Müdigkeit: Nach dem Training ging es in die Sauna und danach kalt duschen. Als ich mich im Anschluss raus in die Sonne setzte, merkte ich schon, wie mein Körper doch sehr mit der Belastung zu kämpfen hatte: Während meine Atmung gefühlt normal war, konnte ich am Bauch sehen, wie dieser extrem am Zucken war. Bin dann auch erst mal gepflegt eingeschlafen.

Das komplette Wegfallen jeglichen Genusses beim Essen machte sich heute erstmals auch so richtig am Gemüt bemerkbar. Gerade gegen Abend wurde ich so richtig mies gelaunt. Essen beschränkte sich dann auf das Nötigste.

Tagessaldo:
  • grob 150 Gramm Reis
  • grob 600 Gramm Kartoffeln
  • ca. 5 Liter Wasser
Foto: samchills / CC BY

Tag 7

Die Nacht verlief recht ruhig, meine Laune besserte das aber kaum. Die war derart mies, dass ich meinen Frühstücksreis im Topf lies und gleich mit den Kids einkaufen, Auto waschen etc. fuhr. Das war auch alles soweit ok. Zum Nachmittag waren wir bei der Schwiegermutter anlässlich ihres Geburtstags zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Das habe ich dann mal geschwänzt. Mich mit etwas Reis und Wasser an einen gedeckten Tisch mit Kaffee und Kuchen, später Wein zu setzen, nein Danke. Bin lieber ins Training gefahren und habe später Frau und Kinder abgeholt und dann der Schwiegermama gratuliert.

Meine erste Mahlzeit hatte ich dann gegen 18 Uhr, jedoch hatte ich auch keinerlei Hungergefühl im Vorfeld. Einzig die Gelüste werden täglich schlimmer. Aktuell kitzeln selbst Riegel, die im Studio ausliegen, was mich sonst nicht die Bohne gejuckt hätte.

Körperlich geht es mir aber gut. Die Müdigkeit ist spürbar, aber ansonsten keine Probleme. Der Stuhlgang ist eingeschränkt, wobei das bei der Menge an Nahrung logisch ist und ich allgemein einen recht regen Stuhlgang mit zwei bis vier Sitzungen pro Tag habe. Der Urin bleibt seltsam dunkel, wenngleich klar.

Tagessaldo:
  • grob 100 Gramm Reis
  • grob 800 Gramm Kartoffeln
  • ca. 6 Liter Wasser

Tag 8

Gewicht am Morgen: 98,5 Kilo. Keine große Veränderung auf der Waage, aber vom Spiegelbild her ist das eklatant. Bin echt überrascht, was sich da optisch getan hat.

Hatte ich erwähnt, dass ich mich gestern beim Einkaufen wie ein Kind über eine bunte Auswahl an Tomaten freute, die ich als mein erstes Gemüse auserkoren hatte? Dumm nur, wenn man seiner Frau nicht richtig zuhört… Tag 8 ist auch noch ohne Gemüse, das gibt es erst ab Tag 9. Meine Laune war entsprechend, als ich das hörte.

Eigentlich war mir jeglicher Appetit vergangen, aber mein Kreislauf war an dem Morgen ziemlich im Arsch. Mehrfach wurde mir schwarz vor Augen, daher kam ich um eine leckere Portion Reis nicht herum.

Eines ist an der ganzen Sache übrigens positiv: Meine Motivation zu körperlicher Betätigung ist deutlich gestiegen. Ich habe heute begonnen, morgens wieder mit Tabata zu starten. Mein Kreislauf fand das wohl nicht so witzig, wie eben beschrieben. Danach ging es in den noch recht kühlen Pool, was eigentlich den Kreislauf hätte anregen sollen, ihn aber doch eher killte. Egal wie: Habe mir dann auch mal neue Laufschuhe bestellt…

Da meine Frau im Garten viel zu tun hatte, bin ich mit den Kids nach Frankfurt in den Zoo. Soweit war das alles super, aber es war auch ein Spießrutenlauf. Selbst wenn man weiß, dass die Wurst und die Pommes im Zoo echt nicht lecker sind, was hätte ich dafür gegeben. Oder für eine Waffel… Dem Großen Eis zu kaufen, machte es indes nicht besser auch nicht der Bäckerbesuch im Vorfeld, um den Kids Proviant zu besorgen.

Da ich vom Training und wohl auch schon dem Tabata recht verkatert war, ging es zu Hause direkt in den Whirlpool, was auch den Vorteil hatte, dass ich mein geliebtes Essen nochmal nach hinten schieben konnte. Da sich der Kreislauf über den Tag stabilisierte, war das auch gut machbar.

Tagessaldo:
  • grob 200 Gramm Reis
  • grob 600 Gramm Kartoffeln
  • ca. 7 Liter Wasser

Tag 9

Tomaten!!! Unglaublich, wie gut Tomaten schmecken können, selbst wenn – mal wieder Frauchen nicht genau zugehört – diese nicht roh sein durften. Zu viele Fasern, dies das… Aber gut, ich habe die Tomaten dann kleingeschnitten und nachträglich in den Topf mit dem Reis zu Garen gegeben. Geschmacklich war das eine Wucht. Laune direkt mal verdoppelt.

So kam dann auch so etwas wie die Lust am Essen wieder. Mittags gab es nochmal das Gleiche, abends sogar ein weiteres Highlight: Mais vom Grill. Denn – jaja, ich muss meiner Frau echt besser zuhören – man darf sogar am Abend ein weiteres Gemüse einführen. Das war in dem Fall Mais. Ok, etwas Öl oder Butter wären geil gewesen und die Würstchen der Kids rochen so verdammt gut, aber das war schon mal richtig dankbar.

Auffällig aber auch: Mein Darm hatte mit dem Gemüse scheinbar echt zu kämpfen, man merkte richtig, wie es brodelte. Egal wie: Lebensqualität plus 100 Prozent!

Tagessaldo:
  • grob 300 Gramm Reis
  • grob 400 Gramm Kartoffeln
  • grob 400 Gramm Tomaten
  • 2 Maiskolben
  • ca. 6 Liter Wasser

Tag 10

Wenngleich mir das Essen mit dem verkochten Gemüse viel leichter fällt, merke ich, wie mein Körper damit richtig zu arbeiten hat. Faszinierend, bedenkt man, was der sonst alles vorgesetzt bekam. Die Tomaten scheinen auf jeden Fall nicht optimal zu sein, zumindest nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Das Brodeln hält nämlich an und ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, es wird teilweise explosiv…

Da mein Großer heute Mittag Tennis hatte und nur Blödsinn macht, wenn Mama seinen Bruder dabei hat, habe ich mich früher aus dem Büro verabschiedet und bin mit dem Kleinen im Buggy walken gegangen. Danach noch etwas Training und heim.

Das Wohlbefinden allgemein ist gut, aber das Brodeln im Magen-Darm-Trakt gibt mir doch Anlass zur sanften Sorge, sodass ich die Tomaten wieder rausgeschmissen habe und auf Erbsen und Karotten zum Reis gewechselt bin. Das ist geschmacklich weniger spannend, aber scheint meinem Darm besser zu bekommen.

Ansonsten merke ich, wie viel weniger gestresst ich bin, seitdem ich zumindest eine kleine Abwechslung zu Reis und Kartoffeln habe. Der Kopf macht hier echt viel aus. Was aber bleibt: Selbst wirklich gute Netflix-Serien helfen nichts: Gegen 21 Uhr werde ich derartig müde, dass ich die Augen kaum noch offenhalten kann.

Tagessaldo:
  • grob 500 Gramm Reis
  • grob 150 Gramm Tomaten
  • grob 300 Gramm Mais
  • grob 450 Gramm Erbsen und Karotten
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 11

Das Ende rückt näher. Die Nacht war angenehm, bin wieder sehr früh wach gewesen und habe mich an mein Tabata gemacht. Mein Darm scheint sich auch etwas beruhigt zu haben. Tomaten werde ich am Freitag nochmal testen, mal schauen, wie das dann klappt. Dann habe ich schon einmal eine Antwort auf die Frage, ob es wirklich an den Tomaten liegt oder ob es einfach die Umstellung auf Gemüse war.

Ab heute nehme ich dann auch mal brav meine Milchsäurebakterien ein, die mir der Osteopath empfohlen hat. Pro Gabe enthalten die Kapseln 48 Milliarden Bakterien aus acht Kulturen:
  • Lactobacillus acidophilus
  • Lactobacillus casei
  • Lactobacillus plantarum
  • Lactobacillus rhamnosus
  • Bifidobacterium bifidum
  • Bifidobacterium lactis
  • Bifidobacterium breve
  • Streptococcus thermophilus
Bin mal gespannt, was das bringt.

Ich habe ja auch aufwändigere Tests zu Beginn verzichtet, da das alles recht spontan war und ich ohnehin mehr auf mein Körpergefühl als auf irgendwelche Tests gebe. Da war mir die Erfahrung mit meiner Frau eine Lehre. Dennoch nett: Am Freitag werde ich wohl einmal komplett durchgecheckt, da ich Mitte Juni Spender einer peripheren Stammzellenspende bin.

Der restliche Tag verlief recht normal. Stuhlgang normal, die Farbe des Urins normalisiert sich. Insgesamt fühle ich mich körperlich richtig wohl. Vor allem aber bin ich echt mal auf mein Endgewicht gespannt, denn optisch ist die Veränderung enorm und es ärgert mich enorm, dass ich keine Vorher-Bilder gemacht habe. Nicht dass ich jetzt in WK-Form wäre, aber es kommt in Richtung einigermaßen vorzeigbar.

Zum Abendessen gab es Zucchini, so ein Gemüse, mit dem ich normal schon so gar nichts anfangen kann. Entsprechend begeistert war ich dann auch.

Tagessaldo:
  • grob 400 Gramm Reis
  • grob 200 Gramm Erbsen und Karotten
  • grob 300 Gramm Zucchini
  • ca. 5 Liter Wasser
Foto: Charles Haynes / CC BY

Tag 12

Heute Morgen ist mir erst mal der Brokkoli angebrannt. Ergebnis: Es gab wieder Mais. Zu sehr stresst mich das aber nicht mehr, denn das Ende ist absehbar. Auffällig: Ich werde täglich häufiger angesprochen, wie sehr ich abgenommen hätte. Das ist echt faszinierend, es dürften derzeit vielleicht 4 Kilo sein (ich wiege mich am Samstag wieder), was normal bei rund 100 kg optisch nicht so viel ausmacht, aber der Effekt ist echt unglaublich.

Ansonsten kein spektakulärer Tag: Tabata, Büro, Training, Sauna… Die Performance im Training ist übrigens unbelastet. Habe angefangen, mein Cardio umzustellen, was mir gut bekommt: Statt 60 Minuten Fahrrad mache ich derzeit 10 Minuten Laufband oder Ruderergometer, 15 Minuten Crosstrainer oder Stepper und dann 25 Minuten Fahrrad.

Das Abendessen war fast sowas wie lecker… Ich durfte Paprika und Champignons einführen, dazu ein paar Tomaten und Pfeffer!!! Endlich wieder Schärfe!!!

Tagessaldo:
  • grob 400 Gramm Reis
  • grob 200 Gramm Mais
  • grob 250 Gramm Champignons
  • grob 150 Gramm Paprika
  • grob 200 Gramm Tomaten
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 13

Wieder eine entspannte Nacht. Heute stand also der erneute Tomatentest an und dieser war ohne Probleme. Soweit also alles super.

Stuhl und Urin normalisieren sich weiter, der Körper scheint sich wirklich einzurichten. Ansonsten ein normaler Tag mit Büro und Training. Letzteres lief erneut wirklich gut, vor allem auch das Cardiotraining läuft erstaunlich leicht.

Gegen Abend überfiel mich wieder die miese Laune angesichts des Essens. Noch ein Tag…

Tagessaldo:
  • grob 300 Gramm Reis
  • grob 300 Gramm Tomaten
  • grob 300 Gramm Paprika
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 14

Letzter Tag, dachte ich…

Ich habe zwar keinerlei Nerv mehr, aber Frauchen mahnte, ich solle doch noch die einwöchige Testphase im Anschluss durchlaufen. Laune bei Null, denn das heißt, nochmal eine Woche mit diesem Fraß, jeden Morgen gibt es ein Lebensmittel zum Test.

Da ich aber dann doch experimentierfreudig bin und Streit gerne vermeide, ziehe ich das dann halt auch noch durch.

Gewicht heute übrigens 96,5 kg, Form super.

Essen fand heute fast nicht statt. War den ganzen Tag unterwegs, mittags dann etwas Reis mit Gemüse und abends zur Party. Das war wiederum fies, da ich extremen Hunger hatte und mich dennoch zusammengerissen habe. Also nur ein paar Bier und ansonsten kein Futter.

Tagessaldo:
  • grob 150 Gramm Reis
  • etwas gemischtes Gemüse
  • ca. 4 Liter Wasser
  • 8-10 0,3 Liter Bier

Tag 15

Der erste Testtag. Wir haben für den ersten Test Eier vorgesehen, um Albumin zu testen. Entsprechend gab es Rührei zum Frühstück, was echt ein Genuss war. Leider viel zu wenig. Die grundlegende Idee hinter den Tests: Jeden Morgen nüchtern ein Lebensmittel pur testen und schauen, was Magen und Darm dazu sagen. Zu den Eiern sagten beide nicht viel, ergo keine Probleme. Durchatmen!

Danach waren wir mit den Kids auf einem Straßenfest und diese Bratwürste rochen so gut…

Insgesamt aber fühle ich mich gut, der anfänglich stark gefärbte Urin ist nun fast weiß, Stuhl normal.

Tagessaldo:
  • 3 Eier
  • grob 200 Gramm Reis
  • gemischtes Gemüse
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 16

Heute stand Laktose auf dem Plan, sprich ein Glas Vollmilch am Morgen. Und siehe da: Reaktion! Im Büro schaffte ich es gerade noch so aufs Klo und dieses war danach für längere Zeit nicht zu betreten. Es wird am Freitag noch einen Folgetest geben, um das Ergebnis abzusichern.

Ansonsten nichts Spannendes. Optisch verliere ich zunehmend mehr Fett, die Kraft im Training bleibt gleich und ebenso die abendliche Müdigkeit.

Tagessaldo:
  • grob 300 Gramm Reis
  • gemischtes Gemüse
  • 1 Glas Vollmilch
  • ca. 4 Liter Wasser

Tag 17

Der heutige Test: Gluten. Es gab zwei Scheiben feines Dinkelbrot. Der erste Bissen lag wie Blei im Magen, diesen hatte ich jedoch auch recht hastig runtergeschlungen. Danach wurde jeder bissen ausgiebig gekaut, was zu keinen weiteren Problemen führte.

Der restliche Tag verlief normal, keine Auffälligkeiten.

Tagessaldo:
  • grob 200 Gramm Reis
  • gemischtes Gemüse
  • 2 Scheiben Dinkelbrot
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 18

Heute stand der Test meines Grauens an: Fruktose. Getestet wird das mit Hilfe von reifen Bananen, etwas, das ich so gar nicht leiden kann. Naja, geschmacklich war das eine Katastrophe, von der Verträglichkeit her aber völlig ok.

Auch ansonsten keine spannenden Neuigkeiten, außer dass ich das Essen täglich mehr verabscheue.

Tagessaldo:
  • grob 200 Gramm Reis
  • gemischtes Gemüse
  • 2 reife Bananen
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 19

Die Sonne geht auf: Es gibt Fleisch. Konkret mageres Rinderhack, welches Histamin testen soll. In Wasser angebraten war das kein riesiges Geschmackserlebnis, aber besser als alles vorher auf jeden Fall.

Und: Nachdem ich auch das Fleisch super vertragen habe, wurde kurzerhand beschlossen, dass Fleisch ab sofort wieder erlaubt ist. Ergo mittags Huhn vom Grill. Wie geil Huhn schmecken kann, unglaublich. Abends dann noch einmal mageres Rinderhack.

Ergebnis: Keinerlei Probleme! Und die Feststellung: Tag 18 war voraussichtlich der letzte vegane Tag meines Lebens!

Tagessaldo:
  • grob 200 Gramm Reis
  • gemischtes Gemüse
  • 300 Gramm mageres Rinderhack
  • 300 Gramm Hähnchenbrust
  • ca. 5 Liter Wasser

Tag 20

Heute wurde erneut Laktose getestet, wieder mit einem Glas Vollmilch und wieder merkte ich, wie Magen und Darm damit zu schaffen hatten. Es war besser als beim ersten Versuch, aber dennoch: Laktose scheint mein Körper nicht wirklich zu mögen. Das passt auch zu den Beobachtungen aus Zeiten, als ich noch viel Quark gegessen hatte.

Gegen Mittag dann die Feststellung: Doch nicht besser als beim ersten Versuch, nur verzögert. Im Gym direkt aufs Klo gerannt und Feuer frei.

Ansonsten das letzte Training vor dem Urlaub absolviert. Das läuft auf jeden Fall.

Tagessaldo:
  • grob 300 Gramm Reis
  • grob 100 Gramm Thunfisch
  • grob 300 Gramm Huhn
  • Gemüsemischung
  • ca. 5 Liter Wasser
  • 1 Glas Vollmilch
Foto: Charles Haynes / CC BY

Tag 21

Der letzte Tag, der letzte Test: Süßstoff. Direkt nach dem Aufstehen 2 Gläser Coke Light. Auch ein unglaublicher Genuss, kalte Cola. Probleme machte das keine.

Frühstück dann mit Ei, was erneut sehr geil war. Auch der Whey-Shake mit Mandelmilch war komplett unproblematisch.

Der Tag ging für Urlaubsvorbereitungen drauf, daher nicht wirklich viel gegessen. Aber: Seit ich wieder Fleisch essen darf, habe ich deutlich mehr Hunger. Das ist auch gut so, denn die Kalorien in den letzten drei Wochen waren schon beängstigend gering.

Ach so, finales Gewicht: 94,0 Kilo, also 7,5 Kilo weniger als zu Beginn.

Tagessaldo:
  • grob 300 Gramm Reis
  • grob 400 Gramm Huhn
  • Gemüsemischung
  • 2 Glas Cola Light
  • 1 Whey-Shake mit Mandelmilch
  • ca. 4 Liter Wasser

Fazit

Drei Wochen sind rum. Es war brutal nervig, ging oft an die psychische Grenze, aber was zieht man nicht alles durch. Vom Gefühl her muss ich sagen, dass die ganze Sache sich aber gelohnt hat. Man kann sicherlich über Entgiftung etc. denken was man mag, meinem Körper hat es offensichtlich sehr gut getan. Ich fühle mich deutlich besser, bin nicht mehr aufgebläht und deutlich vitaler.

An der Gewichtsfront und von der Form her ist enorm was passiert. Interessant ist das vor allem deshalb, weil ich schon vorher mal mit Speedweeks etc experimentiert habe, dabei aber fast nichts passiert ist. Ohne das alles wissenschaftlich belegen zu können, glaube ich wirklich, dass der Osteopath Recht hatte:

Der Darm war über viele Jahre extrem gequält worden und hatte einfach keine Lust mehr. Spannend wird sein, zu erfahren, wie das nun weitergeht. Der Urlaub hilft da natürlich nicht, aber Urlaub ist Urlaub. Wobei ich mich dabei auch ein wenig einschränken werde, vor allem in den Mengen. Morgens ein Brötchen statt drei usw.

Einzig das mit dem Alkohol… Aber gut, Urlaub ist Urlaub. Danach werde ich aufbauend auf diesen Erkenntnissen weitermachen, sprich Laktose meiden, fettarm aber kohlenhydratreich essen. Und insgesamt die Mengen etwas reduzieren. Also keine Lammbolognese mehr als Vorspeise vor dem Steak, sondern vielleicht nur ein Carpaccio.

Trotz der dauerhaft niedrigen Kalorien habe ich optisch keine Muskulatur verloren, auch die Kraft ist unverändert. Das fand ich besonders spannend. Hatte da doch arge Befürchtungen, aber die waren wohl unbegründet.

Spürbare Mangelerscheinungen gab es auch nicht. Einzig ab und an etwas Kreislaufprobleme, die ich aber auch sonst gerne mal habe, wenn ich zu schnell aufstehe, besonders aus dem Liegen oder noch extremer nach der Sauna.

In Summe fand ich das Experiment sehr spannend und gewinnbringend. Würde ich es weiterempfehlen? Ja, aber nur Menschen, die keinerlei Anfälligkeit für Essstörungen haben und hinreichende Reserven an Körperfett.

Ich hoffe, Ihr konntet mit meinen Ausführungen etwas anfangen. Ich werde aus und nach dem Urlaub meinen Log mal wieder reaktivieren und dort den weiteren Weg festhalten. Ziel: Sixpack bis zum Hollandurlaub Ende Juli.

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