Fürs Homegym oder als Abwechslung

3 Homegym Alternativen für die Beinpresse

Die Beinpresse ist unter Bodybuilder eine beliebte Maschine, wenn es darum geht, die Beinmuskulatur möglichst stark zu belasten. Gleichzeitig ist vermutlich kein Gerät so groß, wie eine Beinpresse und im Gegensatz zu Racks oder Multipressen ist die Maschine nur eingeschränkt für weitere Übungen sinnvoll nutzbar. Wer ein Homegym besitzt, wird daher in der Regel auf die Beinpresse verzichten und muss auf Alternativen zurückgreifen. Das heißt jedoch nicht, dass man lediglich Kniebeugen und Frontkniebeugen ausführen könnte. Es gibt durchaus weitere Möglichkeiten, einen Ersatz für die Beinpresse zu finden.

Welches Ziel verfolgen wir mit der Beinpresse?

Um sich Gedanken über Alternativen zu machen, sollte man sich wie immer im Leben zunächst darüber im Klaren sein, welchen Effekt man ersetzen möchte. Wie in einem umfangreichen Artikel zur Beinpresse dargestellt, kann je nach Fußstellung die Beinmuskulatur mit der Beinpresse auf verschiedenste Weisen belastet werden. Dabei sitzen wir auf einer Fläche und drücken ein Gewicht entweder horizontal oder in einem etwa 45 Grad Winkel in die Höhe. Beinpresse-Maschinen, bei denen das Gewicht vertikal weggedrückt wird, findet man heutzutage fast gar nicht mehr in Studios.

Wir wollen also die Beinmuskulatur möglichst zielgerichtet stimulieren und insbesondere Bodybuilder greifen gerne auf diese Möglichkeit zurück, da die Komplexität einer Kniebeuge für eine gezielte Muskelbelastung durchaus ein Nachteil sein kann. Der Schwerpunkt des Gewichts auf Schulter- bzw. Halshöhe verlangt deutlich mehr Koordination und Stabilisationsarbeit. Das macht (Front-)Kniebeugen zu einer fantastischen Übung, wenn man diese beherrscht, bringt allerdings auch den Nachteil mit sich, dass die Beine nicht ohne Weiteres bis zur völligen Erschöpfung belastet werden können.

Homegym Besitzer werden die Belastung einer Beinpresse nicht vollständig replizieren können, andernfalls würden einige Studios sich vielleicht auch den Platz für die großen Maschinen sparen. Aber es gibt – wie so oft im Leben – mehr als nur schwarz und weiß, Beinpresse oder Kniebeugen. Schauen wir uns also ein paar Homegym Alternativen für die Beinpresse an.

Beinpresse Alternative 1: Belt Squats

Belt Squats sind die Homegym Alternative, welche der Beinpresse tatsächlich am nächsten kommt. Man entlastet den Oberkörper praktisch vollständig und hat das Gewicht auf den Hüften. Vereinzelt gibt es auch in deutschen Studios entsprechende Geräte für die Belt Squats, allerdings suchen wir ja gerade wegen der Platzersparnis nach Alternativen für die Beinpresse. Wie lösen wir das Ganze also für unser Homegym?

Zunächst benötigt man einen Dip-Gürtel, der ebenfalls für Dips und Klimmzüge genutzt werden kann und daher zur Standardausrüstung zählen sollte. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, die beide weiteres Equipment benötigen.

Die erste Möglichkeit wäre das Ausführen von Belt Squats mit Gewichtsscheiben. Da diese ohne Frage auf den Boden aufkommen würden, stellt man sich nun zur Übungsausführung auf zwei Hocker. Diese gibt es fürs Training, für kleines Geld zu kaufen. Da der ursprüngliche Anwendungsbereich für plyometrische Sprünge gedacht ist, sollten auch schwerere Athleten ohne Probleme mit Zusatzgewicht darauf stehen können. Natürlich gilt es, immer die Herstellerangaben zu beachten.

Für die zweite Möglichkeit benötigt man eine Landminepress Halterung. Dies ist eine platzsparende Konstruktion, in die eine olympische Langhalten am einen Ende in ein Scharnier eingeführt wird. Man hat nun eine bewegliche Bodenbefestigung, so dass mit der Kombination Landminepress oder T-Bar Rudern im Homegym möglich wären. Zweifelsfrei also in jedem Fall eine sinnvolle Anschaffung, um den eigenen Übungskatalog zu erweitern.

Für die Belt Squats wird nun wie auch bei Landminepress oder T-Bar Rudern Gewicht auf das zweite Ende der Langhantel gesteckt. Diese befestigen wir nun allerdings mit Hilfe des Gürtels am Körper. Genauer kann man sich das Ganze im folgenden Video anschauen.


Beinpresse Alternative 2: Trap Bar Kreuzheben

Die Trap Bar, oder auch Hex Bar genannt, ist eine Langhantel, in die man quasi hineinsteigen kann. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass das günstige Gerät heutzutage immer noch in wenig Studios zu finden ist, aber der Vorteil eines Homegyms ist schließlich auch, dass man sich dies gemäß seinen eigenen Bedürfnissen einrichten kann.

Im Gegensatz zu Belt Squats haben wir nun zwar den Nachteil, dass wir den Oberkörper nicht länger entlasten, allerdings bietet sich gleichzeitig der Vorteil eines potentiell höheren Loads. Wir können in der Regel mehr Gewicht benutzen. Ähnlich wie bei Belt Squats können wir aber auch beim Trap Bar Kreuzheben ein wenig mit der Fußstellung variieren. Wer die Füße weiter auseinanderstellt, belastet tendenziell eher die Innenseite der Beine, wohingegen ein engerer Stand eher die Außenseite beansprucht.

Bei der Ausführung würde ich ganz klar zu Zughilfen raten. Die Griffkraft sollte nicht der beschränkende Faktor werden. Zughilfen können darüber hinaus dabei unterstützen, dass man sich besser auf die Beinmuskulatur konzentrieren kann.

Die Trapbar stellt eine sinnvolle Anschaffung fürs Homegym dar, wenn man keine Beinpresse zur Verfügung hat. / Foto: Frank-Holger Acker

Beinpresse Alternative 3: Hackenschmidt Kniebeugen

Die dritte Alternative stellen Hackenschmidt Kniebeugen dar. Während die meisten Trainierenden die Übung heutzutage in erster Linie als Maschinenvariante kennen, wurde die Übung von Georg Hackenschmidt ursprünglich an der Langhantel ausgeführt.

Am einfachsten lässt es sich mit klassischem Kreuzheben, bei dem die Langhantel hinter dem Körper geführt wird, beschreiben. Die Bewegung ist ähnlich, die Spannung im Oberkörper muss auf dieselbe Weise gehalten werden und spätestens jetzt haben wir uns von einer reinen beinlastigen Übung wie der Beinpresse verabschiedet. Es ist also zugegeben ein Homegym-Kompromiss, den man hier eingeht.

Während wir mit Belt Squats und Trab Bar Kreuzheben insbesondere den äußeren und inneren Bereich des Oberschenkels belasten konnten, bieten Hackenschmidt Kniebeugen nun die Alternative zu einer möglichst hohen Ablage der Füße bei der Beinpresse. Diese Variante führt zu einer verstärkten Belastung der hinteren Muskelkette. Wenn es einen muskulären Bereich gibt, der bei praktisch jedem Sportler mehr Fleisch vertragen würde, dann sind es die Hamstrings.

Zusammenführung zu einem Homegym Beispieltraining

Aufgrund der unterschiedlichen Belastung der verschiedenen drei Alternativen, bietet es sich an zwei oder sogar alle drei Übungen in einem Training zu kombinieren. Dies könnte sich wie folgt gestalten:
  • Trap Bar Kreuzheben: 3 bis 5 Sätze mit 5 bis 10 Wdh
  • Belt Squats: 2 bis 4 Sätze mit 10 bis 20 Wdh
  • Hackenschmidt Kniebeugen: 1 bis 5 Sätze mit 5 bis 20 Wdh
Den Anfang macht das Trap Bar Kreuzheben, bei dem relativ viel Gewicht genutzt werden kann. Darüber hinaus ist der Oberkörper noch ausgeruht, so dass die Beine maximal belastet werden können. Entsprechend ist der Wiederholungsbereich eher niedrig, so dass neben der muskulären Beanspruchung eine Aktivierung des Nervensystems erreicht wird.

Im Anschluss kann mit Hilfe von Belt Squats der Oberkörper entlastet werden, während man gleichzeitig mit Hilfe des höheren Wiederholungsbereichs tendenziell mehr Abbauprodukte erzeugt. Gleichzeitig stellen die Belt Squats eine variierte mechanische Belastung dar. Wir decken damit die drei Säulen des Muskelaufbaus ab.

Zuletzt werden die Hamstrings noch einmal fokussierter mit Hilfe der Hackenschmidt Kniebeuge belastet, so dass man bereits ein nahezu vollständiges Beintraining absolviert hat, das je nach Bedarf mit weiteren (Isolations)Übungen erweitert werden kann.

Fazit zu Homegym Alternativen für die Beinpresse

Die vorgestellten Übungen werden das Gefühl eines Trainings an der Beinpresse nicht in der absolut gleichen Art und Weise ersetzen können. Dafür bieten sie den Vorteil, dass Homegym-Besitzer deutlich an Platz sparen, ohne große Nachteile zu haben.

Aber auch in regulären Gyms kann das vorgestellte Training eine sinnvolle Alternative zur Beinpresse sein, wenn diese besetzt ist oder man schlichtweg etwas Abwechslung im Training sucht.

Hinweis: Der Autor dieses Artikels bietet individuelle Trainings- und Ernährungsberatung an. Weiteres erfahrt ihr unter become-fit.de oder schaut einfach bei seinem Podcast-Magazin TheCoachCoachCorner vorbei.

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