Never skip leg day!

7 Gründe, warum du deine Beine trainieren solltest

Der Ausdruck „Diskopumper“ hat schon so ein bisschen 2010er-Vibes, aber das Phänomen ist immer noch weit verbreitet: Während sich an den Latzügen, Butterfly-Maschinen und Scott-Bänken in den Fitnessstudio Schlangen bilden, bleiben die Squat Racks und Beinpressen häufig verwaist. Gut, das war überzeichnet. Aber der völlige Verzicht auf das Beintraining ist nach wie vor keine Seltenheit. Dabei gibt es viele gute Gründe, die für den Aufbau ordentlicher Haxen sprechen – hier kommen 7 von ihnen.

Foto: Matthias Busse

#1: Du willst nicht lächerlich aussehen


Viele Trainingsanfänger haben zunächst das Sixpack und den dicken Oberarm vor Augen. Völlig legitim. Die Gesellschaft betont ja auch vor allem den Oberkörper des Mannes, ein Schönheitsideal der maskulinen Beine ist quasi nicht existent.

Aber wir haben schon ein Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmig aussieht. Ein brachialer Oberkörper auf Storchenbeinen ist nun mal ein lächerlicher Anblick. Du hast doch bestimmt auch diesen einen Typen in deinem Gym, oder? Sei nicht wie er! Strebe von Anfang an nach einer ausgewogenen körperlichen Entwicklung.

#2: Deine Beine sind NICHT vom Fußballspielen trainiert!


„Ich spiele zweimal die Woche Fußball, dadurch sind meine Beine ja schon gut trainiert.“ „Fußball“ kann hier auch durch eine andere Teamsportart, Fahrradfahren oder gar Joggen ersetzt werden. Dabei ist der Aufbau nennenswerter Muskelmasse durch Ausdauerbelastungen schlicht nicht möglich. Andernfalls hätten Marathonläufer die brachialsten Beine aller Athleten, aber das Gegenteil ist der Fall. Auch deine gelegentlichen Sprints auf dem Fußballfeld reißen es nicht raus.

Tatsächlich empfinden viele Einsteiger ihre Beine zunächst als ausreichend muskulös – aber das sind sie auch nur im Vergleich zu einem Oberkörper, der noch nie im Leben benutzt wurde. Hinzu kommt, dass die meisten Männer zu einer Konzentration des Körperfetts am Oberkörper neigen, während der Unterkörper meist recht definiert bleibt. Hier wird die bessere Sichtbarkeit der Muskulatur dann oft mit einer besseren Entwicklung verwechselt.

Mit ein wenig Erfahrung im Kraftsport werden sich deine Wahrnehmung und dein Selbstanspruch ändern. Schon allein dadurch, dass du im Gym und in deinem Instagram-Newsfeed immer mehr Männer sehen wirst, die „richtige Beine“ durch schweres Krafttraining aufgebaut haben. Und natürlich auch durch die sich verschiebenden Proportionen deines eigenen Körpers. Fußballerbeine mögen neben einem schlaffen Torso noch halbwegs ok aussehen, sobald du aber ein bisschen Brust, Lat und Bizeps bekommst, wendet sich das Blatt – garantiert!

#3: Beintraining ist Verbundtraining


Die typischen Beinübungen wie Kniebeuge und Kreuzheben sind eine phantastische Möglichkeit, den gesamten Körper mitzunehmen – vor allem den Core, Unterarme, Nacken usw. Muskeln also, die auch dir garantiert am Herzen liegen. Wenn dich schon nicht die Aussicht auf dicke Quads lockt, dann lass dich durch die Synergieeffekte der Beinübungen motivieren.

#4: Starke Beine sind praktisch (und wirken präventiv)


Wer auf starken Beinen steht, hat es leichter im Leben. Betrachte dein Fußballtraining oder deine Triathlonambitionen nicht als Ausrede, sondern im Gegenteil als Argument für das Beintraining.

Gut entwickelte Beinmuskeln machen dich zum besseren Läufer, Springer, Sprinter, Werfer, Radfahrer, Schwimmer usw. Und nicht zuletzt beugen sie Verletzungen an den Achillesversen (das war metaphorisch gemeint) unseres Unterkörpers – klassischerweise Knie und Sprunggelenk – vor.

Und selbst wenn es dir wirklich nur ums gute Aussehen geht und du gar keiner Begleitsportart nachgehst, lass dir gesagt sein: Erstens steckt auch der Alltag voller Herausforderungen, auf die man physisch vorbereitet werden sollte. Zweitens können sich Interessen ändern. Du wärst nicht der Erste, der sich nach ein paar Jahren des stumpfen Pumpens doch noch in Richtung CrossFit, Kampfsport oder Schwerathletik orientiert. Und wenn der Tag gekommen ist, willst du nicht Jahre des verpassten Beintrainings aufholen müssen.

#5: Beintraining killt Kalorien


Dieser Punkt ist verknüpft mit #3.

Der Kalorienverbrauch beim Krafttraining verhält sich ungefähr proportional zum Umfang der involvierten Muskelfasern, bzw. –partien. Je mehr Muskelvolumen du beanspruchst, desto mehr Energie muss dein Körper aufwenden. Das wirst du aus der Praxis kennen: Ein paar Bizepscurls gehen immer, ohne, dass dir danach der Schweiß in Bächen von der Stirn rinnt.

Eine Übung wie Langhantelrudern, die die ganze Rückseite mitnimmt, bringt dich schon eher außer Atem. Und wenn du da noch was drauf packen willst, mach (schwere) Squats und Deadlifts. Dabei werden wie zuvor geschrieben nicht nur die großen Muskeln wie der Quadrizeps oder der Gluteus gefordert, sondern auch (fast) der gesamte restliche Körper. Da hat man sich schnell mal eine kleine kulinarische Sünde nach dem Training verdient.

Foto: Matthias Busse

#6: Frauen wissen es zu schätzen


Arsch in der Hose ist immer gut, bildlich wie wortwörtlich. Wer (auch) für die Frauen trainiert, denk vielleicht in erster Linie an den Waschbrettbauch im Freibad oder das „Spann mal an“ im Club. Aber auch der „Male Booty“ gewinnt immer mehr an Bedeutung.

#7: Sei ein Mann!


Beintraining bedeutet: Etwas Schweres hochheben (Kreuzheben). Wieder aufstehen, nachdem dich etwas Schweres niedergedrückt hat (Kniebeugen). Das ist irgendwie echt, pur, animalisch. Es macht dich nicht nur physisch stärker, sondern auch mental. Lass dir das nicht entgehen. Der Übertrag auf andere Lebensbereiche ist existent.

… aber müssen musst du gar nichts!


Das waren also 7 gute Gründe für das Beintraining. Immer noch nicht gut genug? Dein Körper, dein Projekt! Müssen musst du gar nichts, nicht mal, wenn anonyme Menschen im Internet dir das nicht zugestehen. Jeder Sport ist besser als gar keiner – auch, wenn die Hälfte deines Körpers dabei weggelassen wird. So sei es dann.

Keine guten Gründe für das Beintraining sind übrigens der angebliche Wachstumshormonausschuss durch schweres Beintraining und/oder gut entwickelte Beinmuskeln. Der ist existent, aber vernachlässigbar klein. Gleiches gilt für den angeblich höhere Grundumsatz durch Beinmuskeln. Auch vorhanden, aber nicht erwähnenswert. Der Mehrverbrauch von Muskelgewebe wird gnadenlos überschätzt.

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