Cui honorem, honorem

Albert Busek geht in den Ruhestand

Nicht, was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen,
sondern was er durch sie wird.

(John Ruskin, 1819-1900)


Es ist noch keine 15 Jahre her, dass Bodybuilding- und Fitnessinteressierte ihren Wissensdurst nicht primär in Internetforen, auf Youtube oder durch Apps stillten, sondern mit großer Aufregung der allmonatlichen Veröffentlichung der wenigen Fachmagazine entgegenfieberten. Diese waren nicht nur Informationsquelle für alle Fragen zu den Themen Training, Ernährung und Supplementation, sondern hielten die Fans auch über die sportlichen Entwicklungen auf dem Laufenden. Wer hatte die Mr. Olympia gewonnen? War die Platzierung des eigenen Idols wirklich gerechtfertigt? Auf diese Fragen fand man, redaktionell aufbereitet, Antworten. Aber nicht nur die großen Events standen im Fokus der Magazine, es waren vor allem auch die kleinen, die regionalen und nationalen Meisterschaften, die das Interesse der Leser, insbesondere der Athleten selbst, weckten. „Wurde über mich geschrieben?“ „Hat man ein Foto verwendet, auf dem ich gut getroffen bin?“ Bis heute, in Zeiten, in denen Wettkampfberichterstattung beinahe in Echtzeit erfolgt, in denen Athleten aus einer Flut an Bild- und Videomaterial wählen können, bis heute ist eine Erwähnung in einem Print-Objekt ein Highlight, das stolz in sozialen Netzwerken geteilt wird. Der Dank gilt in diesen Fällen stets einem Mann, einem Mann, der nicht nur den Bodybuildingsport in Deutschland institutionalisiert und groß gemacht hat, sondern ihm auch gleich noch eine mediale Präsenz verschaffte: Albert Busek.

Albert Busek 1980 in Hinterriß/Tirol mit Gaby Busek, Erich Janner, Arnold Schwarzenegger


Seit 1977 war Albert für mindestens eine Fachzeitschrift im Bereich Bodybuilding und Fitness verantwortlich. Seiner Pionierarbeit ist es zu verdanken, dass Bodybuilding in Deutschland eine mediale Präsenz erhielt. Nun, nach 40 Jahren ununterbrochenen Arbeitens, nach über 800 produzierten Fachzeitschriften, wird Albert in den verdienten Ruhestand gehen. Die Juni-Ausgabe der FLEX wird seine letzte sein; eine Zäsur.

Mit 16 Jahren wurde Albert vom Bodybuildingfieber gepackt, ausgelöst durch den Film „Herkules“ mit Steve Reeves. Gemeinsam mit seinem Freund Erich Janner begann er das Training, in Münchens damals einzigem Studio, einem kleinen Kraftraum, kaum 20 Quadratmeter groß, im Nebenraum einer Sauna. Bis heute kann sich Albert an den genauen Tag seines ersten Trainings erinnern: Es war der 14. Oktober 1959, drei Tage nach seinem 16. Geburtstag. Für Albert wurde Bodybuilding schnell mehr als ein Hobby, mehr als ein Sport, es wurde seine Profession, seine Leidenschaft, es ist sicher nicht vermessen zu sagen, es wurde sein Leben. Es folgten der Aufbau eines Sportstudios, die Gründung des DBFV e.V., die Entdeckung Arnold Schwarzeneggers und eine schicksalhafte Begegnung mit dem legendären Joe Weider in Düsseldorf im Mai 1964, in deren Folge Albert sich der Arbeit als „Zeitschriften-Macher“ hingab.

Nun, nach Jahrzehnten, in denen er diese Arbeit mit vollem Herzensblut, mit voller Hingabe und teils schon beinahe übermenschlich scheinendem Einsatz erledigte, wird Albert in den verdienten Ruhestand gehen. Uns bleibt an dieser Stelle nur Danke zu sagen. Danke dafür, dass er diesen Sport, den wir alle lieben, groß gemacht hat. Danke dafür, dass er ihm in Deutschland eine mediale Heimat gegeben hat. Danke dafür, dass er damit eine Pionierarbeit geleistet hat, ohne die all das, was wir heute tun, nicht denkbar gewesen wäre. Vor allem aber Danke dafür, dass wir an dieser Entwicklung teilhaben durften, für die vielen Türen, die uns Albert geöffnet hat.
Dies ist jedoch nicht die Zeit für traurige Abschiedsworte. Wer sich mehr als ein halbes Jahrhundert aufgeopfert hat, dem gebührt nun auch ein Lebensabend frei von beruflichen Verpflichtungen, verpflichtet einzig denen, die ihn immer unterstützt haben, für seine vielfältigen Tätigkeiten oft zurückgesteckt haben: seiner Familie.

Lieber Albert, es war uns eine Ehre mit Dir gemeinsam zu arbeiten, von Dir zu lernen, von Deinem Wissen und Deiner Erfahrung zu profitieren. Wir danken Dir für die alles, was Du für uns und den Sport allgemein getan hast und wünschen Dir einen Ruhestand, der geprägt sein soll nur von Dingen, nach denen Du verlangst.

Das Team von TEAM-ANDRO.com

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