Alternative Fischölquellen

Ein Artikel von The Mucletalker Issue 55
von James Collier BSc (Hons) RNutr, MuscleTalk Moderator und Nutrition Consultant

Die Rolle der langkettigen Omega 3 Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosa-Hexaensäure (DHA) bei Wachstum und Leistung ist im Bereich der Sporternährung von großem Interesse und es ist allgemein anerkannt, dass essentielle Fettsäuren (EFAs) eine wichtige Rolle bei einer optimalen Ernährung spielen. Es gibt eine Unmenge von Hinweisen darauf, dass diese Fettsäuren das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, einige Krebstypen und Typ 2 Diabetes reduzieren.

Die wichtigsten EPA und DHA Quellen sind Fischöle von Fischen wie Makrelen, Lachs, Forellen und frischem Thunfisch. Es wird empfohlen pro Tag mindestens 0,45 Gramm dieser Fettsäuren zu sich zu nehmen, was einer Portion Weißfisch und einer Portion fettem Fisch pro Woche entspricht. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass eine höhere Zufuhr die Leistungsfähigkeit weiter verbessert. Nur 27 % aller Briten nehmen überhaupt Fischöl zu sich, weshalb es wichtig ist, sowohl den Verzehr von fettem Fisch als auch möglicher Alternativen zu fördern, um den Omega 3 Konsum der Bevölkerung zu erhöhen.

Es gibt jedoch auch gesundheitliche Bedenken gegen den Konsum von zu viel fettem Fisch, da sich im Fett dieser Fische Umweltgifte wie PCB und Quecksilber anreichern, auch wenn die Beweise für die Schädlichkeit etwas dürftig sind. Weiterhin können Vegetarier und Veganer verständlicherweise keinen Fisch als Omega 3 Quelle zu sich nehmen und auch die Einnahme von Fischölkapseln ist für diesen Personenkreis nicht akzeptabel. Es gibt auch viele Menschen, die einfach keinen Fisch mögen. Schließlich gibt es noch die Bedenken bezüglich der Aufrechterhaltung der weltweiten Fischbestände, sollte der Fischkonsum weiter ansteigen.

Mit EPA und DHA angereicherte Nahrungsmittel stellt eine Alternative zu Fischöl dar. Dasselbe gilt für Tiere, welche mit dem entsprechenden Futter gefüttert werden, sodass sie als EPA und DHA Quelle dienen können. Doch all dieses bedarf einer Quelle langkettiger Omega 3 Fettsäuren und es gibt technologische Themen wie z.B. die mögliche Fettoxidation.

Aus diesem Grunde benötigen wir Alternativen. Eine hiervon wäre die Extraktion langkettiger Omega 3 Fettsäuren aus Mikroorganismen wie Meeresalgen, welche in der Lage sind, diese Art von Fettsäuren herzustellen. Meeresalgen werden von Fischen gefressen und auf diese Art und Weise gelangen Omega 3 Fettsäuren in den Nahrungskreislauf. Es ist möglich Meeresalgen in Algenkulturen zu züchten und die Fettsäuren zu extrahieren. Beispiele für solche Algen umfassen die Thrautochytrid, Schizochytrium spp., welche große Mengen an DHA produziert. Auch Dinoflagellate Cryothecodinium cohnii. Gonyaulax digenesis und Cochlodinium heteroblatum synthetisieren DHA und EPA.

Die Leinsampflanze wird häufig von Bodybuildern und für gesunde Diäten in Form von gemahlene Leinsamen oder Leinöl eingesetzt. Leinsamen und Leinöl stellen eine hervorragende Quelle für die essentielle Fettsäure Alpha-Linolsäure (ALNA) dar und sollten aus diesem Grunde in den Ernährungsplan integriert werden.

Supplementfirmen und pharmazeutische Unternehmen untersuchen zurzeit die Extraktion von EPA und DHA aus transgenen Pflanzen wie Leinsamen und Raps. Es ist möglich diese Pflanzen genetisch entsprechend zu modifizieren, wobei hierfür Gene von Pilzen und Algen verwendet werden. Die Erträge sind bisher jedoch relativ gering und außerdem gibt es noch das Problem mit der öffentlichen Akzeptanz genetisch veränderter Pflanzen.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft bezüglich langkettiger Omega 3 Fettsäuren sind fetter Fisch und/oder gemahlener Leinsamen bzw. Leinöl die besten natürlichen Quelle für EFAs. Die Möglichkeiten der Verwendung von Mikroorganismen und genetisch modifizierten Pflanzen klingt jedoch auch interessant.





Quellen:

  • Givens DI, Gibbs RA (2006). Very long chain n-3 fatty acids in the food chain in the UK and the potential of animal derived foods to increase intake. Nutrition Bulletin 31: 104-110
  • Theobald HE (2006). Alternative Sources of Fish Oils. Nutrition in Practice 7 (2): 7-8

Nach oben