Open Window Effekt

Ansteckungsgefahr Fitnessstudio: Wie du Erkrankungen vermeidest

Hat der Typ neben mir gerade genießt? Lag auf der Bank bei meinem Vorgänger ein Handtuch? Und wie viele Leute hatten heute eigentlich schon diese Langhantel selbst in der Hand? Wenn es einen Ort gibt, an dem wir unweigerlich mit einer Vielzahl an Menschen in Kontakt kommen, dann ist es das Fitnessstudio. Doch wäre das nicht bereits genug, so sorgt Training im Zuge des Open Windows Effekts auch für eine erhöhte Ansteckungsgefahr im Gym. In diesem Artikel erfährst du die wichtigste Maßnahme, um nicht krank zu werden.

Open Window Effekt: Trainingsbedingtes Absinken der Immunzellen


Wo sind die meisten Keime in einem Fitnessstudio zu finden? In der Umkleide? Den Duschen? Der Toilette? Alles falsch. Bereits 2018 wurde in einer entsprechenden Untersuchung nachgewiesen, dass die meisten Keime im Studio auf der Trainingsfläche lauern. Aber nicht etwa vollgeschwitzte Cardiogeräte stellen dabei die größte Gefahr dar, sondern von jedermann genutzte Langhantel, die im Gegensatz zum Laufband oder Crosstrainer niemand nach der Nutzung desinfiziert.

Foto: Matthias Busse

Unter normalen Umständen wird ein gesundes Immunsystem diese Herausforderung gut bewältigen können. Andernfalls würde man nach jeder Trainingseinheit erst einmal tagelang ans Bett gefesselt sein – nicht etwa, weil der Leg Day so fordernd war, sondern weil Bakterien und Viren zugeschlagen hätten. Das dies nicht der Fall ist, wissen wir aber alle. Dennoch stellt das Training eine große Herausforderung für Körper und Immunsystem dar.

Im Zuge der Trainingsbelastung werden Zellstrukturen zerstört. Dieser Vorgang ist notwendig, damit wir im Anschluss von der Regenerationsphase profitieren können und im Zuge der Superkompensation Magermasse in Form von Muskulatur, aber auch Kohlenhydratspeichern und einer verbesserten Hydration der Muskeln aufbauen. Die Beschädigung einiger Zellen und die Ansammlung von Abbauprodukten führen jedoch zu einer verstärkten Aktivierung des Immunsystems. Insbesondere nach sehr intensiven Trainingseinheiten erhöht sich der Anteil von Leukozyten und Lymphozyten für bis zu drei Stunden signifikant. Unser Körper ist somit besser geschützt.

Was nun jedoch folgt, ist eine vollständige Umkehr der Situation. Nach dem kurzzeitigen Anstieg der Immunzellen sinkt die Konzentration weißer Blutkörperchen bis zu 72 Stunden unter das ursprüngliche Ausgangsniveau und wir werden anfälliger für Krankheiten. Der sogenannte Open Window Effekt, der nichts mit dem anabolen Fenster zu tun hat.

Wie verhindere ich aufgrund des Open Window Effekts krank zu werden?


Ich sprach bereits an, dass Langhanteln die größte Keimschleuder im Fitnessstudio darstellen und wer zwangsläufig in Kontakt mit den Langhantel kam, sollte seine Hände von den Erregern reinigen. Wer also das Fitnessstudio ohne Dusche verlässt, sollte spätestens zu Hause eine gründliche Reinigung nachholen.

Noch besser ist aber das Händewaschen direkt im Anschluss an die Trainingseinheit. Ebenso wie im Alltag stellt dies die effizienteste Möglichkeit dar, sich gegen die Ansteckung mit Krankheiten zu schützen. Anstatt die Hände aber nur kurz unter das Wasser zu halten, sollten folgende Schritte umgesetzt werden:
  1. Hände mit warmen Wasser anfeuchten.
  2. Hände gründlich einseifen. Eine pH-neutrale Seife schützt den Säureschutzmantel der Haut.
  3. Handrücken schrubben, sowie die Fingerzwischenräume reinigen, wie im folgenden Video noch einmal veranschaulicht wird.
  4. Daumen und Fingerspitzen reinigen, bevor schließlich abgespült wird.
  5. Zum Abtrocknen eigenen sich Papiertücher mehr als Heißlufttrockner.
Insgesamt sollte man sich bis zu 30 Sekunden für das Händewaschen Zeit nehmen.


Ob man dies nun jedes Mal im Alltag umsetzt, muss jeder fürs ich selbst entscheiden. Insbesondere im Anschluss an eine Trainingseinheit und den Kontakt mit den Gerätschaften des Fitnessstudios macht es aber sicherlich Sinn, sich diese Zeit zu nehmen.

Weitere grundlegende Maßnahmen stellt das Vermeiden von Stress und ein ausreichender Schlaf dar. Schlafmangel führt nicht nur zu unkontrolliertem Essverhalten, sondern kann auch den Abbau von Stresshormonen deutlich verschlechtern. Aus diesem Grund sollte jeder Sportler geeignete Maßnahmen treffen, um seinen Schlaf zu verbessern!


Hinweis: Der Autor dieses Artikels bietet individuelle Trainings- und Ernährungsberatung und -betreuung an. Weiteres erfahrt ihr unter become-fit.de oder schaut einfach bei seinem Podcast-Magazin TheCoachCoachCorner vorbei.

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