Tag zwei in Columbus

Arnold Classic 2018: Zusammenfassung Samstag

Nachdem gestern bereits die ersten Entscheidungen gefallen sind, freuen wir uns heute auf die Klassen Pro Wheelchair, Men’s Physique, Bikini und die offene Männerklasse. Für Spannung ist mit Blick auf die starken Teilnehmerfelder gesorgt, zumal die Wertungen gestern deutlich machten, dass die Judges hier nicht nach Namen, sondern wirklich nach Leistung werten.

Prejudging

Pro Wheelchair

Diese Klasse ist einfach nur inspirierend. Fantastisch, was diese Athleten trotz ihrer körperlichen Einschränkung für eine Leistung zeigen. Klare Sache: Hier ist jeder ein Gewinner. Dennoch gibt es natürlich einen Wettkampf und diesen nehmen die Athleten sehr ernst. Die Favoriten wissen dabei zu überzeugen. Harold Kelley dürfte auch in diesem Jahr um den Sieg kämpfen, ebenso der Vorjahreszweite Gabriele Andriulli und der Dritte aus 2017 Daniel Minster sowie Reggie Bennet. Am erneuten Sieg von Harold dürfte jedoch nicht zu rütteln sein. Was richtig Spaß macht: Die Jungs genießen es dermaßen, hier auf der Bühne zu stehen. Zudem herrscht eine tolle Kameradschaft unter den Athleten, zumindest präsentieren sie sich so. Eine fantastische Werbung für den Sport.

In dieser Klasse wird durchgewertet. Es gibt nun schon die Ergebnisse.

Ergebnisse

  1. Harold Kelley
  2. Reggie Bennett
  3. Gabriele Andriulli
  4. Daniel Minster
  5. Steven Lister
  6. Adelfo Cerame Jr.
  7. Antoni Khadraoui
  8. Johnny Quinn
  9. Kyle Roberts

Ein absolut verdienter Sieg von Harold, der hier in einer eigenen Liga kämpft. Aber wie schon gesagt, hier ist jeder ein Sieger.

Men’s Open

Den Anfang bei der Individualpräsentation macht Lionel Beyeke, der wie immer durch seine fantastische Linie und seine runden Muskeln begeistert. Von vorne sieht Lionel grandios aus, in der Rückansicht zeigt sich, dass er nicht zu 100% in Form ist, aber dennoch ein starkes Paket.

Lionel Beyeke auf der Arnold Classic 2018


Es folgt Roelly Winklaar, dessen Massen an Muskelfleisch fast schon krotesk wirken. Was auffällt: Roelly hat seine Mittelpartie im Griff. Die Form ist gut, aber nicht auf den Punkt. Gerade von hinten zeigt sich, dass Roelly noch etwas Wasser hält. Trotzdem ein heftiges Paket.

Roelly Winklaar mit brutaler Masse, aber nicht 100% in Form.


Und dann kommt Dennis Wolf. Lange haben wir auf den Moment gewartet, nun ist er da und Dennis sieht wirklich gut aus, zwar deutlich schlanker als zuletzt, aber sein Körper wirkt stimmig. In den Rückenposen könnte er unter Umständen Probleme bekommen, von vorne gefällt der neue Look von Dennis.

Das Comeback von Dennis Wolf auf der Arnold Classic 2018.


Maxx Charles ist der nächste Athlet. Maxx bringt eigentlich alles zum erfolgreichen Bodybuilder mit, er muss aber insgesamt noch „wachsen“ und seine Form in den Griff bekommen, die auch heute weit entfernt von wettkampffertig ist. Dann kommt Cedric McMillan, der Vorjahressieger. Cedric bringt sein gewohntes Paket: sagenhafte Linie, ausgewogene und volle Muskeln, gute, aber lange nicht finale Form.

Cedric McMillan mal wieder nicht in Bestform. Chance auf Titelverteidigung verspielt?


Hidetada Yamagishi tritt nach einigen Jahren in der 212 wieder in der offenen Klasse an und präsentiert sich hier in sehr starker Form. Massetechnisch reicht das sicher nicht für ganz nach vorne, aber Hide hat sich gut verkauft. Dann Fred Smalls, der eine ansprechende Form zeigt, jedoch keine ernsthaften Ambitionen auf die vorderen Plätze haben dürfte, schon gar nicht mit dieser Mittelpartie. Es folgt Jonathan Delarosa in guter Form. Er hat seine Wettkampfpause wirklich genutzt. Justin Rodriguez ist ein recht neues Gesicht in der Liga der Besten. Für sein Debüt macht er hier einen guten Job, das kann sich sehen lassen. Steve Kuclo ist einer der Athleten, von denen man sich einfach mal wünschen würde, er käme einmal so richtig in Form. Das ist auch heute nicht der Fall, gerade von hinten wirkt er doch recht glatt. Paul Poloczek steht hier zum ersten Mal auf einer Profibühne und hat auf jeden Fall seine Hausaufgaben gemacht. Auf diesem Leistungsniveau reicht das jedoch nicht, das muss man ganz nüchtern feststellen.

Paul Poloczek bei seinem Pro-Debüt auf der Arnold Classic 2018.


Dann noch Dexter Jackson, dem Rekordsieger dieser Show. Und bei Dexter kann man sich auf eines verlassen: Er kommt in Form, so auch diesmal. Der Sieg wird hier definitiv über Dexter vergeben.

Rekordsieger Dexter Jackson auf dem Weg zu einem weiteren Titel?


Immer in guter Form, aber mit enormen strukturellen Schwächen versehen ist Lukas Osladil. Ganz anders William Bonac, dessen einzige Schwäche wohl wirklich ist, dass einfach nicht noch mehr Muskulatur auf seinen Körper geht. William ist in sehr guter Form, prall und voll wie gewohnt. Mit Dexter bislang die stärkste Performance.

William Bonac auf dem Weg zum Sieg bei der Arnold Classic 2018?


Es folgen die numerischen Vergleiche.

Dennis steht hier direkt neben Roelly, dazu Lionel, Cedric und Maxx. Es fällt natürlich auf, dass Dennis hier massetechnisch nicht ganz auf der Höhe ist, aber dennoch enttäuscht er keineswegs. Lionel steht in diesem Vergleich sehr gut, Cedric und Roelly haben beide die Form nicht getroffen.

Im zweiten Vergleich stehen viele Athleten, die ihre ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen zeigen, jedoch alle nicht um den Sieg mitreden werden.

Der dritte numerische Vergleich bringt Dexter und William auf die Bühne. Zwischen den beiden wird hier heute wohl auch der Sieg ausgemacht. Paul präsentiert sich gut, aber neben einem Dexter Jackson fällt halt jede noch so kleine Schwäche auf.

Und nun die Callouts.

1st Callout

  • Steve
  • Cedric
  • Roelly
  • William
  • Dexter
  • Lionel
Dennis nicht im ersten Vergleich, das ist schon bitter, zumal hier sicher nicht alle Athleten voll überzeugen. Lionel macht neben Roelly eine sehr gute Figur, Cedric zeigt im Vergleich doch größere Formschwächen. In der Mitte stehen William und Dexter, die wohl um den Sieg kämpfen. Zwischen den beiden ist es sehr eng, wobei William leichte Vorteile haben dürfte. Man sollte aber nicht vergessen, dass er sich hier in Dexters Wohnzimmer befindet.

Der erste Vergleich der Arnold Classic 2018.


2nd Callout

  • Jonathan
  • Hidetada
  • Lionel
  • Justin
  • Lukas
Hier geht es wohl um den letzten Platz in den Top 6 und auch hier ist Dennis nicht dabei. Hide in starker Form, aber ihm fehlt die Masse, um ganz vorne mitzuhalten. Jonathan und Justin relativ gleichwertig, Lukas sticht gerade von hinten durch seine sehr gestreiften Gluteus hervor, verliert dafür aber von vorne durch seine Mittelpartie.

2nd Callout in Columbus bei der Arnold Classic 2018.


3rd Callout

  • Dennis
  • Fred
  • Maxx
  • Paul
Der scheinbar letzte Vergleich, den Dennis von vorne deutlich für sich gewinnt. Maxx bringt keine anständige Form, Fred hat doch deutliche strukturelle Nachteile. Auch von hinten an sich eine klare Sache für Dennis. Paul kämpft ehrenhaft, aber für ihn geht es hier mehr darum, das Erlebnis mitzunehmen.

Dritter Vergleich mit Dennis Wolf und Paul Poloczek.


Last Callout

  • Cedric
  • Roelly
  • Dexter
  • William
Die Top 4. Dexter und William stehen in der Mitte und dominieren diesen Vergleich gegen die massiveren Cedric und Roelly. Wer von den beiden hier als Sieger nach Hause geht, wird das Finale zeigen, da ist noch alles möglich.

Die Top 4 der Arnold Classic 2018: Dexter Jackson, Roelly Winklaar, William Bonac und Cedric McMillan.


Bikini

Es funkelt wieder: Die Starterliste ist prall gefüllt, das Niveau hoch. Die Judges sind nicht zu beneiden um ihren Job. Angelica Teixeira und Janet Layug, die Topathletinnen des Vorjahres, scheinen in den Augen der Judges wieder ganz vorne dabei zu sein. Wer letztlich aber die Nase vorne haben wird, ist schwer abzuschätzen.

Men’s Physique

In der Men’s Physique erleben wir ein ähnliches Bild wie in der Bikini-Klasse: ein stark besetztes Feld mit vielen Topathleten, die sich wenig schenken. Andre Ferguson, Brandon Hendrickson, Raymont Edmonds und George Brown werden vermutlich den Sieg unter sich ausmachen.

Soweit die ersten Eindrücke von der Vorwahl. Heute Nacht geht es dann mit dem Finale weiter und wir werden erfahren, wer sich die Titel holen wird.

Finals

Zum Beginn des Finales werden anlässlich des 30. Jubiläums der Arnold Classic noch einmal alle bisherigen Champions auf die Bühne geholt und was da oben steht, ist schon die Creme de la Creme der Bodybuildinghistorie mit Legenden wie Shawn Ray, Kevin Levrone, Flex Wheeler, Ronnie Coleman, Jay Cutler, Rich Gaspari und immerhin drei Athleten, die heute noch starten: Dexter, Dennis und Cedric. In der Folge werden noch einmal alle Teilnehmer vorgestellt.

Posing Routines

Das eigentliche Finale beginnt mit den Küren der Männer. Den Anfang macht Lionel Beyeke, der sich im Vergleich zur Vorwahl kaum verändert zeigt: Gerade von hinten fehlt die letzte Härte. Dennoch alleine aufgrund seiner genetischen Voraussetzungen immer ein spannender Kandidat. Roelly Winklaar folgt auf Lionel und auch er hat die Pause nicht wirklich nutzen können. Roelly sieht wie immer brutal aus, aber die Härte, die ihm im vergangenen Herbst den Sieg in Prag brachte, fehlt ihm. Dennis Wolf siehr vor allem von vorne sehr stark aus, von hinten zeigt sich deutlicher, dass da doch etwas Fleisch fehlt. Dennoch ein starkes Comeback des Deutschen? Maxx Charles sieht im Finale einen Tick härter aus als bei der Vorwahl. An den Plätze, die für ihn möglich sind, ändert das jedoch nichts. Es folgt Cedric McMillan, der im Finale einen Tick schärfer erscheint als im Prejudgig, jedoch noch lange nicht da, wo er sein könnte und vermutlich auch müsste, um den Titel zu verteidigen. Hidetada Yamagishi zeigt indes keinerlei Formprobleme und dürfte daher bei seiner Rückkehr in die offene Klasse einige Athleten ärgern. Fred Smalls hat auch im Finale ernsthafte Probleme, seinen Bauch unter Kontrolle zu halten. Fred zeigt wie immer eine unterhaltsame Kür, die die Fans begeistert. Jonathan Delarosa hat auf jeden Fall seine Hausaufgaben gemacht und bestätigt den guten Eindruck vom Prejudging. Justin Rodriguez mit einem starken Debüt auf dieser Bühne, gerade von hinten wirkt er absolut konkurrenzfähig. Starker Einstand! Steve Kuclo gehört zu den positiven Überraschungen der Show. Zwar trifft auch er die Form nicht ganz auf den Punkt, aber auch nur knapp daneben. Dexter Jackson zeigt im Finale nochmal, warum er „The Blade“ genannt wird: Beinbeuger und Gluteus sehen von hinten sehr böse aus. Insgesamt sehr starkes Paket, an dem sich die Konkurrenz wird lassen messen müssen.
  • Lukas Osladis ist ein Phänomen: Immer gestreifte Glutes, sehr eigenwilliges Posing, beides bei einer durchaus sehr guten Form. Schwierig! Nun kommt noch William Bonac und bestätigt seine beeindruckende Form aus der Vorwahl. Wer hier gewinnen will, muss William schlagen.

    Callouts

    1st Callout

    • William
    • Lionel
    • Roelly
    • Dexter
    • Steve
    • Cedric
    Spannender Vergleich, vor allem aber interessanter Vergleich. Dexter scheint zur Vorwahl nochmal zugelegt zu haben. Das macht es für William noch schwerer, den Veteranen hier zu schlagen, aber er kämpft.

    2nd Callout

    • Lukas
    • Justin
    • John
    John und Justin gleichen sich in vielen Bereichen, es wird spannend sein, zu sehen, wie viele Reihen sie nun schaffen.

    3rd Callout

    • Maxx
    • Dennis
    • Hidetada
    • Fred
    Klarer Vergleich für Dennis. Paul ist im Finale nicht dabei.

    Last Callout

    • William
    • Dexter
    Das Duell um den Sieg und die beiden sind verdammt eng beisammen. Hier entscheiden Nuancen und persönlicher Geschmack. Verdient hätten es beide.

    Ergebnis

    1. William Bonac
    2. Dexter Jackson
    3. Cedric McMillan
    4. Roelly Winklaar
    5. Steve Kuclo
    6. Lionel Beyeke
    William holt sich den wohl größten Erfolg seiner Karriere und etabliert sich endgültig in der absoluten Stratosphäre der Bodybuilder. William hat in den letzten Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht und sich an so vielen Athleten vorbeientwickelt, dass er heute soweit ist, in Dexters Wohnzimmer gegen einen wirklich starken Rekordsieger einen Sieg einzufahren. Dexter selbst wirkte mit dem zweiten Platz nicht unzufrieden, ebenso Cedric mit Platz 3. Unzufrieden wird wohl aber Dennis Wolf sein, der es bei seinem Comeback nicht in die Top 6 schaffte. In Anbetracht der Athleten, die hier stehen, kann man das rechtfertigen, die Art und Weise wie Dennis hier förmlich abgestraft wurde, ist jedoch etwas, über das man in der Folge noch sprechen sollte. Die Frage wird sein, wie es mit Dennis weitergeht. Solche Platzierungen können nicht das Ziel von Dennis sein. Sieht er in sich noch so viel Potenzial, wieder ganz nach vorne zu kommen? Für Paul war die Teilnahme sicher ein beeindruckendes Erlebnis, aber auch ein ernüchterndes, denn man muss klar sehen, dass die Weltspitze doch ein ganzes Stück weit weg ist.

    Es gab übrigens noch zwei Sonderpreise: Best Posing ging an Fred Smalls, Best Most Muscular an Roelly Winklaar.

    Bikini

    Auch im Finale bleibt es spannend. Die Judges scheinen aber auch in diesem Jahr Janet und Angelica weit vorne zu sehen.

    Ergebnis

    1. Angelica Teixeira
    2. Janet Layug
    3. Casey Samsel
    4. Romina Basauldo
    5. Jennifer Ronzitti
    6. Breena Martinez
    Wenig Überraschung in der Bikini. Die dominante Athletin des Vorjahres, Angelica Teixeira, gewinnt auch in diesem Jahr, wenngleich es ihr Janet nie leicht gemacht hat und sicher nicht bei wenigen ganz oben auf dem Zettel stand.

    Men’s Physique

    Ähnlich wie in der Bikiniklasse scheinen sich auch in der Men’s Physique mehr und mehr ein Kreis an Athleten hervorheben, mit denen man in jeder Show rechnen muss.

    Ergebnis

    1. Andre Ferguson
    2. Raymont Edmonds
    3. Brandon Hendrickson
    4. Logan Franklin
    5. George Brown
    6. Steven Cao


    Das war die Arnold Classic 2018. Wir hoffen, Ihr hattet Spaß und wurdet gut unterhalten.
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