2021 Arnold Classic Ohio: Kräftemessen zwei Wochen vor dem Olympia

William Bonac greift nach dem dritten Titel, Fabian Mayer nach einem Platz in der Weltspitze

In Anbetracht der besonderen Situation wurde jedoch die Zahl der Kategorien drastisch reduziert. Neben der Men’s Bodybuilding stehen die Klassen Classic Physique, Fitness und Bikini International auf dem Plan. Wir werfen einen Blick auf die Teilnehmerfelder.

Men’s Bodybuilding: Wer kann William schlagen?


Bereits zweimal (2018 und 2020) holte sich William Bonac den Sieg in Columbus, 2019 fehlte ihm nur ein Platz zum Erfolg: er wurde hinter dem späteren Mr. Olympia Brandon Curry Zweiter. William schickt sich also an, mit seinem dritten Sieg mit den Legenden Jay Cutler und Kai Greene gleichzuziehen. Nur Flex Wheeler (vier Siege) und Dexter Jackson (fünf Siege) können mehr Arnold-Statuen vorweisen.

William Bonac beim Mr. Olympia 2019.


William ist pound by pound ganz sicher einer der besten Athleten weltweit. Zahlreiche Top 5-Platzierungen beim Mr. Olympia, die Erfolge bei der Arnold Classic uns zahlreiche weitere Erfolge, sprechen eine klare Sprache. Williams Muskeldichte ist einzigartig, seine Form fast immer auf den Punkt. Das Einzige, was bislang einen Sieg beim Mr. Olympia verhinderte, ist die durch seine Größe und Schlüsselbeinbreite limitierte Masse.

In diesem Feld geht William aber als klarer Favorit ins Rennen, zumal er sich auch sehr überzeugend präsentieren kann.

Die Zahl derer, die versuchen werden, William vom Thron zu stürzen ist zahlreich. Spannend ist dabei, dass keiner dieser Athleten sich bislang in der absoluten Weltspitze etablieren konnte, das Potenzial dafür aber sicher vorhanden ist.

Zunächst ist da Sergio Oliva Jr., der längst nicht mehr nur durch seinen berühmten Namen auffällt. Seinem Sieg bei der New York Pro 2017 folgte eine herbe Enttäuschung, als er beim Mr. Olympia 2018 nur 16. wurde. 2019 nahm er sich komplett frei, um bei der Arnold Classic 2020 in starker Form zurückzukommen, was mit dem fünften Platz belohnt wurde.

Sergio überzeugt mit einer gefälligen Linie und ausladenden Muskeln. Für eine Platz in den Top 3 braucht es am Wochenende eine absolute Topform und sichtbare Verbesserungen.



Justin Rodriguez hat sich ebenfalls in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. 2021 konnte er einen Sieg bei der Indy Pro und einen zweiten Platz hinter Nick Walker verzeichnen. Justin ist ein sehr kompletter und ausgewogener Athlet, der darauf brennen wird, sich nach seinen jüngsten Erfolgen mit den besten der Welt zu messen.



Gleiches gilt für Nick Walker, der Justin bei der New York Pro hinter sich lassen konnte und nicht von wenigen als ein potenzieller „Future Mr. Olympia“ gesehen wird. Nicks Kombination aus Masse und Härte ist unglaublich. Er wird ganz sicher einer der Athleten sein, die hier um den Sieg mitkämpfen.

Der Kanadier Ian Valliere hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert, was in einem Sieg bei der Tampa Pro 2021 resultierte. Ian zählt zu den größeren Athleten, die mit einer imposanten Erscheinung und breitem Frame zu überzeugen wissen. Fraglich ist, wie er die kürzliche Verhaftung seiner Frau Melissa Bumstedt, der Frau des zweifachen Classic Physique Champions Chris, wegen der Einfuhr von Dopingmitteln verkraften wird.

Ian Valliere bei der Vancouver Pro 2019.


Zudem sind mit Steve Kuclo, Akim Williams und Maxx Charles weitere etablierte Athleten am Start, die alle an einem guten Tag die Top 5 erreichen können. Gleiches gilt für Hassan Mostafa.

Maximal Außenseiterchancen dürften Seung Chul Lee und Mokhamed el Emam haben.


Classic Physique: Was geht für Fabian Mayr?


Das Teilnehmerfeld der Classic Physique ist äußerst eng und ausgeglichen. Für Fabian Mayr bietet sich an dem Ort, an dem er vor rund eineinhalb Jahren seine Pro Card gewann, die Chance, sich erstmals mit der Weltelite zu messen. Nach seinen überzeugenden Auftritten in Portugal und Spanien gilt es nun, sich auf US-Boden zu beweisen.

Fabian hat eine nahezu perfekte Physis für die Classic Physique und bringt zuverlässig eine absolute Topform. Nachdem er in Spanien die Aufgeregtheit des Wettkampfs in Portugal abgelegt hatte, präsentierte Fabian auch die von ihm gewohnt sehr gute Präsentation. Gelingt ihm nun in Columbus der nächste Schritt?



Diese Aufgabe dürfte jedoch alles andere als ein Selbstläufer werden, denn das Teilnehmerfeld ist hochklassig besetzt.

Zum einen ist mit Alex Cambronero der letztjährige Sieger und Viertplatzierte des Mr. Olympia ein Athlet der absoluten Spitzenklasse am Start, der alles dafür tun wird, seinen Titel zu verteidigen.

Alex Cambronero beim Mr. Olympia 2020.


Terrence Ruffin hat sich längst an der Spitze der Classic Physique etabliert und konnte im vergangenen Jahr beim Mr. Olympia den zweimaligen Champion Breon Ansley auf Platz drei verdrängen. Seine Linie ist atemberaubend, gleiches gilt für sein Posing. Ein Athlet ohne wirkliche Schwäche.



Neben diesen absoluten Superstars gibt es noch eine Reihe weiterer spannender Athleten, auf die man ein Auge haben sollte, beispielsweise Bryan Jones. Bryan bringt durch seine super schlanken Gelenke einen sehr runden und plastischen Look. Mit etwas mehr Teilung in den Beinen und etwas stärkeren Waden ist er aber ein Kandidat für die vorderen Plätze.



Peter Molnar hat sich lange Zeit gelassen, bevor er in die IFBB Pro League wechselte. Seine Stärke war schon immer seine Konditionierung in Verbindung mit der klassischen Linie. Nach all seinen Erfolgen als Amateur und in anderen Verbänden will Peter nun auch bei den wichtigsten Wettkämpfen der Welt mitmischen. Sein Sieg in Rumänien 2020 dürfte ein guter Vorgeschmack sein.



Logan Franklin ist zwar in den USA sehr populär, hat aber seit seinem Wechsel aus der Men’s Physique noch nicht vollständig überzeugt. Ganz anders Mut Opara, der bereits zweimal den dritten Platz in Columbus holte. Das Feld komplettieren Tony Taveras, Dani Younan und Jarek Crew.


Bikini International: Dreikampf um den Sieg?


Die Bikiniklasse ist wieder einmal absolut hochkarätig besetzt. Mit Ashley Kaltwasser ist eine der erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten am Start. Unter anderem drei Bikini-Olympia-Titel und zwei Sieger bei der Arnold Classic sprechen Bände.

Ashley Kaltwasser beim Mr. Olympia 2019.


Lauralie Chapados hat ebenfalls in der Vergangenheit ihre absolute Weltklasse bewiesen. So wurde sie unter anderem Zweite beim Mr. Olympia 2018.



Topfavoritin dürfte aber klar Elisa Pecini sein, die im Vorjahr sowohl die Arnold Classic als auch den Mr. Olympia für sich entscheiden konnte.



Zudem treten Jennifer Dorie, Romina Basualdo, Jasmin Gonzalez, Jourdanne Lee, Gabrielle Messias, Breena Martinez und Priscilla Leimbacher an.


Fitness International: Die Rückkehr der Oksana Grishina


Für Oksana Grishina gibt es nur eine Bezeichnung: Legende! Vier Siege beim Mr. Olympia, vier Siege in Columbus, insgesamt zehn aufeinanderfolgende Siege bei Arnold Classic-Wettkämpfen sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Nachdem sie 2017 ihren Rücktritt verkündet hatte, gab es beim Mr. Olympia 2020 das Comeback, bei dem sie erneut überzeugte und knapp Zweite wurde.



Missy Truscott dürfte klar die Athletin werden, die Oksanas schärfste Konkurrentin sein wird. Missy holte sich im Vorjahr den Sieg in Ohio und verwies später in Orlando Oksana bei deren Comeback auf Platz2.



Ambitionen auf den Sieg dürfte auch Whitney Jones haben, die sich 2018 den Sieg sichern konnte.



Weiterhin am Start: Aurika Tyrgale, Ariel Khadr, Sally Kendall-Williams, Minna Pajulathi, Amanda Ciani, Darian Borello und Jaclyn Baker.

Ausführliche Berichte findet ihr natürlich wieder hier bei uns!

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