Mr. M im Portrait

Athletenportrait: Steve Benthin

Steve Benthin kann spätestens seit seiner 212-Olympia-Qualifikation zu den weltweit besten Bodybuildern seiner Klasse gezählt werden und ist seit vielen Jahren Teil der deutschen Bodybuilding-Elite. Für uns mehr als Anlass genug, ihn einmal in allen Details vorzustellen:

Steve Benthin: Infos, Gewicht und Alter
Viele kennen Steve Benthin als Social-Media-Entertainer - doch was treibt ihn wirklich an? Bild: Thomas Koch

Steckbrief

  • Geboren: 17.02.1982
  • Wohnort: Hamburg
  • Beruf: Profi-Bodybuilder, gelernter Koch
  • Hobbys: Angeln und Kuchen backen, relaxen und essen
  • Vorbilder: Kevin Levrone, Dorian Yates, Kai Greene, Dennis Wolf
  • Größe: 172cm
  • Gewicht: 92-95kgkg (Wettkampf), 110kg (Off- Season)

Wettkampferfolge

Steve Benthin kann auf eine reiche Wettkampferfahrung zurückblicken. Hier die Highlights:

Profis:


Amateure:

  • wichtigster Titel: Gesamtsieger Internationale Deutsche Meisterschaft 2011 (Pro Card-Gewinn)
  • mehrmaliger Deutscher Meister
  • mehrmaliger Norddeutscher Meister
  • mehrmaliger Berliner Meister
  • mehrmaliger Junioren Deutscher Meister
  • Junioren Weltmeister
PS: beim Bankdrücken auch als Junior mehrmaliger Deutscher Meister Gewichtsklasse bis 100kg

Steve Benthin gewinnt die Int. Deutsche Meisterschaft 2011 und die IFBB Pro Card
Steve 2011 bei der Int. Deutschen Meisterschaft, als er die Pro Card gewann. Bild: Oliver Rink


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Steve Benthin über…


…seinen Weg zum Bodybuilding


Es hat als Kind angefangen, als ich als 8jähriger dünner Junge immer WWF Wrestling im Fernsehen geschaut habe auf Tele 5. Leute wie Hulk Hogan, Macho Man Randy Savage und den Undertaker fand ich cool und waren meine damaligen Vorbilder, was "starke Muskelmänner" betraf. Naja, und das Ganze habe ich dann auch zu Hause mit meiner dreijährigen Schwester nachgeahmt (war manchmal etwas schmerzhaft für sie, aber es ist Gott sei Dank nichts passiert und da sie die kleine Schwester vom Mr. M ist, liegt es ihr einfach im Blut, dass nichts ihr wirklich was anhaben kann).

Damals habe ich in einem Fußballverein als Stürmer gespielt und regelmäßig Tore geschossen. Schon da war ich der beste und habe mich von den anderen heraus gehoben.

Dann habe ich mit 13 für drei Jahre im Verein geboxt und auch an einigen Wettkämpfen teilgenommen, zu der Zeit trainierte ich dann auch das erste Mal in einem Fitnessstudio mit Eisen (Ich weiß noch genau, mein "erstes Mal" war in einer Pumperbude in Schwerin, damals mit 15, als ich mit meinem damaligen Stiefvater trainierte. Im ersten Hanteltraining machten wir Bankdrücken und mit unglaublichen 55kg Körpergewicht drückte ich sage und schreibe 60kg und der Trainer, mein heute größter Fan, Hozi Jörg Ludwig lobte mich und meinte, dass es sehr gut ist, gleich beim ersten Mal sein eigenes Körpergewicht zu drücken).

Ja, dann habe ich später mit dem Boxsport aufgehört, weil mir mein hübsches Gesicht mit gebrochener dicker Nase nicht so gefiel und ich den Look der damaligen Pros wie Dorian Yates und Kevin Levrone bevorzugte und mich ab dann nur noch in dieser Pumperbude in Schwerin sehen ließ, sogar zum Shake trinken in der Schulpause.

Steve Benthin im Flex Magazine 2012
Der Erfüllung des Traums ein Stück näher: Steve mit ihm gewidmeten Bericht im Flex Magazine, 2012. Bild: Matthias Busse


Dann stieg mein Gewicht Stück für Stück, zwar durch zu viel Training (jeden Tag bis zu fünf Stunden, ich ließ mir aber auch nichts sagen), aber mit viel Milch, Haferflocken und Eiweißpulver auf sage und schreibe 72kg, bis ich dann dort stagnierte und das Buch der Bücher damals ließ: Blood and Guts von Dorian Yates. Von da an trainierte ich nach seinem Heavy Duty Training und ernährte mich nach seinem Plan. Von da an ging mein Gewicht innerhalb weniger Monate von 72kg auf bis zu (85kg nochmal hoch, damals war ich dann 16, bin dann aus der Schule in die Kochlehre und habe den BB Sport dann erst mal ne Weile aus der Augen gelassen bei fast 15 Stunden Sklaverei, denn der Spruch Lehrjahre sind keine Herrenjahre traf bei meiner Lehre sehr zu und ich konnte zu der Zeit leider nur die Ernährung halbwegs anpassen, aber das Training kam oft zu kurz.

Dann mit 19 nach der Lehre ging es wieder richtig ans Eisen zurück. Von meinem Mentor Enrico Schütze wurde ich zu Bankdrück Meisterschaften motiviert und so formten sich meine ersten richtigen Ziele und Herausforderungen, sowie Wettkämpfe, was den Eisensport angeht. Ich war auch ganz erfolgreich, aber ich wollte auf die Bühne und zum Mister Olympia, das waren auch meine ersten Worte, die ich damals zu Enrico in seinem Body Shop in Schwerin sagte, als ich von meinem ganzen Lehrgeld damals bei der ersten Begegnung mit ihm, Eiweiß usw. kaufte, das weiß der Kerl heute noch und erzählt es jedem, wenn man auf mich kommt. Tja ich weiß noch genau wie mich damals alle ausgelacht haben und meinten "du und auf der Bühne und dazu noch deine Träume vom Profi", nur Enrico glaubte an mich sagte zu den anderen, damals älteren und viel massigeren Jungs "Der Steve der hat Biss und der macht sein Ding", und er unterstütze mich schon damals, indem er mir seine Produkte aus dem Body Shop zu einem gutem Preis verkaufte.

Nun dann fing ich mit an in dem damaligen ersten Hardcore Gym in Schwerin Body Temple als Trainer zu arbeiten wo ich damals erstmals auf einen Profi Bodybuilder, Günter Schlierkamp, traf, als er dort ein Seminar kurz nach dem Mr Olympia gab und zu mir bei einem gemeinsamen Foto meinte "Hey du schaust gut aus, warst du schon mal auf der Bühne", und ich meinte "Nein, aber ich will noch". Ja und ein damaliger guter deutsche Amateur Olaf Govedarov stand genau daneben und meinte "Ja, er wird das noch machen, ich helfe ihm".

Ja, dann ging es fünf Monate später mit der Anleitung von Olaf in meine erste Diät und Wettkampfvorbereitung für die Junioren klasse bis 80kg damals noch, wo ich die Diät mit 93kg begann und dann drei Monate später auf der Nordeutschen Meisterschaft in Lübeck mit 79,9kg Gesamtsieger bei den Junioren und eine Woche später auch bei der DM in Germering Junioren Gesamtsieger 2002 wurde. Ja und so bin ich zum Bodybuilding gekommen.

Steve Benthin: 2. Platz beim Muscle Tech Swedish Grand Prix 2007
Aus frühen Wettkampftagen als Amateur: 2. Platz beim Muscle Tech Swedish Grand Prix 2007.


…seine erste Vorbereitung


Also heute würde ich sagen, ich habe viele Fehler gemacht und heute kenne ich meinen Körper viel viel besser und das wichtigste, ich verstehe die Dinge warum man das und das tun sollte, um das und das zu erreichen viel besser und kann so viel besser schauen was getan werden sollte, aber alles in allem hat das, was ich wollte, geklappt wenn auch ganz schön verrückt und schwer.

…seine Ernährung in der Offseason und der Vorbereitung


Off Season
Da esse ich 5-6 Mal am Tag und viele Kohlenhydrate (500-600g), Eiweiß bis zu 300g am Tag, Fett zähle ich nicht, aber manchmal schon um die 100-150g. Auch mal Fast Food oder bei Oma, weil ich eh ein Dünner bin und nicht so schnell Fett werde.

Wettkampfvorbereitung
8-9 Mahlzeiten, weniger Kohlenhydrate (400-100g), Eiweiß höher (400g), Fett 30-50g. Dann viel mehr Gemüse und Salat, weil es sättigt.

…Supplements, die er verwendet


Einige! Und zwar die Basics:
  • Whey Isolat
  • Casein
  • Glutamin
  • BCAAs
  • Aminos
  • Vitamin C
  • und hin und wieder einen Booster

…die Dauer einer Wettkampfvorbereitung


Meistens um die drei Monate, da ich nie eine so schlechte Form habe. Im Laufe der Zeit hat sich einiges geändert, weil ich einfach viel experimentiert habe, wie mein Körper worauf anschlägt und ja, ich würde sagen ich habe es heute dadurch einfacher in Form zu kommen, weil ich halt genau weiß, was zu tun ist.

Schwierig ist vielmehr, diese Form dann über lange Zeit zu halten. Die Wettkampfsaisons sind ja schon sehr lange, wenn man sich für den Mr. Olympia qualifizieren will. Da gleichzeitig die Form zu halten und nicht flach zu werden, bzw. Muskeln zu verlieren, ist nicht wirklich leicht.

Steve Benthin Posing bei der 212 EVLS Prag Pro 2019 - der 2. Platz bedeutete sein bisher bestes Profiergebnis

… seinen größten sportlichen Triumph


Das war ganz klar der Gesamtsieg auf der Internationalen Deutschen Meisterschaft und damit verbunden die Pro Card.
Und dann natürlich die Qualifikation zum Mr. Olympia 2019.

…seine schwerste Niederlage


Niederlagen gibt es in dem Sinne keine, nur immer einen Sieger bei einem Wettkampf und der war ich ja oft genug, darum haben mich kleine Niederlagen immer nur motiviert!

Steve Benthin auf der FIBO 2010 Posing Gastauftritt
Jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn ihm etwas nicht passt: Auch das ist Steve.


…die Unterschiede vom Amateur- zum Profidasein


Es hat sich nichts verändert im Alltag, bzw. in meinem Lifestyle, seitdem ich vom Amateur zum Profi gewechselt bin. Ich esse und trainiere noch genauso wie schon als erfolgreicher Amateur (sonst hätte ich es auch gar nicht zum Profi geschafft, bzw. wäre nicht so erfolgreich gewesen als Amateur). Viele denken, man ist nun Profi und das Leben ändert sich; nein, so ist es in meinem Fall leider nicht. Denn auch als Profi ist man keine Maschine und hat mal ‘ne Grippe oder verletzt sich, oder hat auch mal private Probleme, oder geht mal in ein Fitnessstudio ohne erkannt zu werden oder muss den Studiobeitrag bei McFit bezahlen oder wird von studierten Trainern, die selbst aussehen wie eine Handlampe, gefragt, ob sie mir was zeigen können.

Ja auch ein Profi muss sich genauso hart auf eine Meisterschaft vorbereiten wie ein Amateur, genauso hart trainieren und nicht härter und auch nicht weniger hart, nur weil er nun Profi ist. Was ich damit sagen will: der sportliche Ehrgeiz, die Disziplin, das Durchhaltevermögen oder die Motivation ist immer noch dieselbe wie als Amateur. Darum sehe ich mich als Profi als nichts Besseres. Ein Amateur Bodybuilder wie Thomas Scheu ist manchmal bekannter und verdient mehr mit seinem Sport als mancher Profi. Aber es ist schon ein geiles Gefühl da oben mit Leuten wie Dennis Wolf oder Ronny Rockel zu stehen oder bei großen Shows auf der Bühne zu stehen, wenn in der ersten Reihe Arnold sitzt und dir Applaus spendet!!

…sein Pro Debüt


Das war ein geiles Gefühl, dort im eigenen Land, auf der größten Messe Europas vor eigenen Leuten, die mir viel Beifall widmeten, zu debütieren und das wird immer als ein besonderes Erlebnis in meinem Kopf bleiben, wenn ich an Bodybuilding denke.

…die Zusammenarbeit mit Dennis Wolf und seine erste Teilnahme am Mr. Olympia 2019


Das ist natürlich eine große Ehre für mich. Dennis hat so viel Erfahrung und hat mich nach so vielen Jahren am Eisen doch noch einmal ein ganzes Stück weitergebracht und das in so kurzer Zeit. Gemeinsam wollen wir jetzt das Beste aus meinem Körper herausholen.

Die Olympiabühne ist natürlich etwas ganz Besonderes. Einmal hier stehen zu dürfen, davon träumt doch jeder Bodybuilder. Ich werde es auf jeden Fall in allen Zügen genießen.

…den Stellenwert des Bodybuildings in seinem Leben


Bodybuilding ist für mich nach meiner Familie ein großer Bestandteil meines Lebens und wird auch immer, selbst nach der aktiven Bühnenzeit, ein Bestandteil meines Lebens bleiben!

Steve Benthin wird 3. bei der Vancouver Pro 2019 212
Steve sichert sich beim 3. Platz bei der Vancouver Pro 2019 die finalen Punkte für den 212 Olympia. Bild: Thomas Koch

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