Mr. M im Portrait

Athletenportrait: Steve Benthin

Steve BenthinSteve BenthinSteve Benthin

Steckbrief:

  • Geboren: 17.02.1982
  • Wohnort: Schwerin
  • Beruf: Koch
  • Hobbys: Angeln, mit Tochter Aaliyah spielen und Kuchen backen, mit meiner Verlobten kuscheln, relaxen und essen
  • Vorbilder: Kevin Levrone, Dorian Yates, Kai Greene
  • Größe: 172cm
  • Gewicht: 90kg (Wettkampf), 110kg (Off- Season)

Sportliche Erfolge:

Bei den Profis:
  • 7. Platz 212 Class Prague Pro 2012
  • Arnold Classic Europe 2012 Offene Klasse 13. Platz
  • Mister Spain 2012 Offene Klasse 10. Platz
  • Pro Debut FIBO Power Pro Show 2012 7. Platz
Amateure:
  • wichtigster Titel: Gesamtsieger Inernationale Deutsche Meisterschaft 2012 (Pro Card)
  • mehrmaliger Deutscher Meister
  • mehrmaliger Norddeutscher Meister
  • mehrmaliger Berliner Meister
  • mehrmaliger Junioren Deutscher Meister
  • Junioren Weltmeister
PS: beim Bankdrücken auch als Junior mehrmaliger Deutscher Meister Gewichtsklasse bis 100kg

TEAM-ANDRO: Hallo Steve. Danke für Deine Zeit für dieses Interview. Du hast ja auf Andro eine große Fangemeinde und durch die vielen Videos wissen wir ja auch schon eine Menge von Dir. Dennoch wird es sicherlich viele interessieren, wie Du zum Eisensport gekommen bist.
Steve Benthin

Steve Benthin: Hallo Thomas. Ja richtig, zum großen Teil dank Team Andro, die mich jetzt seit 2010 sponsoren (wofür ich sehr dankbar bin) und seit 2007 supportet haben, habe ich eine große Fangemeinde!!! Dafür an dieser Stelle erst einmal ein dickes Danke, besonders auch an Matthias Busse, der immer hinter mir stand und an mich geglaubt hat und an Stephen Greis.

Naja, zu mir und meinem Kommen zum BB Sport…es hat als Kind angefangen, als ich als 8jähriger dünner Junge immer WWF Wrestling im Fernsehen geschaut habe auf Tele5 (lach, das weiß ich heute noch). Leute wie Hulk Hogan, Macho Man Randy Savage und den Undertaker fand ich cool und waren meine damaligen Vorbilder, was "starke Muskelmänner" betraf. Naja, und das Ganze habe ich dann auch zu Hause mit meiner 3jährigen Schwester nachgeahmt (war manchmal etwas schmerzhaft für sie, aber es ist Gott sei Dank nichts passiert und da sie die kleine Schwester vom Mr. M ist, liegt es ihr einfach im Blut, dass nichts ihr wirklich was anhaben kann).

Damals habe ich in einem Fußballverein als Stürmer gespielt und regelmäßig Tore geschossen. Schon da war ich der beste und habe mich von den anderen heraus gehoben.

Dann habe ich mit 13 für 3 Jahre im Verein geboxt und auch an einigen Wettkämpfen teilgenommen, Zu der Zeit trainierte ich dann auch das erste Mal in einem Fitnessstudio mit Eisen (Ich weiß noch genau, mein "erstes Mal" war in einer Pumperbude in Schwerin, damals mit 15, als ich mit meinem damaligen Stiefvater trainierte. Im ersten Hanteltraining machten wir Bankdrücken und mit unglaublichen 55kg Körpergewicht drückte ich sage und schreibe 60kg und der Trainer, mein heute größter Fan, Hozi Jörg Ludwig lobte mich und meinte, dass es sehr gut ist, gleich beim ersten Mal sein eigenes Körpergewicht zu drücken).

Ja, dann habe ich später mit dem Boxsport aufgehört, weil mir mein hübsches Gesicht mit gebrochener dicker Nase nicht so gefiel und ich den Look der damaligen Pros wie Dorian Yates und Kevin Levrone bevorzugte und mich ab dann nur noch in dieser Pumperbude in Schwerin sehen ließ, sogar zum Shake trinken in der Schulpause.
Steve BenthinSteve Benthin

Dann stieg mein Gewicht Stück für Stück, zwar durch zu viel Training (jeden Tag bis zu 5 Stunden, ich ließ mir aber auch nichts sagen), aber mit viel Milch, Haferflocken und Eiweißpulver auf sage und schreibe 72kg, bis ich dann dort stagnierte und das Buch der Bücher damals ließ: Blood and Guts von Dorian Yates. Von da an trainierte ich nach seinem Heavy Duty Training und ernährte mich nach seinem Plan. Von da an ging mein Gewicht innerhalb weniger Monate von 72kg auf bis zu (85kg nochmal hoch, damals war ich dann 16, bin dann aus der Schule in die Kochlehre und habe den BB Sport dann erst mal ne Weile aus der Augen gelassen bei fast 15 Stunden Sklaverei, denn der Spruch Lehrjahre sind keine Herrenjahre traf bei meiner Lehre sehr zu und ich konnte zu der Zeit leider nur die Ernährung halbwegs anpassen, aber das Training kam oft zu kurz. Dann mit 19 nach der Lehre ging es wieder richtig ans Eisen zurück. Von meinem Mentor Enrico Schütze wurde ich zu Bankdrück Meisterschaften motiviert und so formten sich meine ersten richtigen Ziele und Herausforderungen, sowie Wettkämpfe, was den Eisensport angeht. Ich war auch ganz erfolgreich, aber ich wollte auf die Bühne und zum Mister Olympia, das waren auch meine ersten Worte, die ich damals zu Enrico in seinem Body Shop in Schwerin sagte, als ich von meinem ganzen Lehrgeld damals bei der ersten Begegnung mit ihm, Eiweiß usw. kaufte, das weiß der Kerl heute noch und erzählt es jedem, wenn man auf mich kommt. Tja ich weiß noch genau wie mich damals alle ausgelacht haben und meinten "Du und auf der Bühne und dazu noch deine Träume vom Profi", nur Enrico glaubte an mich sagte zu den anderen, damals älteren und viel massigeren Jungs "Der Steve der hat Biss und der macht sein Ding", und er unterstütze mich schon damals, indem er mir seine Produkte aus dem Body Shop zu einem gutem Preis verkaufte. Nun dann fing ich mit an in dem damaligen ersten Hardcore Gym in Schwerin Body Temple als Trainer zu arbeiten wo ich damals erstmals auf einen Profi Bodybuilder, Günter Schlierkamp, traf, als er dort ein Seminar kurz nach dem Mr Olympia gab und zu mir bei einem gemeinsamen Foto meinte "Hey du schaust gut aus, warst du schon mal auf der Bühne", und ich meinte "Nein, aber ich will noch". Ja und ein damaliger guter deutsche Amateur Olaf Govedarov stand genau daneben und meinte "Ja, er wird das noch machen, ich helfe ihm". Steve BenthinJa, dann ging es 5 Monate später mit der Anleitung von Olaf in meine erste Diät und Wettkampfvorbereitung für die Junioren klasse bis 80kg damals noch, wo ich die Diät mit 93kg begann und dann 3 Monate später auf der Nordeutschen Meisterschaft in Lübeck mit 79,9kg Gesamtsieger bei den Junioren und eine Woche später auch bei der DM in Germering Junioren Gesamtsieger 2002 wurde. Ja und so bin ich zum Bodybuilding gekommen.

TEAM-ANDRO: Wie lief denn Deine erste Vorbereitung?

Steve Benthin: Also heute würde ich sagen, ich habe viele Fehler gemacht und heute kenne ich meinen Körper viel viel besser und das wichtigste, ich verstehe die Dinge warum man das und das tun sollte, um das und das zu erreichen viel besser und kann so viel besser schauen was getan werden sollte, aber alles in allem hat das, was ich wollte, geklappt wenn auch ganz schön verrückt und schwer.

TEAM-ANDRO: Kannst Du uns beispielhaft einen Ernährungsplan aus Offseason und Vorbereitung beschreiben?

Steve Benthin: Nein, das sind meine Mr. M. Geheimnisse und die werden nur für Moneten verraten. Ich will ja nicht, dass alle Andro User nächstes Jahr so aussehen wie ich. Aber ein bisschen erzähle ich Euch mal, weil ich so nett und freundlich bin.

Off Season
Da esse ich 5-6 Mal am Tag und viele Kohlenhydrate (500-600g), Eiweiß bis zu 300g am Tag, Fett zähle ich nicht, aber manchmal schon um die 100-150g. Auch mal Fast Food oder bei Oma, weil ich eh ein Dünner bin und nicht so schnell Fett werde.

Wettkampfvorbereitung
8-9 Mahlzeiten, weniger Kohlenhydrate (400-100g), Eiweiß höher (400g), Fett 30-50g. Dann viel mehr Gemüse und Salat, weil es sättigt. Steve Benthin

TEAM-ANDRO: Welche Supplements siehst Du als besonders hilfreich an?

Steve Benthin: Einige! Und zwar die Basics:
  • Whey Isolat
  • Casein
  • Glutamin
  • BCAAs
  • Aminos
  • Vitamin C


TEAM-ANDRO: Wie lange dauert eine Diät bei Dir heute im Durchschnitt? Und wie hat sich Deine Vorbereitung im Laufe der Zeit verändert?

Steve Benthin: Meistens um die 3 Monate, da ich nie eine so schlechte Form habe. Im Laufe der Zeit hat sich einiges geändert, weil ich einfach viel experimentiert habe, wie mein Körper worauf anschlägt und ja, ich würde sagen ich habe es heute dadurch einfacher in Form zu kommen, weil ich halt genau weiß, was zu tun ist.

TEAM-ANDRO: Du hast in Deiner Karriere ja schon einige Titel gewinnen können. Was war aus Deiner Sicht Dein größter sportlicher Triumph?

Steve Benthin: Das war ganz klar der Gesamtsieg auf der Internationalen Deutschen Meisterschaft und damit verbunden die Pro Card.
Steve Benthin
Steve BenthinSteve Benthin

TEAM-ANDRO: Und Deine schwerste Niederlage?

Steve Benthin: Oh Mann…Da muss ich nun überlegen. Niederlagen gibt es in dem Sinne keine, nur immer einen Sieger bei einem Wettkampf und der war ich ja oft genug, darum haben mich kleine Niederlagen immer nur motiviert!

Ich war ein bisschen enttäuscht bei der Prague Pro, dass ich "nur" den 7. Platz gemacht habe. Natürlich hätte ich gerne im Finale gestanden, aber als Niederlage kann man es nicht sehen, da ich ja im Grunde bei meiner ersten 212-Teilnahme mit den besten Athleten der Welt auf der Bühne stand und da ist ein 7. Platz ein super Einstieg, auf den ich stolz sein kann. Das motiviert mich besser zu werden und mich künftig noch weiter vorne zu platzieren.
Steve BenthinSteve BenthinSteve Benthin

TEAM-ANDRO: Seit diesem Jahr bist Du ja nun Profi. Wie hat sich das auf Deinen Alltag ausgewirkt?

Steve Benthin: Gar nicht!!!

Es hat sich nichts verändert im Alltag, bzw. in meinem Lifestyle, seitdem ich vom Amateur zum Profi gewechselt bin. Ich esse und trainiere noch genauso wie schon als erfolgreicher Amateur (sonst hätte ich es auch gar nicht zum Profi geschafft, bzw. wäre nicht so erfolgreich gewesen als Amateur). Viele denken, man ist nun Profi und das Leben ändert sich; nein, so ist es in meinem Fall leider nicht. Denn auch als Profi ist man keine Maschine und hat mal ne Grippe oder verletzt sich, oder hat auch mal private Probleme, oder geht mal in ein Fitnessstudio ohne erkannt zu werden oder muss den Studiobeitrag bei McFit bezahlen oder wird von studierten Trainern, die selbst aussehen wie eine Handlampe, gefragt, ob sie mir was zeigen können. Ja auch ein Profi muss sich genauso hart auf eine Meisterschaft vorbereiten wie ein Amateur, genauso hart trainieren und nicht härter und auch nicht weniger hart, nur weil er nun Profi ist. Was ich damit sagen will: der sportliche Ehrgeiz, die Disziplin, das Durchhaltevermögen oder die Motivation ist immer noch dieselbe wie als Amateur. Darum sehe ich mich als Profi als nichts Besseres. Ein Amateur Bodybuilder wie Thomas Scheu ist manchmal bekannter und verdient mehr mit seinem Sport als mancher Profi. Aber es ist schon ein geiles Gefühl da oben mit Leuten wie Dennis Wolf oder Ronny Rockel zu stehen oder bei der Arnold Classic Europe auf der Bühne zu stehen, wenn in der ersten Reihe Arnold sitzt und Dir Applaus spendet!!

TEAM-ANDRO: Im April 2012 hast Du ja in Essen bei der FIBO Power Pro Dein Debüt bei den Profis gegeben. Was für ein Gefühl war das?

Steve Benthin: Das war ein geiles Gefühl, dort im eigenen Land, auf der größten Messe Europas vor eigenen Leuten, die mir viel Beifall widmeten, zu debütieren und das wird immer als ein besonderes Erlebnis in meinem Kopf bleiben, wenn ich an Bodybuilding denke.
Steve BenthinSteve Benthin

TEAM-ANDRO: Nach der Prague Pro hast Du ja nun eine längere Offseason eingeplant um weitere Qualitätsmasse aufzubauen. Wie läuft es aktuell?

Steve Benthin: Ja, aktuell bin ich noch in der Erhaltungs- oder Erholungsphase, bei der ich mit niedriger Intensität trainiere und mich nach einer leichten Diät ernähre, da ich auch eine gute Form erhalten möchte.

TEAM-ANDRO: Hast Du schon einen bestimmten Wettkampf für Deinen nächsten Auftritt bei den Pros im Auge?

Steve Benthin: Ja, den habe ich. Die New York Pro 2013!!!

TEAM-ANDRO: Was sind Deine kurz- und langfristigen Ziele?

Steve Benthin: Langfristig möchte ich ein erfolgreicher 212 Profi werden, der auch einmal mit einer Mr Olympia Teilnahme "angeben" kann und der halt auch was die Persönlichkeit angeht, für die Fans ein Athlet ist, den die Leute auch nach meiner sportlichen Karriere, wenn ich nicht mehr auf der Bühne stehe, in Erinnerung behalten und sich sagen, Steve Benthin"Der war ein guter Typ, nicht nur auf der Bühne, nein der war auch gut zu seinen Fans und allgemein zu allen Leuten".

TEAM-ANDRO: Würdest Du heute noch einmal von ganz vorne beginnen, gibt es Dinge, die Du ändern würdest?

Steve Benthin: Ja, ich würde einiges ändern, aber über sowas denke ich nicht nach. Das ist Vergangenheit und man kann es nicht mehr rückgängig machen. Man kann nur aus Fehlern lernen und es in der Zukunft besser machen!

TEAM-ANDRO: Zum Abschluss: Was bedeutet Bodybuilding für Dich?

Steve Benthin: Bodybuilding ist für mich nach meiner Familie ein großer Bestandteil meines Lebens und wird auch immer, selbst nach der aktiven Bühnenzeit, ein Bestandteil meines Lebens bleiben!

TEAM-ANDRO: Vielen Dank für Deine Zeit Steve. Wir wünschen Dir für die Zukunft alles Gute und werden Dich natürlich auch weiterhin auf Deinem Weg begleiten.

Steve Benthin: Ich bin derjenige, der sich zu bedanken hat bei Team Andro für die jahrelange Unterstützung und ich freue mich auf die nächste Zeit der Zusammenarbeit. Lieben Gruß an meine Fans und meine Familie!

Euer Mr. M
Steve Benthin

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