Belt Squats

Die Beinroundtable (VI)

TEAM-ANDRO: Um das Thema Kniebeugen abzuschließen: Gibt es noch irgendwelche exotischen Varianten, die ihr gerne anwendet und von denen Ihr berichten wollt?

Friedhofschiller: Also Belt-Squats können ganz nett sein. Die Maschinen dafür sind allerdings seltener als Uran, daher muss man sich mit einem Dip-Gürtel und ein paar dicken Scheiben oder Steppern was basteln. Das Tolle daran ist, dass die Belastung vom oberen Rücken genommen wird und die Hüftbewegung das Entscheidende ist. Außerdem entlastet es dadurch meinen unteren Rücken extrem, was super ist.

Die Übung kann man eigentlich nur am Ende des Trainings machen, wenn man schon sehr vorermüdet ist. Mehr hält ein Dip-Gürtel an Gewicht eh schon kaum aus. Die Übung ist kein Standard in meinem Training, vielleicht alle paar Monate mal wenn der untere Rücken stark zickt und man etwas ganz anderes machen möchte.

Biqmil: Ich schließe mich Friedhofschiller an. Eigentlich gibt es in meinem Trainingsablauf keine exotischen Varianten der Kniebeuge, aber wenn ich mal wieder versuche, den Körper zwei Wochen so gut es geht zu schonen, um mich dann im Nachhinein gut erholt mit dem alten Schema weiter quälen zu können, verwende ich auch ab und an Belt-Squats. Die Gründe wurden bereits genannt.

Die Übung ist wirklich ein Labsal für den Rücken und macht mir immer sehr viel Spaß, ist aber eben ohne Maschine nicht im entferntesten mit ausreichend Gewicht durchführbar (mal abgesehen vom Auf- und Abbau mit gefühlt allen 20er-Scheiben, die das Studio so zu entbehren hat).

Abergau: Nur aus Neugier: Was SIND Belt-Squats?


Thomas: Belt Squats sind Kniebeugen, bei denen die Last an einem Dip-Gürtel befestigt wird. In ganz seltenen Fällen hat man eine Maschine dafür, bei der man dann den Gürtel einhängen kann. Das Vergnügen hatte ich leider nicht nicht, wobei ich mir aufgrund des Zuges von hinten das ganze auch als sehr hüftdominant vorstelle.

Die Variante mit Scheiben habe auch ich schon getestet und für durchaus gut befunden, auch wenn man festhalten muss, dass es sicherlich bequemere Übungen gibt und es ab einem gewissen Gewicht äußerst wacklig wird. Aber gerade für Leute mit Problemen mit der Wirbelsäule eine gute Möglichkeit dennoch zu beugen.

Ansonsten habe ich schon einige Exoten durch, ich denke da an Jefferson Squats, die für extremst verwirrte Blicke im Studio sorgten. Was ich aber beibehalten habe, sind Sumo-Squats in der Multipresse.

Friedhofschiller: Keiner hier mit Zercher Squats am Start? Oder Pistols, liebe Crossfitter? *hahaha*

Thomas: Ganz so freaky bin ich dann auch nicht.

Abergau: Zum Thema "exotische Varianten" habe ich noch Kniebeugen mit einer Pause in der tiefsten Position anzubieten (keine Ahnung, ob es für diese Variante einen offiziellen Terminus gibt). Diese Beugen funktionieren so: Sobald man den tiefsten Punkt in der Hocke erreicht hat, verharrt man eine Sekunde (mit angehaltenem Atem und angespannten Bauchmuskeln) und steht dann so explosiv wie möglich wieder auf.

Diese Übung ist eigentlich nur für Kraftdreikämpfer interessant; ihnen hilft sie aber enorm bei der Entwicklung von Explosivkaft. Da man im KDK bekanntlich mit recht hohen Gewichten herumfuhrwerkt, die ein relativ kontrolliertes In-die-Knie-Gehen erfordern (wer sich fallen lässt wie ein Mühlstein, kann seine Knie bald gebraucht bei ebay verkaufen; viel gibt's aber dann für den Schrott nicht mehr), ist ein gerüttelt Maß an Explosivkraft fürs Hochkommen aus dem Keller unabdinglich.

Pausen-Kniebeugen werden mit relativ leichtem Gewicht (ca. 65 - 70 % des Maximums; mehr ist auch kaum möglich) absolviert. Wer's noch nie ausprobiert hat, soll sich ruhig einmal den Spaß machen - er wird dann verstehen, warum man es bei kraftorientiertem Training mit relativ wenigen Wiederholungen pro Satz bewenden lässt ...!

Friedhofschiller: Schnell, denk dir einen Namen aus! Abergausche Hock-squats klingen Top!

Abergau: Ja, das klingt sehr ordentlich - allerdings sind Kniebeugen mit Pause in der tiefsten Position nicht meine Erfindung. Daher vielleicht lieber so etwas wie "Stuhlgang-Beugen" (das würde sowohl die Optik als auch die Empfindung viel treffender beschreiben).

Manuel07: Also ich finde gerade bei Box-Squats die Möglichkeit aus der annähernd ruhenden Position mit Explosivkraft zu arbeiten interessant.

Loriot_MP: "Keep it simple", ist meine Devise... wenn ich starke Beine haben will, mache ich Kniebeugen (vielleicht noch in Verbindung mit Hackenschmidt, oder Beinpresse).

Alle anderen Varianten, wie Sissy-Kniebeuge, Pistols, Kniebeugen auf Luftkissen, oder weiß der Teufel, was es da noch alles gibt, können ruhig ausgeübt werden ... aber nicht von mir.

Runn12: ...aus meiner Sicht eine hervorragende Einstellung. Natürlich sollte man die Macht von einbeinigen Kniebeugen in der Multipresse, die auf einem Pezziball ausgeführt werden, während der Proband sich um 90 Grad nach links drehen muss, nicht vernachlässigen - so etwas gehört ja quasi zum Standardrepertoire jedes aspirierenden Zirkusclowns.

Das Grundgerüst sollte stets eine schwere, grundlegende Übung sein; das Ganze kann je nach Lust und Laune (in seltenen Fällen auch nach Bedarf, etwa bei strukturellen Schwächen) mit exotischeren Übungen garniert werden.

Abergau: Zählt anschließendes vorgebeugtes Keuchen und Husten mit puterrotem Schädel (Hände auf den Oberschenkeln aufgestützt), als exotische Übung? Damit garniere ich meine Kniebeugen nämlich jedes Mal ...!

Runn12: Nein, das ist das Marketing, mit dem man den Bad Ass Faktor der Übung unterstreicht.

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