Bericht: IFSA Pro GP Holland 2007

Am 17. Juni 2007 fand in den beschaulichen aber schönen Städtchen Ulft (Niederlande) erneut der Strongman Profi Grand Prix der IFSA statt. Organisiert wurde der GP von Marcel Mostert, der erneut durch einen reibungslosen Ablauf überzeugen konnte. Gestartet waren in den Disziplinen Truck Pull, Loading, Viking Press, Atlas Stones, Rock Lift. Yoke Race und Farmers Walk folgende Athleten:
  • Jarno Hams – Holland, 32 Jahre, 144kg
  • Tom Jansen – Holland, 28 Jahre, 140kg
  • Steve Mc Donald – USA, 38 Jahre, 145kg
  • Jimmy Laureys – Belgien, 29 Jahre, 135kg
  • Etienne Smit – Süd-Afrika, 33 Jahre, 136kg
  • Adam Darasz – Ungarn, 32 Jahre, 150kg
  • Boris Milosevic –Slowakei, 30 Jahre, 140kg
  • Georg Ogmundsson – Island, 29 Jahre, 150kg
  • Jeremy Hogg – Australien, 29 Jahre, 130kg
  • Levi Veoga – Neuseeland, 36 Jahre, 160 kg
  • Kaselnics – keine weiteren Infos

The Story:

Da man es vom Niederrhein bis in die Niederland nicht sehr weit hat, waren wir bereits nach ca. 40 Minuten in Ulft. Es handelt sich dabei um ein kleines "Städtchen/Dorf" mit den üblichen holländischen Attraktionen für junge Niederrheiner wie Coffeshops und ...?!?!? ähm...sonst nix. Ausgetragen wurde der GP auf dem örtlichen Marktplatz, auf dem u.a. Tribünen usw. aufgebaut wurden. Gegen 13:30 hat sich bereits ganz Ulft und Umgebung auf dem Platz und den Tribünen eingefunden.

Gegen 14:15 Uhr wurde der GP mit einer Verlosung durch Adam Darasz, einem kleinen Showact und der Ansprache des Sponsors eröffnet. Nachdem die glücklichen Gewinner aus dem Publikum feststanden, ertönte aus den mehr als ausreichenden Boxen "Eye of tue Tiger" und eine nicht endende lila Hummer H2 Limousine bahnte sich langsam aber sicher Ihren Weg auf den Platz. Gerade zum Stillstand gekommen, stürmten die Athleten auch schon fälschlicher weise aus dieser hinaus (die Limo wurde schlagartig höher gelegt) und mussten umgehend wieder zurück, da ein TV-Team vor Ort war, um für RTL 7 & Eurosport zu filmen. Es sollte alles ganz ruhig und gesittet ablaufen. Die Athleten wurden einzeln rausgerufen und vorgestellt und vom Team kurz interviewt. Zuletzt stieg dann der Nationalheld Jarno Hams aus der Limo und fürs Publikum gab es bereits jetzt kein halten mehr.

Nachdem sich dann alle in Reih und Glied aufgestellt hatten und noch mal gemeinschaftlich vom Publikum in Empfang genommen wurden, sollte es auch schon mit der ersten Disziplin, dem Truck Pull, losgehen. Der Neuseeländer Levi Veoga avancierte, ohne auch nur etwas getan zu haben, sofort zum Publikumsliebling, was ich auf seine wirklich sehr sympathische Art und sein nettes Erscheinungsbild zurückführe. Leider wollten die 22 Tonnen nicht so wie die ersten 3 Athleten. Nachdem auch Jarno Hams als 3ter den LKW kein Stück bewegen konnte, da dieser schlecht stand, entschloss man sich dazu, diesen um ca. einen Meter nach vorn zu setzen. Etienne Smitt konnte diese Disziplin mit 26,54 Sekunden für sich entscheiden. Highlight jedoch war Jarno Hams 2ter Versuch (den alle 3 gescheiterten Athleten bekamen), bei dem ca. 30cm vorm Ziel der Gurt gerissen ist und Jarno einen großen Satz durch die Luft machte und unverletzt auf dem Boden ankam. "Leicht angesäuert" stürmte Jarno nach diesem gescheiterten 2ten Versuch in die Athleten Unterkunft. Für den wirklich guten Moderator war es jedoch ein leichtes das Publikum dazu zu bringen, Jarno zu einem 3ten Versuch zu überreden. Mit lautstarker Unterstützung konnte er dann den Truck Pull mit benötigten 28,23 Sekunden im dritten Versuch beenden.

Beim Loading ging es darum in schnellst möglicher Zeit drei 150kg schwere Stoffrollen und 2 Kühlschränken über eine Strecke von ca.10m auf einen LKW Anhänger zu heben. Jimmy Laures verletzte sich leider bereits an der ersten Rolle und musste den GP mit einem Verdacht auf einen Bizepsabriss vorzeitig beenden. Gute Besserung an dieser Stelle für Jimmy. Den Sieg konnte sich wieder Etienne Smitt mit 44,68 Sekunden vor Hams mit 49,88 sichern. Als nächstes folgte nun die Disziplin Viking Press. Hierbei konnten alle Athleten die aufgelegten 160kg drücken. Bei den aufgelegten 185kg stiegen dann auch Hams und Kaselnics ein, bevor Sie sich mit gültig gedrückten 200kg im zweiten Versuch den Sieg teilten. An den aufgelegten 240kg im 3ten Versuch sind sie leider beide gescheitert. Zwischen den Disziplinen nahmen sich alle Athleten immer wieder Zeit, um Autogramme zu schreiben, und Fotos mit den Fans zumachen. Levi Veoga war hierbei wieder klar der Favorit der Zuschauer und hatte einiges zutun.

Bei den Atlas Stones fiel sofort auf, dass die größeren Athleten bei der ersten 110kg Kugel und der überdurchschnittlich hohen Ablage, klar im Vorteil sein werden. Der „kleine“ Boris Milosevic musste sich bereits am ersten Podest geschlagen geben, da es ihm aufgrund seiner Größe nicht möglich war, die Kugel zu platzieren. Alle 5 Kugeln (von 110 bis 180kg) konnten Jarno Hams vor Steve Mc Donald und Etienne Smitt bewältigen. Hogg & Darasz konnten aufgrund von Startschwierigkeiten und Knieproblemen beim Yoke Race (380kg) keine Punkte in die Wertung bringen. Levi Veoga war der erste Athlet der die 380kg über die kompletten 25m brachte. Im Duell zwischen Hams und Mc Donald sicherte sich Hams mit 11,62 Sekunden erneut den Sieg vor Smitt mit 14,16.

Zwei Disziplinen standen noch aus und zwischen Etienne Smitt und Jarno Hams war noch alles offen. Bei der nächsten Disziplin ging es darum einen 25kg schweren Eisenguss so hoch wie möglich (einarmig) zu werfen. McDonald und Smitt konnten das Gewicht bis auf 4,80m befördern, Veoga & Ogg scheiterten nach geschafften 4,90m an den 5,10m. Jarno war der einzige Athlet, der es schaffte das Gewicht im zweiten Versuch gegen die in 5,10m hängende Fläche zu werfen. Damit verbuchte er wieder einen Sieg auf seinem Konto und arbeitete auf den Sieg hin.


In der letzten Disziplin, dem Farmers Walk, ging es darum 2x120kg über max. 60m zu tragen. Es treten dabei immer 2 Athleten gegeneinander an, wobei die schnellere Zeit den Sieg bedeutete. Mc Donald konnte die 60m komplett zurücklegen, wobei der Publikumsliebling Veoga nur 10m auf seinem Konto verbuchen konnte. Im letzten Rennen zwischen Jarno Hams und Etienne Smitt konnte sich Jarno mit ein paar Sekunden Vorsprung den Sieg in der Disziplin und den Gesamtsieg sichern. Voller Freude und Respekt vielen sich beide nach dem Rennen noch in die Arme - wahre Liebe gibt’s nur unter Männern - und beglückwünschten sich zu dem tollen Wettkampf. Nach mehreren Laolawellen
bedankte Jarno sich noch beim Publikum für Ihre tolle Unterstützung und das zahlreiche Erscheinen. In der Pause vor der Siegerehrung ist folgendes Interview mit Levi Veoga zustande gekommen, der seit Jahren ungeschlagener Stärkster Mann von Neuseeland ist und die Herzen der Fans in Sturm erobert.

Matze: Wie lange übst du den Strongman Sport schon aus ?
Levi: Seit insgesamt 9 Jahren, wovon ich auch 9 Jahre Profi bin! *lautes lachen*
Matze: Welchen Sport hast du vor Strongman ausgeübt?
Levi: Ach ich hab vieles gemacht und ausprobiert...Rugby, Fußball, Kampfsport und einfach Gewicht im Studio bewegt.
Matze: Wie sieht dein Training aus?
Levi: Ich trainiere 5x in der Woche, am liebsten morgens. 3 days on - 2 days off , an Übungen mach ich alles was mir Spaß macht.
Matze: Wie sieht es mit deiner Ernährung und Supplements aus ?
Levi: *Breites Grinsen*...ich esse ALLES was ich will, besonders gerne und viel Steak ..mhhh.
Matze: Was ist deine Lieblingsdisziplin beim Strongman ?
Levi: Oh man, ich mach wirklich alles gerne und hab an allen Disziplinen und Übungen Spaß.
Matze: Und gibt’s etwas du nicht sooo gerne machst?
Levi: Nö, i like everything!!!
Matze: Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg Levi. Und ist es überall so das du so von den Zuschauern aufgenommen wirst?
Levi: Yeah, es ist immer wieder so wie hier und es ist einfach toll!! Danke!

Zum Abschluss gab es dann noch die Siegerehrung der Athleten, welche mit einer ausgiebigen Sektdusche endete. Nach dem offiziellen Ende des GP´s gab es noch eine kleine Feier mit Athleten und Zuschauern, wobei ich erstaunt feststellte, dass Jarno im Vergleich zu seinem Vater wirklich klein ist und Steve McDonald neben schweren Gewichten auch u.a. Bier schnell bewegen und verschwinden lassen kann.

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