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Bluthochdruck: Risiko und Prävention

Wir leben in einer Gesellschaft, in der immer mehr gesundheitliche Probleme auftreten. Auch leidet die Menschheit vermehrt unter den sogenannten „Wohlstandskrankheiten“. Eine dieser Krankheiten, die auch in Bodybuildingkreisen häufig auftritt, ist der Bluthochdruck. Der folgende Artikel soll das Phänomen genauer beschreiben und erläutern, was die Folgen von Bluthochdruck sein können und was auch Bodybuilder aktiv dagegen unternehmen können.

Der Blutdruck – was ist das genau?


Um verstehen zu können, was es Bluthochdruck auf sich hat, ist es nötig, die Entstehung dieser Krankheit im genauer zu betrachten. Der Blutdruck ist nichts anderes als der Druck des Blutes, welcher in einem Blutgefäß entsteht. In der Literatur spricht man von „Kraft pro Fläche.“ Das heißt übersetzt, dass ein gewisser Druck gegen die Gefäßwand ausgeübt wird.


Der Blutdruck hat zwei Werte: den systolischen und den diastolischen Blutdruck. Die sogenannte „Systole“ ist die Herzauswurfphase. Hier zieht sich der Herzmuskel zusammen und pumpt das Blut in den Herzkreislauf. Bei der „Diastole“ füllen sich die Herzkammern wieder mit Blut und das Herz erschlafft.

Festzuhalten ist somit: Bei der Systole benötigt das Herz mehr Kraft und bei der Diastole kann das Herz für einen kurzen Moment ruhen. Der systolische Wert ist immer höher als der diastolische. Ein optimaler Wert befindet sich bei 120 systolisch und 80 diastolisch mmHg. Die Abkürzung „mmHg“ steht für Millimeter Quecksilbersäule und ist die Maßeinheit, in der der Blutdruck angegeben wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Blutdruck früher mit Hilfe einer Quecksilbersäule gemessen wurde.

Die Aufgabe des Blutdrucks ist einfach zu definieren. Er sorgt dafür, dass unser Blut durch unser Gefäßsystem fließt und uns mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Bluthochdruck – eine krankhafte Veränderung des kardiovaskulären System

Von Bluthochdruck spricht man, wenn der Druck in den Blutgefäßen zu hoch ist. Genauer definiert, wenn der Wert höher als 140 / 90 mmHg ist. Der Bluthochdruck kann auch hier je nach Wert in drei Schweregrade eingeteilt werden: leicht, mäßig und schwer. Die Folgen von Bluthochdruck können im langfristigen Verlauf schwer ausfallen.

Die Einteilung erfolgt wie folgt (systolisch & diastolisch in mmHg):
  • Optimal: 120 / 80
  • Normal: 120 – 129 / 80-84
  • Milde Hypertonie: 140 – 159 / 90 – 99
  • Mittlere Hypertonie: 160 – 179 / 100-109
  • Schwere Hypertonie: Über 180 / 110

Folgen des Bluthochdruck


Ist der Blutdruck erhöht, wirken starke Kräfte auf die Gefäßwand und diese erleidet einen Schaden. Die Folgen davon können fatal sein. Beim Bluthochdruck kann es zu verschiedenen Vorfällen kommen, die durch den zu hohen Druck ausgelöst werden können. Ein Schlaganfall und ein Herzinfarkt stellen z.B. Folgen eines erhöhten Drucks dar.

Die Schädigungen der Gefäßfand fördern die Ablagerung von Kalk – in der Fachsprache nennt man die Kalkablagerung „Arteriosklerose.“ Je enger die Stelle im Gefäß ist, desto schwieriger ist es für das Blut durchzufließen. Diese Engstellen können immer enger werden. Je kleiner das Gefäß, desto höher ist dabei das Risiko.

Ein Schlaganfall entsteht durch zwei Ursachen: der Verschluss eines Gefäßes oder das Aufplatzen des Gefäßes. Bei einem Verschluss werden die umliegenden Zellen nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Glukose versorgt. Sollte ein Gefäß platzen, so kommt es innerhalb des Gehirns zu einer Einblutung.

Bei einem Herzinfarkt verhält es sich ähnlich. Auch hier können die Herzkranzgefäße Schaden durch den erhöhten Druck nehmen. Es entsteht ebenfalls eine Engstelle und der Herzmuskel kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. So kommt es zum Absterben der Herzmuskelzellen.

Weitere Folgeschäden des Bluthochdrucks können Schäden an Auge und Niere sein. Grund dafür ist, dass die Gefäße (auch „Kapillare“ genannt) sehr fein sind und sie somit sehr schnell Schäden erleiden können.

Wie bemerkt man einen erhöhten Blutdruck?


Ein erhöhter Blutdruck bleibt nicht unbemerkt. „Hypertoniker“ nehmen Beschwerden wie Kopfdruck, Kopfscherzen, Schwindel oder Ohrensausen wahr. Weitere Beschwerden eines erhöhten Drucks sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nasenbluten und Durchblutungsstörungen bis hin zu einem roten Gesicht.

Risikofaktoren für Bluthochdruck


Zuerst ist festzuhalten, dass es zwei Risikofaktoren gibt, die jede Krankheit begünstigen: Alkohol und Tabakkonsum. Diese Faktoren stehen an oberster Stelle. Der Konsum von Tabak lässt die Gefäße verengen und begünstigt ebenfalls die Ablagerung von Kalk. Bei Alkohol ist das Problem, dass es die Sympathikus-Aktivität (Der Sympathikus ist Teil des vegetativen Nervensystems) im Zwischenhirn stimuliert und Hormone, die zu einer Erhöhung des Blutdruckes führen, ausschüttet. Bei regelmäßigem Alkoholkonsum findet häufig auch eine Gewichtszunahme statt.

Ein weiterer Faktor, der nicht nur für Bodybuilder interessant ist, ist eine erhöhte Zufuhr an Salz. Je mehr Salz in den Körper gegeben wird, desto höher muss die Flüssigkeitsmenge sein. Wird zu wenig Flüssigkeit zugeführt, kommt es aufgrund des fehlenden Volumens zu einer Gefäßverengung. Je enger das Gefäß, desto höher der Druck. Schuld daran ist der Vorgang der Osmose, denn ist außerhalb der Zellmembran eine erhöhte Salzkonzentration zu spüren, versucht der Körper dies auszugleichen und den Zellen wird das Wasser entzogen. Der Vorgang, dass Salz toxisch wirkt, ist gering, jedoch auch nicht ausschließbar. Das heißt nicht, dass auf Salz zu verzichten ist – die richtige Menge macht’s.

Ein weiterer Risikofaktor ist Stress. Stress begünstigt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin. Adrenalin sorgt für einen erhöhten Puls und eine schnellere Atmung. Adrenalin (und Noradrenalin) ist eines der Hormone des sympathischen Nervensystems, welches für die Blutdruckregulation verantwortlich ist.

Natürlich sind Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung zwei weitere Risikofaktoren für die Entstehung des Bluthochdrucks. Viel schlimmer ist es jedoch, wenn es ein Zusammenspiel aus mehreren Risikofaktoren ist.

Was sagt die Wissenschaft?


Sich zu bewegen und zu hoffen, dass der Blutdruck sinkt, ist nicht ausreichend. Die deutsche Sporthochschule in Köln vertritt den Standpunkt, dass es erst zu einem „antihypertensiven Effekt“ kommt, wenn die Bewegungstherapie geplant und dauerhaft stattfindet. Somit geht man nicht nur von einer blutdrucksenkenden Wirkung aus, sondern stärkt auch zugleich das gesamte kardiovaskuläre System. Ebenfalls kam eine Metaanalyse zu dem Ergebnis, dass die Bewegungstherapie mit einer medikamentösen Monotherapie mithalten kann.

Selbstverständlich sollte beachtet werden, dass es sinnvoller ist, so wenig Medikamente wie nötig einzunehmen. Es sollte nicht vergessen werden, dass Medikamente auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Für Bodybuilder ist Kraftsport mit hoher Intensität eigentlich weitestgehend Tabu. Beim Kraftsport kommt es wiederum zu einem erhöhten Druck in den Gefäßen. Jedoch zeigten mehrere Untersuchungen, dass Kraftsport mit geringer Intensität den Blutdruck senken kann.

Was kann gegen Bluthochdruck getan werden?


Damit präventiv gegen die Folgen des hohen Drucks in den Gefäßen vorgegangen werden kann, sollten die Standardprinzipien einer Prävention eingehalten werden. Neben ausreichender Bewegung sollte auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Die WHO schreibt vor, nicht mehr als 6 Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen, da zu viel Salz das Wasser aus den Gefäßen in die Blutbahn zieht und somit erhöht sich der Druck.

Hypertoniker sollten bei Ihrer Ernährung ebenfalls darauf achten, dass kein übermäßiger Konsum an Fett und Zucker stattfindet. Obst, Gemüse, viel Wasser oder Tee und ballaststoffreiche Nahrung sollten im Vordergrund stehen. Natürlich darf sich auch ein Stück Schokolade genehmigt werden – im Vordergrund sollte es aber immer noch in Maßen und nicht im Überkonsum enden.

Die Bewegungstherapie sollte immer in Absprache mit einem Kardiologen einhergehen. Der Kardiologe kann bestimmen, in welcher Intensität (Herzschläge/Min) trainiert werden darf. Selbstverständlich dürfen auch andere Sportarten miteinbezogen werdenSo kann beispielsweise das Erlernen von Atemtechniken und Meditationen beim Yoga ebenfalls ein sinnvolles Mittel gegen Bluthochdruck sein.

Fazit


Bluthochdruck ist eine Erkrankung, mit der nicht zu spaßen ist. Gegen diese Erkrankung kann allerdings präventiv mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung gewirkt werden. Natürlich ist es erlaubt, auch ab und zu ein Bier oder ein Glas Wein zu trinken, jedoch sollten der Konsum von Genussgütern im Rahmen gehalten werden. Denn die Folgeerkrankungen sind hierbei nicht zu unterschätzen.

Quellen:

  1. Yoga as Antihypertensive Lifestyle Therapy: A Systematic Review and Meta-analysis.
  2. Huch / Jürgens (2019): Mensch Körper Krankheit
  3. Bluthochdruck
  4. Bluthochdruck und Sport

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