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Creatin ist ein Myostatin-Blocker

Ein Artikel von ergo-log.com
Von ergo-log

Die chemische Sportwelt warte mit angehaltenem Atem auf die Erscheinung von Myostatin-Blockern. Das sind neue muskelstärkende Substanzen, die das Protein Myostatin im Muskel sabotieren und dadurch Muskelaufbau bewirken. Laut einer im Journal of Molecular and Cellular Endocrinology erschienen Studie am Menschen, wirkt ein bereits seit Jahren verfügbares Supplement, genau an dieser Stelle: Falls wir der Studie glauben schenken, ist das gute alte Creatin ein Myostatin-Blocker.

Die Autoren dieser Studie sind Sportwissenschaftler der Arak University (Iran). Sie wollten wissen, wie genau Creatin wirkt. Die meisten Wissenschaftler sehen Creatin als eine Art Batterie an, welche die Muskelzellen mit Energie und Flüssigkeit versorgt. Deshalb kann man einige Kilo Muskulatur gewinnen, wenn man Creatin einnimmt. Die Kraft im Studio steigt ebenfalls an, aber der Effekt ist zeitlich begrenzt. Setzt man Creatin wieder ab, so verschwinden auch die positiven Effekte wieder. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, sagt hingegen, dass Creatin auch die Bildung von Muskelgewebe stimuliert.

Die Forscher führten eine Studie mit 27 männlichen Studenten durch. Acht dieser Studenten taten nichts, sie stellten die Kontrollgruppe dar. Die anderen 19 Studenten trainierten für einen Zeitraum von acht Wochen mit Gewichten. Sie besuchten das Fitnessstudio dreimal pro Woche und absolvierten sechs Grundübungen, welche alle Hauptmuskelgruppen trainierten: Bankdrücken, Latziehen, Bizepscurls, Beinpresse, Beinstrecker und Beinbeuger. Trainiert wurde im Bereich von 60-70% einer Maximalwiederholung. Zwischen den Sätzen wurde nicht mehr als zwei Minuten pausiert.

Die Hälfte der Studenten nahm Creatin ein. In der ersten Woche nahmen sie täglich 0,3 g Creatin pro Kg Körpergewicht (g/Kg) ein, und in den verbleibenden Wochen 0,05 g/Kg. Man muss kein Genie sein, um festzustellen, dass die trainierenden Probanden muskulöser und stärker wurden, und dass die Creatineinnahme diesen Effekt noch verstärkte.

Die Forscher bestimmten die Konzentration von Myostatin im Blut der Probanden. Gewichttraining führte zu einer Verminderung der Konzentration. Die Einnahme von Creatin, verminderte die Konzentration noch weiter!

Creatin als Myostatinblocker


Die Wissenschaftler bestimmten auch die Konzentration des Proteins "Growth and differentiation factor-associated serum protein-1, GASP-1". Dieses Protein neutralisert Myostatin. Es gibt sogar ein Patent, welches beschreibt, dass synthetisches GASP-1 Muskelwachstum bewirken kann. [United States Patent 7,192,717]. Wie auch immer, die GASP-1 Produktion erhöhte sich durch Krafttraining und stieg bei der Kombination von Krafttraining und Creatin sogar noch weiter an.

Creatin als Myostatinblocker


Die Forscher schlussfolgern, dass Creatin die Muskeln nicht nur kurzfristig aufpumpt. Ihnen zufolge, ist Creatin wirklich anabol wirksam und bewirkt eine erhöhte Produktion von Muskelprotein. "Die Verminderung von Myostatin, sowie die Hemmung dessen Funktion durch GASP-1, könnte eine wichtige Rolle bei der Steigerung der Muskelkraft und Muskelmasse durch Widerstandstraining spielen", schreiben die Autoren."Die Supplementierung von Creatin führte zu stärkerem Ansteigen der Muskelmasse und Kraft, und diese Verbesserungen gehen mit verminderten Myostatinkonzentrationen einher".


Quelle: Mol Cell Endocrinol. 2010 Apr 12;317(1-2):25-30.

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