No Brain - No Gain Med #2/2011

Das Ellenbogengelenk

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Disclaimer - Hinweis zu Gesundheitsthemen
Jeder Körper ist individuell und daher erfordert jede Therapie eine vorausgegangene Diagnostik durch entsprechend ausgebildetes medizinisches Fachpersonal. Die Darstellungen von Krankheitsbildern und mögliche Therapieansätze sind immer als allgemeine Darstellung zu verstehen, welche individuelle Abweichungen nicht berücksichtigen kann. Entsprechende Beiträge auf Team-Andro.com dienen rein der Information und haben nicht die Intention, eine medizinische Untersuchung zu ersetzen.

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Das Ellenbogengelenk (Articulatio cubiti) verbindet Ober- und Unterarm und besteht aus drei Teilgelenken: dem Oberarm-Ellen Gelenk (Articulatio humeroulnaris), dem Oberarm-Speichen Gelenk (Articulatio humerodradialis) und dem proximalen Ellen-Speichen Gelenk (Articulatio radioulnaris proximalis). Insgesamt betrachtet erfolgt die Gelenkstabilisierung primär ligamentär, sekundär knöchern.

Die drei Teilgelenke unterscheiden sich sowohl hinsichtlich der Form, wie auch der Funktion.

Articulatio humeroulnaris: Hierbei handelt es sich um ein Scharniergelenk, welches die Knochenrolle des Humerus (Trochlea humeri) mit der entsprechenden Stelle der Ulna verbindet (Incisura trochlearis). Es kann sowohl eine Extension, wie auch eine Flexion des Unterarmes vollzogen werden.

Articulatio humeroradialis: Ausgehend von der grundlegend anatomischen Bauweise handelt es sich um ein Kugelgelenk, welches jedoch in seiner Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt ist, da Ulna und Radius durch Bindegewebe aneinander fixiert sind. Die Gelenkflächen sind das Oberarmknochenköpfchen (Capitulum humeri) und die Gelenkgrube des Radius (Fovea articularis radii). Aufgrund der anatomischen Bewegungseinschränkung sind nur Extension und Flexion, sowie Supination und Pronation des Unterarmes möglich.

Articulatio radioulnaris proximalis: Es handelt sich hierbei um ein Radgelenk (oft auch als Zapfengelenk bezeichnet). Die Gelenkflächen bilden die Speichengelenkfläche (Circumferentia articularis radii), der Einbeziehung des Radius an der Ulna (Incisura radialis ulnae) und das Speichenband an der Innenseite des Radius (Ligamentum anulare radii). Mögliche Bewegungen sind Pronation und Supination des Unterarmes.

Alle drei Gelenke teilen sich eine Gelenkkapsel und bilden eine funktionelle Einheit. Befestigt ist die Kapsel am Humerus überhalb der Gelenkfläche, an der Elle am Übergang zwischen Knorpel und Kochen, sowie am Olecranon, dem oberen Ende der Elle und dem Processus coronoideus, dem Kronenfortsatz, an der Speiche bildet sie eine kleine Aussackung (Recessus sacciformis). Durch einstrahlende Muskelfasern von M. triceps brachii und M. brachialis wird die Kapsel je nach Anforderung gespannt und eine Einklemmung verhindert. Die primäre Innervation erfolgt über die Nerven Nervus radialis, Nervus musculocutaneus, Nervus medianus und Nervus ulnaris.

Ellenbogen
Gelenkkapsel des Ellenbogens, Ansicht von anterior

Ellenbogen
Gelenkkapsel des Ellenbogens, Ansicht von posterior


Das Gelenk ist weitläufig durch Schleimbeutel verstärkt, welche jedoch in der Regel keine Verbindung zur Gelenkhöhle haben. Wie bereits erwähnt, erfolgt die Gelenkstabilisierung primär ligamentär. Vor allem sind hierbei die Seitenbänder (auch Kollateralbänder) zu nennen: das Ellen-Seitenband (Ligamentum collaterale ulnare) und das Speichen-Seitenband (Ligamentum collaterale radiale), weiterhin das ringförmige Speichenband (Ligamentum anulare radii).

Ligamentum collaterale ulnare: Es zieht vom medialen Epicondylus des Humerus (Epicondylus medialis humeri) zur medialen Seite der Incisura trochlearis der Ulna. Es ist das wichtigste Band zur Gelenkstabilisierung des Ellenbogengelenkes und fängt rund 55% des Valgusstresses im Ellenbogen auf.

Ligamentum collaterale radiale: Es entspringt dem medialen Epicondylus des Humerus (Epicondylus medialis humeri) und strahlt in das Ligamentum anulare radii ein. Das Band ist recht kurz und sehr massiv und verstärkt somit die Gelenkkapsel.

Ligamentum anulare radii: Es geht von der Incisura radialis ulnae aus und hält den Speichenkopf (Capu radii) in Position und ist Bestandteil des Articulatio radioulnaris proximalis.

Ellenbogen
linkes Ellenbogengelenk, mit den Seitenbändern anterior und ulnar

Ellenbogen
linkes Ellenbogengelenk, mit den Seitenbändern posterior und radial


Muskulär vollziehen primär die Muskulatur des Oberarmes die aktiven Bewegungen, auch wenn die Unterarmmuksulatur durchaus beteiligt ist. Aufgrund der primären Bewegungsfreiheit des Ellenbogengelenkes in Flexion und Extension werden die beteiligten Muskeln auch in Extensoren (M. triceps brachii, M. anconeus) und Flexoren (M. biceps brachii, M. brachialis) unterteilt.

Wie bereits erwähnt ist die Bewegungsfreiheit primär auf Extension und Flexion begrenzt. Hierbei sind in der Flexion Winkel bis zu 150° (ausgehend von der Neutralstellung) möglich, eine Extension über die Neutralstellung hinaus ist in aller Regel nicht möglich (selten bei Frauen und Kindern bis 10°). Im Articulatio radioulnaris proximalis sind weiterhin auch Drehbewegungen, sowohl bei der Pronation, als auch bei der Supination in der Regel bis 90°.

Das Ellenbogengelenk sieht sich in der heutigen Zeit häufig Fehlbelastungen ausgesetzt, was in einer Epicondylitis (radialis humeri oder ulnaris humeri) enden kann. Weiterhin sind Luxationen und auch entzündliche Gelenkerkrankungen häufig.

Hinweis des Autors: Gerne bieten wir auch eine individuell auf euch zugeschnittene Betreuung an. Alle Informationen hierzu findet ihr unter www.ironhealth.de! Ihr habt Fragen? Dann kontaktiert uns doch einfach unter info@ironhealth.de!

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