Erfahrungen mit Dantes Höllentrip

DC – Eine Neuauflage (IV)

DC Shoulder Cure

Bei den ganzen schweren Verbundübungen und Stretches kann es gut sein, dass nach ein paar Blasts die Schultern anfangen zu zicken. Allgemein sind die Schultern sehr sensible Gelenke, die eigentlich ganzschöne Divas sind. Als freibewegliches Gelenk sind sie keine Scharniergelenke wie das Knie, sondern werden in allen Richtungen anfällig für Verletzungen. Meistens passiert dies aufgrund von einer Innenrotation jener und fehlender externen Rotationsfähigkeit. Wir alle kennen den typischen Look – Neanderthaler im Studio! Gewölbter Rücken, nach vorne hängende Schultern und hängender Kopf. Das ist quasi eine Einladung für Impingement, Bursitis oder sogar eine AC Sprengung im schlimmsten Fall. Aus diesem Grund muss man die hintere und seitliche Schulter im Training bei Wahl von indirektem Stimulus oder Widowmakern bedenken und das Stretching ernst nehmen. Wer allerdings Schulterpobleme entwickelt, der sollte an Shoulder Discolations sein Glück versuchen. In einem Extra-Post auf Dantes Board schrieb er, dass 90% der Schulterprobleme durch diese Übung gelöst werden sollen.

Man nimmt einen Besenstil oder ein Gummiband in die Hände vor sich und greift mit einem breiten Obergriff die Enden. Nun rollt man mit geraden Armen und durchgestreckten Ellenbogen Die Arme über den Kopf hinweg bis man den unteren Rücken bzw. den Po mit dem Untensil berührt. Am Anfang braucht man einen wirklich breiten Griff, sodass mir sogar ein regulärer Besenstil zu klein war, doch mit der Zeit verbessert sich die Flexibilität extrem. 50 Wiederholungen am Tag und eine Wärmesalbe nachts auf die Schulter sollten schon nach 2 Wochen Linderung der Probleme verschaffen. Wenn nichts hilft, sollte der Cruise ausgeweitet und komplett Pause gemacht werden. Ein entzündeter Schleimbeutel kann auch bis zu einem Monat lang brauchen, um sich zu regenerieren. Von dem Dauergebrauch von NSAR rate ich explizit ab, es sei denn du willst dauernd Magenschmerzen haben und Tannenzapfen scheißen. Ein eventuelles Geschwür im 12-Finger Darm nach 16 Wochen Anwendung will auch niemand!


Erfahrungen/Kritik

So reißerisch und toll das System auch klingt, oft wird man nach mehreren Blasts zu einem nüchternen Ergebnis kommen, ob einem das System liegt oder nicht. Die Erwartungen werden ja meist vom Umfeld gefestigt und aus diesem Grunde habe ich meinen geschätzten Moderations-Kollegen und Foren-Freund "Biqmil", der seit langer Zeit nach DC trainiert und schon etliche Blasts durch hat gefragt, ob er nicht Lust hätte, uns ein kleines Statement zu seinen Erfahrungen mit dem DoggCrapp Trainingssystem mitzuteilen. Ich hatte ihn gebeten, sich nicht unbedingt kurz fassen zu müssen, daher kommt hier ein Absatz, unverändert und zitiert nach der PN, die ich von ihm darauf bekam. An dieser Stelle noch ein dickes DANKESCHÖN an ihn.

Auf Dante's Trainingsprinzip bin ich vor ein bisschen mehr als 3,5 Jahren gestoßen und habe im Zuge der Eröffnung des DC-Unterforums auf Andro damit angefangen, nach Doggcrapp zu trainieren. Ich hatte bis dato sehr viel ausprobiert - das meiste jedoch mit relativ bescheidenem Erfolg. Gewillt DC mindestens für 6 Monate durchzuziehen (das halte ich auch für die "Mindestlaufzeit", die jeder, der das System ausprobieren will, veranschlagen sollte), habe ich also meine ersten Gehversuche in dieser Hinsicht gemacht. Durch die Kontinuität und fortwährende Progression, die mir in meinen vorhergehenden Trainingsjahren häufig gefehlt haben, konnte ich mein Gewicht in den ersten 6 Monaten trotz mangelnder Voraussetzungen für das Trainingssystem stark steigern.

Nach fast 3 Jahren durchgehendem "beat the log book" auf Grundlage des 2er-Splits bin ich vollkommen davon überzeugt, dass Doggcrapp eines der wenigen Trainingsprinzipien ist, die sowohl mental als auch physisch wirklich alles von einem abverlangen. D.h. gegeben den Fall, dass DC für einen wirklich besser als andere Systeme funktionieren sollte, muss man sich unweigerlich darauf einstellen, dass das Training meistens kein Zuckerschlecken und oftmals sogar so fordernd ist, dass der Spaß daran verloren geht.
Genau aus diesem Grund habe ich auch hin und wieder in den letzten 3 Jahren für eine Zeit lang mit DC aufgehört. Der mentale Druck ist wirklich nicht von dieser Welt und stellt auf lange Sicht gesehen - neben Kleinigkeiten, wie "ich kann nur eine Übung für Brust machen" - wohl das allergrößte Problem dar. Aus demselben Grund halte ich das System für jeden noch so motivierten Anfänger für völlig ungeeignet, was auch folgende Metapher der DC-Legende Scott McDonough meiner Meinung nach gut verdeutlicht:

"You just got your drivers license and it's time to go pick out a car, you've driven a 1993 beat up family car to get some practice in but have only been behind the wheel 12-15 times really.
Are you going to go to the lot and pick out a 700 horsepower barely street legal racer that requires years of skill to drive correctly without killing yourself? No you are going to get something that is within your skill set at this point. Sure you COULD take the race car and never go above 25 miles per hour because that's all you've done in the neighborhood and driving with your parents, but if you are just going to do that... why bother with something designed to be driven at full throttle ?"

(Im Gespräch mit einem Neuling, der bestimmt noch 5 Jahre zusätzliche Trainingserfahrung benötigt, um überhaupt ansatzweise Vorzüge durch Doggcrapp zu erlangen)

Höchstwahrscheinlich fahre ich selber mit DC nicht viel schneller als 25mph (nicht zuletzt, da ich aus persönlichen Gründen schon länger kein Massive Eating mehr betreibe) - trotzdem kehre ich immer wieder zum System zurück, weil es mir im Laufe meiner Trainingsjahre doch den meisten Erfolg beschert hat und der Faktor Spaß in meinen Augen eben auch zeitweise weiter hinten angestellt werden kann.


Wie man sehen kann, wird hier die Belohnung für die harte Arbeit mehr als betont. Auch wird erwähnt, dass DC nicht für alle Leute geeignet ist, so hat auch unser "Mädchen für alles" auf Andro – CookinT – mit DC als Volumenfreak keine guten Erfahrungen machen können. Um sich auf DC einzulassen, muss man denke ich eine schrittweise Volumenreduktion durchführen und das gesamte Vorgehen, wie biqmil schon erwähnte, auf längere Sicht planen können. Wer nicht weiß, wann er das nächste Mal im Studio stehen wird, der wird mit der geforderten Kontinuität nicht klarkommen. Weitergehend wird thematisiert, wie der Faktor "Spaß" auch mal dem Erfolg zeitweise untergeordnet werden kann, da dies in manchen Phasen einfach mal passiert. Kommt der Erfolg, hat man da auch normalerweise wieder Spaß dran. Das vom ihm treffend gewählte Zitat, welches die Metapher des Autos beschreibt, (Zitat im Zitat – INCEPTION), wie erst eine Basis vorhanden sein muss, um so ein Expressticket zur Masse ziehen zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein 1-Jahres-Anfänger die nötige Progression SICHER gewährleisten kann. Ohne richtig eingebläute Technik wird es immer mehr zu einem Gereiße und daher muss man aufpassen, es nur jemandem zu verordnen, der diese Bedingungen beherzigt bzw. erfüllt. Hingegen heißt es nicht, dass die Kernprinzipien für Anfänger nicht funktionieren! Ich denke, dass jeder Anfänger die Quintessenz von DC gebrauchen kann: Progression, saubere Technik, Verbundübungen und Masseaufbau durch Kalorienüberschuss. Stretching ist da sicher auch bei weitem nicht das Schlechteste, was man sich abschauen kann. Ob es direkt Extreme Stretching ist, sei dahingestellt, doch an der Beweglichkeit hätte ich gerne im Nachhinein als Anfänger direkt gearbeitet. Sowas holt einen früher ein, als es einem lieb ist. Vor allem die Shoulder Cure ist ABSOLUTES Gold wert. Wirklich, wer das über Monate durchzieht, wird noch lange was von seinen gesunden Schultern haben.

Abschluss

Nach mehr als einer Woche purer Schreibarbeit an diesem Artikel komme ich nun zu einem Ende, was mich mehr als überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich fast 22 Seiten mit neuaufgelegten Fakten über das System füllen kann, nach dem ich nichtmal den Großteil meiner Trainingslaufbahn trainiert habe. In dem Basicartikel fehlten meiner Meinung nach wichtige Aspekte, die man sich sonst nur auf Eigenrecherche aus den amerikanischen Boards holen konnte, die ich hier versucht habe aufzunehmen. Aus diesem Grund hängen die Abschnitte auch nicht unbedingt zu 100% zusammen, eher ist es eine kleine Enzyklopädie über die Philosophie des meiner Meinung nach Genies Dante Trudel. Ich weiß noch nicht in welcher Form der Artikel veröffentlicht wird, entweder in Teilen oder im Ganzen, doch wenn letzteres der Fall ist, tut euch doch bitte einen Gefallen und lest alles einmal durch. Auch wenn Du ein absoluter Volumenfreak bist und nur die Kapitel überflogen hast, kannst Du eine Menge neuer Ideen für Dein Training hierraus ziehen, die Dir sicher zu einem besseren Körper und somit damit ruhenden Wohlbefinden helfen.

Möchtest Du Dich für den DoggCrapp-Weg entscheiden, so statte doch unserem dafür vorgesehenen Bereich im Board einen Besuch ab. Die aktivsten Zeiten sind zwar vorbei, doch sind die gesammelten Informationen auf keinen Fall verkehrt. Auch wirksame Blast-Pläne werden vorgestellt und der Small Talk über das System ist immer ein paar Leseminuten wert.

Ein paar Abschlussworte, die nicht in irgendwelche Überschriften passen, inform von Stichpunkten, möchte ich jedoch noch anhängen:
  • Beim Widowmaker nicht bei 20 aufhören wenn noch Dampf im Tank ist.
  • Wenn die Übung Steigerung zeigt und Spaß macht, behalte sie ruhig für eine weitere Rotation drin. Bei Stagnation wird gewechselt.
  • DC ist keine starre Richtlinie, es ist eigentlich ein sehr individuelles System, welches durch die eigenen Essgewohnheiten, körperlichen Gegebenheiten und Einschränkungen angepasst werden muss.
  • Auch wenn man Kreuzheben hasst, bringt es verdammt nochmal Masse und das sage ich, als absoluter Kreuzhebe-Hasser.
  • 6 Liter oder mehr am Tag trinken verbessert das Wohlbefinden und spült die Blase mehr durch, als einem lieb ist.
  • Finalgon extrastark ist nie verkehrt.
  • "Schlechte" Nahrungsmittel immer vorm Carb Cutoff. Wenn der Whopper mal zum Mittag kommt, ist das echt nicht weiter tragisch. Bestelle aber lieber noch einen dazu und einen Nuggetburger zusätzlich. Kalorien-Mast!
  • Grüner Tee eiskalt ist der Hammer und kann sogar für die Workout-Nutrition statt Wasser benutzt werden.
  • Statt Maltodextrin nach dem Training tun es auch Haribo-Weingummis oder die gute alte Ritter Sport. (Warum hat die wohl "Sport" im Namen?!)
  • Konzentriere Dich nicht so auf Supplements, sondern eher auf qualitativ hochwertiges Essen. Rinderhack statt Halb und Halb ist zwar etwas teurer, aber definitiv hochwertiger.
  • Wer Fleisch nicht pur runterkriegt mit Öl, kann sich eine Suppe kochen, Fleisch reinschneiden und etwas mehr Öl reinpacken. Schon hat man eine Eiweiß + Fett Mahlzeit.

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