Wettkampfvorbereitung mit wissenschaftlicher Unterstützung

Die letzten 10 Tage der Wettkampfvorbereitung (I)

Ein Artikel von Bodybuilding.com
von Francesco Casillo

Die letzten Tage vor einem Wettkampf stellen die finale Phase der Wettkampfvorbereitung dar. Während dieser Tage bereitet sich ein Bodybuilder darauf vor, am entscheidenen Tag auf der Bühne so gut wie möglich auszusehen. Diese heiße Phase beginnt 10 Tage vor dem Wettkampf … 10 Tage, während denen man diese bestimmten kleinen Anpassungen vornehmen kann, die bei richtiger Ausführung einen entscheidenden Unterschied machen können! Man kann sich während dieser Phase entweder zum Besseren oder zum Schlechteren verändern und in diesem Artikel werde ich etwas über die versteckten wissenschaftlichen physiologischen Hintergründe schreiben.

Bevor ich anfange, möchte ich sicherstellen, dass niemand das, was ich gerade geschrieben habe, missversteht. Zehn Tage Vorbereitung können keine Wunder bewirken. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne wird man im Bezug auf das subkutane Fett nicht definierter werden und auch keine nennenswerte fettfreie Muskelmasse aufbauen. Diese beiden Arten der morphologischen Anpassung benötigen einen weitaus größeren Zeitraum, um den Körper anhand des richtigen Stimulus dazu zu bewegen, die richtigen Veränderungen (Muskelwachstum, Fettabbau) vorzunehmen. Diese Arten der Anpassungen gehören in einen völlig anderen Artikel.

Der Inhalt dieses Artikels wird sich lediglich damit beschäftigen, wie man die eigene Muskelhärte besser zur Geltung bringt und das glatte Aussehen verhindert, das leicht unter den starken Scheinwerfern der Showbühne zum Vorschein kommt.

In diesem Artikel geht es darum zu beschreiben, wie man das subkutane Wasser loswird und auf der Bühne ein volleres Aussehen der Muskeln erreicht!


Um ehrlich zu sein, stellt das Verfassen eines solchen Artikels für jeden – mich inklusive – eine anspruchsvolle und schwierige Aufgabe dar. Dies liegt daran, dass ein solcher Artikel ein großes endokrinologisches Wissen und gleichzeitig persönliche Anpassungen bedarf. Ich werde versuchen, so verständlich wie möglich zu schreiben und dem Leser die Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die er benötigt, um zu verstehen, wie er sein Ziel am besten erreichen kann. Ich werde zusätzlich hierzu auch meine eigene Wettkampfvorbereitung und deren Planung beschreiben.

Dieser Artikel besteht aus fünf Teilen:
  1. Totale Entleerung und Wiederauffüllung der Glykogenspeicher
  2. Die Natriumzufuhr
  3. Der Konsum von viel Wasser
  4. Wie integriert man all dies in die Wettkampfvorbereitung
  5. Ein Beispiel – meine aktuelle Wettkampfvorbereitung
Dies wird für den Leser mit Sicherheit nicht der leichteste Artikel sein, den er je gelesen hat, doch man kann mir vertrauen – man wird froh sein, diesen Artikel gelesen zu haben. Fangen wir also an:

TEIL EINS: Die vollständige Entleerung und Wiederauffüllung der Glykogenspeicher

Dies ist der erste Schritt, den Bodybuilder für gewöhnlich während der heißen Phase der Wettkampfvorbereitung tun. Glykogen ist das Glukosepolymer, das sowohl in der Leber als auch in der Muskulatur gespeichert wird. Es dient als Grundstoff für die Energiebereitstellung, doch die Freisetzung aus der Skelettmuskulatur geschieht infolge anderer Stimuli, als dies beim Leberglykogen der Fall ist.

Die Leberglykogenolyse (der Abbau von Glykogen in der Leber) dient der Aufrechterhaltung adäquater Blutzuckerspiegel, um den Glukosebedarf des Gehirns und anderer Organe zu decken. Die Muskelglykogenolyse tritt nur während emotionaler und/oder körperlicher Anstrengungen auf, um den Energiebedarf der Muskulatur zu decken.

Glukose ist ein Molekül, das aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff besteht … Seine exakte chemische Struktur ist C6 H12 O6. Es enthält Wasser!

Schauen wir uns an, warum dies so wichtig ist!

Unter normalen Umständen liegt die Glykogenkonzentration der Skelettmuskulatur im Bereich von 1,5 bis 2 Gramm Glykogen pro 100 Gramm Skelettmuskelgewebe. Der schwedische Wissenschaftler Bergstrom konnte im Jahr 1969 zeigen, dass die Glykogenkonzentration nach einer kohlenhydratarmen Phase von drei Tagen Dauer in Verbindung mit länger andauernden körperlichen Anstrengungen auf einen Wert von etwa 0,6g Gramm fällt! Auf diese zeitlich auf 3 Tage beschränkte Entleerung der Kohlenhydratspeicher folgte eine kohlenhydratreiche Phase, die eine höhere Muskelglykogenkonzentration als vor der Entladephase zur Folge hatte.

Auch Marathonläufer verwenden während der letzten Woche vor einem Marathon die Methode der Entleerung der Kohlenhydratspeicher mit hierauf folgender Wiederauffüllung der Glykogenspeicher. Im Laufe dieser Woche wird hierbei der Trainingsumfang schrittweise reduziert und die Kohlenhydratzufuhr während der letzten drei Tage der Woche erhöht. (Aus Sherman, W.M., et al.: Effect of exercise-diet manipulation on muscle glycogen and its subsequent utilization during performance. Int. J. Sports Med., 2:114, 1981).

Die Resultate der erwähnten Studie waren für die Ausdauersportler, die eine hohe Leistung erbringen müssen und große Mengen an sofort verfügbarer Energie in Form von Glykogen benötigen, eine große Hilfe. Diese Resultate sind auch sehr gut auf Bodybuilder anwendbar. Vielleicht werden sich einige Leser an dieser Stelle fragen, wie eine Vergrößerung der Glykogenspeicher einem Bodybuilder während des Wettkampfs helfen kann.

Hier ist der Grund dafür:

Wenn die Kohlenhydratentladephase korrekt durchgeführt wurde und eine dramatische Entleerung der Glykogenspeicher bewirkt hat, entsteht hierdurch eine Art Hungerzustand für die Muskeln, was zur Folge hat, dass diese während der nächsten Superkompensationsphase mehr Glykogen als unter normalen Umständen speichern. Mit anderen Worten gesagt, können die Muskeln unter diesen Umständen zwischen 3,5 und 4 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm Skelettmuskelgewebe speichern. In diesem Zusammenhang sollte man bedenken, dass jedes Gramm Glykogen 2,7 Gramm Wasser bindet. Dies bedeutet für einen Bodybilder, der über 45 Kilo fettfreies Muskelgewebe verfügt (man darf in diesem Zusammenhang fettfreie Muskelmasse nicht mit fettfreier Körpermasse verwechseln. Fettfreie Muskelmasse umfasst nur die Muskeln, während bei der fettfreien Körpermasse Muskelmasse, Organe, Knochen und Wasser mitgezählt werden.), während der Kohlenhydratladephase sein Körpergewicht mit Hilfe des zusätzlichen Glykogens und des daran gebundenen Wassers um etwa 3,33 Kilo erhöhen kann.

Die zugrunde liegende Berechnung sieht folgendermaßen aus:
  1. 45 Kilo * 10 = 450 hg (Kilogramm Skelettmuskelmasse umgerechnet in hg. 1 kg entspricht 1000 Gramm, 1 hg entspricht 100 Gramm)
  2. 450hg x 2 = 900 Gramm (Gesamtmuskelglykogengehalt, die Zahl 2 steht für die durchschnittliche Glykogenkonzentration pro 100 Gramm Muskelgewebe vor dem Entladen der Kohlenhydratspeicher)
  3. 900 * 3,7 = 3330 Gramm (Gesamtmenge an in der Muskulatur gespeicherten Menge an Glykogen und gebundenem Wasser vor der Entladephase. 3,7 = 1 Gramm Glykogen und 2,7 Gramm Wasser)
  4. hg 450 x 4 = 1800 Gramm (Gesamtmuskelglykogengehalt, die Zahl 4 steht für die maximale Glykogenkonzentration pro 100 Gramm Muskelgewebe nach der Superkompensation)
  5. 1800 * 3,7 = 6660 Gramm (Gesamtmenge an in der Muskulatur gespeicherten Menge an Glykogen und gebundenem Wasser nach der Superkompensation. 3,7 = 1 Gramm Glykogen und 2,7 Gramm Wasser)
  6. 6660 Gramm – 3333 Gramm = 3330 Gramm (Differenz zwischen in der Muskulatur gespeichertem Glykogen und gebundenem Wasser vor und nach der Entladephase/Superkompensation)
All dieses zusätzliche Gewicht besteht aus Glykogen und Wasser. Hierbei handelt es sich nicht um Wassereinlagerungen. Wassereinlagerungen bedeuten, dass das Wasser sich zwischen den Zellen (in diesem Fall zwischen den Muskelzellen) befindet, wodurch die Muskeln ein glattes Aussehen bekommen und man nicht das harte definierte Aussehen erreicht, das nach all den Opfern, die man während der Wettkampvorbereitung bringen musste, so schwer zu erzielen ist. Das an Glykogen gebundene Wasser befindet sich jedoch innerhalb der Zellen, da sich auch die Glykogenspeicher innerhalb der Zellen befinden. Aus diesem Grund wirken die Muskeln nach einer Kohlenhydratladephase größer und massiger!

Um diese Superkompensation zu bewirken, ist es sehr wichtig mit der richtigen Menge an Kohlenhydraten aufzuladen. Die Zufuhr von weniger Kohlenhydraten als notwendig wird die erwünschte Wirkung nicht hervorrufen und es kann dann sogar sein, dass sich die Muskeln leer anfühlen und kleiner erscheinen. Dies ist das, was Wettkampfbodybuildern gewöhnlicherweise passiert! Wenn dies geschieht, wäre es besser gewesen, erst überhaupt keine Kohlenhydratladephase durchgeführt zu haben.

Wenn die Kohlenhydratzufuhr hingegen die für die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher benötigte Menge übersteigt, dann wird der Überschuss in subkutanes Körperfett umgewandelt. NICHT GUT!

An dieser Stelle möchte der Leser wahrscheinlich wissen, wie viele Kohlenhydrate er essen sollte, um all seine Glykogenspeicher wiederaufzufüllen, ohne das Risiko einzugehen die Muskelgröße zu reduzieren oder Fett aufzubauen.

Die empfohlene Kohlenhydratmenge wird während der drei auf die Entladephase folgenden Tage auf 400 bis 600 Gramm pro Tag abgeschätzt. Es gibt auch andere sehr verlässliche Bodybuildingexperten, die statt der beschriebenen 3 Tage Länge von Entlade- und Ladephase jeweils 2 Tage für Entladen und Laden empfehlen. Meine Meinung hierzu ist, dass die genaue Länge der beiden Phasen eine individuelle Angelegenheit ist, die nicht auf jeden gleichermaßen anwendbar ist. Selbst gute Resultate, die von unterschiedlichen Personen unter Verwendung unterschiedlicher Schemata erzielt wurden, können nicht ohne weiteres auf jeden anderen übertragen werden.

Die Faktoren, die zu den unterschiedlichen Reaktionen verschiedener Menschen auf ein und dasselbe Schema beitragen, sind hauptsächlich genetischer Natur und/oder hängen mit dem persönlichen Trainingsplan während der Entladephase zusammen.

(A) Genetische Faktoren

Das individuelle Verhältnis von schnell kontrahierenden Muskelfasern zu langsam kontrahierenden Muskelfasern

Im Lauf der Evolution hat der Mensch sowohl seine Muskelstruktur als auch deren muskulare Funktion entwickelt, um sich an seine Umgebung anzupassen. Das Verhältnis von schnell kontrahierenden zu langsam kontrahierenden Muskelfasern hat sich zur Erfüllung desselben Zwecks entwickelt: dem Überleben.

Da die langsam kontrahierenden Muskelfasern durch ihre Widerstandsfähigkeit und niedrige Ermüdungsrate charakterisiert werden, haben sie sich am Körper in den Bereichen entwickelt, die an länger andauernden Bewegungen (wie z.B. gehen, langes Laufen, usw.) und Anstrengungen, die nur einen geringen Widerstand bedürfen, beteiligt sind: die unteren Extremitäten (Unterarme, Waden), die Bauchmuskulatur usw..

Die oberen Extremitäten (Oberarme, Oberschenkel) bestehen im Gegensatz hierzu hauptsächlich aus schnell kontrahierenden Muskelfasern, und dienen anderen Zwecken wie z.B. schnelle Bewegungen (wie z.B. werfen oder kämpfen) und Kraftanstrengungen. Diese ist jedoch nur eine recht grobe Aufteilung und jeder von uns verfügt über unterschiedliche Verhältnisse diese Fasern untereinander. Dies stellt einen wichtigen Faktor dar, da sich die Kapazität für die Glukoseverwendung bei diesen zwei Typen von Muskelfasern stark unterscheidet.

Bei den schnell kontrahierenden Fasern handelt es sich um sogenannte glykolytische Fasern, was bedeutet, dass sie primär Glykogen für die Energieproduktion verwenden. Langsam kontrahierende Fasern werden auch als oxidative Fasern bezeichnet, was bedeutet, dass sie Sauerstoff benötigen, um Energie zu produzieren und dass sie Sauerstoff benötigen, um die organischen Substrate vollständig zu oxidieren.

Schnell kontrahierende Fasern generieren selbst dann Energie, wenn ihnen kein Sauerstoff zur Verfügung steht, wie dies während reinen anaeroben Anstrengungen der Fall ist, zu denen unter anderem ein Training mit Gewichten mit einem maximalen Wiederholungsbereich von 12 Wiederholungen gehört, bei dem man ein Gewicht verwendet, das schwer genug ist, um maximal 12 Wiederholungen auszuführen.

Langsam kontrahierende Fasern werden hauptsächlich während aerober Anstrengungen wie Laufen oder Joggen rekrutiert, doch sie kommen auch beim Training mit Gewichten zum Einsatz, wenn die Wiederholungszahl über 12 Wiederholungen hinausgeht.

Unser Ziel besteht darin, die Kohlenhydratspeicher so weit wie möglich zu entleeren. Dieses Ziel hängt sowohl von unserem genetisch vorbestimmten Verhältnis von schnell kontrahierenden zu langsam kontrahierenden Fasern als auch von der Art des Trainings ab. Wenn man über ein vorteilhaftes Verhältnis von schnell kontrahierenden zu langsam kontrahierenden Fasern verfügt, dann besitzt man größere Glykogenspeicher, als im gegenteiligen Fall, was bedeutet, dass während der Kohlenhydratladephase mehr Glykogen gespeichert werden kann.

Der Trainingsplan während der Kohlenhydratentladephase

Der Trainingsplan, der während der Kohlenhydratentladephase befolgt wird, sollte darauf abzielen die Kohlenhydratspeicher der Skelettmuskulatur drastisch zu entleeren.

(B) Art des Trainings

Während der 3 Tage der Kohlenhydratentladephase sollte an jedem dieser Tage mit Gewichten trainiert werden. An diesen Tagen sollten alle Muskelgruppen trainiert werden. In der Regel wird ein Ganzkörperzyklus absolviert, das aus einem Satz pro Muskelgruppe besteht. Nachdem der ganze Körper trainiert wurde, beginnt ein neuer Zyklus usw.. Dies wird so lange fortgesetzt, bis die Erschöpfung ein weiteres Training unmöglich macht. Für gewöhnlich wird der Zyklus drei- bis viermal hintereinander durchlaufen.

Beispiel:

  • Brust 1 x 8-12
  • Latissimus Dorsi 1 x 8-12
  • Schultermuskeln 1 x 8-12
  • Bizeps 1 x 8-12
  • Trizeps 1 x 8-12
  • Bauchmuskeln 1 x 12
Dieser Zyklus wird zwei bis dreimal durchlaufen.

Wie dem Leser vielleicht aufgefallen ist, befindet sich in diesem Plan keine Übungen für die Beine. Der Grund hierfür ist, dass es bei den Quadrizeps mindestens 7 Tage nach dem letzten Training dauert, bis diese tiefe Einschnitte zeigen und hart definiert aussehen.

Andere Experten trainieren jede Muskelgruppe mit 3 oder 4 Sätzen am Stück, anstatt immer nur einen Satz auszuführen und dann zur nächsten Übung für die nächste Muskelgruppe überzugehen. Auch wenn diese Praxis einen besseren Pump ermöglicht, könnte man bereits erschöpft sein, bevor man alle Muskelgruppen trainieren konnte.

Die Anzahl der Wiederholungen pro Satz

Die Muskelfasern, die stimuliert werden müssen, sind natürlich die glykolytischen schnell kontrahierenden Muskelfasern, da nur dieses Fasern eine hohe Affinität für einen anaeroben Glukosekatabolismus (anaerobe Glykolyse) zeigen und dazu in der Lage sind Glykogen in Glukose zum Zweck der Energieproduktion während eines hochintensiven anaeroben Laktattrainings aufzubrechen.

Diagramm1


Dies liegt daran, dass das Enzym Phosphofructo Kinase (PFK) hochaktiv ist, wenn dieser Typ von Muskelfasern stimuliert werden. Dieses Enzym spielt bei der Regulierung des glykolytischen Prozesses eine dominante Rolle. Genau genommen ist dieses Enzym am isomerischen Katalyseprozess der Umwandlung von Glucose-6-Phosphat in Fructose-6-Phsphat beteiligt.

Dieser Prozess läuft nur dann im Zytosol ab, wenn Glukose für die Energieproduktion verwendet werden muss. Dies zeigt, dass die Stimulierung der schnell kontrahierenden Muskelfasern eng mit dem Katabolismus (Abbau) von Glukose in Verbindung steht. Der größte Teil dieser Glukose entstammt direkt dem Abbau von Glykogen und bewirkt deshalb im Endeffekt eine Entleerung der Glykogenspeicher.

Die langsam kontrahierenden Muskelfasern besitzen dagegen primär oxidative Stoffwechseleigenschaften und nur geringe glykolytische Eigenschaften. Dies konnte durch die Beobachtung der Aktivität des Enzyms Succinic Dehydrogenase (SDH) gezeigt werden, welches beim oxidativen Stoffwechsel eine entscheidende Rolle spielt.

Diese Enzym ermöglicht sowohl die Umwandlung von Bersteinsäure (Succinic Acid) in Fumarsäure (dies geschieht im Rahmen des Krebszyklus innerhalb der Mitochondrien), die für die Fortsetzung des Krebszyklus wichtig ist, als auch die Reduktion von Co-Enzym FADH2, welche ihrerseits an der Produktion von ATP in der Elektronentransportkette an der Innenmembran der Mitochondrien beteiligt ist. Auch wenn diese chemische Reaktion für den Prozess der Energieproduktion sehr wichtig ist, hat sie nur einen sehr viel geringeren Einfluss auf die Glykogenspeicher als dies bei der PFK der Fall ist, wenn die schnell kontrahierenden Muskelfasern richtig simuliert werden.

All dies soll klarstellen, dass eine Stimulation der langsam kontrahierenden Muskelfasern für eine optimale und maximale Entleerung der Glykogenspeicher wenig Sinn macht.

Erinnern wir uns daran, dass unser Ziel darin besteht, einen Hungerzustand der Muskeln zu erreichen, der es uns während der Kohlenhydratladephase ermöglicht die Glykogenspeicher mit bis zu 4 Gramm Glykogen pro 100 Gramm Muskelgewebe aufzuladen. Um dies zu erreichen ist ein Hypertrophie Laktattraining mit einem Widerholungsbereich von 8 bis 12 Wiederholungen pro Satz am besten geeignet. Dieser Wiederholungsbereich stimuliert die schnell kontrahierenden Muskelfasern maximal. Genau genommen ist die hohe Milchsäureproduktion, die durch diese Art des Trainings bewirkt wird, der natürliche Beweis für die Stimulation dieser Muskelfasern, da Laktat die letzte Stufe der anaeroben Glykolyse darstellt, bei der Pyruvat aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Sauerstoff reduziert wird.

In diesem Fall stellt Laktat (Milchsäure) das Endprodukt des Glukosekatabolismus (Glykolyse) dar und die hierfür (in diesem Fall während des Trainings mit Gewichten) verwendete Glukose stammt aus dem Abbau (Katabolismus) von Glykogen (Glykogenolyse).

Eine niedrigere Anzahl von Wiederholungen (mit einem schwereren Gewicht) beansprucht die schnell kontrahierenden Muskelfasern weitaus stärker als ein moderates Gewicht, mit dem man 12 Wiederholungen ausführen kann, doch in diesem Fall wird das von den schnell kontrahierenden Muskelfasern verwendete Energiesubstrat nicht durch die Glykogenolyse sondern in Form von ATP und Kreatinphosphat zur Verfügung gestellt. Ein Wiederholungsbereich, der 12 Wiederholungen übersteigt, neigt dazu die langsam kontrahierenden Muskelfasern stärker als die schnell kontrahierenden Muskelfasern zu stimulieren.

Zusammengefasst bedeutet all dies, dass man während der Entleerungsphase der Glykogenspeicher im Wiederholungsbereich von 8 bis 12 Wiederholungen bleiben sollte, um sicherzustellen, dass die Glykogenolyse so stark wie möglich für die Energieproduktion herangezogen wird.

Die Pausen zwischen den Sätzen

Während der ersten Wiederholungen des ersten Satzes ist der Effekt des Muskelbrennens noch nicht spürbar, da noch keine Milchsäure produziert wurde. Während der ersten Wiederholungen des Satzes verwendet die Muskulatur gespeichertes ATP als Energiequelle. Der Abbau von in der Muskulatur gespeichertem ATP und Kreatinphosphat wird auch als anaerober, nicht laktatischer Stoffwechsel bezeichnet, da keine Milchsäure (Laktat) produziert wird.

Es ist wichtig dies zu wissen, um die richtige Erholungszeit zwischen den Sätzen verstehen zu können.

Sobald der Satz beendet ist, werden die ATP Speicher über verschiedene Mechanismen wiederaufgefüllt, was zwischen 3 und 5 Minuten dauert. Wenn der nächste Satz folgt, bevor die ATP Moleküle erneut synthetisiert wurden und wieder als Energiequelle zur Verfügung stehen, wird das für die Energiefreisetzung während des nächsten Satzes benötigte ATP mit Hilfe der Glykolyse hergestellt, welcher die Glykogenolyse voraus geht.

Je kürzer man zwischen den Sätzen pausiert, desto mehr Glykogen wird für die Energieproduktion verwendet und je mehr Glykogen man verbraucht, desto stärker werden die Glykogenspeicher entleert. Aus diesem Grund sollte man versuchen eine Pausenzeit von 60 bis 90 Sekunden zwischen den Sätzen nicht zu überschreiten.

TEIL ZWEI: Natrium (Salz) Zufuhr

Aldosteron ist eines der Hormone, das für Wassereinlagerungen verantwortlich ist.

Aldosteron wird am Ende einer Hormonkaskade ausgeschüttet, die primär durch eine reduzierte Menge an Natrium ausgelöst wird, welche den distalen Tubuls der Nieren erreichen. Es gibt noch andere Faktoren, die zur Aktivierung diese Kaskade beitragen, doch der Natriumspiegel ist der wichtigste Faktor. Eine sympathische Stimulation (über die B1-Adrenozeptoren), eine Hypotension der Renalarterie und niedrige Natriumkonzentrationen im distalen Tubulus der Nieren (in unserem Fall) löst die Produktion von Renin aus.

Renin ist ein Enzym, das auf das zirkulierende Substrat, Angiotensinogen, wirkt, welches einer proteolytische Spaltung unterzogen wird, um das Decapeptid Angiotensin I zu bilden. Das Endothelium der Lungen besitzt ein spezielles Enzym namens Angiotensin konvertierendes Enzym (ACE), welches zwei Aminosäuren von Angiotensin I abspaltet, um das das Octapeptid Angiotensinogen II (AII) zu bilden, welches dann wiederum die Nebennierenrinde dazu anregt Aldosteron auszuschütten.

Diagramm2


Aldosteron ist ein Steroidhormon, das zur Kategorie der Mineralocorticoide gehört, die von der Nebennierenrinde produziert werden. Wie der Name schon nahe legt, regulieren Mineralocorticoide die Konzentration der Mineralsalze Natrium und Kalium in der extrazellularen Flüssigkeit des Körpers. Auch wenn es drei Mineralocorticoide gibt, ist Aldosteron aus physiologischer Sicht das wichtigste hiervon und macht 95 % der Mineralocorticoide des Körpers aus.

Aldosteron wirkt, indem es die Natrium Wiederaufnahme im distalen Tubulus der Nieren reguliert. Wenn große Mengen von Aldosteron ausgeschüttet werden, dann werden die Natriumionen, welche in das Nierenfiltrat gelangen, zusammen mit einer erhöhten Flüssigkeitsmenge wieder vom Körper aufgenommen wird, was zur Folge hat, dass nur wenig Natrium in den Urin gelangt. Diese Natrium Wiederaufnahme fördert die Einlagerung von Wasser aufgrund der Osmose.

Dieser Mechanismus erklärt, warum Wassereinlagerungen auftreten, wenn über die Nahrung nur geringe Natriummengen zugeführt werden.

teil 2 findet Ihr hier.

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