Doping im Radsport – Aktuelle Erscheinung oder Tradition? (III)

Teil 2 des Artikels findet ihr hier.

Die Tour de France 2006 und der Fuentes Dopingskandal oder "spanische Dopingskandal"

Im Jahr 2006 litt die Tour erneut unter einem Dopingskandal. Kurz vor der Tour erreichten erste Dopingvorwürfe gegen den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes die Öffentlichkeit in dessen Praxis durch die spanische Polizei Blutproben und etliche Dopingmittel sichergestellt wurden. Im Mittelpunkt des Skandals standen die Tour Favoriten Ivan Basso und Jan Ullrich sowie Francisco Mancebo, aber auch der Tourfavorit Alexander Winokurow konnte infolge des Fuentes Skandals nicht mehr an der Tour teilnehmen, weil auch Fahrer seines Teams ausgeschlossen wurden und das Team daraufhin nicht mehr die erforderliche Teilnehmerzahl erbringen konnte. Ivan Basso und Jan Ullrich stritten zunächst jegliche Verbindung zu Fuentes ab. Oscar Sevilla gestand als erster den Kontakt zu Fuentes, behauptete jedoch nur Leistungstests bei ihm durchgeführt zu haben.

Juni

Anfang Juni erfolgte eine erste Reaktion durch das Team Phonak und man suspendierte die beiden Fahrer Santiago Botero und José Enrique Gutierrez vorläufig, da sie im Rahmen der Dopingaffäre genannt wurden. Jan Ullrich blieb weiterhin startberechtigt, da es nur Vermutungen, allerdings keine Beweise gegen ihn gab. Inzwischen hatte man aber auch auf einer bei Fuentes gefundenen Liste die Namen "Rudis Sohn" und "Jan" gefunden, welche mit Ullrich in Verbindung gebracht wurden.
Am 30.Juni erhält die Telekom Akteneinsicht und stellt daraufhin die Aussagen einiger ihrer Fahrer in Frage. Man sieht sich infolgedessen dazu gezwungen Jan Ullrich, Oscar Sevilla und ihren sportlichen Leiter Rudy Pevenage zu suspendieren. Jan Ullrich bestritt die Vorwürfe und stellte sich als "Opfer" vor die Öffentlichkeit.

Juli

Am 1.Juli veröffentlichte die spanische Polizei SMS Texte zwischen Rudy Pevenage und Fuentes. Es fiel der Name Jan in Verbindung mit Blukonserven und HGH. Ivan Basso wurde von der Tour ausgeschlossen. Er war bestürzt und fühlte sich wie ein Verbrecher behandelt, und Fuentes nahm in einem Radio Interview zum ersten mal Stellung zum Doping Skandal. Auffallend war, dass es für Fuentes kein Doping im eigentlichen Sinne gab. Es ging ihm lediglich um die Gesundheit der Sportler: "Ein Arzt muss sich manchmal entscheiden, ob er die Gesundheit eines Sportlers bewahren oder ob er unbedingt sportliche Regeln einhalten will"

So sei es laut Fuentes Ansichten weniger gesundheitsschädlich die Tour de France mit einem Hämatokritwert von 51, als einem von 31 zu fahren. Hochleistungssport wäre nun mal ein "Risikoberuf". Die "inhumanen Anstrengungen", die den Sportlern abverlangt werden, seien ohne medizinische Hilfe gar nicht umsetzbar. Um seine Sichtweise und seine Überzeugung zu verdeutlichen, stellte Fuentes einen bizarr klingenden Vergleich auf: Falls EPO die Gesundheit seiner Frau (die Leichtathletin Cristina Perez) fördern sollte, würde er es ihr, ohne zu zögern, spritzen - "Hochleistungssport ist nicht gesund!"
Des weiteren distanzierte sich Fuentes von dem Vorwurf, dass das bei ihm gefundene EPO zur Leistungssteigerung von Sportlern bestimmt wäre. "Lediglich ein Vorrat für die eigene Familie." Das bei ihm gefundene Blut wurde den Sportlern lediglich zu ihrer eigenen Sicherheit abgenommen – der endgültige Verwendungszweck des Blutes wäre noch nicht geklärt. Schließlich hätte Blut eine Halbwertszeit von über 10 Jahren.
Fuentes musste in diesem Interview auch bestätigen, dass er Angst hätte und bedroht werde.
Verwundert zeigte er sich aber darüber, dass bisher nur so wenige Namen aufgetaucht waren, denn außer Radprofis wären auch Fußballer und Tennisspieler involviert gewesen.

Ullrich selbst wurde immer massiver in die Zange genommen. So wurde Strafanzeige gegen ihn, Rudy Pevenage und Oscar Sevilla gestellt. Außerdem sollte es schon 2005 einen Kontakt zwischen Fuentes und Jan gegeben haben, indem es um Doping Substanzen ging. Der zunehmende Druck der Medien auf T–Mobile, aber auch die Tatsache, dass Ullrich und Sevilla ihren angekündigten Unschuldsbeweis nicht erbracht hatten, führte schließlich zu der Kündigung der beiden Profis. Aber auch Pevenage wurde entlassen, nachdem belastende Telefongespräche zwischen ihm und Fuentes auftauchten. Ullrich wehrte sich mit den Worten:

„Ich muss doch nicht meine Unschuld beweisen. Es ist menschenunwürdig, wenn ich einen Gentest abgeben muss. Ich bin Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher.

Auch die Politik sollte sich einschalten. So forderte Rudolf Scharping, aktueller Präsident des DSB, ein Anti-Doping-Gesetz für Deutschland. Und auch ein weiterer deutscher Profi wurde ins Visier genommen: Jörg Jaksche. Angeblich gab es Aufnahmen, die ihn mit Fuentes zeigten. Jaksche bestritt jede Verbindung. Das Team Communidad Valencina verlor aufgrund der Verwicklungen seinen Sponsor und löste sich infolgedessen auf.

August

Ende Juli, Anfang August gab es erstmals Hinweise darauf, dass es ein internationales Dopingnetzwerk gegeben haben muss. So vermutete man, dass Fuentes von einem Arzt aus Deutschland beliefert wurde. Diese Verbindung wurde im Laufe des Monats immer deutlicher: So soll der Arzt Fuentes mit Medikamenten beliefert haben und ihm bei der Lagerung von Blutkonserven behilflich gewesen sein. Es wurde auch bekannt, dass Fuentes anscheinend gefälschtes EPO aus China verwendet hätte.
Schließlich gab es auch einen weiteren Eklat bei der Tour: Der Tour Sieger von 2006, Floyd Landis, wurde des Dopings überführt. Landis seine Blutproben wiesen einen deutlich erhöhten Testosteron/Epitestosteron-Quotienten auf. Es wurde zudem noch körperfremdes Testosteron gefunden. Es entwickelte sich ein unschöner Skandal um Landis, in dem auch der frühere Tour Sieger Greg le Mond durch den Dreck gezogen wurde. So kam an die Öffentlichkeit, dass LeMond früher von seinem Onkel sexuell missbraucht wurde. Er bekannte sich und trat als Kronzeuge gegen Landis auf. LeMond blieb somit einer von den wenigen Fahrern, die anscheinend die Tour auf legalem Wege gewinnen konnten. Nachdem das Doping Vergehen Landis öffentlich wurde, überprüfte man des Weiteren, ob der überführte Tour Sieger Floyd Landis eine Verbindung zu Fuentes aufwies.

Jan Ullrich traf im August auch auf einen neuen Gegner, doch diesmal war es nicht das Duell Ullrich gegen Armstrong, sondern Ullrich gegen Dr. Werner Franke. Franke, ein Molekularbiologe und seit Anfang der 90er eine aktive Kraft im Dopingkampf, erhob gegen Ullrich schwere Vorwürfe und behauptete, Ullrich hätte 35.000 für Drogen bei Fuentes ausgegeben. Ullrich reagierte darauf mit den Worten:

"Der Mann hört sich selber gerne reden und wollte mal wieder ins Fernsehen. So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.“

Franke konterte auf diese Anschuldigung mit den Worten:

"Der dumme Junge mit den roten Bäckchen soll lieber mal still sein und sich auf eine Ostseeinsel verkriechen, auf der er die nächsten 30 Jahre nicht auffällt!"

Der Biologe veröffentlichte Zahlungen der Profis Ivan Basso, Oscar Sevilla, Marcus Serrano und Santiago Botero. Die Zahlen beliefen sich allesamt, abgesehen von Jörg Jaksche (400- 500 € ), im 5stelligen Bereich. Die Zahlen wurden allerdings von anderen Organisationen, die auch Akteneinsicht hatten, nicht bestätigt. Ullrich erwirkte deshalb eine einstweilige Verfügung gegen Franke. Dieser durfte nun nicht mehr behaupten, Ullrich hätte im Jahr 35.000 für Doping ausgegeben.
Nachdem ein Fax zwischen Fuentes und einem seiner Dopingkuriere auftauchte, in dem erstmalig der Name Jan Ullrich auftauchte, bekam Franke neuen Zündstoff. Schließlich stellte Franke Strafanzeige gegen Ullrich. Er warf ihm vor, in den Dopingskandal um Fuentes verwickelt zu sein, trotz der Tatsache, dass er in einer eidesstattlichen Versicherung das Gegenteil erklärte.
Außerdem wurde im August der Dopingkalender von Tyler Hamilton bei Fuentes gefunden und Bjarne Riis, Teammanager von CSC, verdeutlichte, dass bereits der Kontakt zu Fuentes den Ausschluss Bassos aus dem Rennstall zur Folge hätte. Dieser bestritt jedoch weiterhin jede Verbindung zu Fuentes.

September

Der September war nun die große Zeit der Razzien. So wurden allein in Italien 36 Häuser und Büros durchsucht. Auch Jan Ullrichs Haus wurde dabei durchsucht. Im Endeffekt waren von den Hausuntersuchungen vor allem folgende Personen betroffen:
  • Jan Ullrich
  • Sein Manager Wolfgang Strohband
  • Rudy Pevenage
  • Walter Godefroot
  • Olaf Ludwig
  • Luca Paolini
Insgesamt wurden im September über 45 Häuser von den Behörden untersucht. Der größte Teil der Hausdurchsuchungen konzentrierte sich dabei auf Italien, es wurden aber auch mehrere Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz inspiziert. Dabei wurden in einem LKW in Italien Dopingpräparate im Wert von 300.000 € sichergestellt, weshalb nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen Ivan Bassos Schwester Elisa lief. Sie und der italienische Radprofi Laca Paolini hatten zuvor Fitnesszentren in Italien besucht.

Der Fall Ullrich stand auch im September wieder primär in dem Interesse der Medien. So konnte er zwar auch Erfolge bezüglich der Mediendarstellung seiner Person aufweisen, aber insgesamt zog sich die Schlinge wieder ein Stückchen zu. Gebeutelt von der Hausdurchsuchung erklärte Ullrich erst, dass ihm bereits mehrere Angebote verschiedener Teams vorliegen würden, jedoch kamen auch Informationen ans Tageslicht, nach denen Ullrich angeblich schon seit 2003 von Fuentes "behandelt" worden wäre. Außerdem sollen die in Spanien beschlagnahmten Blutbeutel der Staatsanwaltschaft Bonn zugestellt werden. Schlussendlich wurde auch noch ein 2tes Strafverfahren durch die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen Ullrich eingeleitet. Jedoch bekam die Hoffnung Ullrichs wieder für ein großes Radsportteam zu fahren neuen Nährboden, da der Schweizer Radsportverband immer noch willig war, ihm eine Lizenz für 2007 auszustellen.

Ein weiteres Thema das auch in den Medien weite Wellen schlug, war das Interview des früheren Radprofis Jesus Manzano. So erklärte er sowohl im französischen Sender France3 als auch im ZDF, dass Marco Pantani und verschiedene spanische Fußballer der Primera Division Kunden von Fuentes gewesen sein sollen. Manzano hatte nach seinem Karrierende die Dopingpraktiken des Rennstalls Kelme offen gelegt. Durch Kelmes Aussagen wurden auch die von PatMcQuaid – dem Präsidenten des Radsportverbandes UCI - genannten Befürchtungen, dass noch weitere Sportarten in den Skandal involviert seien, bestätigt. So berichtete Manzano, dass er die Leichtathleten Abel Antón, Martín Fiz, Alberto Garcia und Reyez Estevez gesehen hätte (alles ehemalige Weltmeister).
Alejandro Valverde wurde im September zudem kurz bezichtigt, Kunde Fuentes gewesen zu sein. Er wurde jedoch vom Präsidenten des spanischen Radsportverbandes entlastet. Ganz anders entwickelte sich die Situation für Tyler Hamilton: Gegen ihn wurde ein Untersuchungsverfahren vom amerikanischen Radsportverband eingeleitet. Hamilton hat demzufolge mit seinem Karriereende zu rechnen, weil er schon einmal wegen Doping für 2 Jahre gesperrt wurde.

Die ganzen Vorkommnisse des Monats September führten schließlich dazu, dass der UCI Pro Tour Ethik Code verschärft wurde. So müssen Teams jetzt mit Suspendierungen rechnen, wenn bei ihnen zu oft Fahrer des Dopings überführt werden. Des Weiteren werden nun Mittel, die einem Fahrer per Attest verschrieben wurden ( z.B. Asthma Spray), nicht mehr anerkannt. Diese dürfen mit sofortiger Wirkung nur noch 2mal im Jahr bei Vorlage eines Attests eingesetzt werden.

Oktober

Wie die Vormonate war der Oktober wieder eine Berg- und Talfahrt Jan Ullrichs. So wollte die UCI zwar mit allen nötigen Mitteln verhindern, das Ullrich eine Fahrerlizenz bekommt – zur Not durch eine Klage am internationalen Sportgerichtshofs CAS, jedoch war der Generalsekretär des österreichischen Radsportverbandes ÖRV Rudolf Massek durchaus bereit, Ullrich eine Lizenz auszustellen, sofern er nach Österreich zieht. Im Oktober trennte sich Ullrich vom Schweizer Radsportverband und hatte damit seine Chance vertan, eine Lizenz aus der Schweiz zu erhalten. Der Schweizer Radsportverband prüfte indessen, ob man infolge der zugesandten Dokumente der spanischen Polizei im Fall Ullrich ein Dopingverfahren einleiten will. Währenddessen tauchten aber in den Medien wieder neue Anschuldigungen gegen Jan Ullrich auf. So behauptete die Süddeutsche Zeitung, Ullrich hätte im Jahr 120.000 € an Fuentes überwiesen und oft im Madrider Hotel "Pio XII" genächtigt.

Ganz anders entwickelt sich dagegen die Lage für Ivan Basso. So ist das Nationale Olympische Komitee Italiens zum endgültigen Entschluss gekommen, dass man kein Dopingverfahren gegen Ivan Basso einleiten wird. Basso war somit wieder startberechtigt und konnte wieder Rennen fahren, sofern er einen neuen Rennstall finden würde, denn im Oktober trennte sich Ivan Basso vom Team CSC.

Auch die spanischen Radprofis konnten aufatmen. Da die Unterlagen der Behörden nicht von den Sportverbänden eingesehen oder benutzt wurden, war die logische Konsequenz, dass alle Disziplinarverfahren gegen die 30 spanischen Radprofis vom spanischen Radsportverband RFEC vorläufig eingestellt wurden. Sollte ein Urteil von der spanischen Justiz im Fall Fuentes fallen, darf der RFDC seine Ermittlungen wieder aufnehmen . Somit konnten alle 30 Fahrer unter Vorbehalt wieder Rennen bestreiten.

November

Im November reagierte schließlich die spanische Regierung mit einem Anti– Doping Gesetz auf den Skandal. Das Gesetz richtete sich dabei aber vor allem an die Manager und Ärzte der Sportler. Sie köntnen bei der Weitergabe von illegalen Substanzen bis zu 2 Jährige Haftstrafen erwarten. Des Weiteren sah das Gesetzt vor, dass spanische Sportler regelmäßig unangemeldet kontrolliert werden könnten.

Die Kehrtwende im November

Trotz des Anti-Doping-Gesetzes schien der November der erste Monat zu sein, seitdem der Fuentes Skandal ins Rollen geriet, indem es so aussah, als würden die Radprofis ungeschoren davonkommen. So gab es Berichte, dass Ivan Basso einen Vertrag über 3 Jahre beim amerikanischen Team Discovery Channel unterschrieben hätte. Aber auch das Disziplinarverfahren gegen Santiago Botero wurde vom kolumbianischen Radsportverband eingestellt. Auch Jörg Jaksche war wieder startberechtigt, da der österreichische Radsportverband vorerst kein Verfahren gegen ihn eröffnete. Diese neue Kehrtwende wollte sich auch sofort der italienische Rennstall Tinkoff Credit Systems zu Nutze machen. So verpflichtetet man die beiden, mit Doping in Verbindung gebrachten, Fahrer Tyler Hamilton und Danilo Hondo und machte Jan Ullrich und Franciso Mancebo anscheinend großzügige Angebote. Auch Jan Ullrich schien sich dank seines neuen Anwalts Peter Michael Diestel wieder sicherer zu fühlen und fing in Afrika bereits wieder mit dem Training für ein mögliches Comeback an. Diestel war kein normaler Winkeladvokat: Er war früher Präsident von Hansa Rostock. Sein Ziel ist neben der erfolgreichen Verteidigung Ullrichs vor Gericht auch das Comeback Ullrichs. Diestel ging dabei in die Offensive und zeigte sich bereit, einen DNS Abgleich mit den Blutbeuteln aus Spanien durchzuführen. Ivan Basso wollte sich ebenfalls dieser DNS–Analyse stellen.

Gegen Ende des Monats gab es aber auch wieder schlechte Nachrichten für die Radsportler: So wurden in einem Teil der Blutbeutel erhöhte Mengen des Hormons EPO nachgewiesen. Außerdem sollte Manolo Saiz, der frühere Teamchef von Liberty Seguros, dem geständigen Dopingsünder Manzano 180.000 € geboten haben, damit er alle seine Beschuldigungen wieder ausräumt. Saiz war selbst Angeklagter im Fuentes Skandal. Die Informationen über die Forderungen Saizs stammten dabei von Manzano selbst.

Dezember

Der Schweizer Radssportverband setzte seine Ermittlungen gegen Jan Ullrich fort und ließ mitteilen, dass es nur 2 Lösungen gab: Freispruch oder lebenslange Sperre. Es gab jedoch auch schon Meldungen wonach das Verfahren kurz vor der Einstellung stände. Der Sachbearbeiter dieses Falles widersprach jedoch diesen Meldungen.

Die spanische Zeitung Interview wollte hin dessen rausgefunden haben, dass sowohl Jan Ullrich als auch Ivan Basso Fuentes jährlich 70.000€ zukommen ließen. Aber auch andere Radsportler sollten hohe Summen bei Fuentes gezahlt haben. Dem Team Discovery Channel drohte somit aufgrund der Verpflichtung Bassos neuer Ärger. So sollte das Team aus dem Verband der Pro Tour Teams ausgeschlossen werden, denn eine Verpflichtung Bassos verstieß gegen den Ehtik Code. Dies hatte jedoch keine weiteren Konsequenzen für Discovery Channel, denn die Lizenz für das bestreiten von professionellen Radrennen verloren sie dadurch nicht.

Den spanischen Radprofis drohte auch ein Nachspiel – so sollten jetzt wieder alle 58 Profis vor Gericht aussagen. Aber was viel belastender für die Radprofis sein sollte, war, dass die Ermittlungsberichte auch von den Sportverbänden genutzt werden konnten. So wurden im Dezember auch die ersten beiden Profis im Fuentes Prozess verhört: Alberto Contador und Jesús Hernández.
Die französische Zeitung Le Monde wollte auch neue Informationen bezüglich des Fuentes Dopingskandals erhalten haben. Anscheinend hatte diese Dateien aus Fuentes Residnez in Gran Canarai, die von der Guard Civil nicht durchsucht wurde. So behauptete das seriöse Blatt, dass die spanischen Top Clubs Real Madrid, FC Barcelona, FC Valencia und Betis Sevilla Verbindungen zu Fuentes aufwiesen. Die Teams stritten jedoch jede Beteiligung ab. Fuentes bestätigte keine der Behauptungen, erklärte jedoch, dass er auch Leichtathleten, Tennisspieler, Handballer und Boxer betreut hätte.

Teil 4 des Artikels findet ihr hier.

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