Helenes Blog

Mein erster KDK Wettkampf und die Sache mit dem Gewicht

Vor drei Wochen war es also soweit: mein Debüt im KDK. Hiermit also ein kleiner Rückblick. Im März musste ich bereits meine Gewichtsklasse melden und laut neuen Regeln kann man diese nur bis vier Wochen vor dem Wettkampf ändern. Ist man dann am Tag des Wettkampfes über dem angegebenen Gewichtslimit, darf man nicht starten. Früher ging es wohl, dass man dann einfach in die höhere Klasse gewechselt ist, dies wurde aber wohl auf internationale Standards angepasst. Da ich aber die letzten Monate immer zwischen 52 und 53 Kilogramm, teilweise auch mal darunter, lag, machte ich mir dahingehend gar keinen Kopf.

Vor dem Wettkampf lag noch die FIBO an und auch wenn ich das nicht so spürbar mitbekomme, ist diese immer unterschwellig mit Stress verbunden. So lag ich also nach der FIBO erstmals wieder bei 54 kg und das Gewicht wollte auch in den darauffolgenden Tagen nicht so recht unter 53 kg sinken, was mir zunehmend Sorgen bereitete. Einmal im Leben kam es nun also wirklich auf mein Gewicht an und dieses wollte nicht so wie ich.

Was also tun? Schließlich lagen zwölf Wochen Vorbereitung auf diesen Tag hinter mir. Das Gewicht an dem Tag hätte man auch locker mit einer eingeschobenen Speedweek erreichen können, nur wäre das wohl viel mehr auf Kosten der Leistung gegangen, welches auch nicht Sinn der Sache war.

Also entschieden mein Coach Frank und ich doch noch einen kleinen Wassercut zu machen. Sicher ist sicher. Das hieß wieder sieben Liter trinken und aufsalzen. Zudem war ich die Woche vor dem Wettkampf noch auf einer Schulung und ich hätte nicht gedacht, dass es mit dem Salz so komplex wird. Nicht nur, dass ich in Restaurants und McDonald’s um extra Salz Päckchen bitten musste, teilweise war mein Salz-Zeitmanagement auch etwas unpassend, sodass ich mit einem Mal eine ziemlich große Menge konsumieren musste. Das nächste Mal kaufe ich mir doch lieber eine ganze Packung.

Eine größere Portion Salz mit Pfefferminztee nachspülen empfehle ich nicht unbedingt. Ich hatte dann richtig mit Übelkeit zu kämpfen.

Am Samstag, dem 28.04.2018, dem Tag des Wettkampfes, war der erste Gang natürlich auf die Waage. Punktlandung und Erleichterung, 52,0 kg. War also nur zu hoffen, dass meine Waage nicht wirklich gravierende Abweichungen zu der Waage, mit der Eingewogen wurde, hatte. Schlussendlich wurde ich mit 51,8 kg eingewogen. Puh.

Foto: Helene Fiedler

Der Wettkampf an sich ging recht reibungslos und gut organisiert über die Bühne.
Die Atmosphäre beim KDK empfand ich als angenehmer, als auf einem Bodybuilding-Wettkampf. Vielleicht war das auch einfach nur so, weil es einen genauen Zeitplan gab, bzw. weil man essen und trinken konnte. Ist ja dann doch nochmal ein anderer Schnack.

Vor dem ersten Beugen war ich richtig nervös. Schon beim Aufwärmen habe ich gemerkt, dass sich das Gewicht schwerer anfühlt als sonst. Klingt komisch, aber ich denke jeder kennt das bzw. versteht, was ich meine. Vermutlich hat das Entwässern auch noch dazu beigetragen.

Zumindest waren die Bedingungen auch anders als in heimischen Gefilden und Neuland. Beim Wettkampf beugt man ins Freie. Im Studio hingegen habe ich immer eine Wand vor mir. Seltsam zu beschreiben, aber das ist wie so ein "Ich kann nicht nach vorne kippen"-Gefühl.
Also kam es, dass ich den ersten Kniebeuge Versuch ungültig absolvierte, weil dieser zu flach war. Das war mega deprimierend. Den zweiten Versuch habe ich dann nochmal die 85 kg gewählt und die kamen auch. Der dritte Versuch mit 90 kg war dann auch safe.

Bankdrücken war mit 42,5 kg drin. Beim Heben hätte ich locker mit 105 kg gerechnet. Da mein Startversuch mit 95 kg aber recht schwergängig war, bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe als nächstes 97,5 kg gewählt und zuletzt dann die 100 kg. Die hatten mir aber am Ende dieses Wettkampfes auch alles abverlangt.

Als einzige Teilnehmerin in meiner Gewichtsklasse hatte ich somit auch den 1. Platz sicher. Aber ich bin dennoch zufrieden über die Leistung (70 kg Kniebeugen fühlen sich derzeit an wie Cardio), auch wenn kein erhoffter persönlicher Rekord dabei war. In der Vorbereitung bin ich mehrmals wirklich über meine Grenzen gegangen und habe somit wieder etwas dazu gelernt, inwieweit ein positiver Mindset von Bedeutung ist. Mit der Teilnahme an der Landesmeisterschaft bin ich somit für die deutsche Meisterschaft im Herbst qualifiziert.

Ich stelle aber auch immer wieder fest wie "erleichtert" man ist, wenn der Wettkampf vorbei ist, in Bezug auf das darauffolgende Training. Und dass man doch wieder andere Sachen einbauen kann, die in den letzten Wochen wegfielen. Jede Wettkampfvorbereitung, in welcher Hinsicht auch immer, ist nicht ohne. Physisch und psychisch anstrengend. Aber wie ich immer zu sagen Pflege: Man wächst mit seinen Aufgaben.

Wie geht’s nun also weiter?

Da ich in den letzten Wochen das Gefühl hatte an Substanz verloren zu haben, ist das Ziel wieder etwas mehr aufzubauen und weiter stärker zu werden sowie an der Grundlagenausdauer zu feilen. Nachdem nun aber wieder mehr Pumptraining auf dem Plan steht und wir in ein Kalorienplus gegangen sind, habe ich das Gefühl wieder "praller" zu sein. Ist halt wirklich sehr viel persönliche Wahrnehmung, was mit hineinspielt. Man selbst ist ja immer sein größter Kritiker.

Ob und wie es mit dem KDK weitergeht?
Let´s see...

Sportliche Grüße
Eure Helene

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