2021 Europa Pro Championship: Showdown in Alicante

Die Chancen von Tim, David, Fabian, Steve und Co

Erneut steht ein Bodybuildingwochenende der Extraklasse vor der Tür und natürlich hoffen wir alle auf absolute Topplatzierungen und im Idealfall Tickets zum Mr. Olympia. Die Starterfelder mit deutschsprachiger Beteiligung in der Übersicht:

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Men’s Bodybuilding: Holt sich Tim die Qualifikation?


Die offene Klasse ist in Alicante sehr stark besetzt. Kein leichtes Spiel für die drei deutschen Athleten im Feld, aber nicht verwunderlich, gibt es doch gleich zwei Tickets zum Mr. Olympia zu verteilen.

Aus deutscher Sicht steht natürlich Tim Budesheim im Fokus, der mit seinem zweiten Platz in Portugal eindrucksvoll in die Saison startete und sich wertvolle Punkte für die Olympiaqualifikation sicherte. Der große Haken: Rein über die Punkteliste wird es schwer, sich die Qualifikation zu holen. Neun Punkte fehlen ihm derzeit auf den dritten und letzten Qualifikationsplatz, was bedeutet, dass er in den verbleibenden zwei Shows Topplatzierungen bräuchte, um sich zu qualifizieren. Deutlich „einfacher“ wäre da natürlich die direkte Qualifikation, wozu Tim in Alicante mindestens den zweiten Platz erreichen müsste. Schlecht stehen die Chancen hierfür nicht. In Estoril verhinderte wohl primär die etwas unsichere Präsentation einen Sieg, der durchaus möglich gewesen wäre. Das dürften auch die Judges auf dem Schirm haben. Wenn Tim sich diesmal in diesem Punkt souveräner zeigt, ist trotz der namenhaften Konkurrenz alles möglich.



Dass mit Roelly Winklaar ein absoluter Superstar der Szene mit dabei ist, macht Tims Aufgabe natürlich nicht leichter. Nach dem enttäuschenden Abschneiden in Chicago verzichtete Roelly auf die Tampa Pro, um sich in Alicante die Qualifikation zu sichern. In Bestform ist Roelly ganz sicher ein Finalkandidat für den Mr. Olympia, auch wenn er strukturelle Schwächen hat, die jedoch durch seinen Freakfaktor mehr wie ausgeglichen werden. Fraglich ist jedoch, ob es ihm gelingen wird, in der kurzen Zeit und nach einer doch keineswegs idealen Vorbereitung in eine Form zu bringen, die ausreicht, Athleten wie Tim zu schlagen.

Roelly Winklaar beim Mr. Olympia 2019, wo er den fünften Platz holte.


Nathan de Asha ist ein weiterer Athlet mit Olympiaerfahrung, der sich in Spanien das Ticket nach Orlando sichern möchte. Anders als Roelly ist Nathans Stärke seine Linie, mit der er sich in der Vergangenheit einige Topplatzierungen sichern konnte. Ähnlich wie Roelly hatte aber auch Nathan in der Vergangenheit immer wieder mit Formschwankungen zu kämpfen.

Nachdem er in den letzten Jahren aufgrund juristischer Probleme nicht in die USA einreisen durfte, scheinen sich diese Hindernisse nun aufgelöst zu haben, sodass er darauf brennt, sich die Qualifikation für den Mr. Olympia zu sichern.

Nathan bei der EVLS Prague Pro 2017 gemeinsam mit Dexter Jackson, Roelly Winklaar und Lukas Wyler.


David Hoffmann war nach seinem sechsten Platz in Portugal sichtlich enttäuscht und begann zu überlegen, wie seine Zukunft im Sport aussieht. Die Entscheidung hierzu fiel dann auf einen Start in der offenen Klasse. Davids Stärken sind hinlänglich bekannt, zuletzt hatte er aber doch sehr damit zu kämpfen, sich in das Gewichtslimit der Klasse zu drücken, was nun entfällt. Klar ist, dass man mit einem David Hoffmann immer rechnen muss, insbesondere, wenn er diesmal vor Ort die volle Unterstützung seines Coaches Roland Cziurlok hat. Es wird sehr spannend sein, zu sehen, wie sich David als ehemaliger Schwergewichtler in der offenen Klasse schlägt.



Paul Poloczek wollte nach langer Auszeit eigentlich bereits in Portugal sein Comeback geben, verzichtete aber aufgrund der unsicheren Coronalage. Nun will er mit Hilfe seines Coaches Dennis Wolf in Spanien zeigen, dass immer noch mit ihm zu rechnen ist.



Adolf Burghard hat seinen Start in Alicante kurzfristig abgesagt. Hintergrund: Adolf sieht aufgrund der geringen Anzahl an verbleibenden Shows, auf denen man sich zum Mr. Olympia 2021 qualifizieren kann, keine Chance mehr, dies auch zu schaffen. Daher will er nun in die Offseason starten und im kommenden Jahr einen neuen Versuch wagen.

Definitiv auf der Rechnung haben, sollte man den Ukrainer Vladyslav Sukoruchko, der in Portugal den vierten Platz holte und Theo Leguerrier, der Fünfter wurde. Beide stehen in der Punkteliste mit zehn Punkten (Vladyslav), bzw. neun Punkten (Theo) vor Tim.

212: Schlägt Steves große Stunde?


Steve Benthin wusste in Portugal auf ganzer Linie zu überzeugen und verpasste nur knapp den Sieg in der 212. Dank der drei bereits bestehenden Punkte aus 2020 kommt Steve aktuell auf neun Punkte. Zur Qualifikation für den Mr. Olympia fehlt nach der Tampa Pro aktuell genau ein Punkt. Was die Sache immens spannend macht, ist die Tatsache, dass er in Alicante auf zwei Athleten trifft, die mit ihm im Kampf um die zu vergebenden Punkte sind. Das öffnet die Tür für Rechenspielchen, aber dazu später mehr.

In Portugal sahen wir vielleicht den besten Steve Benthin aller Zeiten, der ein wenig an die 2017er Version erinnerte, mit der er in Prag damals noch vor Ronny Rockel den zweiten Platz holte. Die Zusammenarbeit mit Dennis Wolf trägt definitiv Früchte. Wenn Steve diese Form auch in Alicante auf die Bühne bringt, müsste viel schieflaufen, damit er sich die Qualifikation nicht holt.

Nach der Chicago Pro 2019 suchte Steve Benthin Hilfe bei Dennis Wolf. Die Zusammenarbeit trägt erkennbare Früchte.


Genau ein Punkt vor Steve liegt in der Punktetabelle Radoslav Angelov, der durch die Ergebnisse der zurückliegenden Wettkämpfe gezwungen ist, in Alicante seinen dritten Platz abzusichern, wenn er die Qualifikation sicherstellen möchte. Radoslav zeichnet sich durch volle, runde Muskeln aus und zeigt sich wenige Tage vor der Show bereits in guter Form.



Ebenfalls noch im Rennen um die Qualifikation zum Mr. Olympia ist Naser Mohammad aus Kuwait, der nur einen Punkt hinter Steve liegt. Nasser besticht durch eine ästhetische Linie und zeigte sich auf den letzten Wettkämpfen in Topform.



Da auch in der 212 wohl zwei Tickets zum Mr. Olympia vergeben werden, steckt ordentlich Spannung in der Klasse. Gelingt Steve eine Wiederholung seines zweiten Platzes, wäre ihm die Qualifikation sicher, gleiches bei einem Sieg. Ein dritter Platz würde ihm sieben Punkte bringen und ihn auf Platz zwei der Liste befördern. Geht man davon aus, dass in diesem Fall Radoslav und vielleicht auch Naser sich die Direktqualifikation holen werden, wäre die Qualifikation damit auch sicher. Gute Aussichten für Steve also!

Classic Physique: Für Fabian zählt nur der Sieg!


In der Classic Physique sind gleich fünf deutschsprachige Athleten am Start, die im Idealfall Urs Kalecinsky und Mike Sommerfeld auf der Olympiabühne Gesellschaft leisten wollen. Nicht dabei ist David Hoffmann, der in der offenen Klasse antritt.

Fabian Mayr will nach seinem erfolgreichen ersten Profiwettkampf in Portugal in Spanien angreifen und sich im Idealfall die direkte Qualifikation sichern. Fabians Linie ist im Grunde wie für die Classic Physique gemalt, im direkten Duell fehlen vielleicht an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Gramm Muskeln, aber das weiß Fabian mit brutaler Härte auszugleichen.



Leicht wird es aber für beide ganz sicher nicht, denn das Teilnehmerfeld der Classic Physique ist traditionell stark besetzt. Ob der Sieger von Portugal Jose Maria Mete Bueriberi tatsächlich antreten wird, ist fraglich. Zwar handelt es sich um seinen Heimwettkampf, jedoch hat er die Qualifikation für den Mr. Olympia bereits sicher. Sollte er starten, wird er mit dem Rückenwind aus Portugal und vor heimischem Publikum aber ganz sicher ein Kandidat für den Sieg sein. Gleiches gilt für seinen Landsmann und Zweitplatzierten in Spanien German Pastor.

Nach Portugal erneut dabei sind in Alicante Abdelkarim Ammari, der in Estoril Achter wurde und Kevin Stutz, der den neunten Platz holte. Für Chris Taylor und Philipp Jendreiek ist die Show in Alicante die erste als IFBB Pro. Man darf gespannt sein, was sie zu leisten im Stande sind.

Figure: Kann Team Germany den Sensationserfolg von Estoril wiederholen?


Gleich drei deutsche Athletinnen standen in Portugal im Finale: Bahar Ayra wurde in starker Form Fünfte, Jennifer Zienert sicherte sich bei ihrer ersten Pro Show den dritten Platz und Lena Ramsteiner holte nur einen Tag nach dem Gewinn ihrer Pro Card den zweiten Platz.



Bahar und Lena haben noch Chancen, über die Punktetabelle die Qualifikation zum Mr. Olympia sicherzustellen, werden aber ganz sicher die direkte Qualifikation über einen der ersten beiden Plätze anstreben. Schärfste Konkurrentin dürfte dabei Oyku Basar aus der Türkei werden, die in Portugal Vierte wurde.

Zudem sind aus dem deutschsprachigen Raum Marina Schermer aus Deutschland und Linet Kaburu aus der Schweiz am Start.

Wellness: Lisa Meiswinkel will die Quali!


In der Wellnessklasse will Lisa Meiswinkel nach ihrem starken fünften Platz bei ihrem Profidebüt in Portugal, nur einen Tag nach dem Gewinn der Pro Card, nachlegen, denn rechnerisch ist noch eine Qualifikation über die Punktetabelle möglich und natürlich mit einem Sieg in ihrer Klasse. Die von Stefan Kienzl betreute Athletin bringt dazu die besten Voraussetzungen mit und wird in Alicante noch einmal voll angreifen.



Neben Lisa stehen zudem die beiden Schweizerinnen Rania Politis und Carina Marques auf der Bühne. Dazu kommen Devoné Martin aus den USA, die derzeit auf dem geteilten dritten Platz der Punktetabelle steht und die Französin Charline Mas, die mit aktuell vier Punkten auch noch Chancen auf eine Qualifikation hat.

Bikini: Neuer Anlauf für Johanna Durr


In Portugal reichte es für Johanna Durr nur für einen geteilten 16. Platz. In Spanien will sie nun erneut angreifen und eine bessere Platzierung einfahren.

Women’s Physique: Marina Putzinger hält die Fahne hoch


In der Women’s Physique startet Marina Putzinger in einem Teilnehmerfeld von 15 Athletinnen. Marina gewann 2019 ihre Klasse bei der Dennis James Classic und holte sich wenig später bei der William Bonac Classic ihre Pro Card.

Wir halten euch natürlich wieder auf dem Laufenden!

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