Sechs Jahre Bodybuilding der Spitzenklasse

EVLS Prague Showdown: eine beeindruckende Erfolgsgeschichte

Sechs Jahre EVLS Prague Showdown – eine Erfolgsgeschichte.


„To bring an IFBB Pro contest back to Czech after 14 years means a lot to me and more importantly to the bodybuilding community. We are ready and proud to host what we know will be one of the best pro events on this planet and to hold the very first Amateur Bikini Olympia in our city”, so die dreifache Weltmeisterin Eva Sukupova, die als Veranstalerin des ersten EVLS Prague Showdown federführend dafür verantwortlich war, bei der Bekanntgabe der ersten Show im Jahr 2002. Ursprünglich war damals geplant, die mittlerweile eingestellte Masters Olympia Anfang Dezember in Prag auszutragen, diese Idee wurde jedoch in Juni des Jahres verworfen. Ein Glücksgriff, wie sich später zeigen sollte, denn aus dem Nichts erschufen die Veranstalter binnen weniger Monate die Prague Pro Bodybuilding and Bikini Championships, aus der später der EVLS Prague Showdown hervorgehen sollte. Für Tschechien und die Stadt der hundert Türme an der Moldau bedeutete diese Entscheidung die Rückkehr des professionellen Bodybuildings in ein Land, dass diesem Sport, den man dort unter dem Begriff Kulturistika kennt, eng verbunden ist.

Damit fing alles an.


2012: Dennis triumphiert beim Debut

Im ersten Jahr stellte die Veranstaltung nach der Arnold Classic Europe und dem British Grand Prix die letzte Station der Wettkampftour durch Europa im Anschluss an den Mr. Olympia dar, die Erinnerungen an die Zeit hervorrufen sollte, als sich die Weltelite des Bodybuildings im Anschluss an den bedeutendsten Wettkampf der Welt zahlreiche weitere Gefechte auf den unterschiedlichsten Bühnen Europas lieferte.

Dennis Wolf sicherte sich bei der ersten EVLS Prague Pro den Sieg in der offenen Klasse.

Schon damals beeindruckend waren die ausgerufenen Preisgelder: In Summe 180.000 US-Dollar gab es zu gewinnen, für den Sieger der offenen Männerklasse alleine wurden 60.000 Dollar ausgelobt. Die hohen Preisgelder zahlten sich aus, denn mit Shawn Rhoden und Dennis Wolf in der offenen Klasse, Flex Lewis und Eduardo Correa in der 212 und Justine Munro in der Bikiniklasse waren absolute Topstars der Szene in Prag vertreten.

Was eine Rückansicht! Flex Lewis war 2012 in der 212 nicht zu schlagen.

Die räumliche Nähe zu Deutschland lockte schon im ersten Jahr viele deutsche Fans nach Prag, die sich über insgesamt sieben deutsche Starter bei den Profis freuen konnten. In der Bikiniklasse waren davon zwei am Start: Figen Özdemir holte letztlich den zwölften Rang, Andrea Hertlein wurde zehnte. In einem stark besetzten Teilnehmerfeld, in dem sich letztlich die Kanadierin Justine Munro durchsetzte.

Die Top 3 der Bikiniklasse 2012 in Prag mit der überragenden Justine Munro in der Mitte.

Emotional wurde es in der 212, in der Ralf Herget und Markus Becht den jeweils letzten Wettkampf ihrer aktiven Karriere bestritten. Ralf holte dabei den 14. Platz, Markus den elften Platz. Mit Rang sieben verpasste Steve Benthin in seinem ersten Wettkampf als Profi nur knapp die Finalrunde, wurde von den deutschen Fans in der Tipsport Arena aber frenetisch gefeiert. Ganz vorne kam es zum Duell zwischen dem amtierenden Sieger des 212 Olympia Showdowns, Flex Lewis, und einem seiner schärfsten Konkurrenten, Eduardo Correa. Eduardo war an diesem Tag ganz nah an Flex herangerückt, konnte ihn letztlich aber doch nicht besiegen. Vielmehr drängte sich mit Sami al Haddad sogar noch ein Athlet zwischen die beiden Olympia-Finalisten, der weniger durch Masse denn durch eine herausragende Linie bestach. Kleine Randnotiz: William Bonac wurde damals vierter in der 212, der Lokalmatador Lukas Osladil nur neunter. Beides Athleten, von denen man in den kommenden Jahren noch hören sollte.

Steve Benthin feierte in Prag sein Profidebut.

Ebenfalls den siebten Platz holte Ronny Rockel in der offenen Klasse, Dennis Wolf sorgte indes für den bis dato größten Erfolg seiner Karriere, als er sich nach Niederlagen in Madrid und Manchester knapp, aber verdient gegen Shawn Rhoden durchsetzte, der ihn in den beiden vorangegangenen Shows jeweils hinter sich gelassen hatte. Doch während man Shawn mit zunehmendem Verlauf der Europa-Tour, die Strapazen von Diät und Reise ansah, wirkte Dennis deutlich frischer und in besserer Form und holte somit unter tosendem Applaus der Zuschauer den Titel. Damals nicht in den Top 6: Roelly Winklaar, der 8. wurde.

Damals noch Amateur: Valeria Ammirato holte sich den Klassensieg in Prag.

Abgerundet wurde die Veranstaltung von der Amateur Olympia in der Bikiniklasse, in der unter anderem Valeria Ammirato an den Start ging und ihre Klasse gewinnen konnte. Rückblickend muss man dem Veranstalter Respekt zollen, in welch kurzer Zeit hier ein Event der Spitzenklasse hochgezogen wurde, das nicht nur sportlich, sondern vor allem auch organisatorisch überzeugte und viele, bereits länger etablierte Meisterschaften in den Schatten stellte. Moderiert wurde die Veranstaltung übrigens unter anderem von keinem geringeren als Markus Rühl.

Moderiert wurde die erste EVLS Prague Pro von keinem Geringeren als Markus Rühl.


2013: Der Predator übernimmt Prag

Der Erfolg der Debutveranstaltung sorgte dafür, dass die Meisterschaft in der tschechischen Hauptstadt einen festen Platz im Kalender der IFBB Pro League erhielt. Das Teilnehmerfeld war im Vergleich zum Vorjahr nochmal gesteigert worden, quantitativ wie qualitativ. Einzig in der Bikiniklasse fehlten in diesem Jahr die US-Stars, dafür war die 212 mit den beiden Bestplatzierten des Vorjahres, Flex Lewis und Sami al Haddad, bestens bestückt. Das kann man sicherlich auch von der offenen Klasse sagen, in der mit Branch Warren, Dexter Jackson und Kai Greene absolute Topathleten am Start waren. Die Moderation übernahm auch in diesem Jahr wieder Markus Rühl.

Kai Greene holte sich 2013 den Sieg in Prag.

Die Wettkämpfe wurden dann auch den hohen Erwartungen gerecht. In der Bikiniklasse setzte sich die Lokalmatadorin Vladimira Krasova durch, die im Vorjahr hier den Gesamtsieg bei der Amateur Olympia holte und sich damit ihre Pro Card sicherte.

Erneut kämpften Flex Lewis und Sami al Haddad um den Sieg in der 212...

In der 212 war erneut kein Vorbeikommen an Flex Lewis, der erneut unterstrich, dass er die unangefochtene Nummer eins in dieser Klasse ist. Wie im Vorjahr folgte auf Platz zwei Sami al Haddad vor dem Iraner Ahmad Ahmad.

…und wie im Vorjahr hatte Flex am Ende die besseren Karten.

Mit großer Spannung wurde dann der Auftritt von Kai Greene erwartet. Der Predator ließ hier keine Sekunde einen Zweifel an seinem Sieg und verwies dabei Dexter Jackson und Branch Warren auf die Plätze. Das Publikum war vor Begeisterung außer sich.

Was ein Paket: Kai Greene rockte die Tipsport Arena.

Erneut fand im Rahmen der Veranstaltung die Amateur Olympia in der Bikiniklasse statt. Olga Putrova sicherte sich hier den Gesamtsieg.

Nach dem Sieg im Vorjahr bei den Amateuren holte sich Vladimira Krasova 2013 den Sieg bei den Profis.

Im Vergleich zum Vorjahr war die zugehörige Expo deutlich gewachsen und bot den Zuschauern die Möglichkeit, sich auch jenseits der Wettkampfbühne zu informieren und einzukaufen. Die Veranstaltung war also augenscheinlich auf dem richtigen Weg. Für die Zuschauer unsichtbar bestätigte sich das auch backstage. Die gesamte Organisation der Veranstaltung war noch einmal professioneller geworden, was vor allem den Athleten zu Gute kam.

Zeigte schon 2013 seine Klasse: William Bonac.


2014: Wolfs zweiter Streich

Im Vergleich zu den Vorjahren war die Veranstaltung im Wettkampfkalender nach vorne gerückt und fand nur zwei Wochen nach dem Mr. Olympia statt. Das hatte für die Topathleten natürlich den Vorteil, dass es für sie leichter war, ihre Form zu konservieren. Die Fans durften sich also auf die Superstars in Topform freuen.

Ronny Rockel und Dennis Wolf beim Meet & Greet. Für Dennis sollte es ein erfolgreiches Wochenende werden, für Ronny ein enttäuschendes.

Nachdem im Vorjahr osteuropäische Athletinnen die Bikiniklasse dominierten, schlugen die US-Girls in diesem Jahr zurück, wenngleich nicht unumstritten. India Paulino holte sich hier den Sieg, nicht wenige sahen aber die Zweitplatzierte Noemi Olah und Christina Strom Fjaere, die den dritten Platz holte, vor India. Insgesamt war das Niveau aber nochmal deutlich höher als im Vorjahr. Valeria Ammirato, die 2012 hier als Amateur gestartet war, konnte sich in diesem starken Feld den neunten Platz sichern.

Nur Platz 3 für Christina Strom Fjaere.

In der 212 hatte es der zweimalige Sieger Flex Lewis diesmal mit neuen Gegnern zu tun. Allen voran der mittlerweile verstorbene Baitollah Abbaspour setzte Flex deutlich zu, konnte ihn letztlich aber genausowenig wie Jose Raymond vom ersten Platz vertreiben, sodass Flex seinen dritten Titel in Folge in Prag holte. Aus deutscher Sicht erfreulich war der siebte Platz von Andre Regenstein.

Der mittlerweile verstorbene Baitollah Abbaspour 2013 in Prag.

Mit Spannung wurde dann die offene Klasse erwartet, deren Line Up diesmal olympiawürdig war. Mit der Ausnahme des amtierenden Mr. Olympia Phil Heath waren alle Topathleten am Start, darunter der Vorjahressieger Kai Greene, Dennis Wolf, der 2012 den Titel holen konnte, Dexter Jackson, Shawn Rhoden und Roelly Winklaar. Im Prejudging zeigte sich schnell, dass Kai weit entfernt von seiner Bestform war. Leider wurde Kai in den Scorecards nicht aufgeführt, sodass unklar ist, wo er nach dem Prejudging gelandet wäre, denn mindestens Dennis und Dexter, wenn nicht auch Shawn hatten vor ihm landen müssen. Diese Entscheidung nahm Kai den Judges aber letztlich ab: Nach dem Prejudging kündigte er an, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht am Finale teilnehmen werde. Damit war klar, dass es in diesem Jahr einen neuen Champion geben würde.

Wenn Bodybuilding zur Kunstform wird: Shawn Rhoden bei seinem Posing auf der EVLS Prague Pro 2013.

Im Finale wurde es dann spannend, wenngleich Dennis sich erneut in Topform präsentierte und natürlich die Fans im Rücken hatte. So gelang es ihm, Dexter und Shawn hinter sich zu lassen und zum zweiten Mal in Prag zu siegen. Unverständlicherweise komplett übersehen wurde William Bonac, der nur auf Rang acht kam. Für Ronny Rockel lief es in diesem Jahr ebenfalls nicht gut. Enttäuscht musste er sich mit dem zehnten Rang zufriedengeben, wenngleich seine Form durchaus den ein oder anderen Platz weiter vorne gerechtfertigt hätte.

Nur Platz 10 für Ronny Rockel in Prag – trotz guter Form.

Wie in den Vorjahren war die Stimmung in der Halle famos, insbesondere beim Posedown der offenen Klasse im Publikum. Minutenlang bahnten sich Dennis und Co. ihren Weg durch die Fans, posten, machten Fotos und schüttelten Hände. Bodybuilding zum Anfassen. Amateure waren in diesem Jahr nicht am Start, da man die Amateur Olympia in den Juni verschoben hatte.

Die Sieger der EVLS Prague Pro 2013: Flex Lewis, India Paulino und Dennis Wolf.


2015: Dexter schlägt Big Ramy

Nachdem im Vorjahr keine Amateure in Prag am Start waren, wurde dieser Wettkampf nun mächtig ausgeweitet. Statt wie 2012 und 2013 nur die Mädels der Bikiniklasse an den Start gehen zu lassen, fanden Wettkämpfe in allen Amateurklassen statt, was die Action auf der Bühne natürlich vervielfachte, den Terminkalender aber auch spürbar verdichtete.

Die vier Muskeltiere: Dennis Wolf, Steve Benthin, Roman Fritz und Ronny Rockel.

Aus deutscher Sicht war diese Entwicklung natürlich spannend, da viele Athleten und Athletinnen die Chance ergreifen wollten, im nahgelegenen Prag international zu starten. Herausragend waren dabei sicher die Leistungen von Renata Benigno, die hier bei ihrem ersten internationalen Start den zweiten Platz holte und damit den Grundstein für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte in den Folgejahren legte.

Renata Benigno bei ihrem ersten internationalen Start.

Johannes Falke holte sich in seiner Klasse der Kategorie Men’s Physique den Sieg, Andre Merzdorf den zweiten Platz. Ebenfalls siegreich war Tobias Gerblinger im Bodybuilding bis 90 Kilogramm. Den Gesamtsieg im Bodybuilding holte sich dann aber Petar Klancir, der im Vorjahr noch im Gesamtsiegerstechen an Roman Fritz gescheitert war. Roman selbst gab indes hier sein Debut als Profi.

Klare Sache für Janet Layug in der Bikiniklasse.

Bei den Profis waren in der Bikiniklasse erneut die US-Girls ganz weit vorne. Mit Janet Layug auf Platz eins und Courtney King auf Platz zwei standen zwei Topathletinnen der Bikini Olympia auf der Bühne, die der europäischen Konkurrenz keine Chance gaben.

Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Hier die 212 mit Milan Sadek und Steve Benthin.

In der 212 war erstmals Flex Lewis nicht am Start, sodass sicher war, dass es einen neuen Champion geben wird. Das Duell um den Sieg wurde zwischen Jose Raymond und David Henry ausgetragen, mit dem besseren Ende für Jose. Dabei gnadenlos übersehen wurde der Lokalmatador Milan Sadek, der in atemberaubender Form und nahezu perfekter Linie nur den fünften Platz holte. Für Steve Benthin reichte es in diesem Jahr in einem extrem starken Feld zu einem achten Platz, wenngleich ein Finalplatz absolut nicht unverdient gewesen wäre.

Das Posedown zwischen den Zuschauern hat Tradition in Prag, was auch Athleten wie Dexter Jackson und Roelly Winklaar Spaß bereitet.

Mit großer Spannung wurde die Performance von Big Ramy erwartet. Dieser zeigte sich beeindruckend massiv, jedoch ließ seine Form doch deutlich zu wünschen übrig. Dennoch kämpfte er um den Sieg und konnte letztlich den zweiten Platz hinter Dexter Jackson holen, der in gewohnt starker Form verdient gewann.

Platz 2 beim ersten Besuch von Big Ramy in Prag.

Ein bitterer Abend wurde es derweil für Dennis Wolf. Der Vorjahressieger kam trotz guter Form nur auf Platz vier hinter Shawn Rhoden. Mit welcher Begründung Ramy hier vor Dennis und Shawn gesetzt wurde, wird wohl auf ewig ein Geheimnis der Judges bleiben. Ronny Rockel verpasste mit dem siebten Platz erneut knapp die Top 6, Roman Fritz wurde in starker Form in seiner ersten Show als Profi Zwölfter.

Starkes Profidebut von Roman Fritz bei der EVLS Prague Pro 2015.


2016: William siegt sensationell

Wie im Vorjahr wurde die Pro Show auch in diesem Jahr von einem beachtlichen Amateurwettkampf begleitet. Diese Entwicklung drückte sich auch in der Umbenennung der Show in EVLS Prague Showdown aus.

Brandon Curry beim Athletenmeeting.

Längst war das Event mehr als nur ein Profiwettkampf geworden. Gerade im Amateurbereich zogen mittlerweile viele Athleten und Athletinnen einen Start in Prag dem bei einer Arnold Classic Europe, die traditionell eine Woche zuvor stattfand, vor. Das dürfte zum einen in der kürzeren Anreise, zum anderen aber auch in der sehr professionellen Organisation liegen. Aus deutscher Sicht sollte gerade dieser Amateurwettkampf kurios werden.

Der EVLS Prague Showdown wurde immer mehr zum internationalen Wettkampf Nummer 1 für deutsche Amateure.

Beachtlich war hier auf jeden Fall der zweite Platz von Anna Maier in der Bikiniklasse, die ansonsten fast durchweg osteuropäisch dominiert war. Ein großer Erfolg war die Show auch für Kathleen Streiber, die sich in der Bodyfitnessklasse den zweiten Platz sichern konnte. In der Women’s Physique waren mit Petra Welker auf Platz fünf, Caroline Bovelet auf Platz 4 und Katja Bauer auf Platz 2 gleich drei Deutsche in den Finalplätzen.

Schon damals ein Strahlemann: Dominik Woywat.

Im Bodybuilding holte sich Slobodan Mitkov den zweiten Platz in der Klasse bis 80 Kilo. Marius Brühl holte sich den Sieg in der Junior Men's Physique. In der Klasse Men's Physique bis 174cm kam Johannes Falke den zweiten Platz. In der Klasse bis 90 Kilo trafen die beiden heutigen Team Andro-Athleten Dominik Woywat und Enrico Hoffmann aufeinander. Dominik wurde letztlich sechster, Enrico fünfter.

Freud und Leid so eng beinander: Adolf Burghart beim EVLS Prague Showdown 2016.

Und dann war da noch Adolf Burghart, der sich im Superschwergewicht gegen den extrem guten Pavel Beran durchsetzen konnte und auf dem besten Weg zum Gesamtsieg war. Dazu kam es aber nicht mehr, da Adolf nach Vorfällen am Rande der Veranstaltung vom Veranstalter disqualifiziert wurde. Der Traum von der Pro Card war geplatzt, doch sollte es nicht der letzte Auftritt von Adolf in Prag gewesen sein.

Sara Back beim EVLS Prague Showdown 2016.

Bei den Profis gab es in diesem Jahr keine 212er Konkurrenz. In der Bikiniklasse fehlten die dominanten US-Girls der Vorjahre, sodass sich die Russion Yana Kuznetsova den Sieg holen konnte.

Lukas Osladil bei seinem einzigartigen Posing.

Erstmals seit 2012 waren keine deutschen Profis in Prag am Start. Dennoch war die offene Männerklasse natürlich ein Highlight und brachte am Ende ein Ergebnis, mit dem wohl niemand gerechnet hätte. William Bonac, der keine Show in Prag ausgelassen hatte und sich von hinteren Plätzen in der 212 nach vorne gekämpft hatte, siegte in überragender Form vor Big Ramy. Dahinter fanden sich die Routiniers Dexter Jackson und Shawn Rhoden wieder, gefolgt von Roelly Winklaar und Lukas Osladil, der ebenfalls eine beeindruckende Entwicklung in den letzten Jahren vorzuweisen hatte.

Was für eine Entwicklung: Vom Noname in der 212 im Jahr 2012 zum Sieger in der offenen Klasse 2016: William Bonac.

Moderiert wurde die Show in diesem Jahr übrigens von keinem geringeren als Kevin Levrone, der damit Markus Rühl und Bob Cicherillo beerbte.
Die Abendshow wurde 2016 von Kevin Levrone moderiert.


2017: Roelly gewinnt in neuer Umgebung


Alles neu in 2017! Nach fünf überaus erfolgreichen Veranstaltungen in der Tipsport Arena zog der EVLS Prague Showdown in diesem Jahr in neue Gefilde. Ein solcher Wechsel ist immer mit ein wenig Wehmut verbunden, denn die Tipsport Arena mit dem direkt angrenzenden Hotel hatte zum einen einen eigenen Charme, zum anderen waren die Wege extrem kurz.

Wo Roelly Winklaar da nur gerade hinschaut...

Aus Sicht des Veranstalters war dieser Umzug jedoch absolut verständlich, denn die alte Location war der über die Jahre immer größer gewordenen Veranstaltung einfach nicht mehr gewachsen. Die PVA Expo hingegen bietet reichlich Platz für die zur Show gehörige Expo und passt daher wunderbar zur stetig wachsenden Show, auch was die Plätze für die Wettkämpfe angeht. Zum Finale war die Halle, die bis zu 3.000 Zuschauer fasst, nahezu ausverkauft.

Enrico Hoffmann holte sich in Prag den Gesamsieg und damit die lang ersehnte Pro Card.

Wie in den Vorjahren waren wieder unzählige deutsche Amateure am Start. Vivien Pfister konnte sich gleich zweimal über einen dritten Platz in der Bikiniklasse (Junioren und bis 160cm) freuen, Pia Kramps wurde zweite bis 163cm. Brutal stark war Team Germany in der Klasse Bodyfitness: Michelle Krontal holte sich den Klassensieg vor Jana Wintermantel auf Platz drei und Christine Zorgianou auf Platz vier und später noch den Gesamtsieg, Svenja Siewert wurde in ihrer Klasse vierte. In der Klasse über 168cm siegte Jennifer Ulmer vor Vanessa Happle. Bronze gabe es in der Women’s Physique für Elena Shportun. Stanislav Reiser holte sich Bronze in der Men’s Physique über 180cm, Tufan Varli wurde dritter bei den Junioren derselben Kategorie. Kim Belz wurde zweiter im Classic Bodybuilding über 180cm. Bei den Junioren wurde Marius Strumpen dritter, genauso wie Robert Wallenta bei den Masters und Stanislav Belo in der Klasse Bodybuilding bis 80kg, die Marcel Löwentraut gewann. Für Adolf Burghart reichte es diesmal in einem starken Feld nur zu Platz zwei, dafür ließ es Enrico Hoffmann mal richtig krachen und holte sich den Gesamtsieg und damit auch die Pro Card.

Margret Gnarr holte sich 2017 den Titel.

Bei den Profis legte Renata Benigno, die hier vor zwei Jahren noch in der Bodyfitnessklasse zweite bei den Amateuren wurde, einen blitzsauberen Start in ihre Profikarriere hin und wurde in einem starken Feld vierte. Den Sieg holte sich völlig verdient die bezaubernde Magret Gnarr.

Most Muscular: Steve Benthin vs Ronny Rockel.

Aus deutscher Sicht war das Highlight der Show aber sicherlich das Aufeinandertreffen von Steve Benthin und Ronny Rockel in der 212. Beide schenkten sich nichts und brachten die Halle zum Beben. Dass es für beide am Ende nicht zum Sieg reichte, weil Ricardo Correia sich vor beide schob und den Sieg mit nach Hause nahm.

Nach seinem Sieg hatte Ricardo Correia gut lachen.

Bei den zahlreichen deutschen Fans kam das weniger gut an, jedoch war die Entscheidung durchaus vertretbar. Die Top drei waren alle in bestechender Form mit individuellen Stärken und Schwächen; egal wie man hier platziert hätte, es hätte sich niemand beschweren können. Die Wahrnehmung war aber natürlich dennoch heterogen. Ronny hatte sich hier durchaus mehr erhofft und dafür auch absolut abgeliefert. Für Steve war dieser zweite Platz indes der wohl größte Erfolg seiner Karriere, weshalb er den knapp verpassten Sieg leichter wegstecken konnte.

Ein Duell, dass die Halle zum Beben brachte: William Bonac vs. Roelly Winklaar.

In der offenen Klasse schafften es mit Petar Klancis und Lukas Osladil auf sechs und fünf zwei Lokalmatadoren in die Top 6 und das auch absolut verdient. Vierter wurde Nathan de Asha, dritter Dexter Jackson. Und dann wurde es eng: Sowohl der Vorjahressieger William Bonac, der bereits beim Mr. Olympia sensationell dritter wurde, als auch Roelly Winklaar, der sich im Vergleich zu den Vorwochen nochmal deutlich gesteigert hatte, waren in überragender Form. Auch hier bebte die Halle, als es zum Showdown zwischen den beiden kam. Roelly hatte letztlich das bessere Ende für sich und holte sich den vermutlich größten Triumph seiner bisherigen Karriere. Positiv war erneut zu sehen, dass in Prag eben nicht gemäß dem Motto „Wie wurden die in Las Vegas platziert?“ gewertet wurde, sondern dass man wirklich nach Leistung wertete.

Posdown: Lukas Wyler, Roelly Winklaar, Dexter Jackson und Nathan de Asha.

Die Moderation der Pro Show übernahm in diesem Jahr erneut ein absoluter Superstar, der genau wusste, wie er die Menge zum Toben bringen konnte: Dennis James.

Der Moment, in dem alles von einem abfällt: Roelly Winklaar bei der Verkündung seines Sieges in Prag.


2018: The best is yet to come

Was erwartet uns nun im Jahr 2018? Auf jeden Fall einige Neuerungen! Zum einen wird es einen neuen Moderator geben und dieser ist kein geringerer als der viermalige Mr. Olympia Jay Cutler.

Der Moderator 2018: Jay Cutler, hier beim Mr. Olympia 2011 mit Phil Heath.

Auch neu ist die Tatsache, dass es sich nach der Trennung der IFBB Pro und Amateur League in Prag um eine reine Veranstaltung der Pro League nebst Pro Qualifier handeln wird. Das heißt, dass auch weiterhin Pro Cards in Prag vergeben werden.

Kann Roelly Winklaar seinen Titel verteidigen?

Blickt man zurück auf den Weg, den die Veranstaltung seit 2012 genommen hat, kann man den Veranstaltern nur gratulieren. Was hier auf die Beine gestellt wurde, sucht nicht nur in Europa seinesgleichen. Auch 2018 dürfte der EVLS Prague Showdown wieder ein absolutes Highlight werden, dass sich kein deutscher Fan entgehen lassen sollte. Wer dabei sein will, sollte sich daher noch schnell sein Ticket sichern.

That’s where the magic happens.

Team Andro wird wie in den Vorjahren live vor Ort sein und berichten.

Auch 2018 sind wir wieder für euch in Prag am Start.

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