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Der große Olympia-Ausblick

Die größte Show des Bodybuilding-Zirkus steht uns bevor: Die Mr. Olympia in Las Vegas. Wie jedes Jahr werfen wir einen Blick auf die aussichtsreichsten Athleten in den einzelnen Klassen. Selbstverständlich werden wir auch wieder live vor Ort berichten. Freut Euch auf den #vegasreport2017.

Titel Nummer 7 für Phil?

Phil Heath ist das Maß der Dinge in der offenen Männerklasse. Nachdem viele Stimmen ihn nach seinen Leistungen von 2014 und 2015 auf einem absteigenden Ast sahen, ließ er im Vorjahr keinen Zweifel daran, dass dies hier sein Haus und diese Bühne seine Bühne ist. Mit nunmehr sechs Titeln zog er mit dem legendären Dorian Yates gleich. Sollte er auch in diesem Jahr erfolgreich sein, hätte er mit sieben Titeln genauso viele wie Arnold Schwarzenegger. Wenngleich Phil nicht von jedem geliebt wird, so steht seine Qualität außer Zweifel. Der oft überstrapazierte 3D-Look sucht nach wie vor seinesgleichen, sodass Phil, sollte er keine massiven Fehler machen, sich wohl erneut nur selbst wird schlagen können.
2016 Mr. Olympia, Phil Heath
2016 Mr. Olympia: 6. Titel für Phil Heath

Dennoch: Den Champ entthronen, das haben sich einige Athleten vorgenommen. Da wäre zum einen natürlich der Vorjahreszweite Shawn Rhoden, der im Vorjahr Dexter Jackson vom zweiten Platz verdrängen konnte. Beide Athleten überzeugen mit ihrer ausgewogenen und gefälligen Linie. In Topform sind sowohl Shawn als auch Dexter Titelkandidaten, aber nur dann, wenn Phil strauchelt. Denn beiden fehlt im Vergleich zum Champ der Wow-Effekt, dieses gewisse etwas, das heraussticht, das Spektakuläre. Daher müssen beide auf einen Fehler des Titelträgers hoffen, um ernsthafte Chancen auf den Sieg zu haben. Sollte das nicht eintreten, werden die beiden wohl erneut die Plätze zwei und drei unter sich ausmachen, es sei denn…

Big Ramy schafft es, seine unglaubliche Masse in Topform auf die Bühne zu bekommen. Dann könnte es wirklich spannend werden. Im Vorjahr verbesserte er sich im Anschluss an die O von Woche zu Woche. Ob das letztlich für einen Platz in den Top 3 oder gar den Sieg gerreicht hätte, ist offen, auch weil in Las Vegas ein anderes Kampfgericht als in Barcelona oder Prag sitzt. Was er jedoch 2016 bewiesen hat: Er kann sowohl Dexter als auch Shawn schlagen, wenngleich beide nicht mehr in Bestform waren. Einmal angenommen, das gelingt ihm, hätte er dann sogar Chancen auf den Titel? Durchaus, denn er bringt alles mit: brutale Masse gepaart mit einer gefälligen Linie. Die Schwierigkeit wird sein, das richtige Maß zu finden, ein Problem, an dem auch schon Kai Greene im Kampf mit Phil gescheitert ist. Der Massevorteil ist offensichtlich, doch kommt nur dann voll zum Tragen, wenn die Form sitzt. Denn kommt er auch nur 10 Prozent off, dürfte er gegen Phil in Bestform keine Chance haben. Gelingt es ihm jedoch diese Topform zu erreichen, ist die Frage, ob er immer noch so spektakulär wirkt, wie es sonst immer den Anschein hat. Verliert er seine Fülle, verliert er seinen größten Trumpf, denn die Qualität Phils hat Ramy (noch) nicht, sprich er wird nicht mit diesen feinen Details, diesem „Ploppen“ der Muskeln unter Spannung aufwarten können.
2016 Mr. Olympia Finals, 3rd Callout
2016 Mr. Olympia Finals, 3rd Callout: Big Ramy, Dexter Jackson, Shawn Rhoden

Wer schafft es noch in die Top 6?

Hinter den erwarteten Top 4 sind noch zwei weitere Plätze im Finale frei. Um diese dürften sich in erster Linie Cedric McMillan, Roelly Winklaar und William Bonac streiten. Das Spannende daran: Die Unterschiedlichkeit der Körper dieser drei Athleten. Cedric punktet mit seiner klassischen Linie, seinem eleganten Posing. Damit schaffte er es bis auf Platz 1 bei den Arnolds im Frühjahr. Doch ist die O nicht die Arnold Classic, zudem ist die Konkurrenz hier deutlich härter. Wenn Cedric Chancen auf einen Platz in den Top 6 haben will, darf er sich keine Schwäche erlauben, das bezieht sich bei ihm fast ausschließlich auf die Form. In Topform kann er sogar durchaus die vier erstgenannten Athleten ärgern, trifft er diese – wie so häufig – jedoch nicht, wird es ganz schwer.

Nicht viel anders verhält es sich mit Roelly Winklaar, nur dass dessen Stärken nicht in der Linie, sondern in seinem Freak-Faktor liegen. Was den angeht, ist Roelly wohl die klare Nummer 1 im Feld, sogar vor Phil und Ramy. Dass Roelly strukturelle Schwächen hat, ist bekannt. Was bei ihm jedoch schwerer wiegt, ist die häufig nicht optimale Form, die ihn schon häufig viele Platzierungen gekostet hat.

William Bonac ist gleichsam ein Freak. Im Vorjahr war er die Überraschung und katapultierte sich in überragender Form und mit einer unfassbaren Muskeldichte in die Top 6. Seine einzige Schwäche: Aufgrund seiner Größe ist sein Frame schon jetzt maximal ausgereizt, mehr Muskeln passen auf diesen Körper eigentlich nicht mehr drauf. Diese Tatsache dürfte verhindern, dass es für ihn ganz nach vorne reicht. In der Form des Vorjahres aber ein sicherer Kandidat für Top 6.
2016 Mr. Olympia Finals, 2nd Callout
2016 Mr. Olympia Finals, 2nd Callout: William Bonac, Cedric McMillan, Dallas McCarver

Und dahinter?

Die Plätze in den Top 10 dürften erneut schwer umkämpft sein, was Vorhersagen schwierig macht. Gute Karten müsste Nathan de Ashaa haben, der im Vorjahr positiv auffiel. Lionel Beyeke zeigte letztes Jahr in Dortmund seine Klasse. Ein weiterer Kandidat, der in Topform weit nach vorne kommen kann, diese jedoch nur sehr selten zeigt. Brandon Curry zeigte sich zuletzt sichtbar verbessert, kämpft jedoch immer noch mit seinem Beindefizit. Dieses teilt er sich mit zwei Veteranen, die es wieder einmal nach Vegas geschafft haben, aber nur Außenseiterchancen auf eine Topplatzierung haben dürften: Victor Martinez und Johnnie Jackson. Ob Josh Lenartowicz nach dem schweren Verlust seines Freundes Dallas McCarver teilnimmt, ist offen.

212: Flex und dann?

Flex Lewis geht als fünfmaliger Champion als absoluter Topfavorit ins Rennen. Für ihn gilt das Gleiche wie für Phil: Er kann sich im Grunde nur selbst schlagen. Bringt er sein gewohntes Paket, dürfte der Titel erneut an den Iren gehen, daran bestehen wohl kaum Zweifel. Die Sensation des Vorjahres war Ahmad Ashkanani, der aus dem Nichts auf den zweiten Platz stürmte und dabei die gesamte 212-Elite düpierte. Nach seinem Erfolg in Columbus im Frühjahr ist er als härtester Herausforderer des Champs gesetzt. Wie immer Kandidaten für die Topplätze sind Jose Raymond, Eduardo Correa und David Henry. Jeder dieser drei hat individuelle Stärken und Schwächen. Die Schwächen dürften den Ausschlag geben, dass keiner von ihnen die Top 2 wird gefährden können, die Stärken werden entscheiden, wie sie sich einreihen. Dann wäre da noch Hidetada Yamagishi, der nach starken Leistungen zuletzt abfiel und den Kontakt zu den Athleten an der Spotze mehr und mehr verlor. Und natürlich unser Ronny Rockel, der sich in diesem Jahr eindrucksvoll zurückmeldete. Wer Ronny in New York und Toronto sehen durfte, war begeistert, was er nach Jahren der Enttäuschungen wieder auf die Bühne gezaubert hat. Ronny bringt alles mit, um in dieser Klasse ganz vorne mitzuspielen. Wenn er die Form erneut auf den Punkt bringen kann, dürfte er einige der eben genannten Athleten hinter sich lassen und hat durchaus realistische Chancen, in die Top 3 vorzustoßen.
2016 212 Olympia, Top 3
2016 212 Olympia, Top 3: Jose Raymond, Flex Lewis, Ahmad Ashkanani

Classic Physique: Was geht für die Legende?

Nachdem im Vorjahr Kevin Levrone sein Comeback in der offenen Klasse gab, versucht sich nun eine weitere Legende an diesem Vorhaben, wenngleich „nur“ in der Classic Physique: Flex Wheeler entfacht ein ungeahntes Interesse an der noch jungen Klasse. Doch wie stehen seine Chancen? Kann er es wirklich mit dem Vorjahressieger Danny Hester aufnehmen? Zumal da ja noch Athleten wie Arash Rahbar und Sadik Hodzovic sind, die sicherlich auch ein Wörtchen beim Kampf um den Titel mitreden wollen. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Leicht wird es für Flex nicht, jedoch ungleich leichter als für Kevin im Vorjahr, denn die Wertungsrichtlinien sind in der Classic Physique doch andere als in der Men’s Bodybuilding, sodass Flex nicht die Konkurrenz der Massemonster fürchten muss. Wie Kevin ist er ein genetisches Ausnahmetalent, wohl einer der besten Bodybuilder aller Zeiten, doch ob das nach einer so langen Pause und seinen gesundheitlichen Problemen reicht?

Men’s Physique: Der nächste Seriensieger?

Jeremy Buedina holte im Vorjahr seinen dritten Titel und geht damit als klarer Favorit ins Rennen. Spannend wird es dennoch, da in dieser Klasse die Athleten zum einen sehr zahlreich, zum anderen die Leistungsdichte extrem hoch ist. Allen voran der Vorjahreszweite Ryan Terry dürfte alles daransetzen, Jeremy von seinem Thron zu stürzen.

Women’s Physique: Der vierte Streich von Juliana?

Juliana Malacarne ist ganz sicher die absolute Favoritin auf den Titel. Außenseiterchancen dürfte Dainiely Castilho, die in Columbus den Sieg holte, haben.
2016 Fitness Olympia Top 5
2016 Fitness Olympia Top 5: Bethany Wagner, Regiane da Silva, Oksana Grishina, Tanji Johnson, Whitney Jones

Fitness Olympia: Der Abschied von zwei Legenden!

Oksana Grishina wird ein letztes Mal auf die Bühne der Fitness Olympia steigen. Dass sie auch bei ihrer letzten O den Titel holt, daran gibt es keinen Zweifel. Zu dominant war Oksana in den letzten Jahren. Doch nicht nur für Oksana ist es die letzte Saison, auch Regiane da Silva wird nach dieser Saison den Wettkampfbikini an den Haken hängen. Zuletzt konnte Regiane wieder an alte Erfolge anknüpfen, es bleibt zu hoffen, dass sie das in Vegas wiederholen kann und sich als Runner Up hinter ihrer langjährigen Freundin Oksana von der Olympia-Bühne verabschieden kann.

Figure Olympia: Latorya vs. Candice?

In den letzten beiden Jahren holte sich Latorya Watts den Sieg, doch bei der diesjährigen Arnold Classic wendete sich das Blatt und Candice Carter-Lewis gewann in überragender Form, während Latorya auch noch Cydney Gillon an sich vorbeiziehen lassen musste. Für Spannung ist also gesorgt.

Bikini Olympia: Angelica vs. Courtney?

Nachdem die langjährige Königin der Klasse Ashley Kaltwasser im letzten Jahr gestürzt wurde, wird sie in diesem Jahr auf einen Start zu verzichten. Mit der Vorjahressiegerin Courtney King und der Siegerin der Arnolds Angelica Teixeira, die in Columbus Courtney auf den zweiten Platz verwies, stehen die beiden Topfavoritinnen auf den Sieg fest.
2016 Bikini Olympia Top 5
2016 Bikini Olympia Top 5: Jennifer Ronzitti, Indiana Paulino, Courtney King, Angelica Teixeira, Ashley Kaltwasser

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Bilder, Interviews, Reportagen. Im Rahmen des #vegasreport2017 halten wir euch natürlich ständig über die Ereignisse vor Ort auf dem Laufenden!

Das Gewinnspiel

Und natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder ein Gewinnspiel! Die Top 6 der Männer tippen und ein tolles ESN-Supplementpaket gewinnen!

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