Ein Blick auf den Aufnahmetest der Navy SEALs

Hast du das Zeug zum Elitesoldaten?

Klassische Aufnahmeprüfungen verschiedener Sondereinheiten rund um unseren Globus beinhalten selbstverständlich stets eine Überprüfung des körperlichen Zustands der Bewerber. Diese Fitness-Tests haben es in aller Regel in sich: Wer nicht nachweislich über deutlich mehr Kraft, Kondition und Koordination als der Durchschnittsbürger verfügt, hat keinerlei Chance auf ein erfolgreiches Abschneiden.

Schwimmen, Laufen, Liegestütze, Klimmzüge und Sit-ups – um den Aufnahmetest der US-Amerikanischen Sondereinheit Navy SEALs zu absolvieren, benötigt man kaum Equipment und kann quasi ohne technische Einweisung schnell loslegen. Ein Kinderspiel? Von wegen!
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Die Abkürzung SEAL steht für die englischen Begriffe Sea, Air und Land – sozusagen die Einsatzgebiete der Elitetruppe. Um in der See zu bestehen, sind Schwimmkünste vonnöten. Diese müssen ausufernd unter Beweis gestellt werden: 500 Yards (ungefähr 457 Meter) sollen in höchstens 12:30 Minuten zurückgelegt werden. Ein durchschnittlicher SEAL benötigt laut der Navy hierfür in etwa 8 Minuten.

Schwimmen mag nicht jedermanns Sache sein und sich mit einem Elitesoldaten in dieser etwas spezielleren Disziplin zu messen, würde wohl auch nur den wenigsten spontan einfallen. Im Ausdauerlauf könnte dies bei einigen bereits anders aussehen.

Um ein SEAL werden zu dürfen, müssen 1,5 Meilen (ungefähr 2,4 Kilometer) in 10:30 Minuten zurückgelegt werden – in Kampfausrüstung versteht sich. Wer die Strecke unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen in 9 Minuten absolviert, hält mit einem Großteil der aktiven SEALs mit.


Liegestütze, Sit-ups und Klimmzüge


Wer sich eher mit Kraftausdauer identifiziert, kann einen Blick auf die übrigen Anforderungen werfen. Um den Aufnahmetest zu bestehen, müssen 50 saubere Liegestütze in maximal 2 Minuten bewältigt werden. Ein Instructor achtet peinlich genau darauf, dass sich die Arme unten im Liegestütz mindestens in einer 90-Grad-Position (Unterarm zu Oberarm) befinden, also dass der potenzielle Rekrut seinen Körper tatsächlich bis ganz nach unten absenkt. In der oberen Position müssen beide Arme durchgestreckt sein.

Wer einen Teil des Körpers auf dem Boden ablegt oder die Hände umsetzt, beendet seinen Durchgang augenblicklich. Natürlich sollte man bis zu 100 saubere Liegestütze in der vorgegebenen Zeit absolvieren können, um es mit einem durchschnittlichen Elitesoldaten der Navy aufnehmen zu können.

Die vielleicht überraschendste Disziplin stellen mindestens 50 komplette Sit-ups in 2 Minuten dar. Nicht nur in Bezug auf die Eckdaten ähnelt diese Überprüfung den Liegestützen: Auch hier sitzt ein Instructor neben der Testperson und zählt lediglich Wiederholungen, welche in seinen Augen als komplett gelten: Die Füße befinden sich in etwa eine Unterarmlänge vor dem Gesäß, beide Hände greifen die gegenüberliegende Schultern.

Die Aufwärtsbewegung gilt als beendet, wenn beide Ellenbogen die Knie (oder bis zu einer Handbreite darunter die Oberschenkel) berühren. Die darauffolgende Abwärtsbewegung endet, wenn die Schulterblätter den Boden touchieren. Um Stabilität zu gewährleisten, fixiert ein zweiter Rekrut die Füße des Übenden. Auch hier sollte man ungefähr 80 bis 100 Wiederholungen in besagtem Zeitintervall präsentieren können, bevor man auf die Idee kommt, einen echten SEAL zum Duell herauszufordern.

Zu guter Letzt ist nennenswerte Zugkraft unabdingbar: 10 saubere Klimmzüge muss ein Anwärter zur Schau stellen, um auch diese Disziplin erfolgreich zu absolvieren. Der selbstredend erneut anwesende Instructor achtet darauf, dass die Arme in der Ausgangsposition komplett durchgestreckt sind und dass sich das Kinn (bei nach vorne gerichtetem Blick) nach dem Aufwärtszug oberhalb der Stange befindet. Mit Schwung darf ausdrücklich nicht gearbeitet werden.

Löst sich eine Hand von der Stange oder berührt ein Körperteil irgendeinen Widerstand (wie beispielsweise das Seitengestänge), gilt der Durchgang als beendet. Wer über 15 saubere Klimmzüge vorzuweisen hat, kann sich laut Angaben der Navy – zumindest unter diesem Aspekt – auf dem Trainingsgelände der SEALs sehen lassen.

Zusammenfassung der Mindestanforderungen
  • Schwimmen: 457 Meter in max. 10:30 Minuten (aktive SEALs: 8:00 Minuten)
  • Laufen im Kampfanzug: 2,4 Kilometer in max. 10:30 Minuten (aktive SEALs: 9:00 Minuten)
  • Liegestütze: min. 50 in 2:00 Minuten (aktive SEALs: 80-100)
  • Sit-ups: min. 50 in 2:00 Minuten (aktive SEALs: 80-100)
  • Klimmzüge: min. 10 (aktive SEALs: 15-20)

Teste dich – Hast du das Zeug zum Elitesoldaten?


Jetzt kommst du ins Spiel! Bitte einen Freund darum, den Instructor zu imitieren und probiere, zumindest deine Fähigkeiten in den drei Kraftausdauer-Disziplinen zu ermitteln. Wie nah kommst du den von der Navy geforderten Werten für Liegestütze, Sit-ups und Klimmzüge? Welches stellt deine stärkste Disziplin (gemessen an den Richtwerten der SEALs) dar, welches deine schwächste?

Achte auf jeden Fall darauf, die Übungen sauber – also unter den weiter oben beschriebenen Gesichtspunkten – zu absolvieren. Wenn du in zwei Disziplinen einigermaßen mit den Elitesoldaten mithalten kannst, die Anforderungen der dritten dich jedoch heillos überfordern, weißt du, welche Schwachstelle in Bezug auf deine Fitness du in Angriff nehmen kannst, um Fortschritte zu erzielen.

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