Helenes Blog

Einmal ohne Tracken, bitte!

Seitdem ich mich mit dem Erreichen bestimmter körperlicher Ziele auseinandersetze, gehört das Tracken und Abwiegen der einzelnen Lebensmittel zu mir, wie das tägliche Zähneputzen. Für mich stellt es ein sinnvolles und hilfreiches Tool dar, um eine bestimmte Körperkomposition zu erreichen und / oder auch zu halten. Zusätzlich kann ich mich auf den von mir getragenen Fitnesstracker recht gut verlassen, was täglichen Kalorienverbrauch angeht. Das macht es natürlich um vieles einfacher als mit Rechnern aus dem Internet, die nur grob einen Richtwert ausspucken.
Wie genau ist ein Fitbit-Tracker? Lies mehr im 1-Jahres-Erfahrungsbericht!
Mittlerweile bin ich zwar keine Geißel von starren (Tages-)Makros und zudem bin ich super flexibel, was meine Ernährung angeht, dennoch behält man doch immer irgendwo ein Auge darauf. Gerade beim Eiweiß habe ich wirklich immer darauf geachtet, nicht zu viel zu konsumieren.

Ich liebe Milchprodukte und meine abendliche Bowl mit eben diesen. Deshalb hatte ich da wirklich etwas Mühe in dem angegebenen Bereich zu bleiben bzw. nicht in eine Proteinmast zu verfallen und das störte mich unterschwellig schon. Wich ich dann doch auf andere Lebensmittel aus, obwohl ich doch intuitiv etwas vollkommen Anderes gegessen hätte.
In letzter Zeit kam dann vermehrt der Wunsch auf, einfach frei von Kalorienzählen und dem Eintragen in meine Datenbank zu sein.
Sah ich doch auch andere Mädels bzw. Jungs die trotz intuitiven Essens eine super Figur an den Tag legten. Gestört oder gar belastet hat mich das ganze Tracking zwar nicht, aber vielleicht wollte ich einfach eine neue Herausforderung und schauen wie ich mich so verhalte.

Foto: Helene Fiedler

Für mich sollte das jedoch keineswegs ein Freifahrtschein sein, um alles in mich hineinzustopfen. Vielmehr ging es darum, etwas freier vom Kopf zu sein und noch ein Stück mehr auf seinen Körper zu hören.

Also große Ankündigung bei Instagram #trackingfreehelene, weil neue Projekte teasert man ja immer an. Dient im Endeffekt dazu ein kleines Druckmittel für sich selbst zu schaffen, um standhaft zu bleiben. Gesagt getan.

Nach wie vor hielt ich mich an ein paar simple Regeln:
  1. Essen erst beginnen, wenn Hunger einsetzt.
  2. Start mit einer proteinreichen Mahlzeit.
  3. Beim Essen Zeit lassen und dieses auch bewusst visualisieren.
  4. Vermeiden von unnötigen Snacks.
  5. Schokolade bei Bedarf nur nach den Hauptmahlzeiten (außer ich hab wirklich einen richtigen Jieper darauf, dann befriedigt mich auch nur das und unnötiges kompensieren mit anderen Lebensmitteln bringt mir nicht viel).
Aufmerksame Leser werden sich an das Konzept Intermittent Fasting 2.0 von meinem ehemaligen Coach Frank erinnert fühlen. Komischerweise viel mir das „Loslassen“ recht einfach.

Dadurch, dass ich zusätzlich die Küchenwaage verbannte, entfiel auch das grobe Überschlagen der Kalorien. Ich verließ mich einzig und allein auf mein Augenmaß. Die Lebensmittelauswahl blieb bestehen und änderte sich nicht gravierend. Nach wie vor ist es für mich ein Lifestyle, gesund zu essen und auch selbst zu kochen.
Die ersten fünf Wochen liefen wirklich sehr gut. Weder hatte ich großartige Gewichtsschwankungen noch veränderten sich meine Umfänge. Auch meine Leistung im Training blieb konstant.
Nach den fünf Wochen wollte ich doch interessehalber gerne wissen, wo ich kalorientechnisch lag und fing an einzelne Mahlzeiten wieder zu tracken oder einzelne Produkte abzuwiegen. Außerdem gesellte sich privat etwas Stress hinzu. Leider bin ich nach wie vor geneigt bei Stresssituationen oder Tagen, an denen man einfach nur down ist, mit mehr Essen zu kompensieren, was die Situation jedoch in keinster Weise besser macht. Dies bedarf auch von meiner Seite noch mehr Lernprozess. Ich hatte in dem Moment auch etwas Angst den Boden unter den Füßen zu verlieren und in alte Muster zu rutschen.

Ehe ich mich versah, war ich doch wieder in meinem alten Rhythmus. Vielleicht auch zurück auf den Weg etwas mehr Kontrolle zu haben oder eben einen Anker für mich selbst. Komischerweise sehe ich es als weniger tragisch bzw. bezeichne ich es nicht als aufgeben oder scheitern. Ich bin ein Zahlenmensch und mag einfach das Selfmonitoring. Ich lebe und liebe das Ganze.

Was ich aber aus dem kurzen Exkurs gelernt habe: Ich bin wieder ein Stück entspannter geworden, was essen angeht. Bin ich nun einmal ernährungstechnisch über oder unter den angezeigten Kalorien meines Fitnesstrackers ist dies kein Drama. Auch wenn ich nun etwas mehr Eiweiß zu mir nehme als vorher… so what… es schmeckt mir halt. Ich kann Mahlzeiten mittlerweile übrig lassen und beiseite stellen, wenn ich satt bin. War ich doch sonst immer der „Staubsauger“, der die anderen dann noch fragte: Isst du das noch? Zumindest kann ich mein Sättigungsgefühl wieder etwas besser einschätzen.

Außerdem weiß ich, dass ich mich auch ohne Abwiegen etc. in einem guten Rahmen bewege. Jedoch muss ich, wie oben angesprochen, noch lernen, daas Schokolade zwar glücklich macht, aber Probleme leider nicht löst. Vielleicht schaffe ich es wirklich irgendwann mal endgültig Loszulassen, spätestens wenn es sich nicht mehr mit meinem Alltag kombinieren lässt oder mich gar zu sehr unter Druck setzt. Aber Momentan gehört es eben zu mir.

Trackende Grüße,
Eure Helene

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