Hormone und Regelkreisläufe

Funktionsweise zwischen Hormon- und Nervensystem ...

Unser Hormonsystem arbeitet eng mit dem Nervensystem zusammen. Es ist so zu sagen der Regulationspunkt für das Nervensystem des Menschen. Hormone sind chemische Moleküle(Botenstoffe) wobei das Wort "Bote" für die Botschaft, also das Singnal selbst steht. Hormone regulieren nahezu alle Vorgänge - vorallem die langsameren - im menschlichen Körper. Hormone werden durch endokrines Gewebe(vorallem Drüsen) gebildet und von dort aus an den Blutstrom weiter gegeben. Von dort aus können sie zu nahezu jeder Stelle in unserem Organismus hingelangen und Zielzellen(Hormonrezeptorprinzip) belegen und Proteinsyntheseschritte in der Zelle auslösen bzw. anhalten. Was sind Hormone genau? Diese Frage lässt sich kurz und bündig mit folgender Aussage erklären: Hormone sind chemische Steroide, Aminosäureabkömmlinge oder Peptide.

Ihr Funktionsumfang erstreckt sich wie folgt:
  • Trink-, Ess- und Schlafverhalten
  • Sexualität
  • den Fortpflanzungsmechanismus
  • Krankheiten
  • körperliche Entwicklung(auch Muskelwachstum)
  • Psyche


Verschiedene Hormone und auch verschiedenne Orte der endogenen Herstellung. Neben der Hypophyse und dem Hypothalamus im Hirn des Menschen, gibt es noch eine Vielzahl anderer Produktionsorte von Hormonen. Dazu zählen die Zirbeldrüse(Epiphyse), die Schilddrüse(SD), die Nebenschilddrüse(NSD), Thymus, die Nebenniere, die Langerhansinseln im Pankreas sowie die Eierstöcke(Ovarien) bei der Frau und den Hoden beim Mann.


Das Hormonsystem und sein Aufbau

Fast ausschliesslich werden Hormone von sogenannten endokrinen Drüsen gebildet. Endokrin steht für alles was im Körper selbst passiert. Exokrine Drüsen - zum Beispiel die Haut aber auch die Schleimhäute - sondern ihr Sekret ausserhalb des menschlichen Körper ab. Endokrine Drüsen sind meist in einen engen Kapilargeflecht eingeschlossen, damit sie schnell in den Blutstrom gelangen. Von dort aus gelangen Hormone rasch zu ihren Wirkungsort - der Zielzelle - wo sie ihre Wirkung ausüben können. Abhängig ist dies aber noch vom Schlüssellochprinzip. Andocken können Hormone nur, wenn die Zelle über das richtige Schlüsselloch verfügt(sogenannte spezifische Hormonrezeptoren). Durch das Zusammenpassen(Schlüssellochprinzip) kann nun das Hormon seine Wirkung im inneren der Zelle - dem Zellkern - ausüben. Die Zellinformation wird durch die mRNS verändert und dieser Vorgang fürt zur hormonellen Wirkung. Gleichzeitig kann eine Zelle aber auch über verschiedene Hormonrezeptortypen verfügen und damit auch gegensätzlich wirken ...


Hormonrezeptoren-Prinzipien...

Zuerst gelangt das Hormon - noch gebunden am Trägerprotein - im Blutstrom zur Zielzelle. Danach kapselt sich das Trägerprotein vom Hormon selbst ab. Ein sogenannter Hormonrezeptor befindet sich entweder im inneren einer Zelle oder aber auch in der äusseren Schicht einer Zelle - der Zellmembrane. Intrazelluläre Hormonrezeptoren sind besonders gut für fettlösliche Steroidhormone wie Testosteron erreichbar. Dies liegt an der lipophilen Zellmembrane. Hier entfällt der "second messenger", also eine Funktion, die es dem Hormon das an der Oberfläche andockt, ermöglicht seine Wirkung z.B. über die Adenylatzyklase weiter zu tragen. Dieser Enzymtyp ermöglicht die Umwandlung von ATP in cyclisches Adenosinmonophosphat(cAMP = second messenger) und startet damit die Proteinkinase-Enzyme der Zelle. Folglich werden Enzyme im inneren der Zelle gebildet, die eine Veränderung hervorrufen wie z.B. die Ausschüttung von Sekreten. Hier zu auch ein kleines Schaubild:



Wie oben schon beschrieben fällt der "second messenger" bei lipophilen Hormonen weg, dieser wird nur bei hydrophilen Hormonen(Aminosäureabkömmlinge und Peptidhormonen) zum Tragen kommen. Fettlösliche Hormone wirken direkt am Rezeptor im Zellkern(intrazellulärer Rezeptor) oder an Rezeptoren im Zytoplasma. Ihre Wirkung geschieht durch die Aktivierung bestimmter DNA-Abschnitte der Gesamtzellinformation. Siehe hier zu auch folgende Grafik:




Abhängig von der Wirkung eines Hormon ist nicht nur dessen Aufbau. Auch das Gewebe, wo es wirkt, übt unterschiedliche Wirkung aus. Am Beispiel Adrenalin heißt das: Der Verdauungstrakt wird weniger stark durchblutet wo hingegen die Muskulatur deutlich stärker durchblutet werden. Dann gibt es noch die Gruppe der Antihormone wie es z.B. bei Clomifen / Tamoxifen der Fall ist. Sie besetzen den Rezeptor im Zielgewebe(bsp. Brustdrüsengewebe) und damit kann kein Steroidhormon diesen Rezeptor mehr belegen.


Wo durch unterscheiden sich Nerven- und Hormonsignalen ...

Hormone können an wirklich jede Zelle unseres Körpers durch den Blutstrom gelangen. Der gravierenste Unterschied zur Signalübertragen im Gegensatz zu den Nerven ist der Zeitfaktor. Manche Hormone wirken erst nach Tagen oder Monaten bzw. erst dann stellt man eine Wirkung / Veränderung fest. Unser Nervensystem übt seine Wirkung über spezifisches Gewebe wie Muskelzellen, Drüsenzellen oder anderen Nervenzellen selbst aus. Diese Prozesse geschehen deutlich rascher als der hormonelle Weg. Zum Vergleich mal eine Gegenüberstellung:




Der Aufbau von Hormonen ...

Es gibt bei Hormonen drei Klassifizierungmuster:
  • Peptidhormone - hydrophil(wasserlösliche). Es sind lange Ketten bestehend aus Aminosäuren. Sie müssen parenteral(keine Verwendung des Verdauungsapparats) eingenommen werden um zu wirken. Eine orale Gabe würde sie zerstören(z.B. HGH, LH, FSH ...).
  • Aminosäurebkömmlinge - meist hydrophil(waaserlöslich). Sie leiten sich von einer der Aminosäuren ab. Ihre Einnahme kann auch oral erfolgen(Thyroxin, Trijodthyronin ...).
  • Steroidhormone - lipophil(fettlöslich). Ihr Ursprung ist das Cholesterin. Jedes Steroidhormon ist ein Abkömmling davon. Die Einnahme kann oral erfolgen - häufig werden sie jedoch intramuskulär injiziert(Testosteron, Kortisol, Östrogene, Progesteron ...)

Klassifierierung und Einteilung:



Endokrine Drüsen und andere Syntheseorte ...

Nicht nur endokrine Drüsen können Hormone bilden. Auch andere spezifische Gewebsarten können Hormone bilden. Zu Hormonen die nicht in Drüsen gebildet werden gehören z.B. Prostaglandine und Erythropoetin. Hormone wirken auch nicht nur im weit entfernten Gewebe. Orte der Hormonproduktion und ihr unmittelbatres Umfeld, werden stark durch die lokale Hormondrüse selbst beeinflusst. Ich habe schon sehr häufig gelesen, das Hormone quer durch den Körper wandern, um zu wirken. Dem mag richtig sein, jedoch wird vergessen, dass ein Hormon direkt aus dem Ursprung - der Drüse selbst - direkt auch schon im umliegenden Gewebe seine Wirkung, per Schlüssellochprinzip ausüben kann.


Die Bedeutung von Transportproteinen ...

Generell werden alle fettlöslichen Hormone(Testosteron, Östradiol, Cortisol ...) im Blut an Transportproteine gebunden. Die meisten wasserlöslichen Hormone binden sich ebenfalls an Transporteiweisse. Testosteron, Östradiol und andere Vertreter der Familie der Sexualhormone binden sich an das Sexualhormonbindende Globulin(SHBG) hingegen bindet sich Thyroxin oder Trijjodthyronin an das Thyroxinbindende Globulin(TGB). Übrigens sind Hormone nur dann wirksam, wenn sich das Transportprotein(meist Globulin) vom Hormon getrennt hat.


Die hormonelle Sekretion und dessen Maßstäbe

Die Mengen an Hormonen die unser Körper herstellt und die im Blut zirkulieren, sind sehr geringe Maßeinheiten. Zum Vergleich mal einige übliche Blutwerte im obersten Normbereich:
  • Testosteron -9,3 ng/ml
  • Progesteron - 1,04 ng/ml
  • FSH -18,1 mIU/ml
  • LH -9,3 mIU/ml
  • Östradiol -52 pg/ml
  • Prolaktin -17,7 ng/ml

Man kann anhand dieser Werte deutlich erkennen, in welcher Größenordnung Hormone vom Körper produziert werden. Prinzipiell ist das Hormonsystem sehr leicht beeinflussbar. Bereits kleine Änderungen einzelner Hormone und schon wird aus einem rollenden Kieselstein eine riesige Lawine. Die geringe Veränderung alleine beeinflusst gleich eine Vielzahl anderer Hormone in ihrer Konzentration. Aus diesem Grunde steuert unser Körper die gesamten Hormonabgaben sehr exakt. Jedem Bodybuilder der es wagt zu Steroiden zu greifen, sollte bewusst sein, dass er massiv - wirklich massiv - in seinen Hormonhaushalt eingreift. Die wirklichen Folgen sind kaum abschätzbar, da jeder anders auf bestimmte exogene Hormongaben reagiert. Bestimmt wird die Menge der einzelnen Hormongabe durch einen oder mehrere Regelkreisläufe. Eine Ausschüttung wird stimuliert und wenn die Konzentration eines Hormon hoch genug ist, wird gegengelenkt um die Konzentration zu halten bzw. zu reduzieren. Primäre Anlaufstelle für die Steuerung diverser Hormonabgaben ist der Hypothalamus. Dieser steht im direkten Kontakt mit dem vegetativen Nervensystem. Die Steuerung des Hypothalamus läuft über Releasing- und Inhibiting-Hormone ab. Signale werden so an den Hypophysenvorderlappen weiter gegeben. Glandotrope Hormone geben dadurch ihre Signale an andere untergeordnete Hormondrüsen(Schilddrüse, Hoden ...) weiter. Dort wird wiederum eine Hormongabe abgesondert die auf die Zielzellen wirkt. Jedoch wirken z.B. Hormone wie Adiuretin und Oxytocin nicht über dieses 3-Wege-System, sondern wirken direkt auf die Zielzelle ein(2-Wege-Prinzip). Dann gibt es noch Hormondrüsen die ohne bzw. weitgehenst ohne Hypophysen- und Hypothalamus-Reaktion arbeiten. Zum einen die Bauchspeicheldrüse(Pankreas - Hormone: Glukagon, Insulin) und die Nebenschilddrüse(NSD - Hormon: Parathormon).


Der Hypothalamus und sein potenter Helfer die Hypophyse ...

Beide Organe / Drüsen, sitzen im Zwischenhirn an unterster Stelle. Der Hypothalamus steht an erster Stelle der Hierachiekette gefolgt von der Hypophyse. Die Hypophyse selbst wird in zwei Regionen eingeteilt. Zum einen gibt es den Hypophysenvorderlappen(HVL) der etwa 3/4 der Gesamtmasse ausmacht und aus Drüsengewebe besteht. Der Hypophysenhinterlappen(HHL) entspricht nur etwa 1/4 der Gesamtgröße und besteht aus Axonen. Die Axone-Zellkörper liegen im Hypothalamus. Hier durch wird die Hypophyse anatomisch als Anhängsel des Hypothalamus bewertet und nicht umgekehrt. Der Hypothalamus stellt Releasing-Hormone(RH) her, auch Liberine genannt. Der Gegenspieler hier zu sind die Statine oder Inhibiting-Hormone(IH). Die Releasing-.Hormone des Hypothalamus(GnRH, CRH, TRH, GH-RH / GH-IH und PRL-RH / PRL-IH) stimulieren den Hypophysenvorderlappen LH, FSH, ACTH, TSH, Wachstumshormone und Prolaktin abzugeben. Diese wirken auf die Schilddrüse, Nebennierenrinde, die Hoden beim Mann oder die Eierstöcke bei der Frau. Unspezifischer wirken Wachstumshormone oder auch Prolaktin. Hier nochmal eine kleine Erklärung zu den Hypothalamus-Hormonen:
  • CRH - Corticotropin-Releasing-Hormon stimuliert das Adrenocorticotrope Hormon(ACTH)
  • TRH - Thyreotropin-Releasing-Hormon stimuliert Thyreoidea-Stimulierndes-Hormon(TSH).
  • GnRH - Gonadotropes-Releasing-Hormon stimuliert die Luthenisierendes-Hormon(LH) sowie Folikel-Stimulierendes-Hormon(FSH)
  • GH-RH / GH-IH - Growth-Hormon-Releasing-Hormon / Inhibitiong-Hormon stimuliert die Ausschüttung der Wachstumshormone(GH - HGH), GH-IH wird auch Somatostatin genannt. Es dient der Hemmung der Wachstumshormonausschüttung
  • PRL-RH / PRL-IH - Prolaktin-Releasing-Hormon / Inhibiting-Hormon stimuliert bzw. hemmt die Prolaktinausschüttung der Hypophyse

Wie genau schauen die Regelkreisläufe aus? Schauen wir uns hier zu doch mal eine kleine Grafik an:




Der Hypophysenhinterlappen(HHL) und die Einwirkung zweier Hormone

Kommen wir nun zu den Hormonen die den Hypophysenhinterlappen(HHL) beeinflussen. Der Hypothalamus produziert zwei Hormone namens Adiuretin und Oxytocin. Von den Nervenzellfortsätzen - den Axonen des Hypothalamus - werden diese Hormone freigesetzt und gelangen zum Hypophysenhinterlappen. Hier findet eine Speicherung dieser Hormone statt, die bei Bedarf dann freigesetzt werden.

Adiuretin - auch ADH oder Vasopressin genannt, bedeutet nichts anderes als "gegen den Harnfluss gerichtetes Hormon". Dieses Hormon bestimmt den Osmotischen Druck in dem es die Eigenschaften der Zellen verändern kann(Hydrophilität). Sammelrohre und Tubuluszellen sind davon betroffen - ihre Wasserdurchlässigkeit wird einfach erhöht.

Oxytocin - es bewirkt bei der Frau das Auslösen der Wehen bei der Geburt und zusätzlich noch den Milcheinschuss während der Stillperiode.


Der Hypophysenvorderlappen das Peptidhormon-Kraftwerk ...

Der Hypophysenvorderlappen stellt eine Vielzahl an glandotropen Hormonen her. Glandotrope Hormone steuern untergeordnete Hormondrüsen und Hormone die direkt auf eine Zielzelle einwirken. Gesteuert wird die Hormonabgabe des Hypophysenvorderlappens durch die Releasing- / Inhibiting-Hormone(-RH / -IH) des Hypothalamus(GnRH, CRH, TRH, GH-RH, GH-IH, PRL-RH und PRL-IH). Hier ein Überblick über die glandotropen Hormone die der Hypophysenvorderlappen herstellt:
  • FSH - Folikel-Stimmulierendes-Hormon. Es fördert die Bildung von Östrogenen sowie die Eiteilung bei der Frau. Beim Mann ist es unabdingbar für die Entwicklung der Spermien und damit der Zeugungsfähigkeit.
  • TSH - Thyreoidea-Stimmulierendes-Hormon. reguliert den T3 und T4 Haushalt.
  • Prolaktin - zur Einsetzung der Milchproduktion bei der Frau. Ein Überschuss kann beim Mann ebenfalls zum Austreten von Sekreten der Brustdrüsen führen(Gynogefahr!)
  • MSH - Melanozyten-Stimmulierendes-Hormon. Es reguliert die Hautpigmentierung.
  • LH - Luteinisierendes-Hormon. Nötig für die Eireifung bei der Frau. Unabdingbar für den Eisprung. Beim Mann ist es für die Spermienreifung verantwortlich.
  • Somatropin - auch HGH(STH) genannt. Es reguliert das Wachstum(Körperwachstum) des Menschen.



Die Zirbeldrüse(Epiphyse)

Sie ist eine erbsengroße Drüse oberhalb des Mittelhirns. Im Latein auch "Corpus pineale" genannt. Sie produzier ein Hormon namens Melatonin. Seine Hemmung geschieht durch Licht - hingegen wird es bei Dunkelheit ausgeschüttet. Durch die Verschiebung des Tag- / Nachtrythmus kann es zu Stimmungsschwankungen und Schlaflosigkeit führen. Auch hat es Einfluss auf die Konzentration des Menschen.


Die Nebenniere(Glandulae suprarenales) und die Nebennierenrinde

Die Nebennieren sind etwa 5-6 gramm schwere Organe. Das Nebennierenmark nimmt etwa 3/4 des Volumens der Nebenniere aus. Man unterscheidet die Nebenniere in 3 Bereiche:
  • Zona reticularis - hier werden Sexualhormone(männliche) synthetisiert
  • Zona fasciculata - hier wird Kortisol produziert
  • und Zona glomerulosa - hier wird Aldosteron synthetisiert


Im Nebennierenmark hingegen wird Adrenalin und Noradrenalin synthetisiert. Die Ausschüttung erfolt nach Signalen des vegetativen Nervensystems. Dieser Komplex abreitet generell, sehr nahe mit dem vegetativen Nervensystem zusammen. Adrenalin und Noradrenalin gehört zu der Gruppe der Katecholamine(neben Dopamin). Sie fungieren als Neurotransmitter des Nervensystems. In Stresssituationen steigern sie blitzartig die Energiebereitstellung. Angst, Lärm, Leistungsdruck oder Freude setzen im Zentralennervensystem(Limbisches System und Großhirnrinde) zwei Reaktionsketten in gang.
  • der Hypothalamus schüttet CRH aus, dann schüttet die Hypophyse ACTH aus. Hier durch wird die Glukokortikoidausschüttung in der Nebennierenrinde forciert.
  • Schritt zwei; das Symphatikum aktiviert das Mark der Nebenniere. Blitzartig werden Adrenalin und Noradrenalin in einem verhältnis von etwa 4:1 ausgeschüttet.


Die Durchblutung nimmt zu, der Herzschlag erhöht sich und auch die Kontraktionskraft wird enorm gesteigert.Die inneren Organe und die Haut wird in dieser Situation weniger stark durchblutet. Dieser Prozess erscheint auch logisch, da hier primär andere Körperregionen mehr Blut benötigen.dazu zählen:
  • Herz
  • Skeletmuskulatur
  • sowie die Lunge


Gleichzeitig schütte die Leber mehr Glukose aus. Gleich dazu möchte ich folgende Angaben nochmal an einem kleinen Bild verdeutlichen:




Glukokortikoide

Ausgeschüttet werden Glukokortikoide durch das Corticotropin-Releasing-Hormon(CRH) aus dem Hypothalamus, welches dann der Hypophyse das Signal gibt ACTH auszuschütten. ACTH selbst stimuliert die Glukokortikoidausschüttung enorm. Rezeptoren im Gewebe der Hypophye, welches ACTH herstellt, sowie der Nebenniere besteht eine negative Rückkopplung auf die Sekretion von Glukokortikoiden. Sind zuviele vorhanden, wird die Produktion und Ausschüttung herabgesetzt. Gleichzeitig verfügt der Glukokortikoidkreislauf eine zweite negative Rückkopplung, nämlich direkt auf den Hypothalamus und seine CRH-Sekretion, ergo auch eine Hemmung von ACTH. Welche Arten von Glukokortikoiden sind zu nennen?
  • Kortisol als stärkster Vertreter
  • Kortison
  • und Kortikosteron

Hier zu möchte ich folgende Grafik zeigen:



Glukokortikoide steuern die Bereitstellung von Glukose und Fettsäuren und helfen damit Stresssituationen abzubauen. Jedem ist ja bekannt, das Glukokortikoide katabol wirken. Ich möchte nun über eine Funktionen der Glukokortikoide berichten:
  • Eiweissabbau der Muskulatur(kataboler Prozess)
  • Fettabbau(Lipolyse) und Freisetzung von Fettsäuren in den Blutstrom
  • die Glukogenese wird gesteigert. Dies gescheiht durch Aminosäuren in der Leber. Sie steigert die Glukosekonzentration im Blut.


Bei sehr hohen Serumkonzentrationen zeigen sich antientzündliche Effekte wie Wundheilung sowie Nabenbildung an verletzten Körperstellen. Abwehrzellen werden gehemmt(Lymphozyten und Phagozytose) Man spricht von einen "Immunsuppressiven Effekt". Desweiteren kann es zu osteoporotischen Effekten, der Ausdünnung der Knochen, kommen. Und zum Abschluss: antiallergische Effekte, eine Hemmung der Entzündungsreaktion und gefolgt eine Antigen-Antikörper-Reaktion.

Aldosteron gehört ebenfalls zur Gruppe der Kortikoide(speziell der Mineralkortikoide). Stimuliert wird seine Ausschüttung durch Renin in den Nieren. Wann genau wird Renin ausgeschüttet?
  • bei geringen Blutvolumen
  • niedrige Serumnatriumspiegel
  • oder niedrigen Blutdruck


Die Primäraufgabe richtet sich bei Aldosteron auf den Elektrolyt- und Wasserhaushalt, und damit des Blutdrucks und Blutvolumens. Aldosteron bewirkt:
  • steigerung der Kaliumausscheidung der Nieren
  • Natriumrückresorption
  • und die Wasserrückresorption


Im Klartext: Eine Steigerung des Natriumspiegels bei gleichzeitigen abfallen des Kaliumspiegels.


Die Schilddrüse und ihre Funktion

Die menschliche Schilddrüse(SD) lateinisch Glandula Thyreoidea genannt. Ein Hülsenförmies, etwa 20-25 gramm schweres Organ, das direkt in der Halsgegen nahe der Luftröhre liegt(Region des Schildknorpels). Primär wird die Schilddrüse in 3 Regionen eingeteilt: 1. Isthmus, 2. linker Seitenlappen(Lobus dexter) und 3. rechter Seitenlappen(Lobus sinister). Die Schilddrüse ist ein Organ, das aus vielen kleines Läppchen besteht, welche - genauer betrachtet - aus vielen kleinen Bläschen(Follikel) besteht. Die Wand der Follikel wird aus einer dünnschichtigen Follikelepithel gebildet. Die Hormonproduktion findet in den Epithelzellen statt. Gespeichert werden die Hormone in den Kolloid. Die Zellen zwischen den Follikeln nennt man "Parafollikulär Zellen"(C-Zellen), welche das Kalzitonin bilden. In den Follikelzellen selbst werden 2 Hormontypen gebildet. Zum einen das Trijodthyronin umgangssprachlich auch T3 genannt und zum anderen das Thyroxin(T4). Gebildet werden beide Hormontypen aus der Aminosäure Tyrosin unter der Zufuhr von Jod. Die Zahlen der beiden Hormone(T3 / T4) sind begründet durch ihre Jod-Atome. Davon hat T4 nämlich 4 und T3 - wie soll es anders sein - natürlich 3. Die Konzentration im Blut beläuft sich etwa um den Faktor 10:1(T4 zu T3), dazu muss aber gesagt werden, dass die Trijodthyronin, also T3-Form, wesentlich potenter wirkt als sein kleiner Bruder das Thyroxin(T4). Ein Großteil des im Blutstrom zirkulierenden T4´s wird zu T3 konvertiert. Beide Hormone bewirken aber das gleiche im menschlichen Organismus. Dazu zählt:
  • aktivierung des Nervensystems(Muskeldehnungsreflexe)
  • steigerung des Energieumsatzes(natürlich dann auch den Grundumsatz). Dies geschieht durch:
    • eine Erhöhung der Körpertemperatur
    • ansteigen der Herzfrequenz

  • Glykogen- und Fettabbau
  • geistige Entwicklung
  • Längenwachstum

Siehe hier zu auch folgendes Schaubild:



Geregelt wird dieser komplexe Prozess durch den Hypothalamus. Dieser gibt das Thyretropin-Releasing-Hormon ab. Da durch kann die Hypophyse - genauer der Hypophysenvorderlappen(HVL) - Thyreoidea-Stimulierndes-Hormon(TSH) abgeben. Dieses Hormon führt zu einem Anstieg der T3 / T4-Produktion. Und diese wird aus den Kolloid ausgeschüttet. Ist zuviel T3 /T4 im Blut wird dies von Hypothalamus-Rezeptoren wahr genommen und die TRH-Produktion - und damit auch TSH-Produktion der Hypophyse - wird runter gefahren(negative Rückkopplung). Hier zu mal eine kleine Grafik:



Treten Störungen im Bereich der Schilddrüse auf, spricht man von einer Über- oder Unterfunktion. Die Schilddrüsenüberfunktion(Hyperthyreose) drückt sich wie folgt aus:
  • erhöhung des Grundumsatz
  • ansteigen der Herzfrequenz
  • Schlafstörungen
  • Durchfall
  • Depresionen
  • innere Unruhe


Ursache ist meist ein gutartiges Adenom, dass die Zellen dazu veranlasst durchgehend Trijodthyronin und Thyroxin zu produzieren. Bei den Schilddrüsenunterfunktion, der Hypothyreose ist die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin herabgesetzt. Das Krabnkheitsbild sieht wie folgt aus:
  • niedriger Grundumsatz
  • Gewichtszunahme
  • vermehrte Fettspeicherung
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Libido- / Potenzstörungen
  • Myxödeme


Ein weiterer Teil - oder auch als gesondertertes Organ zu sehen - ist die Nebenschilddrüse. Sie regelt den menschlichen Phosphat- und Kaliumhaushalt. Sie besteht aus 4 kleinen Knötchen die direkt auf der Rückseite der Schildrüse sitzen. Dieses Organ schüttet ein Peptidhormon namens Parathormon(PTH) aus. Seine Funktion:
  • erhöhte Phosphatausscheidung der Niere
  • Freisetzung von Kalzium aus den Knochen
  • Kalziumausscheidungen durch die Niere
  • steigerung der Kalziumresorption im Darm


Die negative Rückkopplung erfolgt über den Kalziumspiegel. Ist dieser hoch wird weniger Parathormon abgegeben. Krankhafte Störungen dieses Organs sind:
  • eine Überfunktion(Hyperparathyreoidismus)
  • und eine Unterfunktion(Hypoparathyreoidismus)


Hier nochmal eine kleine Übersicht über Schilddrüsen-Laborwerte:




Die Nebenschilddrüse und das Vitamin D(D3) ...

Vitamin-D auch bekannt unter den Namen Cholecalziferol, ist ein Hormon das die Kalziumaufnahme über den Darm fördert. Zuerst möchte ich aber anhand eines Schaubildchens den Stoffwechsel des Vitamin-D-Hormons beschreiben:



Man kann klar die Abläufe erkennen. 7,8-Dehydrocholesterin ist der Grundstoff für das Vitamin-D-Hormon. Durch UV-Licht wird es in der Haut zu Cholecaliferol konvertiert. In der Leber dann weiter verarbeitet zu 25-(OH)-Cholecaliferol und geht von dort aus zu den Nieren wo es zum wichtigen - und für uns nötigen - 1,25-(OH)2-Cholecaliferol umgewandelt wird. Wie genau wirkt das Vitamin-D-Hormon(D3)? Hier zu möchte ich ein weiteres Schaubild zeigen:



Funktionsweise über den Darm, dann Blutstrom gefolgt vom Stoffwechsel der Knochen und letztendlich dem Auscheiden durch den Harnweg. Übrigens ist noch anzumerken, dass zu hohe Vitamin-D-Hormon-Konzentrationen den Abbau in den Knochen erhöhen und gleichzeitig PTH senken. Personen die Sonnenlicht meiden, leiden an einen Mangel an Vitamin-D-Hormonen. Dieses Defizit gleicht der Körper durch den Abbau aus den Knochen aus. Dazu nutzt der Körper sehr hohe Parathormonspiegel. Bei zu hohen Defiziten an Vitamin-D drohen jedoch Deformationen der Knochen - auch als Osteomalzie bekannt.

Desweiteren wird Kalzitonin(Thyreokalzitonin) zur Regulation des Kalzium- und Phosphathaushalts in den C-Zellen der Schilddrüse synthetisiert. Dieses Hormon ist der Gegenspieler zu PTH, denn es fördert deutlich den Einbau von Phosphaten und Kalzium im Knochen. Gleichzeitig senkt es aber auch die Kalziumkonzentration im Blutstrom herab. An den Nieren führt Kalzitonin zur vermehrten Ausscheidung von Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphat(Ionenabbau).


Der Abbau von Hormonen

Abbauort ist die menschliche Leber. Dort werden Hormone aufgespalten und zersetzt. Der Rest wird dann über die Nieren ausgeschieden.


Sonstige endokrine Hormonfaktoren

Neben den bekannten Hormonen und Bildungsorten gibt es noch weitere Hormone, die an diversen Stellen unseres Organismus, wie:
  • Dünndarmschleimhaut
  • Darmwand
  • A- und B-Zellen der Pankreas
  • Juxtaglomerulär-Apparat(Niere)
  • Herzvorhof(Myoendokrine-Zellen)
  • Neurotransmitter
  • Mastzellen
  • Thrombozyten


Diverse Hormone sind für den Verdauungsprozess verantwortlich(Sekretin, Gastrin, Cholezystokinin-Pankreozymin ...). Wichtigster Standort ist die Bauchspeicheldrüse - speziell die Langerhansinseln - welche verschiedene und vorallem lebensnotwendige Hormone für den menschlichen Organismus bilden. Eingeteilt werden die Langerhansinseln in drei verschiedenen Bildungszelltypen:
  • A-Zellen die das Glukagon bilden(Sie machen gesamt etwa 15 % aus).
  • B-Zellen. Sie bilden das Insulin und damit einen der wichtigsten Faktoren für das Leben. Ihre bedeutung etwa 70-80 % der Langehransinseln.
  • D-Zellen. Sie sind zu etwa 10 % vertreten und bilden das Somatostatin

  • G-Zellen(Magenschleimhaut)
  • D-Zellen(Verdauungstrakt + Hypothalamus)

    Insulin als Hormon vermag den Bluzuckerspiegel zu senken, dagegen erhöhen Glukagon, Wachstumshormone, Glukokortikoide und Adrenalin den Blutzuckerspiegel. Aber kommen wir zum Ursprung zurück - sonstige endokrine Faktoren; hier zu haben wir zwei kleine Schaubildchen mit dem Bildungsort und der Wirkung. Fangen wir zuerst mit dem wichtigsten Ort - der Pankreas - an:



    Hier nun ein weiteres Schaubild mit diversen anderen Hormonen und dessen Bildungsorten:




    Man sieht das unser Hormonsystem eine sehr komplexe Strucktur besitzt. Im Grunde war das eine kleinere Übersicht über das Hormonsystem und seinen diversen Stoffwechselvorgängen. In weiteren Teilabschnitten werden wir noch genauer in die Materie abtauchen, um noch genauer auf einzelne Vorgänge einzugehen. Alles in einen Text zu vereinen, würde diesen Text wahrscheinlich 20 mal so lang werden lassen. Wir bitten daher um Verständnis! Fortsetzung folgt ...
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