Todesursache Herzinfarkt

IFBB Pro Paul Poloczek verstirbt mit 37 Jahren

Mit Paul Poloczek verliert das deutsche Profi-Wettkampfbodybuilding nicht nur einen Athleten, sondern der gesamte Sport einen ruhigen und stets professionellen Menschen, der den Sport seit gut 20 Jahren liebte und lebte. Wie auf dem Instagram-Account seiner Lebensgefährtin bekannt wurde, verstarb Paul an diesem Wochenende mit gerade einmal 37 Jahren. Unsere Gedanken gelten seiner jungen Familie.

Paul Poloczeks Weg in die Profi-Liga des Bodybuildings


Poloczek kam mit gerade einmal vier Jahren aus Polen mit seiner Familie nach Deutschland. Die Lebensverhältnisse waren bei unserem östlichen Nachbarn damals nicht mit den heutigen Verhältnissen vergleichbar und die Familie des Schwergewichtsathleten wollte ihrem Sohn eine bessere Zukunft ermöglichen. In der Schule war seine Herkunft nie ein Problem. Paul fühlte sich gut integriert und begann nach Abschluss der Hauptschule eine Lehre zum Zerspanungsmechaniker.

Foto: Timo Wagner

Zum Bodybuilding fand Poloczek mit gut 17 Jahren. Zu dieser Zeit spielte Paul noch als Torwart in einer Fußballmannschaft, bevor er sich gänzlich dem Bühnensport verschrieb. Lange Zeit arbeitete er im Dreischichtsystem am Hochofen, was ihn nicht davon abhielt, eine erfolgreiche Amateur-Karriere zu starten. Nach einem Sieg bei seiner ersten Junioren-Meisterschaft sicherte er sich bei seinem Männer-Debüt einen dritten Platz auf der Deutschen Meisterschaft.

Paul Poloczek hatte es mit einer Größe von 189 cm nie leicht, so brutal wie andere Schwergewichtsathleten zu wirken. Er war im echten Leben wie im Bodybuilding ein Malocher, der hart für seinen Erfolg arbeitete. Sinnbildlich ist dafür auch sein Weg in die Profi-Liga.

Paul war es wichtig, diesen Schritt auf der Arnold Classic zu gehen. Damals musste der Verband noch eine Starterlaubnis für den prestigeträchtigen Wettkampf aussprechen, bevor man sich in den USA auf der Bühne präsentieren dürfte. Zweimal scheiterte Paul, um schließlich 2017 im dritten Anlauf den Gesamtsieg und damit die Pro-Card zu gewinnen.

Dabei ließ er sich auch nie von Verletzungen gänzlich zurückwerfen. Nachdem er sich 2015 den Brustmuskel riss, kämpfte er sich nicht nur in den Sport zurück, sondern bis an eine Spitzenposition. Auch ein weiterer Brustabriss sowie Arthrose in der linken Schulter und eine abgetrennte Bizepssehne hielten ihn nicht davon ab, seiner Leidenschaft nachzugehen. Passend dazu übernahm er 2014 ein Studio und kündigte seinen alten Job.

Poloczeks größte sportliche Niederlage


Die vielleicht größte Niederlage erlebte er bei seinem Profi-Debut. Nachdem er 2017 in Ohio den Gesamtsieg errang, war ihm ein Platz auf dem Profiwettkampf ein Jahr später sicher. Selbstverständlich nahm Paul diese Einladung wahr und trat bei der Arnold Classic das erste Mal auf die Profi-Bühne. Das Finale sollte er jedoch nicht erleben. Magenprobleme machten es ihm nach der Vorwahl unmöglich, auf die Bühne zu treten, so dass er rückblickend mit einem weinenden und einem lächelnden Auge auf diesen Wettkampf blickte.

In weiteren Profi-Wettkämpfen schlug Paul sich ordentlich, erreichte aber nie Top-Platzierungen. Dem ruhigen Poloczek war bewusst, dass andere Athleten genetisch gesegneter waren als er. Dennoch verfolgte er das Wettkampfbodybuilding mit Leidenschaft und träumte davon, eines Tages auf der Bühne des Mr. Olympia zu stehen. Dieser Traum wird nicht mehr in Erfüllung gehen.


Paul Poloczek verstirbt überraschend im Alter von 37


„Bodybuilding war dein Leben!“ – Mit diesen Worten verabschiedete sich Pauls Lebensgefährtin von ihrem Partner auf Instagram und gab damit gleichzeitig bekannt, was innerhalb der Szene bereits schnell die Runde machte. Nachdem letzten Monat erst Cedric McMillan überraschend verstarb, ging damit ein weitere Schwergewichtsathlet von uns. Ebenso wie bei McMillan soll auch bei Poloczek ein Herzinfarkt die Todesursache gewesen sein.

Paul hinterlässt eine ihn liebende Lebensgefährtin und eine kleine Tochter. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

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